1556706

Windows auf der SSD: Neuinstallation ist vorteilhaft

23.08.2012 | 11:20 Uhr | David Wolski

Alle Windows-Betriebssysteme ab Vista mit einer SSD zurecht und bringen auch von sich aus einen passenden Treiber für den das Advanced Host Controller Interface (AHCI) des SATA-Controllers mit. AHCI ermöglicht das Zusammenspiel zwischen Betriebssystem und Controller per Treiber. Beim Einsatz einer SSD bedeutet dies, das Windows das Speichermedium über Native Command Queuing (NCQ) anspricht, das die Reihenfolge Schreibbefehle dem Festplattencontroller überlässt. Das Resultat ist eine bessere Schreibrate bei SATA-Laufwerken, die um einige Prozent höher liegt, als ohne AHCI. Windows XP bringt dafür keine eigenen Treiber und wer es aus nostalgischen Gründen noch einsetzt, hat einen triftigen Grund, gleich auf Windows 7 oder 8 umzusteigen. Zumal Windows ab Version 7 auch die automatische Speicherbereinigung des SSD via Trim beherrscht. Vista kennt Trim noch nicht und muss sich stattdessen auf die Eigenintelligenz des SSD-Controllers verlassen.
 
Eine frische Installation von Windows in Version 7 oder demnächst 8 ist beim Umstieg auf eine SSD generell empfehlenswert. Damit entfällt der nicht ganz einfache Umzug des Betriebssystems mit Image-Programmen wie Acronis True Image Home oder Clonezilla . Was diese Aufgabe schwierig macht: Die Zielpartition auf einer SSD ist meist deutlich kleiner, als die Ursprungspartition auf der bisherigen Festplatte. Bei diesem Weg ist also immer eine Verkleinerung des Systempartition nötig. Dazu müssen zunächst Programm de-installiert und Daten gelöscht werden, was zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Schematische Darstellung des Alignment von Partitionen auf einer SSD
Vergrößern Schematische Darstellung des Alignment von Partitionen auf einer SSD
© David Wolski

Bei einer Neuinstallation erkennen Windows Vista, 7 und 8 selbstständig, ob es sich beim Datenträger um eine SSD handelt und installieren den AHCI-Treiber automatisch. Achten Sie vor Installationsbeginn nur darauf, dass im BIOS des PC oder Notebook die richtige Modus für den SATA-Controller aktiviert ist: In den meisten Fällen muss hier "AHCI" eingestellt sein, bei einigen Mainboards heißt der Modus aber auch "RAID" oder schlicht "Enhanced“. Windows 7 und 8 setzen außerdem gleich passende Leistungsoptionen und schalten überflüssige Funktionen wie Ready Boost, Prefetch, SuperFetch, Hintergrund-Defragmentierung Boot-Defragmentierung ab. Diese Methoden sind nur beim Betrieb auf einer langsamen Festplatte nützlich und bringen bei SSDs gar nichts.

Ein weiterer Grund, warum die Neuinstallation gegenüber eines Umzugs vorteilhaft ist, liegt beim "Partition Alignment" also bei der Ausrichtung der neu angelegten Partitionen auf der SSD. Partitionen werden bei Festplatten an Sektoren ausgerichtet und mit einer für Festplatten passenden Blockgröße versehen. SSDs arbeiten aber mit Speicherseiten (Pages). Wenn die Partitionsausrichtung nicht von Anfang an optimal gewählt wird, kommt es in ungünstigen Fällen dazu, dass ein Dateisystem-Block über eine Speicherseite der SSD hinausgeht. Ein Block belegt dann mehr Speicherseiten als nötig und die Performance leidet deutlich. Windows XP leidet bei SSDs unter dieser falschen Ausrichtung und auch beim Klonen von Festplatten kann es dazu kommen.

AS SSD: Das Freeware-Programm kann die Alignierung der Partitionen überprüfen, hier grün und mit „OK“ markiert. Das Alignment ist optimal.
Vergrößern AS SSD: Das Freeware-Programm kann die Alignierung der Partitionen überprüfen, hier grün und mit „OK“ markiert. Das Alignment ist optimal.

Bei einer Neu-Installation von Windows Vista,7 und 8 mit einer frischen Partitionieren tritt das Problem allerdings nicht auf. Um das Partition Alignment auf einem bestehenden System zu überprüfen, dient das Benchmarkprogramm AS SSD . Die deutschsprachige Freeware bietet die wichtigsten Informationen auf einen Blick: In der Spalte links oben zeigt das Programm unter der Seriennummer der SSD und dem verwendeten Treiber auch das Alignment an. Wenn der Wert grün und mit dem Zusatz "OK" ist, dann passt das Alignment. Rot und der Zusatz "BAD" bedeutet, dass die Partitionen nicht passend auf der SSD ausgerichtet sind.

PC-WELT Marktplatz

1556706