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Per Windows Update-Stick neue Versionen schnell installieren

19.07.2017 | 08:35 Uhr |

Regelmäßige Windows-Updates sind für die Sicherheit nötig, aber aufwendig. Mit einem angepassten Setup-Medium geht die Neuinstallation deutlich schneller – vor allem bei mehreren Rechnern im Heimnetz.

Microsoft entwickelt Windows 10 fortlaufend weiter. Das letzte große Update für alle Nutzer gab es im April 2017 („Creators Update“, Version 1703, Build 15063.296). Das nächste Update - Fall Creators Update -  mit neuen Funktionen soll zu Herbstende 2017 erscheinen.

Sie sind nicht gezwungen, jedes Update mitzumachen. Wer sich nicht mit den Neuerungen beschäftigen möchte, kann ein Update auch verweigern. Allerdings nur eine bestimmte Zeit lang. Denn Microsoft versorgt eine Version von Windows 10 etwa 12 Monate lang mit Sicherheitsupdates. Für die ursprüngliche Version 1507 (Build 10240) ist der Support bereits im Mai 2017 abgelaufen. Doch angesichts der Bedrohungen durch Schadsoftware sollten Sie Sicherheitsupdates regelmäßig installieren und daher besser die jeweils aktuellste Windows-Version verwenden.

Wer über eine schnelle Internetverbindung verfügt und alle Updates automatisch über sich ergehen lässt, muss sich weiter keine Gedanken machen. Sind jedoch mehrere PCs mit Updates zu versorgen oder steht ab und zu eine Neuinstallation an, kostet es Zeit und Mühe, die Updates herunterzuladen und zu installieren. Microsoft bietet inzwischen zwar immerhin teilweise aktualisierte Installationsmedien an, allerdings nur für die jeweils neueste Version. Eine Neuinstallation geht schneller, wenn Sie Windows-Updates selbst in das Installationsmedium integrieren. Außerdem ist die Installation sicherer, weil Sie gleich mit allen Aktualisierungen starten und nicht erst online gehen müssen, um Updates herunterzuladen. Ein individuelles Setup-Medium lässt sich außerdem mit den nötigen Treibern ausstatten. Eine saubere Neuinstallation lohnt sich auch bei Notebooks, die der Hersteller mit vielen unnötigen Beigaben bestückt hat.

Siehe auch: Das Windows 10 Anniversary Update im Überblick

1. Download-Quellen für Windows-Installationsmedien

Auf neuen PCs oder Notebooks ist Windows 10 vorinstalliert, eine Installations-DVD liefern die Hersteller in der Regel nicht mit. Das ist aber kein Problem, weil Microsoft die ISO-Dateien der Installations-DVD kostenlos zum Download anbietet. Die ISO-Datei eignet sich für das Update einer älteren Version von Windows 10. Der offizielle Download der Windows-10-ISO-Datei führt über das Media Creation Tool . Die ISO-Datei können Sie auf der Festplatte speichern und dann etwa per Doppelklick als virtuelles Laufwerk in das Dateisystem einbinden. Starten Sie davon dann die Setup-Datei.

Offizielle ISO-Dateien: Über das Media Creation Tool laden Sie ISOs von Windows 10 herunter, die sich für eine Neuinstallation oder ein Update eignen.
Vergrößern Offizielle ISO-Dateien: Über das Media Creation Tool laden Sie ISOs von Windows 10 herunter, die sich für eine Neuinstallation oder ein Update eignen.

Für eine Neuinstallation können Sie aus der ISO-Datei auch einen bootfähigen USB-Stick erstellen oder eine DVD brennen.

Microsoft bietet ISO-Dateien von aktuellen und älteren Versionen sowie die Windows-Insider-Builds auch zum direkten Download an. Allerdings sind die Downloads gut versteckt und kaum zu finden. Hier hilft das Tool Windows ISO Downloader weiter. Es stellt die passenden Download-Webseiten von Microsoft in einem Fenster dar. Wählen Sie die Option „Windows 10“. Unter „Editionsauswahl“ stellen Sie „Windows 10 Home/Pro“ ein und klicken auf „Bestätigen“. Stellen Sie unter „Produktsprache auswählen“ als Sprache „Deutsch“ ein und klicken Sie auf „Bestätigen“. Danach sehen Sie Schaltflächen, die zum Download der 32- oder 64-Bit-Version führen.

Windows ISO Downloader ermöglicht außerdem den Download von Insider-Vorabversionen (Option: „Insider Preview“), Windows 8.1 und Office 2013 sowie 2016. Bei den Insider-Vorabversionen handelt es sich um unfertige Software für Tester und technisch Interessierte. Diese Versionen sind daher nicht für produktiv genutzte Rechner geeignet. Sie können aber neuere Versionen parallel zu älteren auf dem gleichen PC installieren und Tests dann ohne Risiko durchführen. Dazu müssen Sie nicht am Insider-Programm teilnehmen, erhalten dann aber auch keine neuen Vorabversionen. Um das zu ändern, rufen Sie die „Einstellungen“ über die Tastenkombination Win-I auf und gehen auf „Updates und Sicherheit -> Windows-Insider-Programm“. Klicken Sie auf „Microsoft Konto verknüpfen“, und melden Sie sich mit Ihrem Microsoft-Konto an.

Noch mehr Downloads: Windows ISO Downloader bietet ebenfalls offizielle Windows-10-ISOs an, ermöglicht aber auch den Download von aktuellen Insider-Builds.
Vergrößern Noch mehr Downloads: Windows ISO Downloader bietet ebenfalls offizielle Windows-10-ISOs an, ermöglicht aber auch den Download von aktuellen Insider-Builds.

2. USB-Stick für die Windows-Installation vorbereiten

Wenn Sie Windows ISO Downloader genutzt haben, verwenden Sie das Tool Rufus , um einen bootfähigen USB-Stick zu erzeugen. Wählen Sie in Rufus Ihren USB-Stick unter „Ziellaufwerk“ aus. Hinter „Startfähige Laufwerk erstellen mit“, geben Sie „ISO-Abbild“ an und über die Schaltfläche rechts daneben wählen Sie die gewünschte ISO-Datei aus. Unter „Partitionsschema und Typ des Zielsystems“ stellen Sie bei einem PC, der im Bios-Modus bootet, „MBR Partitionsschema für BIOS oder UEFI-CSM“ ein. Windows 8.1 und 10 sind jedoch in der Regel im Uefi-Modus eingerichtet, und eine Neuinstallation muss ebenfalls in diesem Modus erfolgen. Dafür wählen Sie „MBR Partitionsschema für UEFI“. Die Einstellung „GPT Partitionsschema für UEFI“ ist ebenfalls möglich, der Inhalt des USB-Sticks lässt sich dann aber unter Windows XP nicht mehr lesen. Hinter „Dateisystem“ genügt bei einem Standard-ISO die Einstellung „FAT32“. Sollte die Datei „Install. wim“ jedoch nach der Integration von Updates und weiteren Dateien (Punkt 6) größer als 4 GB sein, wählen Sie „NTFS“. Klicken Sie zum Abschluss auf „Start“.

Setup-Stick erstellen: Das kostenlose Tool Rufus kopiert den Inhalt von ISO-Dateien zuverlässig auf einen USB-Stick und macht ihn bootfähig.
Vergrößern Setup-Stick erstellen: Das kostenlose Tool Rufus kopiert den Inhalt von ISO-Dateien zuverlässig auf einen USB-Stick und macht ihn bootfähig.

Damit der PC das Windows-Setup von einem USB-Stick starten kann, den Sie mit Rufus erstellt haben, deaktivieren Sie vorübergehend die Funktion Secure Boot. Rufen Sie das Bios/ Firmware-Setup kurz nach dem Einschalten des PCs über Tasten wie Esc, Entf (oder Del) oder F2 auf. Unter Windows 8.1 und 10 gelangen Sie in das Bios-Setup, indem Sie im Windows-Anmeldebildschirm rechts unten auf die „Ein/Aus“-Schaltfläche klicken, die Shift-Taste gedrückt halten und auf „Neu starten“ klicken. Gehen Sie dann auf „Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> UEFI-Firmwareeinstellungen“, und klicken Sie auf „Neu starten“. Die Einstellungen für Secure Boot finden Sie meist unter einem Menü wie „Bios Features“, „Boot“, „Security“ oder ähnlich. Setzen Sie die Option auf „Disabled“.

Prüfen Sie im Bios-Setup auch die Bootreihenfolge und setzen Sie das USB-Laufwerk an die erste Stelle. Bei einem Uefi-PC verwenden Sie den Eintrag mit einem vorangestellten „UEFI“. Viele PCs bieten auch ein Bootmenü, das Sie kurz nach dem Start des Rechners über Tasten wie Esc, F8 oder F11 aufrufen. Darüber lässt sich das Bootlaufwerk schnell auswählen.

3. Heruntergeladene Update-Dateien verwenden

Sie führen auf einem Windows-10-PC gerade ein Update etwa auf die Version 1703 („Creators Update“) über das automatische Windows-Update durch? Dann können Sie sich den erneuten Download sparen. Wenn Windows Sie nach dem Update-Download zum Neustart auffordert, ignorieren Sie das vorerst. Öffnen Sie den Ordner „C:\$WINDOWS.~BT“. Sie können diesen erst sehen, wenn Sie im Windows-Explorer auf „Ansicht -> Optionen“ sowie die Registerkarte „Ansicht“ gehen und die Option „Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen“ aktivieren. Kopieren Sie die Datei „C:\$WINDOWS.~BT\Sources\Install.esd“ in einen Backup-Ordner. Danach starten Sie Windows neu, um das Update abzuschließen.

ESD-Dateien verwerten: Die Batchdatei ESDtoISO konvertiert die über das automatische Windows-Update heruntergeladene ESD- in eine ISO-Datei, die sich auch für die Neuinstallation eignet.
Vergrößern ESD-Dateien verwerten: Die Batchdatei ESDtoISO konvertiert die über das automatische Windows-Update heruntergeladene ESD- in eine ISO-Datei, die sich auch für die Neuinstallation eignet.

Die archivierte „Install.esd“ können Sie als Update für einen PC mit der Vorgängerversion oder zur Neuinstallation verwenden. Damit das klappt, erzeugen Sie aus der ESD-Datei ein vollständiges Installationsmedium. Das dafür nötige Tool ist in PC-WELT Windows-Rebuilder enthalten. Entpacken Sie PC-WELT Windows-Rebuilder in einen Ordner mit kurzem Pfad und ohne Leer- und Sonderzeichen, beispielsweise nach „C:\pcwWinRebuilder“. Kopieren Sie die Datei Install.esd in den Ordner „pcwWinRebuilder\Tools\ESDtoISO“, und starten Sie ESDtoISO.cmd per Doppelklick. Bestätigen Sie die Meldung der Benutzerkontensteuerung mit „Ja“. Tippen Sie 1 ein, um eine ISO-Datei mit einer Standard-Install.wim zu erstellen. Der Vorgang dauert einige Zeit. Danach liegt die fertige ISO-Datei im Ordner „ESDtoISO“.

Neues Update-Verfahren: Bei den aktuellen Insider-Builds fehlt die große ESD-Datei (Install.esd). Dafür gibt es viele kleine Dateien, die sich mit der Batchdatei uup-converter-wimlib in ein ISO umwandeln lassen.
Vergrößern Neues Update-Verfahren: Bei den aktuellen Insider-Builds fehlt die große ESD-Datei (Install.esd). Dafür gibt es viele kleine Dateien, die sich mit der Batchdatei uup-converter-wimlib in ein ISO umwandeln lassen.

4. Insider-Updates für eine ISO-Datei verwenden

Das Windows-Update verläuft im Hintergrund etwas anders, wenn Sie eine Insider-Vorabversion verwenden. Die Update-Funktion (UUP: Unified Update Platform) legt die Dateien unterhalb des Ordners „C:\Windows\Software Distribution\Download“ ab. Darin finden Sie Ordner, die mit einer 32-stelligen ID bezeichnet sind, beispielsweise „5b2a5d5bb8f50b5311daae4c2e9552e9“. Öffnen Sie die zuletzt erstellten Ordner und finden Sie den, in dem sich mehrere CAB- und eine oder mehrere ESD-Dateien befinden. Sollten Sie das Update bereits durchgeführt haben, sind die Dateien in der Regel noch vorhanden: Sie finden sie im Ordner „C:\Windows.old\SoftwareDistribution\ Download/[ID]“. Erstellen Sie ein Backup des kompletten Ordnerinhalts, weil Windows ihn nach einiger Zeit oder spätestens beim nächsten Update automatisch löscht. Als Ziel verwenden Sie ein Verzeichnis mit einem kurzen Namen, beispielsweise „C:\UUP“. Sonst schlägt der Kopiervorgang wegen der überlangen Dateinamen fehl.

Startrampe: Über PC-WELT Windows-Rebuilder starten Sie mehrere hilfreiche Tools, beispielsweise die Update-Programme Wsus Offline und WHdownloader. Sie können damit auch ISOs entpacken und wieder zusammenbauen.
Vergrößern Startrampe: Über PC-WELT Windows-Rebuilder starten Sie mehrere hilfreiche Tools, beispielsweise die Update-Programme Wsus Offline und WHdownloader. Sie können damit auch ISOs entpacken und wieder zusammenbauen.

Um eine ISO-Datei zu erstellen, gehen Sie in den Ordner C:\pcwWinRebuilder\Tools\ESDFileConverter\Tools\uup-converter-wimlib\“. Starten Sie convert-UUP.cmd. Tippen Sie das Verzeichnis ein, in dem die Update-Dateien liegen (ohne Anführungszeichen) und bestätigen Sie mit der Enter-Taste. Tippen Sie 1 ein, um einen ISO-Datei mit einer standardmäßigen Install.wim zu erzeugen, und bestätigen Sie mit der Enter-Taste.

Egal, auf welchem Weg Sie die ISO-Datei erstellt haben, Sie können daraus eine DVD brennen oder eine Setup-Stick erstellen, wie in Punkt 2 beschrieben.

Tipp: USB-Sticks - das gibt es beim Kauf zu beachten

5. Windows-Updates und Treiber herunterladen

Windows-Updates, die nach Herausgabe einer ISO-Datei erschienen sind, lassen sich nachträglich in das Installationsmedium integrieren. Alle sicherheitsrelevanten Updates laden Sie mit Wsus Offline Update herunter. Das Tool nutzt die Funktionen des Windows-Update-Dienstes, um die passenden Updates zu ermitteln. Starten Sie das Tool über PC-WELT Windows-Rebuilder. Gehen Sie auf „Tools“ und die Registerkarte „Windows-Updates“. Klicken Sie auf „WSUS Offline starten“.

Wählen Sie auf der Registerkarte „Windows“ das gewünschte System und die Plattform. Setzen Sie zum Beispiel unter „Windows 10“ ein Häkchen bei „x64 Global (mehrsprachige Updates)“ (64 Bit). Unter „Optionen“ setzen Sie Häkchen bei den zusätzlichen Update-Paketen, etwa „Windows Defender-Definitionen einschließen“ und „C++ Laufzeitbibliotheken und .Net Frameworks einschließen“. Danach klicken Sie auf „Start“. Die Windows-Updates liegen anschließend im Verzeichnis „pcwWinRebuilder\Tools\ wsusoffline\client\w100-x64“.

Wenn Sie mehr als nur die Sicherheitsupdates integrieren wollen, verwenden Sie stattdessen das Tool WHdownloader. Sie finden es in PCWELT Windows-Rebuilder unter „Tools“ auf der Registerkarte „Windows-Updates“. Klicken Sie zuerst auf das Icon links oben. Damit laden Sie manuell gepflegte Update-Listen herunter, die Download-Adressen von Update-Dateien enthalten. Im Feld neben dem Icon wählen Sie eine Liste aus, beispielsweise „Windows 10x64“. Das Tool zeigt Ihnen die verfügbaren Updates unter „General Updates“ und „Extra Updates“ an. In der Spalte „Category“ sehen Sie, für welchen Windows-Build ein Update gedacht ist. „General/15063“ weist auf das Creators Update (Version 1703, Build 15063) hin, „General/14393“ auf Version 1607. Setzen Sie Häkchen vor die Zeilen mit den gewünschten Updates, und klicken Sie auf „Download“. Die Update-Dateien liegen dann unterhalb von „C:\pcwWinRebuilder\Tools\WHDownloader\Updates“.

Windows-Updates: Mit Wsus Offline laden Sie vor allem sicherheitsrelevante Aktualisierungen herunter, die sich ohne Internetverbindung installieren oder in ein Installationsmedium integrieren lassen.
Vergrößern Windows-Updates: Mit Wsus Offline laden Sie vor allem sicherheitsrelevante Aktualisierungen herunter, die sich ohne Internetverbindung installieren oder in ein Installationsmedium integrieren lassen.

Treiber für neue Hardware: Sie können Treiber in das Installationsmedium einbauen, die Windows noch nicht kennt, die aber für den Start des Systems erforderlich sind, beispielsweise SATA-Treiber. Es lassen sich nur Treiber in die Image-Dateien Boot.wim und Install.wim einbauen, die mit Inf- und Sys-Dateien geliefert werden. Setup-Pakete, die nur aus einer EXEDatei bestehen, eignen sich nicht. Bei passenden Treibern finden Sie auf der Download-Seite des Hardware-Herstellers meist mit den Zusatz „Preinstall driver“.

Weitere Treiber, die erst nach der Installation des Betriebssystems verfügbar sein müssen, archivieren Sie in einem eigenen Order, den Sie in das Installationsmedium integrieren (Punkt 7). Sie starten dann im neu installierten System einfach die Setup-Programme der gewünschten Treiber.

Windows 10 bietet jede Menge neue Funktionen. Einige davon hat Microsoft allerdings ziemlich gut versteckt. Zum Beispiel bietet Windows 10 nun ein Tool zum Aufzeichnen des Bildschirms, man kann ganz einfach Offline-Karten herunterladen und auch die Eingabeaufforderung hat Microsoft aufpoliert. Mehr dazu erfahren Sie in diesem Video.

6. Individuelles Installationsmedium für Windows 10

Die Free-Version von NTlite ist für die private Nutzung kostenlos und bietet die wichtigsten Funktionen für ein selbst angepasstes Setup-Medium. Für 45 Dollar können Sie die Home-Version über www.ntlite.com erwerben, die zusätzlich beispielsweise mehr Komponenten für eine schlankere Installation entfernen kann und mehr Optionen bei der Integration von Treibern bietet.

Installationsdateien aktualisieren: Geben Sie den Ordner mit den Updates an, die Sie in das Windows-Setup-Medium einbauen wollen. Sie ersparen sich damit spätere Downloads nach einer Neuinstallation.
Vergrößern Installationsdateien aktualisieren: Geben Sie den Ordner mit den Updates an, die Sie in das Windows-Setup-Medium einbauen wollen. Sie ersparen sich damit spätere Downloads nach einer Neuinstallation.

Die portable Version des Programms starten Sie über PC-WELT Windows-Rebuilder. Gehen Sie auf „Tools“, die Registerkarte „Individuelles Setup-Medium“, und klicken Sie auf „NTlite starten“. Für NTlite benötigen Sie den Inhalt der Windows-10-ISO-Datei in einem eigenen Ordner. ISO-Dateien lassen sich mit 7-Zip entpacken. Als Zielordner geben Sie beispielsweise „C:\W10Setup“ an. Wenn der Pfad zu lang ist, kann später die Bearbeitung der Dateien scheitern. Alternativ gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Vorbereitungen“. Hier wählen Sie das DVD-Laufwerk oder eine ISO-Datei aus und klicken auf „Dateien kopieren“. Die Dateien finden Sie danach im Verzeichnis „C:\pcwWinRebuilder\Files“.

Auf dem Windows-Installationsmedium sind nur zwei Dateien aus dem Verzeichnis „Sources“ für die Anpassungen wichtig. Die Datei Boot.wim enthält das Mini-Windows-System, das Sie nach dem Start des PCs vom Bootmedium begrüßt. Neben dem Setup-Programm sind darin auch Treiber für Festplattenund Netzwerkadapter enthalten. Sollte ein zusätzlicher Treiber etwa für den SATA-Adapter auf der Hauptplatine notwendig sein, müssen Sie diesen in die Boot.wim integrieren. Die Datei Install.wim beherbergt das eigentliche Windows-System, das vom Setup-Programm auf die Festplatte extrahiert wird. Die Anpassung der Windows-Konfiguration für Ihren PC erfolgt dann ab dem ersten Neustart des installierten Systems. In die Install.wim müssen Sie die gleichen Treiber integrieren wie in die Datei Boot.wim. Zusätzlich bauen Sie hier Windows-Updates ein und nehmen individuelle Anpassungen vor.

In NTlite klicken Sie auf „Hinzufügen -> Image Ordner“ und wählen den Ordner aus, in den Sie zuvor die Windows-Installationsdateien kopiert haben. Unter „Image Vorgeschichte -> Betriebssysteme | install.wim“ sehen Sie dann Einträge wie „Windows 10 Pro“ und unter „Boot/Setup | boot.wim“ tauchen „1. Microsoft Windows PE (x64)“ und „2. Microsoft Windows Setup (x64)“ auf.

Tipp: Windows Update funktioniert nicht? So kommen Sie dem Fehler auf die Spur

Treiber und Updates integrieren: Ist ein zusätzlicher SATA-Treiber nötig, klicken Sie in NTlite unter „Boot/Setup“ auf „2. Microsoft Windows Setup (x64)“ und dann auf „Laden“. Gehen Sie in der Navigation auf der linken Seite auf „Treiber“ und klicken Sie auf „Hinzufügen“. Wählen Sie den Ordner aus, in dem die Treiberdateien liegen und klicken Sie auf „Ordner hinzufügen“. Gehen Sie auf „Anwenden“, und klicken Sie auf „Start“. Bestätigen Sie in den beiden Meldungsfenstern mit „Ja“. Warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist.

Gehen Sie auf „Quelle“. Wählen Sie unter „Betriebssysteme“ den Eintrag für die Edition, die Sie verwenden möchten (Home oder Pro). Klicken Sie auf „Laden“. Sollte die Install.Wim von Windows 10 auf eine Weise komprimiert sein, die sich nicht für die Bearbeitung eignet, erscheint das Fenster „Konvertieren“. Bestätigen Sie mit „Ja“, um die Konvertierung durchzuführen. Dieser Vorgang dauert eine längere Zeit. Danach geben Sie über „Treiber“ und „Hinzufügen“ den gleichen Treiberordner an wie bei der Boot.wim.

Updates einbauen: Mit den Windows-Updates für die Install.wim verfahren Sie entsprechend. Gehen Sie auf „Aktualisierungen“, klicken Sie auf den Pfeil unter „Hinzufügen“ und auf „Ordner und Unterordner gefunden Pakete“. Wählen Sie den Ordner aus, in den Sie die Updates heruntergeladen haben (Punkt 5). Gehen Sie danach noch nicht auf „Anwenden“, sondern konfigurieren Sie weitere Anpassungen – wie in Punkt 7 beschrieben.

Mehrere Windows-Setups auf einem Stick

Mit Rufus (Punkt 2) können Sie nur jeweils eine Windows-Installation auf dem USB-Stick unterbringen. Für einen universellen Stick, über den sich – je nach Bedarf – das Creators Update, eine ältere Version von Windows 10 oder ein Insider-Build installieren lässt, benötigen Sie ein anderes Tool. Am flexibelsten geht es mit Easy2Boot, auf einfache Weise allerdings nur im Biosmodus, für den die folgende Beschreibung gilt. Auf der Webseite des Programmierers www.easy2boot.com finden Sie auch englischsprachige Beschreibungen für Uefi-PCs.

Bevor Sie das Tool verwenden, sichern Sie alle Daten auf dem USB-Stick, denn dieser muss neu formatiert werden. Entfernen Sie außerdem alle anderen USB-Laufwerke, damit nicht versehentlich das falsche Laufwerk formatiert wird. Gehen Sie in PC-WELT-Windows-Rebuilder auf „USB-Stick“, und klicken Sie auf „Easy2Boot starten“. In Easy2Boot wählen Sie den USB-Stick aus und im linken Bereich des Fensters „German (QWERTZ kbd)“. Klicken Sie auf „Make E2B drive“ und bestätigen Sie – nach Prüfung – die Meldungen auf dem Bildschirm.

Gehen Sie im Windows-Explorer in den Ordner „_ISO\Windows\Win10“ auf dem USB-Stick. In diesen kopieren Sie die ISO-Dateien der Windows-10-Installationsmedien. Geben Sie diesen jeweils eine aussagekräftige Bezeichnung, denn die Dateinamen tauchen später im Bootmenü auf. Sie können auch ISO-Dateien von Windows 7 oder 8 in die zugehörigen Verzeichnisse unterhalb von „Windows“ kopieren („Win7“ und „Win8“).

Booten Sie den Rechner vom Easy2Boot-Stick, gehen Sie auf „Windows-Installationsmenü“ und dann auf „Windows 10 installieren“. Wählen Sie die gewünschte ISO-Datei aus. Nach Auswahl der ISO-Datei zeigt das Menü noch einige Optionen für den Produktschlüssel und das unbeaufsichtigte Setup. Wählen Sie die Option 1, um keinen Produktschlüssel zu verwenden, oder 0, wenn Sie einen Schlüssel eingeben wollen.

Alternativen: Über PC-WELT-Windows-Rebuilder können Sie das Tool Yumi (Uefi) starten (unter „USBStick“), das Multiboot-Sticks auch für Uefi-PCs erstellen kann. Dazu gibt es außerdem Sardu . Mit der kostenlosen Version lässt sich aber nur ein Windows-Installer auf dem Stick unterbringen. Die Pro-Version (ab 9,90 Euro für ein Jahr) kennt diese Einschränkung nicht.

7. Weitere Anpassungen und ISO-Datei erstellen

Windows-Voreinstellungen: In der Rubrik „Konfiguration -> Benutzer“ legen Sie in NTlite beispielsweise Einstellungen für den Windows-Explorer fest. Die gelten dann bei einer Neuinstallation als Standard.
Vergrößern Windows-Voreinstellungen: In der Rubrik „Konfiguration -> Benutzer“ legen Sie in NTlite beispielsweise Einstellungen für den Windows-Explorer fest. Die gelten dann bei einer Neuinstallation als Standard.

Nach einem Klick auf „Komponenten“ in der Leiste auf der linken Seite unter „Konfigurieren“, sehen Sie eine Liste mit Windows-Bestandteilen, die Sie aus der Install.wim entfernen können. In der kostenlosen Version sind die meisten jedoch blau markiert und lassen sich nicht abwählen. Sie sollten ohnehin sehr vorsichtig mit dieser Funktion sein, denn die entfernten Komponenten lassen sich später nicht nachinstallieren – und manchmal sind die Komponenten für wichtige Windows-Funktionen erforderlich, was sich aber nur durch Ausprobieren ermitteln lässt.

Unter „Konfigurieren“ gibt es außerdem die Bereiche „Funktionen“, „Dienste“, „Lokaler Computer“ und „Benutzer“. Bei „Funktionen“ können Sie beispielsweise „Hyper-V“ aktivieren, wenn Sie die Microsoft-Virtualisierungslösung nutzen wollen (nur Windows 10 Pro). Die Funktion steht Ihnen dann gleich nach der Installation zur Verfügung.

Unter „Benutzer“ lassen sich vor allem die Einstellungen für den Windows-Explorer beeinflussen. Setzen Sie beispielsweise „Ansicht -> Erweiterungen bei bekannten Dateitypen anzeigen“ mit zwei Doppelklicks auf „Aktiviert“. Die Ansichtsoption ist dann direkt nach der Windows-Installation aktiv.

Programme und Treiberpakete einbauen: Alles, was Sie sonst noch für die DVD benötigen, kopieren Sie in den Ordner mit den Windows Setup-Dateien, in unserem Beispiel nach „C:\W10Setup“. Legen Sie ein Verzeichnis „Treiber“ an, und kopieren Sie die Setup-Pakete wichtiger Treiber hinein. Entsprechend lassen sich auch die Setups von Programmen oder portablen Tools auf der DVD unterbringen. Sie müssen dann nach einer Neuinstallation nicht erst lange danach suchen.
Setup-Medium erstellen: Nach Abschluss der Konfiguration gehen Sie auf „Anwenden“. Setzen Sie ein Häkchen vor „ISO erstellen“, geben Sie einen Zielordner, Dateinamen und eine Beschriftung an, und klicken Sie auf „Verarbeiten“. Das Programm möchte dann Windows-Defender deaktivieren, um die Verarbeitung zu beschleunigen. Klicken Sie auf „Ja“, wenn Sie das wünschen. Windows-Defender wird später wieder automatisch aktiviert. Bestätigen Sie noch einmal mit „Ja“, und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist. Aus der erzeugten ISO-Datei brennen Sie eine DVD oder Sie erstellen einen Setup-Stick (Punkt 2).

Windows-Backup in WIM-Containern

Wenn Sie als Profi regelmäßig mit Windows experimentieren, möchten Sie das gerade installierte System wahrscheinlich direkt nach der Neuinstallation sichern. Backup-Lösungen gibt es viele, aber die Sicherung in WIM-Containern bietet einige Vorteile: WIM-Dateien nehmen Backups komprimiert und damit platzsparend auf, Sie können inkrementelle Backups erstellen, und einzelne Dateien lassen sich auch mit Windows-Bordmitteln extrahieren.

Standardmäßig kommt das Tool Dism aus dem Lieferumfang von Windows bei der Verwaltung von WIM-Dateien zum Einsatz. Der Open-Source-Ersatz Wimlib bietet jedoch mehr Möglichkeiten und arbeitet teilweise schneller. Eine ausführliche Beschreibung würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Deshalb verweisen wir hier auf den Online-Artikel , der die Verwendung von Wimlib als Backup-Tool unter Windows und die Wiederherstellung über die PC-WELT Rettungs-DVD erklärt.

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