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Perfekt Dateien & Ordner organisieren - so klappt's

Zehntausende Dateien auf dem PC sind keine Seltenheit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Daten organisieren, damit Sie das Gesuchte sofort finden, wichtige persönliche Dokumente geschützt sind und der Rechner flott läuft.

Denken Sie bitte kurz ans eigene Zuhause und stellen Sie sich vor, Sie würden Ihre Anziehsachen, das Geschirr, Besteck, Wäsche und wichtige Unterlagen überall verstreut aufbewahren! Die Folge wäre das totale Chaos, und Sie müssten ziemlich graben, um etwas Bestimmtes zu finden.

Wie in den eigenen vier Wänden ist auch auf dem PC eine gewisse Ordnung sinnvoll, damit Sie im Moment benötigte Dateien schnell zu Hand haben. Darüber hinaus sorgen Sie mit der richtigen Organisation Ihrer Daten dafür, dass sich der Rechner einfacher warten lässt und schneller läuft. Wenn Windows und sämtliche Software auf einer Partition der Festplatte liegen, Ihre persönlichen Dateien und Nutzdaten aber auf einer anderen, können Sie den Systembereich einfacher schlank, sauber und schnell halten. Das ist wie zu Hause: Wenn alles irgendwo herumliegt, ist auch das Saubermachen schwierig.

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Unterschiedliche Arten von Daten: Software und Persönliches

Zwei Arten von Daten gilt es zu differenzieren: persönliche und „unpersönliche“. Beide Datentypen unterscheiden sich fundamental in Bezug auf ihre Herkunft und Bedeutung und damit auf die Handhabung. Während Sie Betriebssystem und installierte Software falls erforderlich jederzeit wiederbekommen – dabei helfen im Fall eines Falls Windows ISO Downloader und License Crawler   –, ist dies bei Ihren Fotos, Dokumenten, erstellten Arbeiten, Mails und so weiter anders. Diese Inhalte besitzen nur Sie, und so obliegt es auch Ihrer Verantwortung, sie durch regelmäßige Backups vor Verlust zu schützen. Nachdem Ihre persönlichen Daten keinesfalls durch irgendwelche Tuning-, Aufräum-oder Wiederherstellungsmaßnahmen zurückgesetzt oder gar gelöscht werden dürfen, hat sich die Trennung beider Datenarten auf zwei unterschiedliche Partitionen bewährt.

Ist Ihr Rechner mit einer schnellen SSD und zusätzlich mit einer großen Magnetfestplatte ausgestattet, ist die Sache einfach: Windows und Software installieren Sie auf den Flash-Datenträger, alles andere kommt auf die HDD. Standardmäßig speichern viele Programme erstellte Dateien in den üblichen Windows-Bibliotheken. So wandern Fotos automatisch in die Bilder-Bibliothek, Word-und andere Textdateien in die Dokumente-Bibliothek und so weiter. Als physikalischen Speicherort der Bibliotheken wählt Microsoft jedoch stets die Windows-Partition (C:) – da aber möchten Sie Ihre persönlichen Daten ja gerade nicht ablegen, sondern von Windows trennen.

Von Windows-Bibliotheken und Festplattenpartitionen

Über die Eigenschaften im Kontextmenü der Windows-Bibliotheken verschieben Sie die standardisierten Speicherverzeichnisse Ihrer persönlichen Daten auf eine andere Festplatte beziehungsweise Partition.
Vergrößern Über die Eigenschaften im Kontextmenü der Windows-Bibliotheken verschieben Sie die standardisierten Speicherverzeichnisse Ihrer persönlichen Daten auf eine andere Festplatte beziehungsweise Partition.

Um den Speicherort der Bibliotheken in Windows 10 zu ändern, klicken Sie im Windows-Explorer mit der rechten Maustaste auf eine dieser Bibliotheken – zum Beispiel „Bilder“ – und wählen im Kontextmenü die „Eigenschaften“. Falls die Bibliotheken in Ihrem Dateimanager weder unter „Schnellzugriff“ noch unter „Bibliotheken“ erscheinen, klicken Sie mit der rechten Maustaste links auf die Übersichtsleiste und wählen „Bibliotheken anzeigen“.

Sind Sie nun in den „Eigenschaften“ etwa der Bilder-Bibliothek, wechseln Sie ins Register „Pfad“, drücken auf „Verschieben“ und wählen auf der Festplatte für Ihre Dateien über „Eigene Dateien –› Bilder –› Ordner auswählen –› Übernehmen –› Ja –› OK“ ein neues Verzeichnis (das Sie zuvor erstellt haben). Genauso verfahren Sie bei den weiteren Bibliotheken. Während sich in der Explorer-Ansicht gar nichts ändert, werden von nun an die meisten Nutzdaten automatisch auf der Daten-HDD gespeichert.

Verfügt Ihr Rechner nicht über getrennte SSD-und HDD-Datenträger, gehen Sie mittels zweier Partitionen auf der herkömmlichen Festplatte – „C:“ für Windows und Software, „D:“ für Ihre Daten – prinzipiell genauso vor. Nur müssen Sie vor dem Verschieben der Bibliotheken erst eine zweite Partition erstellen. Das erledigen Sie entweder über die Windows-eigene „Datenträgerverwaltung“ oder bequemer mit Minitool Partition Wizard . Darin markieren Sie die Windows-Partition und verkleinern über „Move/Resize Partition –› OK –› Apply –› Yes –› Restart Now“ zunächst die C-Partition. Anschließend erstellen Sie mit einem Rechtsklick auf den neuen, noch nicht partitionierten Festplattenbereich und über „Create –› OK –› Apply –› Yes“ die neue Datenpartition. Danach verschieben Sie die Windows-Bibliotheken wie beschrieben.

Tipp: SSD und Festplatte beschleunigen - so geht's

Bibliotheken organisieren, Speicherfresser und Dubletten aufspüren

Das Erstellen einer neuen Datenpartition sieht zwar etwas kompliziert aus, ist mit Minitool Partition Wizard (auf Heft-DVD) aber einfach und schnell erledigt. Die Software arbeitet sehr zuverlässig.
Vergrößern Das Erstellen einer neuen Datenpartition sieht zwar etwas kompliziert aus, ist mit Minitool Partition Wizard (auf Heft-DVD) aber einfach und schnell erledigt. Die Software arbeitet sehr zuverlässig.

Ihre persönlichen Daten, die Windows automatisch in seinen Bibliotheken gespeichert hat beziehungsweise speichert, haben Sie nun auf der Daten-Partition zusammengefasst. Doch die Bibliotheken sind mehr: nämlich „virtuelle Ordner“, in denen Sie beliebige Verzeichnisse zusammenführen, unabhängig davon, wo die Daten tatsächlich gespeichert sind. Um einen weiteren Ordner mit persönlichen Daten in eine Bibliothek aufzunehmen, klicken Sie diesen im Windows-Explorer mit der rechten Maustaste an und wählen im Kontextmenü „In Bibliothek aufnehmen“. Nun können Sie die passende Bibliothek auswählen, für Fotos natürlich „Bilder“.

Tipp: Auf diese Weise können Sie auch Verzeichnisse auf externen USB-Datenträgern oder Netzwerkfestplatten (NAS), die nicht permanent angeschlossen oder eingeschaltet sind, in die Windows-Bibliotheken aufnehmen. Verfügbar sind die Inhalte natürlich nur dann, wenn Windows tatsächlich auf diesen externen Datenträger zugreifen kann, dann aber stehen diese Dateien über die Bibliotheken sofort bereit.

Ordnung lässt sich so natürlich nur in die Daten bringen, von denen man weiß – doch perfekte Ordnung hält eben nicht jeder, und das gilt insbesondere für doppelt vorhandene Inhalte. Solche Dubletten beseitigen Sie mit Alldup : Auf der Programmoberfläche markieren Sie die zu durchsuchendenden Partitionen und/oder Verzeichnisse und klicken auf „Suche starten“. Nachdem Alldup die Datenträger durchsucht und die mehrfachen Daten aufgelistet hat, markieren Sie die Inhalte, die gelöscht werden sollen und klicken links oben auf den „Dateimanager“. Dieser stellt diverse Optionen zum Löschen, Verschieben und Umbenennen zur Verfügung.

Sinnvoll ist hier auch Advanced Renamer : Das Tool bringt Ordnung in Ihre Daten und beseitigt gerade bei Fotos und Musikdateien Namenskollisionen. Eine weitere Organisationshilfe stellt Windirstat  dar: Die Software findet schnell die größten Platzfresser auf der Festplatte. Das Tool Should I remove it  schließlich scannt die installierten Programme und gibt Empfehlungen, was gelöscht werden kann.

Große Dateien gratis in der Cloud

Die Cloudspeicher von Dropbox, Google, Microsoft & Co. stellen stets nur wenige GByte kostenlosen Speicherplatz zur Verfügung: Zwei, fünf, zehn oder maximal 15 GByte können aber für große Datenmengen zu wenig sein. Statt den Onlineplatz kostenpflichtig aufzustocken, verwenden Sie Cloudevo . Zum einen verschlüsselt das Tool Ihre Daten vor dem Hochladen, zum zweiten bietet es einen zentralen Zugriff auf mehrere (kostenlose) Cloudspeicher. Weil Cloudevo die Daten dabei automatisch auf die Onlinedienste verteilt, können Sie damit solche Datenmengen und sogar Einzeldateien online speichern, die größer sind, als jeder Dienst an Gratisplatz bietet.

Everything: Gesuchte Dateien blitzschnell auf dem PC finden

Everything  ist eine extrem schnelle Desktop-Suchmaschine, die schon beim Eingeben eines Suchbegriffs alle passenden Dateien und Ordner auflistet. Möglich ist dies, weil das Tool die Dateien auf der Festplatte bereits im Hintergrund automatisch indiziert hat.

So geht’s: Nachdem Sie bei der Installation von Everything alle Voreinstellungen übernommen und einen Moment für die Indizierung abgewartet haben, probieren Sie die neue Suche gleich aus. Dazu tippen Sie einen Begriff in das Suchfeld oben ein. Voreingestellt ist die Suche nach allen Dateiarten, über den „Suchen“-Eintrag oben in der Menüleiste können Sie aber Filter setzen, beispielsweise „Audio“ oder „Ausführbare Dateien“. Hier finden Sie auch weitere Optionen wie „Groß-und Kleinschreibung beachten“, „Ganzes Wort beachten“ und die „Erweiterte Suche“.

Wichtig: Everything durchsucht standardmäßig nur die fest eingebauten Laufwerke. Ein externes USB-Laufwerk beziehen Sie ein, indem Sie dieses anschließen und auf der Programmoberfläche auf „Extras –› Einstellungen –› NTFS-Laufwerke“ klicken. Markieren Sie in der Laufwerksliste in der Mitte Ihren USB-Datenträger, und aktivieren Sie darunter die Option „Laufwerk in Datenbank einschließen –› Übernehmen –› OK“. Sofern der USB-Datenträger künftig eingesteckt ist, wird dieser bei der Dateisuche berücksichtigt. Ebenso lassen sich Netzwerkfestplatten über „Extras –› Einstellungen –› Ordner –› Hinzufügen“ in die Suche integrieren.

Hinweis: Everything durchsucht nur NTFS-formatierte Laufwerke, das De-facto-Format von SSDs und HDDs. Falls einer Ihrer Datenträger mit FAT/FAT32 formatiert ist, rufen Sie mitcmd in der Such-/Ausführenzeile von Windows die Eingabeaufforderung auf, tippen darin den Befehlconvert X: /fs:ntfs ein – wobei Sie statt „X“ bitte den betreffenden Laufwerksbuchstaben setzen– und starten die datenverlustfreie Konvertierung in NTFS mit der Eingabetaste.

Desktopsuche von Windows 10 durchsucht auch die Dateiinhalte

Bei den auf diesem Rechner laufenden Programmen ist alles im grünen Bereich. Das Tool ?Should I remove it? beurteilt, welche der auf dem PC installierte Software überflüssig ist und deshalb entfernt werden kann.
Vergrößern Bei den auf diesem Rechner laufenden Programmen ist alles im grünen Bereich. Das Tool ?Should I remove it? beurteilt, welche der auf dem PC installierte Software überflüssig ist und deshalb entfernt werden kann.

Ein Manko hat das schnelle Tool dann aber doch, es durchsucht keine Textinhalte. Wenn Sie sich nur an einen bestimmten, in einem Text enthaltenen Begriff erinnern, hilft Everything nicht weiter. In diesem Fall greifen Sie auf die Windows-eigene Suche zurück, die Sie aber noch anpassen müssen.

Dazu tippen Sie im Suchfeld von Windows 10 als BegriffIndizierung ein, klicken dann auf die „Indizierungsoptionen –› Ändern“. Hier legen Sie die Partitionen beziehungsweise Verzeichnisse fest, die Windows indizieren soll, und bestätigen durch Drücken der Schaltfläche „OK“.

Nach Anklicken von „Erweitert“ wechseln Sie ins Register „Dateitypen“ und aktivieren dort die Option „Eigenschaften und Dateiinhalte indizieren –› „OK“. Der folgende Indexaufbau dauert in aller Regel einige Zeit, erst dann erscheint der Hinweis „Die Indizierung wurde abgeschlossen“. Wenn Sie nun unten links in das Windows-Suchfenster einen Begriff eintippen, der sich auf einen Dateiinhalt bezieht, listet Windows nun auch diese Datei auf. Gegebenenfalls klicken Sie noch oben in der Mitte des Such-und Trefferfensters auf das Blattsymbol (für „Dokumente“) oder treffen über „Filter“ rechts die passende Suchauswahl.

Daten-und System-Backup

Ein regelmäßiges Backup Ihrer persönlichen Daten ist wichtig, weil Sie sie bei Verlust sonst kaum ersetzen können. Backups etwa mit Aomei Backupper  auf eine externe USB-Festplatte, die Sie nur dafür anschließen, sind einfach.

Persönliche Daten: Auf der Programmoberfläche klicken Sie auf „Backup –› Dateisicherung –› Ordner –› Browsen“. Wählen Sie das erste zu sichernde Verzeichnis aus, bestätigen Sie mit „OK“ und fügen Sie gegebenenfalls weitere Ordner oder Bibliotheken hinzu. Im Feld „Auftragsname“ benennen Sie das Backup, beispielsweise mit „Backup persönliche Daten“. Das Speichermedium legen Sie hinter „2“ fest, am besten die angesteckte USB-Festplatte. Wenn Sie dieser Empfehlung folgen, klicken Sie ohne Definition eines Zeitplans direkt auf „Starten –› Systemintegrität … überprüfen“. Sobald die erste Vollsicherung ausgeführt ist, klicken Sie auf „Fertig“ und entfernen den USB-Datenträger. Nach spätestens einer Woche stecken Sie die USB-Festplatte wieder an, starten Aomei Backupper und klicken im „Home“-Bereich unter Ihrem Sicherungsauftrag auf „Backup –› Inkrementelles Backup –› Starten –› Systemintegrität … überprüfen“. So werden nur neue oder geänderte Daten ergänzt.

Systemsicherung: Die komplette Windows-und Programmpartition sichern Sie über „Backup –› Systemsicherung“. Mithilfe eines Images können Sie Ihr System mitsamt allen Einstellungen schnell in den gesicherten Zustand zurücksetzen. Wichtig: Beim Zurücksetzen werden sämtliche Daten dieser Partition überschrieben – deshalb sind getrennte Partitionen für Windows und Software einerseits und persönlichen Daten andererseits so wichtig. Details zu Aomei Backupper .

Die Themen in Tech-up Weekly #117: AMD bestätigt Sicherheitslücken in AMD-CPUs +++ So viel verdienen Streamer auf Twitch +++ SSD mit 100 TB! +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche

► AMD bestätigt Schwachstellen in aktuellen CPUs: www.pcwelt.de/a/amd-bestaetigt-schwachstellen-in-aktuellen-cpus,3450172
► Twitch-Star verdient 560.000 US-Dollar im Monat: www.pcwelt.de/a/twitch-star-verdient-560-000-us-dollar-im-monat,3450150
► Data ExaDrive DC100 von Nimbus ist die weltgrößte SSD mit 100 TB: www.pcwelt.de/a/data-exadrive-dc100-von-nimbus-ist-die-weltgroesste-ssd-mit-100-tb,3438729

Quicknews:

► Windows 10 RS5: Mail-Edge-Zwang sorgt für Ärger: www.pcwelt.de/a/windows-10-rs5-mail-edge-zwang-sorgt-fuer-aerger,3450127
► Selbstfahrendes Uber-Auto verursacht tödlichen Unfall: www.pcwelt.de/a/selbstfahrendes-uber-auto-verursacht-toedlichen-unfall,3450140
► Whatsapp-Gründer empfiehlt: "Löscht euer Facebook-Konto": www.pcwelt.de/a/whatsapp-gruender-empfiehlt-loescht-euer-facebook-konto,3450166
► Daten zu AMD Ryzen 7 2700X und Ryzen 5 2600 geleakt: www.pcwelt.de/a/daten-zu-amd-ryzen-7-2700x-und-ryzen-5-2600-geleakt,3450137
► Ataribox: Neuer Name und Vorbestellungstermin: www.pcwelt.de/a/ataribox-neuer-name-und-vorbestellungstermin,3450157
► HTC Vive Pro: Erscheint am 5. April für 880 Euro: www.pcwelt.de/a/htc-vive-pro-erscheint-am-5-april-fuer-880-euro,3450139

Fail der Woche:

► Forschung: Titan V von Nvidia verrechnet sich: www.pcwelt.de/a/forschung-titan-v-von-nvidia-verrechnet-sich,3450182

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