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Windows Insider werden: So bekommen Sie Updates früher

22.07.2020 | 08:02 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Die großen Funktions-Updates für Windows 10 verzögern sich immer wieder, zuletzt auch beim Mai Update 2020. Mit dem Insider-Programm lassen sich die neuen Funktionen schon Monate vorher ausprobieren – ohne Risiko, neue Hardware und zusätzliche Lizenz.

Bevor Microsoft vor fünf Jahren Windows 10 veröffentlichte, konnte man Vorabversionen des neuen Betriebssystems schon monatelang ausprobieren. Neu an diesem „Windows Insider“ genannten Programm war, dass es öffentlich war: Der Teilnehmerkreis war nicht mehr beschränkt, jeder Interessierte konnte sich kostenlos registrieren und mitmachen.

Nun ersetzt Microsoft sein aktuelles Betriebssystem anders als bei den Vorgängern 98, ME, XP, Vista, 7 und 8 ja nicht mehr nach ein paar Jahren durch ein neues, sondern entwickelt es ständig fort. Zum Ausdruck kommt dies in den jährlich ein oder zwei neuen „Versionen“, die intern Bezeichnungen wie 1809, 1903, 1909 und zuletzt 2004 tragen – für das Jahr und den Monat der Fertigstellung. Und weil Microsoft Windows 10 in dieser Art und Weise fortführt, war und ist es nur folgerichtig, dass das Insider-Programm mit den neuen Vorabversionen ebenfalls weiterläuft. Wer die im Englischen Previews oder Insider Builds genannten Versionen ausprobieren möchte, kann das auch weiterhin tun.

Insider-Programm: Registrierung genügt, jeder kann mitmachen

Die Registrierung bei Microsofts Insider-Programm ist kostenlos und schnell erledigt. Die Nutzung der Vorabversionen verpflichtet die Nutzer zudem nicht dazu, irgendwelche Rückmeldungen zu geben.
Vergrößern Die Registrierung bei Microsofts Insider-Programm ist kostenlos und schnell erledigt. Die Nutzung der Vorabversionen verpflichtet die Nutzer zudem nicht dazu, irgendwelche Rückmeldungen zu geben.

Sinn und Zweck aus Anwendersicht sind also Neugier oder gar Ungeduld, doch auch Microsoft profitiert davon. Das Unternehmen erhält so von inzwischen vielen Millionen Nutzern schon vorab Rückmeldungen zu den neuen Funktionen, auftretenden Problemen und Wünschen. 

Mitmachen kann nach einer Registrierung jeder, die Teilnahme kostet nichts, und man verpflichtet sich auch nicht zu Feedback. Insgesamt, so lässt sich die langjährige Erfahrung mit den Insider Builds zusammenfassen, laufen diese ausgesprochen zuverlässig und stabil. Zudem sind die Vorabversionen sowie einige von Microsofts offiziellen Insider-Webseiten auf Deutsch verfügbar, so dass sich dort jeder schnell zurechtfindet. Nur vom Gebrauch auf einem produktiv eingesetzten PC raten wir ausdrücklich ab: Und zwar weniger wegen des Beta-Charakters als vielmehr wegen der weitreichenden Zugeständnisse beim Datenschutz, die man dabei gegenüber Microsoft macht (siehe Kasten unten).

Wenn Sie neugierig sind, registrieren Sie sich auf der Insider-Seite . Dazu können Sie auch ein fiktives Outlook-Konto verwenden.

Windows 10 Mai 2020 Update: Alle Neuerungen im Überblick

Mehrere Optionen, um die zweite Windows-Version zu installieren

Mit Easy BCD lassen sich die Booteinträge mehrerer parallel installierter Betriebssystemversionen einfach anpassen, nach Wunsch umbenennen und steuern.
Vergrößern Mit Easy BCD lassen sich die Booteinträge mehrerer parallel installierter Betriebssystemversionen einfach anpassen, nach Wunsch umbenennen und steuern.

Die einfachste Möglichkeit wäre nun, das laufende Windows 10 über „Update und Sicherheit –› Windows-Insider-Programm" in der Einstellungen-App auf den Insider-Betrieb umzustellen. Handelt es sich bei diesem PC um ein System zum Ausprobieren, ist das der richtige Weg. Bei einem „normal“ und produktiv genutzten Rechner raten wir davon aber wie gesagt ab.

Alternativ bieten sich für die Insider Builds folgende Installationsmöglichkeiten: auf einem zweiten (ausgedienten) PC, auf einer separaten Festplatte, parallel zum bestehenden System auf einer freien Partition oder als virtuelle Maschine ( Virtualbox und Vmware Workstation Player ).

Jede dieser Arten bietet Vor- und Nachteile; wir beschreiben im Folgenden die Parallelinstallation auf einer zusätzlichen Partition. Diese erstellen Sie, indem Sie unter Windows 10 die Datenträgerverwaltung-App starten und darin über die rechte Maustaste eine vorhandene Partition so verkleinern, dass mindestens 25 GByte freier Platz neu entstehen.

Anschließend laden Sie mithilfe des Media Creation Tools die aktuelle Version von Windows 10 herunter und brennen aus der ISO-Datei einen Installations-DVD oder konfigurieren einen USB-Setup-Stick. Danach lassen Sie das Installationsmedium eingelegt beziehungsweise angesteckt, booten den PC neu und drücken dabei die auf dem Bildschirm angezeigte Taste zum Wechseln des Bootmediums (häufig F9 oder F12). Anschließend wählen Sie das DVD-Laufwerk oder den USB-Stick, drücken die Enter-Taste und starten so die Windows-Installation.

Bestätigen Sie die Spracheinstellungen, fahren mit „Ich habe keinen Product Key –› Windows 10 Pro –› Weiter“ fort, und wählen die Option „Benutzerdefiniert: …“. In der Partitionsliste scrollen Sie nun ganz nach unten zum Eintrag „Nicht zugeordnet“, markieren diesen und starten das Setup mit „Weiter“ fort. Windows 10 wird daraufhin wie gewohnt installiert. Wählen Sie bei den abschließenden Einrichtungsschritten Ihr für die Insider-Registrierung verwendetes Onlinekonto und beim Senden der Diagnosedaten „Vollständig“.

Nach dem Einschalten des Insider-Betriebs lädt das Windows Update die neue Vorabversion herunter, installiert diese und startet den Computer anschließend mit den neuen Funktionen.
Vergrößern Nach dem Einschalten des Insider-Betriebs lädt das Windows Update die neue Vorabversion herunter, installiert diese und startet den Computer anschließend mit den neuen Funktionen.

Haben Sie auf Ihrem PC nach Abschluss des Setups beim Neustart nicht die Möglichkeit, zwischen neuem und bisherigen Windows auszuwählen, installieren Sie Easy BCD . Darin klicken Sie auf „Start-Menü bearbeiten“, aktivieren die Option „Wartezeit vor Start …“ und benennen den oberen Eintrag in „Windows 10 Insider“ um. Das erleichtert die Auswahl, welches Betriebssystem jeweils starten soll. Zuguterletzt sollten Sie bei der Parallelinstallation aus Datenschutzgründen den möglichen Zugriff auf Ihre normale Windows-Installation unterbinden. Dazu öffnen Sie die Datenträgerverwaltung, klicken mit der rechten Maustaste auf die nun mit „D:“ bezeichnete Partition mit Ihrem Produktiv-Windows und wählen „Laufwerksbuchstaben und -pfade ändern –› Entfernen –› Ja“. Das Booten und der Betrieb Ihres normalen Windows 10 funktionieren ohne Einschränkungen weiter.

Windows 10: So klappt das Update auf die neue Version

Windows auf die Insider-Version umstellen: das Ring-Konzept

Microsoft bietet in seinem Insider-Programm drei „Ringe“ genannte Stufen: Je nach Auswahl erhalten Sie Versions-Updates und neue Funktionen zum Teil sogar mehrfach innerhalb einer Woche („Fast“).
Vergrößern Microsoft bietet in seinem Insider-Programm drei „Ringe“ genannte Stufen: Je nach Auswahl erhalten Sie Versions-Updates und neue Funktionen zum Teil sogar mehrfach innerhalb einer Woche („Fast“).

Um das neu installierte, zusätzliche Windows als Insider-Version zu verwenden, klicken Sie in der Einstellungen-App auf „Update und Sicherheit –› Windows-Insider-Programm –› Erste Schritte –› Konto verknüpfen –› Microsoft-Konto –› Weiter“ und bestätigen Ihr beim Insider-Programm registriertes Konto.

Im nächsten Schritt entscheiden Sie sich für eine der drei von Microsoft als „Ringe“ bezeichneten Optionen: „Slow (empfohlen)“, „Fast“ und „Release Preview“. Im „Fast Ring“ erhalten Sie ein- bis zweimal pro Woche Updates, für den Sie den PC meist neu starten müssen und die eine Reihe Fehler enthalten können. Der Aktualisierungszyklus „Slow Ring“ ist mit monatlich ein bis zwei größeren Aktualisierungen langsamer, dafür erhalten Sie stabilere Updates. Noch seltener, jedoch ausgereifter sind die Versionen im „Release Preview Ring“. Wünschen Sie immer die neueste Fassung, entscheiden Sie sich durchaus für „Fast“. Sie können später immer noch wechseln.

Hinweis: Microsoft hat angekündigt, diese „Ringe“ durch „Channels“ wie beim Browser zu ersetzen.

Nachdem Sie die Schaltflächen „Bestätigen –› Bestätigen –› Jetzt neu starten“ gedrückt haben und Windows neu gebootet hat, starten Sie das Windows Update und klicken auf „Nach Updates suchen“. Nun heißt es erst einmal abzuwarten, weil der Rechner die gut vier GByte große neue Insider-Version herunterlädt und installiert. Dabei wird, ähnlich wie bei den jährlich ein beziehungsweise zwei Versions-Upgrades von Windows 10, die bisherige Windows-Version auf der Systemfestplatte im Verzeichnis „Windows.old“ gespeichert.

Schneller zur fertigen Windows-Version

Schon Mitte April überschrieb Microsoft einen Blog-Beitrag zur neuen Version von Windows 10 mit „Getting the May 2020 Update Ready for Release“: Das Mai-Update, intern als Version 2004 bezeichnet, war also im Prinzip früh fertig, nur ließ es sich lange Zeit nicht über das Windows Update aufspielen. Wer in der Einstellungen-App auf „Nach Updates suchen“ klickte, bekam als Rückmeldung stets den Hinweis „Sie sind auf dem neuesten Stand“. Das Versions-Upgrade über das Windows Update startete Microsoft erst viele Wochen später, und das – wie stets – auch nicht für alle Anwender gleichzeitig. Abhängig von der verwendeten Hardware, von den Einstellungen und nicht zuletzt vom Zufall ließen sich viele PCs nicht ohne Tricks auf die aktuelle Betriebssystemversion aktualisieren.

Das Mai-Update von Windows 10 war schon Mitte April fertig, doch wochenlang ließ sich die neue Version des Betriebssystems nur mithilfe eines Insider-Kontos herunterladen.
Vergrößern Das Mai-Update von Windows 10 war schon Mitte April fertig, doch wochenlang ließ sich die neue Version des Betriebssystems nur mithilfe eines Insider-Kontos herunterladen.

Wer die fertige Version 2004 gleich installieren wollte, konnte sich bei Microsofts Insider-Programm anmelden, die neue Version über die Download-Seite  als ISO-Datei herunterladen und danach per USB-Stick oder (virtueller) DVD installieren. Dabei ging es, das sei ausdrücklich betont, nur um das Zurverfügungstellen des neuen Windows. Einmal heruntergeladen, ließ und lässt sie sich wie jedes normale Windows 10 nutzen. Für Installation und Betrieb ist kein Insider-Konto erforderlich, demnach gibt es auch keine Einschränkungen beim Datenschutz.

Auf die gleiche Art und Weise erhalten Sie auch Preview-Versionen als ISO-Dateien, allerdings stellt Microsoft diese weniger häufig als über die Update-Funktion zur Verfügung.

Die ersten Schritte mit der neuen Windows-Vorabversion

Insider-Einstellungen: Sie können die Aktualisierungshäufigkeit ändern (oben), Feedback an Microsoft geben (rechts), den PC vom Beta-Programm trennen (Mitte) oder weitere Vorabversionen deaktivieren (unten).
Vergrößern Insider-Einstellungen: Sie können die Aktualisierungshäufigkeit ändern (oben), Feedback an Microsoft geben (rechts), den PC vom Beta-Programm trennen (Mitte) oder weitere Vorabversionen deaktivieren (unten).

Dass auf dem PC eine Vorabversion läuft, erkennen Sie am rechts unten eingeblendeten Hinweis auf die Evaluierungskopie mit Angabe der genauen Versionsnummer. Hat Microsoft aber gerade nichts am Startmenü, an der Taskleiste oder am Hintergrund geändert, müssen Sie schon genau hinsehen. Denn in aller Regel laufen die Vorabversionen problemlos, die Bedienung erscheint wie gewohnt auf Deutsch, und Sie können auf dem PC Software aller Art installieren.

Während Windows 10 über die Option „Neue Features erkunden“ normalerweise die neuen Funktionen erläutert, fehlt diese Möglichkeit in den Insider Previews. Sie müssen die Neuerungen also selbst erkunden, chronologisch im englischsprachigen Microsoft-Blog  nachlesen oder den Newsletter „Software & OS“ der PC-WELT abonnieren . Darin erfahren Sie immer auch alles zum Insider-Programm. Etwas spärlicher fällt Microsofts deutsche „ Windows-Insider-Programmdokumente “ aus.

Rückmeldungen zu festgestellten Problemen sowie Wünsche verschicken Sie an Microsoft, indem Sie die App „Feedback- Hub“ starten. Darüber hinaus können Sie in der Einstellungen-App über „Update und Sicherheit –› Windows-Insider-Programm“ den Ring und dadurch die Häufigkeit der Updates ändern, über „Erhalt von Vorabversionen beenden“ vorübergehend aussetzen – oder sich durch Anklicken Ihres Insider-Kontos endgültig vom Insider-Programm abmelden („Trennen“) und mit der Funktion „Zur vorherigen Version von Windows 10 zurückkehren“ wieder zur Normalversion wechseln. 

Lizenz und Datenschutz

Anders als für ein gewöhnliches Windows 10 in der Home- oder Pro-Variante benötigt man für eine Insider-Version keine weitere Lizenz. Somit kann man die Insider Builds auch auf unterschiedlicher Hardware verwenden. Als kostenlosen Ersatz für den produktiven Einsatz anstelle des normalen Betriebssystems sollte man diese Möglichkeit allerdings nicht nutzen. Denn neben möglichen technischen Problemen wie Abstürzen, Sicherheitsrisiken und Datenverlust, die bei Vorabversionen stets größer sind als bei offiziell freigegebener Software, spricht auch der Datenschutz dagegen.

Eine zusätzliche Lizenz ist für die Nutzung einer der Vorabversionen von Windows 10 nicht erforderlich, der PC läuft auch ohne Aktivierung problemlos.
Vergrößern Eine zusätzliche Lizenz ist für die Nutzung einer der Vorabversionen von Windows 10 nicht erforderlich, der PC läuft auch ohne Aktivierung problemlos.

Darauf weist Microsoft bei der Insider-Registrierung ausdrücklich hin: „Das Programm erfasst und überträgt Daten, einschließlich personenbezogener Daten, mit Bezug auf die Aktivitäten auf Ihrem Gerät an Microsoft. Einige dieser Daten gibt Microsoft an Partner weiter. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Datenschutzerklärung“, heißt es dort. Als Nutzer einer Insider-Version räumt man Microsoft also weitreichende Rechte ein, das eigene Nutzungsverhalten zu erfassen und an andere Firmen zu übermitteln.

Was ist eigentlich ein Chromebook? Und wo ist der Unterschied zum klassischen Notebook? Und wer braucht das eigentlich? Das und mehr erfahrt Ihr in diesem Video, in dem Dennis das Acer Chromebook Spin 13 einem Alltags-Check unterzogen hat.

► Allgemeine Chromebook Webseite: www.google.com/chromebook/

► Acer Chromebook Spin 13 Produktdetailseite: www.google.com/intl/de_de/chromebook/device/acer-chromebook-spin-13/

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