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Windows mit Instant Recovery ohne Verlust zurücksetzen

07.10.2020 | 08:04 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Bei jedem Start präsentiert sich Ihr PC wie neu: frei von Fehlern und unliebsamen Überraschungen. Wir stellen zwei solcher Instant Recovery Tools vor, die unerwünschte Änderungen am System automatisch zurücksetzen – Windows unkaputtbar sozusagen.

Ein Windows-Rechner, der sich immer wieder und selbstständig von ganz allein repariert, klingt nach einem kühnen Werbeversprechen. Doch genau das leisten die sogenannten Instant Recovery Tools: Programme, die den Computer im perfekten Zustand einfrieren und diesen bei jedem Neustart automatisch wiederherstellen. Unser Ratgeber beschreibt mit Reboot Restore Rx und Time Freeze  zwei dieser Tools Schritt für Schritt.

Darüber hinaus stellen wir weitere Möglichkeiten vor, die Windows 10 selbst und auch andere Software bieten, um einen bestimmen Systemzustand zu konservieren und auf Wunsch wiederherzustellen. 

Instant Recovery Tools für verschiedene Einsatzszenarien

Windows Steady State: Microsoft stattete bereits Windows XP mit einem Kioskmodus aus, bei dem sich am System nichts dauerhaft verstellen und ändern ließ.
Vergrößern Windows Steady State: Microsoft stattete bereits Windows XP mit einem Kioskmodus aus, bei dem sich am System nichts dauerhaft verstellen und ändern ließ.

Die Idee eines sich ständig selbstreparierenden PCs ist keineswegs neu. Microsoft ermöglichte dies bereits vor 15 Jahren mit seiner Freeware „Shared Computer Toolkit“, später umbenannt in „Windows SteadyState“. Einmal installiert, konnte man seinen Rechner zwar ganz normal verwenden und dabei auch Programme installieren oder sogar Dateien löschen, doch alle Änderungen wurden beim Herunterfahren und Neustarten wieder rückgängig gemacht. Weil sich somit am System praktisch nichts kaputt machen lässt, nennt man diesen Betriebszustand auch Kioskmodus: allgemein zugänglich für alle, ohne dass sich etwas verstellen kann.

Nun eignet sich der Kioskbetrieb keineswegs nur für Rechner in Hotels oder Internetcafés, die ständig von vielen Personen benutzt werden. Auch zu Hause macht er Sinn: zum Ausprobieren von Software ohne Angst vor schädlichen Auswirkungen auf das System, wenn mehrere Personen den gleichen Familienrechner verwenden, und schließlich für die eigene unbeschwerte Nutzung, ohne sich um potenziellen Schadcode, den privaten Surfmodus oder Ähnliches kümmern zu müssen. 

Doch Windows SteadyState ist längst eingestellt und läuft nicht unter Windows 7, 8.1 und 10. Der Kioskmodus selbst ist zwar in die aktuelle Version des Betriebssystems zurückgekehrt, allerdings in veränderter Form. Wie die Betriebsart unter Windows 10 funktioniert, beschreibt der Kasten unten. Darüber hinaus lässt sich ein bestimmter Systemzustand auch anderweitig als per Instant Recovery fixieren und wiederherstellen.

Siehe auch:   Top-Windows-Funktionen, die Sie nicht kennen

Reboot Restore Rx und Time Freeze am PC konfigurieren

Reboot Restore Rx und Time Freeze setzen auf eine Virtualisierungstechnik, sind aber einfacher zu handhaben als ein frei konfigurierbarer virtueller PC. Beide Tools erfüllen im Wesentlichen die gleiche Aufgabe, unterscheiden sich aber in den Details. Es ist daher auch Geschmackssache, welche Software Sie verwenden wollen. Wir beschreiben deshalb beide Tools.

Reboot Restore Rx lässt sich nur über ein Konto mit Administratorrechten installieren sowie konfigurieren und eignet sich deshalb auch gut dazu, einen gemeinsam genutzten Familien-PC vor ungewollten Änderungen zu schützen. Schon beim Setup können Sie festlegen, welche Partitionen der Festplatte das Tool schützen soll und welche nicht. Diese Auswahl bietet – sofern Sie Ihre persönlichen von den Systemdaten über unterschiedliche Partitionen trennen, wie hier  beschrieben – die Möglichkeit, die Systempartition stets automatisch zurückzusetzen, während die Datenpartition im Normalbetrieb weiterläuft. Neu erstellte Word-Dokumente bleiben dabei gespeichert, eine (versehentlich vorgenommene) Änderung bei den Word-Einstellungen wird nach dem Neustart dagegen wieder verworfen. Auswählen lassen sich hier allerdings nur Partitionen der internen Festplatten; per USB angesteckte Datenträger und Netzwerklaufwerke bleiben beim Schutz außen vor.

Im Instant Recovery Tool Reboot Restore Rx lässt sich definieren, welche Festplattenpartitionen bei jedem Neustart zurückgesetzt werden sollen und welche nicht.
Vergrößern Im Instant Recovery Tool Reboot Restore Rx lässt sich definieren, welche Festplattenpartitionen bei jedem Neustart zurückgesetzt werden sollen und welche nicht.

Zum Abschließen der Installation von Reboot Restore Rx muss der PC neu gebootet werden. Die Software startet automatisch und arbeitet nun im Hintergrund. Angemeldet mit einem Benutzerkonto ohne Administratorrechte sieht und merkt man zunächst keinerlei Änderung, der Computer lässt sich inklusive der Installation neuer Software normal nutzen. Erst beim Neustart offenbart sich das Instant Recovery Tool mit einem vorgeschalteten Prozessfenster, der den vom Administrator gespeicherten Zustand zurückholt. Probieren Sie einmal aus, wie die Software beispielweise eine neu erstellte Datei auf dem Desktop beim Reboot automatisch löscht.

Eingeloggt als Administrator dagegen sieht man das Tool-Icon rechts unten in der Taskleiste. Durch Anklicken mit der rechten Maustaste gefolgt von „Disable“ lässt sich das automatische Zurücksetzen aus- und über „Enable“ wieder einschalten. Das Ein- und Ausschalten wirkt systemübergreifend für alle Benutzerkonten.

Auch Time Freeze muss mit Administratorrechten installiert werden. Übernehmen Sie beim Setup die Voreinstellungen und starten Sie den PC zum Schluss neu. Danach klicken Sie doppelt auf das Programm-Icon rechts in der Taskleiste, aktivieren im Programmfenster die beiden Optionen „Enable Time Freeze automatically when Windows starts“ und „Enable Folder Exclusion when Time Freeze is ON“. Diese Option sorgt dafür, dass einzelne Ordner oder Dateien auch auf der Systempartition vom Zurücknehmen der Änderungen ausgenommen werden. Abschließend schalten Sie den Schutz mit „Start Time Freeze –› OK“ ein. 

Time Freeze schützt nur die Windows-Systempartition; auf der Konfigurationsoberfläche lassen sich jedoch einzelne Ordner vom automatischen Zurücksetzen ausschließen.
Vergrößern Time Freeze schützt nur die Windows-Systempartition; auf der Konfigurationsoberfläche lassen sich jedoch einzelne Ordner vom automatischen Zurücksetzen ausschließen.

Wie bei Reboot Restore Rx gelten die Einstellungen für alle Benutzerkonten, bei Time Freeze lassen sich jedoch Verzeichnisse und einzelne Dateien auch auf der zu schützenden Systempartition vom Zurücksetzen ausnehmen. Weitere Partitionen werden ohnehin nicht vom Änderungsschutz erfasst.

Instant Recovery im Computeralltag – und ein Fazit

Da sich beide Programme mit Administratorrechen ausschalten, umkonfigurieren und deinstallieren lassen, stellen Sie sicher, dass sich alle übrigen PC-Benutzer nur mit eingeschränkten Rechten einloggen können.

Wie Sie die Instant Recovery Tools so konfigurieren, dass das automatische Zurücksetzen beim Hochfahren keine neuen persönlichen Dokumente, Fotos und ähnliches überschreibt und löscht, wissen Sie bereits aus den vorangegangenen Abschnitten: bei Reboot Restore Rx über die Auswahl der Partitionen, bei Time Freeze über definierte Verzeichnisse sowie ebenfalls über eine zweite Partition. 

Ziel und Zweck der Instant Recovery Tools ist, immer mit dem einmal gespeicherten optimalen Systemzustand zu arbeiten. Doch genau dieser ändert sich permanent, unter anderem durch Updates von Betriebssystem, Virenscanner und Software, durch die Installation neuer Programme und durch gewünschte Einstellungsänderungen. Mindestens einmal wöchentlich sowie nach bewussten Eingriffen empfiehlt es sich deshalb, die Schutzfunktion auszuschalten, die gewünschten Systemänderungen durchzuführen, und dann Reboot Restore Rx beziehungsweise Time Freeze wieder zu aktivieren. Danach startet der Rechner immer mit dem zuletzt aktualisierten System.

Da beide Instant Recovery Tools jeweils nur ein Startprofil speichern, empfiehlt es sich zusätzlich, die komplette Windows-Partition mit Aomei Backupper oder Paragon Backup & Recovery Free  zu sichern – falls gewünscht, auch mehrere Konfigurationen.

Windows-Updates, neu installierte Programme und Ähnliches lassen sich gezielt in den Wiederherstellungszustand der Instant Recovery Tools integrieren.
Vergrößern Windows-Updates, neu installierte Programme und Ähnliches lassen sich gezielt in den Wiederherstellungszustand der Instant Recovery Tools integrieren.

Fazit

Reboot Restore Rx und Time Freeze eignen sich hervorragend für jeden Tag, weil die Tools den PC ohne großen Aufwand perfekt starten. Die dauerhaft gespeicherte Partitionssicherung, das Backup wichtiger Daten und den Virenscanner können und sollten sie nicht ersetzen. Erfreulich ist, dass die Geschwindigkeit der virtualisierten Systeme auf unseren Mittelklasse- Test-PCs (Intel-CPU i5 7400 und AMD-CPU Ryzen 5 3400G) im normalen PC-Alltag nicht merklich leidet. 

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