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Windows-Update: Die Tücken beim Windows-Support

15.08.2020 | 08:03 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Microsoft gelingt es nur selten, Windows-Updates oder Versions-Upgrades problemlos und ohne Fehler auszuliefern. Unser Ratgeber informiert über Grundsätzliches sowie die Tücken beim Support und hilft, wenn das Aktualisieren des Betriebssystems hakt.

Selbst wenn das Windows-Update auf dem eigenen PC jahrelang funktioniert hat, können ganz plötzlich Probleme auftauchen. Unter Umständen führt dies sogar dazu, dass das Betriebssystem beim ausdrücklichem Suchen nach Updates zwar „Sie sind auf dem neuesten Stand“ meldet, tatsächlich jedoch sicherheitskritische Patches fehlen. Deshalb kommt man nicht umhin, sich mit dem Windows-Support und möglichen Schwierigkeiten zu beschäftigen. Zudem ändert Microsoft ständig etwas an den Updates: Was gerade noch gültig war, ist in der nächsten Version von Windows 10 schon wieder ganz anders.

Im Idealfall aktualisiert sich Windows 10 vollautomatisch

Läuft alles nach Plan, lädt das Betriebssystem alle Updates und neuen Versionen automatisch herunter und installiert sie. Dazu gehören die regelmäßigen Aktualisierungen, die Microsoft immer am zweiten Dienstag eines jeden Monats („Patch Day“) bereitstellt, wichtige zwischenzeitliche Patches und die beiden jährlichen sogenannten Funktions-Updates. Letztere erfolgen zwar ebenfalls über das Windows-Update, tatsächlich aber stellen sie jeweils neue Versionen des Betriebssystems dar. Diese werden mit vierstelligen Nummern für das Jahr und den Monat der Fertigstellung bezeichnet: Aktuell ist derzeit die im April (04) dieses Jahres (20) fertig gestellte Version 2004, die Microsoft allerdings erst einen Monat später veröffentlichte und deshalb offiziell Mai-Update nennt. Lassen Sie sich von den unterschiedlichen Ausdrücken bitte nicht verwirren! 

Grundsätzlich also spielt Microsoft neue Versionen von Windows 10 per Update automatisch ein, aus Kapazitäts- und Supportgründen allerdings nicht auf alle Computer gleichzeitig. In der Praxis zieht sich der Prozess über mehrere Wochen, die aktive Update-Suche ändert daran zunächst nichts. Klassifiziert Microsoft Ihren Rechner als „nicht kompatibel“, können Sie das Versions-Upgrade über das Media Creation Tool  oder Microsofts Aktualisierungstool  meist trotzdem installieren.

Welche Version bei Ihnen installiert ist, erfahren Sie, indem Sie winver (für „Windows Version“) in das Suchfeld der Taskleiste eintippen und mit Enter bestätigen.

Windows 10 Version 2004: Diese Fehler verhindern das Update

Jede Windows-Version erhält nur 18 Monate lang Support 

LebensÜber das Media Creation Tool oder Microsofts Aktualisierungstool spielen Sie eine neue Version von Windows 10 auch dann ein, wenn diese über das Update wegen „Inkompabilität“ noch nicht bereitsteht.
Vergrößern LebensÜber das Media Creation Tool oder Microsofts Aktualisierungstool spielen Sie eine neue Version von Windows 10 auch dann ein, wenn diese über das Update wegen „Inkompabilität“ noch nicht bereitsteht.

Nun kommt es keineswegs darauf an, ob Sie eine neue Windows-Version sofort oder erst nach einigen Wochen aufspielen. Wichtig ist allerdings, dass Sie sie überhaupt erhalten. Denn Microsoft versorgt jede Version normalerweise nur eineinhalb Jahre lang mit Updates und Patches, danach bleiben neue Sicherheitslücken offen und der PC ist gefährdet. Während Windows XP und 7 fünf Jahre vollen und fünf weitere eingeschränkten Support erhielten, ist der Zeitraum bei Windows 10 also sehr viel kürzer.

Das stellt so lange kein Problem dar, so lange das Betriebssystem Funktions-Updates nicht verweigert. Ist dies aber der Fall, hängt der Rechner unter Umständen in einer „Update- Falle“. Der Support endet nach 18 Monaten, spätestens. Denn die Frist beginnt schon mit dem Freigabedatum der jeweiligen Version, unabhängig vom tatsächlichen Installationstermin – beim Mai-Update Ende Mai. Auch deshalb ist es wichtig, spätestens alle paar Monate einen Blick auf den Versionsstand zu werfen. Wie Sie vorgehen, wenn Windows ein Versions-Upgrade nicht ausführt, lesen Sie im Kasten am Ende des Artikels.

Entschärft hat Microsoft inzwischen immerhin die Gefahr, systematisch in diese Update-Falle ohne Sicherheitsupdates zu geraten, indem man die Installation der Funktions-Updates ein ganzes Jahr verzögerte. Wurden dort nämlich die maximal möglichen 365 Tage eingestellt, lief man abhängig vom tatsächlichen Installationszeitpunkt der laufenden Version Gefahr, dass der Support bereits endete, bevor die neue installiert wurde – schließlich hatte man ja die Verzögerung eingestellt. Die Gefahr drohte selbst beim ausdrücklichen manuellen Suchen nach Updates. Mittlerweile hat Microsoft diese Verzögerungsoption auch in Windows 10 Pro gestrichen. 

Support-Ende 2020 für weitere Software

Wie für das Betriebssystem leistet Microsoft auch für seine übrigen Programme und Tools nur für einen begrenzten Zeitraum Support. Im weiteren Verlauf dieses Jahres betrifft das Lifecycle-Ende insbesondere Office 2010, hier ist Mitte Oktober mit allen Sicherheits-Updates Schluss. Für Office 2016 beschränkt sich der Support ebenfalls ab Oktober auf Sicherheits-Updates. Details zum Support-Ende weiterer Programme für 2020 und die Folgejahre finden Sie bei Microsoft .

Windows-Lifecycle: Infos zum Support-Ende aller Versionen

Die Möglichkeit, neue Versionen von Windows 10 ein ganzes Jahr zu verzögern, hat Microsoft mittlerweile entfernt. Manche PCs erhielten zuvor teilweise keine Sicherheits-Updates.
Vergrößern Die Möglichkeit, neue Versionen von Windows 10 ein ganzes Jahr zu verzögern, hat Microsoft mittlerweile entfernt. Manche PCs erhielten zuvor teilweise keine Sicherheits-Updates.

Die weltweite Corona-Pandemie macht die Lage nun noch etwas komplizierter. Zum einen reduziert Microsoft seit Frühsommer die Zahl der nicht kritischen Sicherheits-Updates , zum zweiten hat Microsoft den Support-Schluss für die Windows-10-Version 1809 vom Mai dieses Jahres auf den November verschoben. Um Anwender und Administratoren zu entlasten, gibt es statt der normalen 18 Monate nun ausnahmsweise zwei Jahre lang Updates.

Diesen und alle übrigen Termine zum Service von Windows 10, 8/8.1 und 7 finden Sie im „ Informationsblatt zum Lebenszyklus von Windows “. Mindestens zweimal im Jahr werden die Angaben von Microsoft aktualisiert. Spätestens wenn das darin genannte Lifecycle-Datum für Ihre Windows-10-Version erreicht ist, sollten Sie gegebenenfalls die aktuelle Variante über die anfangs genannten Tools installieren.

Windows 7: Trotz Support-Ende neues Update verfügbar

Hardware über optionale Updates aktualisieren

Eine der Neuerungen der aktuellen Version 2004 (Mai-Update) von Windows 10 sind die optionalen Updates. Darüber lassen sich ähnlich wie früher unter Windows 7 nicht sicherheitskritische Aktualisierungen, aber auch neue Treiber für Komponenten und angeschlossene Geräte einspielen. Voraussetzung dafür ist, dass die Hardware-Hersteller ihre Treiber für Microsoft bereitstellen.

So geht’s: Wenn die erwartete Schaltfläche „Optionale Updates“ in der Einstellungen-App noch fehlt, tippen Sie das Begriffspaar in das Such- und Ausführen-Feld unten in der Taskleiste ein und starten die Funktion per Mausklick auf den einzigen Treffer. Nun erscheint entweder der Hinweis „Zurzeit sind keine optionalen Updates verfügbar“ oder die Liste mit den Treibern und Patches. In aller Regel können Sie sämtliche Einträge aktivieren und über die Schaltfläche „Herunterladen und installieren“ aufspielen.

Die weiteren Einstellungen im Windows-Update

Die Lifecycle-Informationen von Microsoft beinhalten das Support-Ende jeder einzelnen Version von Windows 10. Der Termin für Version 1809 wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben.
Vergrößern Die Lifecycle-Informationen von Microsoft beinhalten das Support-Ende jeder einzelnen Version von Windows 10. Der Termin für Version 1809 wurde wegen der Corona-Pandemie verschoben.

Vergleicht man die Update-Optionen mit denen früherer Windows-Versionen, sind sie im aktuellen 2004er-Build merklich ausgedünnt. So fehlt in der Pro-Variante insbesondere die Möglichkeit, die Funktions-Updates – also die neuen Versionen – um bis zu einem Jahr nach hinten zu schieben. Wenn Sie in der Einstellungen-App auf „Update und Sicherheit“ klicken, können Sie mit einem Klick auf „Updatepause für 7 Tage“ sämtliche Aktualisierungen für die folgende Woche unterbinden. Diese Update-Pause ist sinnvoll, wenn der Computer beispielsweise für den Abschluss eines wichtigen Projektes unter allen Umständen funktionieren muss oder das Notebook in den Ferien per WLAN-Hotspot auf dem Smartphone mit dem Internet verbunden wird. Die Unterbrechung können Sie jederzeit über „Update fortsetzen“ wieder außer Kraft setzen. Wünschen Sie eine zeitlich flexible Pause, stellen Sie diese über „Erweiterte Optionen –› Updates aussetzen“ zwischen einem und 35 Tagen ein.

Während diese beiden Optionen sämtliche Updates unterbinden, lassen sich über einen Workaround auch nur die großen Versions-Upgrades und weniger wichtige Updates ausschließen. Dazu klicken Sie in der Einstellungen-App auf „Netzwerk und Internet –› Eigenschaften“ und schalten den Schieberegler bei „Als getaktete Verbindung festlegen“ auf „Ein“ – egal, ob Ihr Computer per WLAN oder Ethernet-Kabel ans Internet angeschlossen ist. Kritische Updates werden so weiterhin geladen, einige andere Funktionen wie die Cloudsynchronisation sind allerdings deaktiviert oder werden nur nach Rückfrage ausgeführt.

Zu guter Letzt sei empfohlen, unter „Erweiterte Optionen“ die Funktion „Erhalten Sie Updates für andere Microsoft-Produkte ...“ einzuschalten. Dies aktualisiert zusammen mit dem Windows-Update die gegebenenfalls weiteren installierten Tools und Software von Microsoft.

Was tun, wenn das Windows-Update scheitert?

Probleme beim Windows-Updates sind keineswegs selten. Dies betrifft sowohl die regelmäßigen monatlichen Updates, Patches zwischendurch und die beiden jährlichen großen Funktions-Updates (Versions-Upgrades), die ebenfalls über das betriebssysteminterne Windows-Update erfolgen. Microsoft selbst stellt deshalb häufige Update-Fehler und Lösungen für deren Behebung ins Internet . Einen ausführlichen Ratgeber, der (fast) jedes Problem beim Windows-Update behebt, finden Sie hier .

Manche Schwierigkeit beim Aktualisieren löst sich nach wenigen Tagen quasi von ganz alleine, weil sich dahinter ein allgemeines Patch-Problem herauskristallisiert und Microsoft diesen dann zurückzieht und durch eine korrigierte Version ersetzt. In solchen Fällen hilft es, einfach etwas abzuwarten. Das erkennen Sie meist schnell, wenn Sie nach dem aufgetretenen Problem googeln und dabei feststellen, dass Sie mit Ihrer Frage damit nicht alleine dastehen.

Unterschiedliche Fälle, jedoch das gleiche Ergebnis: Der Computer verweigert ein Windows-Update. Manchmal helfen die angezeigten Fehlercodes bei der Ursachensuche im Internet, allerdings nicht in allen Fällen.
Vergrößern Unterschiedliche Fälle, jedoch das gleiche Ergebnis: Der Computer verweigert ein Windows-Update. Manchmal helfen die angezeigten Fehlercodes bei der Ursachensuche im Internet, allerdings nicht in allen Fällen.

Mitunter aber treten jedoch auch unerwartete Probleme auf, so zuletzt auf einem Rechner des Autors beim Mai-Update, also beim Aktualisieren auf die aktuelle Version 2004 von Windows 10. Vor dem Hintergrund, dass der PC sich zuvor jeweils völlig problemlos auf die Versionen 1803, 1809, 1903 und 1909 updaten ließ, erschließt es sich nicht gleich, weshalb er sich beim jüngsten Version-Update hartnäckig weigert – und zwar über das Media Creation Tool , über Microsofts Aktualisierungstool  und das im Betriebssystem integrierte Windows-Update. Bei der Ursachensuche fiel der Verdacht auch auf die Steuerpartitionen, also die Bereiche der Festplatte, die dem Systemlaufwerk mit „c:“ als Laufwerksbuchstaben vorgelagert sind.

Was wegen des problemlosen Aufspielens der früheren Versions-Updates zunächst nur ein Verdacht war, erwies sich dann tatsächlich als Ursache des Problems: Eine EFI-Systempartition im Dateisystem FAT32 mit 100 MByte war zu klein, nach dem Verdoppeln des Platzes ließ sich die neue Windows-Version gleich aufspielen. Weil Größe, Struktur und Zahl der vorgelagerten Partitionen sowohl vom Partitionsschema (MBR oder GPT), von den Bios-/Uefi-Einstellungen als auch davon abhängig sind, ob der Computer bereits ab Werk mit Windows 10 lief oder erst später aktualisiert wurde, können wir keine allgemein gültigen Partitionseinstellungen nennen.

Wichtig ist, keine der vorhandenen Steuerpartitionen zu löschen, sondern sie zu vergrößern, indem Sie die Systempartition mit Minitool Partition Wizard  zunächst geringfügig verkleinern und dann ans Ende des Datenträgers verschieben, so dass der freie Platz am Anfang zum Vergrößern zur Verfügung steht. Nicht immer hilfreich sind die Fehlercodes, die Windows bei fehlgeschlagenen Updates generiert, wenn Sie sie für die Ursachensuche im Internet nutzen. Verweigert Windows 10 ein Update wegen einer bestimmten Software oder Hardware-Komponente, wird diese meist genannt.

Wegen der nur 100 MByte großen EFI-Systempartition (oben) verweigerte der Computer im Beispiel die Windows-Aktualisierung auf Version 2004. Neuer Platz (unten) löste nach dem Vergrößern der Partition das Problem.
Vergrößern Wegen der nur 100 MByte großen EFI-Systempartition (oben) verweigerte der Computer im Beispiel die Windows-Aktualisierung auf Version 2004. Neuer Platz (unten) löste nach dem Vergrößern der Partition das Problem.

Zwei Tipps zum Schluss: Geben Sie nicht gleich auf und installieren Windows 10 neu, wenn Sie zunächst keine Lösung für ein Update-Problem haben. Das Aktualisieren muss meist ja nicht sofort erfolgen, vielleicht kommt Ihnen der richtige Gedanke nach einigen Tagen oder Wochen.

Vermeiden Sie zweitens vermeintliche „Reparaturtools“, die schnelle Abhilfe bei individuellen Problemen versprechen. Geschäftemacher versuchen so immer wieder, Anwendern in ihrer Not Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne tatsächlich zu helfen.

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► Alle Infos zum nachlesen:
www.pcwelt.de/2521816

► Alternative: Acer Nitro 5:
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