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Windows 11 22H2: Alle Details zum ersten großen Feature-Update

14.04.2022 | 15:15 Uhr |

Seit Monaten schraubt Microsoft an Windows 11 22H2 – Codename „Sun Valley 2“. Das erste große Funktions-Update zu Windows 11 erscheint im Spätsommer und macht vieles neu. Was genau bringt das kommende Update? Hier erfahren Sie, welche Verbesserungen drinstecken.

In wenigen Monaten will Microsoft das erste dicke Funktions-Update für Windows 11 veröffentlichen. Es wird voraussichtlich Windows 11 22H2 heißen und ist eine Art Service-Pack für das im Herbst 2021 erschienene Microsoft-Betriebssystem. Das Kürzel „22H2“ steht für das zweite Halbjahr 2022. Im Update sind die ganzen Anpassungen und Verbesserungen aus dem Developer-Channel und Windows-Insider-Programm zusammengefasst.

Microsoft verspricht für Windows 11 22H2 einen gewissen Performance-Schub und Nutzwert-Optimierungen. An der kürzlich veröffentlichten Beta-Version Build 22598.1 lässt sich bereits ziemlich präzise ablesen, welche kleinen und größeren Optimierungen im Update aller Wahrscheinlichkeit nach enthalten sein werden. Los geht’s mit dem Rundgang durch die relevanten Neuerungen!

Windows 11 22H2: Welcher Erscheinungstermin ist realistisch?

An sich hätte es nach der Erstveröffentlichung von Windows 11 im zweiten Halbjahr 2021 (21H2) ein erstes Feature-Update im ersten Halbjahr 2022 (22H1) geben müssen. Doch der bei Windows 10 lange Zeit geltende Halbjahres-Rhythmus ist mit Windows 11 Geschichte. Ein 22H1-Update wird nicht veröffentlicht – Microsoft bündelt die Neuerungen lieber in einem dicken Update-Paket.

Ausgehend vom Stadium der jüngsten Beta-Version mit der Build-Nummer 22598.1 hat Microsoft die neuen Funktionen für das 22H2-Update weitgehend beisammen. Bis zum Release Candidate folgen erfahrungsgemäß noch etliche Runden Beta-Tests und Fehlerkorrekturen. 

Bislang haben sich die Entwickler in Redmond noch keinen finalen Erscheinungstermin für das 22H2-Update bekannt gegeben. Rechnen Sie mit einer Veröffentlichung im Spätsommer oder Herbst dieses Jahres!

Endlich: Drag & Drop für die Taskleiste

Vor allem für die Taskleiste heimste sich Windows 11 von Anfang an eine Menge Kritik ein. Das H2202-Update macht Schluss mit einem der größten Ärgernisse: Endlich gibt es wieder Drag & Drop auf der Taskleiste. Damit lassen sich Dateien bequem zwischen Anwendungsfenstern übergeben.

Ziehen Sie zum Beispiel eine Fotodatei aus dem Datei-Explorer mit gedrückt gehaltener Maustaste aufs Photoshop-Symbol auf der Taskleiste. Verharren Sie einen Moment, bis Windows das Photoshop-Fenster in den Vordergrund holt – schon können Sie Ihr Bild bearbeiten. Ebenso einfach übergeben Sie eine Excel-Datei über die Taskleiste an Word oder fügen eine Datei als Anhang in eine Mail ein.

Mit dem Update auf Version 22H2 unterstützt Windows 11 Drag & Drop auf der Taskleiste.
Vergrößern Mit dem Update auf Version 22H2 unterstützt Windows 11 Drag & Drop auf der Taskleiste.

Ebenfalls neu ist Drag & Drop zum Verankern von Programmen aus dem Startmenü: Öffnen Sie über „Alle Apps“ die App-Liste und ziehen Sie das gewünschte Programm auf die Taskleiste. Ferner können Sie entscheiden, ob die App-Symbole auf der Taskleiste blinken dürfen, wenn diese Aufmerksamkeit benötigen.

Leicht aufgefrischt präsentiert sich das Kontextmenü des Windows-Buttons, das Sie weiterhin mit Win-X öffnen können. „Installierte Apps“ ersetzt den Menüpunkt „Apps und Features“ und aus „Windows-Terminal“ wird „Terminal“. Ist die Terminal-App nicht installiert, zeigt Windows stattdessen die Powershell an.

Taskleiste Light: Neuerung nur für Tablet-Nutzer

Eine einklappbare Taskbar soll die Bedienbarkeit von Windows 11 auf Tablets und Convertibles verbessern. Die Tablet-optimierte Taskleiste bietet zwei Modi: Eingeklappt oder im Light-Zustand schrumpft die Leiste auf wenige Millimeter Höhe, damit mehr Platz für Inhalte bleibt. Die deutlich schmalere Leiste zeigt nur noch Statusinfos wie Zeit, Datum, Batteriestand, Lautstärke und das Netzwerk an. 

Ein kurzer Wisch nach oben vergrößert die Taskleiste mit extragroßen Touch-Buttons für die gewohnten Funktionen wie Startmenü und App-Symbole. 

Schade, dass es die eingeklappte Taskleiste nicht auch für Desktop-Nutzer gibt. Hier besteht weiterhin nur die Möglichkeit, die Taskleiste insgesamt automatisch auszublenden. Dann haben Sie die Statusicons im Systray aber nicht mehr im Blick.

Hinzugekommen sind ein paar Desktop-Wischgesten. Einen Überblick bietet die Tipps-App. Ander als die eingeklappte Taskleiste funktionieren die Gesten nicht nur auf Tablets, sondern auch auf Desktop-PC mit Touch-Bildschirm.

Die eingeklappte Taskleiste (links) nimmt kaum Platz weg. Wischen nach oben vergrößert die Taskleiste (Mitte), nochmaliges Wischen nach oben öffnet das Startmenü (rechts).
Vergrößern Die eingeklappte Taskleiste (links) nimmt kaum Platz weg. Wischen nach oben vergrößert die Taskleiste (Mitte), nochmaliges Wischen nach oben öffnet das Startmenü (rechts).

Startmenü: Apps in Ordner zusammenfassen

Ordner im „Angepinnt“-Bereich sollen mehr Übersicht ins Startmenü bringen. Damit lassen sich thematisch verwandte oder gemeinsam genutzte Programme und Apps zusammenzufassen, wie Sie es von Windows 10 her kennen.

Das Anlegen eines Ordners funktioniert wie in Android oder iOS: Ziehen Sie ein App-Symbol mit der Maus auf ein anderes – schon wird ein Ordner erstellt. Innerhalb von Ordnern lassen sich die Symbole nach Belieben sortieren. Oben geben Sie einen Namen für den Ordner ein. 

Ordner im Startmenü anlegen: Ziehen Sie zwei App-Icons übereinander, schon erstellt Windows 11 einen neuen Ordner.
Vergrößern Ordner im Startmenü anlegen: Ziehen Sie zwei App-Icons übereinander, schon erstellt Windows 11 einen neuen Ordner.

Ein Rechtsklick auf einen freien Bereich im Startmenüfenster und „Starteinstellungen“ bringt Sie zu zusätzlichen Anpassungsmöglichkeiten. Ergänzend zum bisherigen Startmenü-Layout gibt es eine Variante mit mehr angepinnten App-Symbolen und eine mit zusätzlichen Empfehlungen.

Startmenü nach Wahl: Sollen es mehr angepinnte App-Icons oder zusätzliche Empfehlungen sein?
Vergrößern Startmenü nach Wahl: Sollen es mehr angepinnte App-Icons oder zusätzliche Empfehlungen sein?

Mehr Komfort beim Anordnen von Fenstern

Zur Vermeidung von Fenster-Chaos auf dem Desktop hat Windows 11 die automatische Fensteranordnung an Bord. Bislang lassen sich Programmfenster durch Platzieren des Mauszeigers auf der Maximieren-Schaltfläche oder über Win-Z andocken. Mit dem Update auf Version 22H2 kommt eine weitere Variante hinzu: 

Ziehen Sie ein Fenster mit der Maus nach oben an den Bildschirmrand, ohne loszulassen. Windows 11 blendet eine schmale Leiste ein. Sobald der Fensterbalken die Leiste berührt, erscheinen die Andocklayouts zur Auswahl. Ziehen Sie das Fenster – immer noch, ohne loszulassen – auf das gewünschte Vorschaubild. Nun nehmen Sie den Finger von der Maus und wählen das zweite Fenster aus, das Sie in der Gruppe anordnen möchten. Das Ganze ist ein einheitlicher Vorgang und läuft flüssig ab – gut gemacht, Microsoft!

Neu sind Shortcuts für Tastaturnutzer: Nach dem Drücken von Win-Z zeigt Windows 11 die verschiedenen Andocklayouts mit Nummerierung an. Möchte Sie das erste Layout anwenden, drücken Sie die Taste 1 auf der Tastatur, für das zweite Layout die Taste 2 und so weiter. Das ist praktisch und spart Zeit.

Angedockte Fenster behandelt Windows 11 künftig als Gruppe. Um die gruppierten Fenster ein einem Rutsch zu maximieren, klicken Sie auf das Gruppensymbol auf der Taskleiste oder im Alt-Tab-Taskwechsler.

Überarbeitetes Andocken: Ziehen Sie ein Fenster nach oben an den Bildschirmrand, erscheint erst eine neue Leiste und dann die Layoutauswahl zum Andocken des Fensters.
Vergrößern Überarbeitetes Andocken: Ziehen Sie ein Fenster nach oben an den Bildschirmrand, erscheint erst eine neue Leiste und dann die Layoutauswahl zum Andocken des Fensters.

Datei-Explorer erhält Tabs und neuer Startseite

Windows 11 22H2 frischt das Design des Datei-Explorers auf. Hauptneuerung sind Tabs: Sie brauchen nicht mehr zwei Explorer-Fenster zu öffnen, um Dateien zwischen Ordnern und Laufwerken zu kopieren oder zu verschieben. Stattdessen arbeiten Sie wie im Browser mit Tabs-Registerkarten. Bislang waren dazu Tools oder alternative Dateimanager nötig. In der Insider Preview Build 22598.1 sind die Explorer-Tabs noch nicht für alle Tester enthalten, doch spätestens mit dem anstehenden Feature-Update 22H2 will Microsoft liefern. 

Über Tabs hinaus bietet der Explorer eine aufgefrischte Startseite. Sie ersetzt den Schnellzugriff links oben in der Navigationsleiste des Dateimanagers. Die neue Startseite bietet mehr Platz für Ordner und neuerdings auch Dateien. Dazu enthält sie eine zusätzliche Dateifavoritenliste, in der Sie wichtige Arbeitsdateien zum bequemen Öffnen verknüpfen können. Und so funktioniert’s: Gehen Sie per Umschalt-Rechtsklick auf die gewünschte Datei und wählen „Zu Favoriten hinzufügen“. 

Sind Sie bei Onedrive angemeldet, synchronisiert Windows 11 die angepinnten Ordner und Dateien auf allen Geräten, die Sie mit Ihrem Microsoft-Konto verwenden. Darüber hinaus spendiert Microsoft dem Datei-Explorer Mini-Verbesserungen beim Teilen von Dateien und eine Speicherplatzanzeige für Onedrive-Ordner. 

Den „Schnellzugriff“ links oben im Datei-Explorer benennt Microsoft mit Windows 11 22H2 in „Startseite“ um.
Vergrößern Den „Schnellzugriff“ links oben im Datei-Explorer benennt Microsoft mit Windows 11 22H2 in „Startseite“ um.

Nicht stören ersetzt den Benachrichtigungsassistenten

Aus dem Benachrichtigungsassistenten wird „Nicht stören“. Mit der Namensänderung will Microsoft die Anwendungsmöglichkeiten für den Ruhemodus verdeutlichen. Letztlich sollen sich unerwünschte Meldungen einfacher deaktivieren lassen. 

„Nicht stören“ schaltet die Benachrichtigungen des Betriebssystems und aus Apps vorübergehend stumm. Unter „Einstellungen > Benachrichtigungen“ und oben in der Benachrichtigungsleiste (nach einem Klick auf die Windows-Uhr) legen Sie fest, wann Windows automatisch in den Nicht-stören-Modus wechseln und wieder zurückschalten soll. Die verpassten Benachrichtigungen finden Sie in der Benachrichtigungsleiste zum späteren Lesen. Für bestimmte Apps können Sie Ausnahmen hinterlegen, damit Sie etwa Terminerinnerungen oder wichtige Chat-Mitteilungen nicht verpassen.

Ruhe finden: Mit aktiviertem „Nicht stören“-Modus haben Sie während einer Besprechung oder konzentriertem Arbeiten Ruhe vor Benachrichtigungen.
Vergrößern Ruhe finden: Mit aktiviertem „Nicht stören“-Modus haben Sie während einer Besprechung oder konzentriertem Arbeiten Ruhe vor Benachrichtigungen.

Auch an den Fokussitzungen für ungestörtes Arbeiten hat Microsoft in 22H2 Hand angelegt. Die Konzentrationsfunktion ist mit dem „Nicht-stören“-Modus verwandt und von der Uhr-App nach „Einstellungen > Benachrichtigungen“ gewandert. Eine Fokussitzung soll Ihnen helfen, sich am Rechner auf Wichtiges zu konzentrieren und in der gleichen Zeit mehr zu erledigen. Dazu wird ein Timer gestartet, die Taskleiste stumm geschaltet und das Blinken von Apps unterbunden. Zusätzlich können Sie konzentrationsfördernde Musik abspielen. Unterm Strich sind Fokussitzungen auch mit 22H2-Update eine Luftnummer ohne größeren Nutzen. 

Fokus bleibt Hokuspokus: Ein im Betriebssystem verankerter Konzentrationsmodus ist an sich eine gute Sache – für die überarbeiteten Fokussitzungen in Windows 11 22H2 gilt das aber nicht.
Vergrößern Fokus bleibt Hokuspokus: Ein im Betriebssystem verankerter Konzentrationsmodus ist an sich eine gute Sache – für die überarbeiteten Fokussitzungen in Windows 11 22H2 gilt das aber nicht.

Weitere Apps in Windows-11-Optik  

Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die in Windows 11 vorinstallierten Apps einheitlich gestaltet sind. In Windows 11 war das bislang nicht der Fall. Mit dem 22H2-Update hat sich Microsoft ein paar Bordwerkzeuge optisch vorgenommen. Die größte Überarbeitung ist im Task-Manager zu sehen, der einen Anstrich im Stil von Windows 11 bekommt. Statt über Registerkarten springen Sie per Seitenleiste und Dreibalkenmenü in die Aufgabenbereiche wie „Prozesse“, „Leistung“, „App-Verlauf“ und „Autostart“. 

Eine funktionale Neuerung im Task-Manager ist der „Effizienzmodus“: Per Rechtsklick auf einen nicht nicht-systemrelevanten Prozess können Sie dessen Ressourcenverbrauch einschränken. Damit soll mehr Rechenleistung für andere Prozesse zur Verfügung stehen und der Energieverbrauch sinken.

Kleinere grafischen Anpassungen gibt es bei mehreren Apps. Beim Papierkorb etwa haben die Entwickler das Kontextmenü überarbeitet: Es präsentiert sich im neue Explorer-Style, behält aber ansonsten seine Funktionen bei.

Neu im Task-Manager sind das an Windows 11 angepasste Design mit Seitenleiste und der Effizienz-Modus zum Bremsen nicht-systemrelevanter Prozesse.
Vergrößern Neu im Task-Manager sind das an Windows 11 angepasste Design mit Seitenleiste und der Effizienz-Modus zum Bremsen nicht-systemrelevanter Prozesse.

Optische Korrekturen für Einstellungen und Lautstärkeregler

Für mehr Bedienkomfort hat Microsoft Feinarbeit in die Menüpunkte der Einstellungen-App gesteckt. Unter „Apps“ wurde der Eintrag „Apps und Features“ in die beiden Untermenüs „Installierte Apps“ und „Erweiterte Einstellungen für Apps“ aufgeteilt. 

Das Untermenü „Konten“ zeigt den Status Ihres Office-365-Abonnements an. Dazu gehören das Ablaufdatum Ihres Abos sowie die Info, mit welchen Familienmitgliedern Sie Ihr Abonnement eventuell teilen. Unter „Windows Update“ lassen sich aus dem Updateverlauf heraus „Updates deinstallieren“. Die Designauswahl unter „Personalisierung > Bildschirmtastatur“ wirkt sich in 22H2 auch auf das Emoji-Fenster aus.

Beim Druck auf Hardware-Tasten für Lautstärke und Bildschirmhelligkeit zeigt Windows 11 künftig ein neu gestaltetes Pop-up-Fenster. Es basiert auf dem in Windows 11 vorherrschenden Fluent-Design mit abgerundeten Ecken und zeigt neben einem Schieberegler auch den exakten numerischen Wert an. Für die einstellbare Tastenbeleuchtung bei Tastaturen mit Hintergrundbeleuchtung fehlt Windows 11 22H2 ein entsprechendes Fenster. 

Die Pop-up-Anzeige beim Ändern der Lautstärke per Tastendruck erscheint oberhalb der Taskleiste.
Vergrößern Die Pop-up-Anzeige beim Ändern der Lautstärke per Tastendruck erscheint oberhalb der Taskleiste.

Apropos Lautstärke: Setzen Sie den Mauszeiger auf das Lautstärke-Symbol, können Sie die Lautstärke mit dem Mausrad ändern. Zum schnellen Stummschalten der Soundausgabe während Telefonaten blendet das System nun einen entsprechenden Button ein. Tastaturnutzer verwenden das neue Tastenkürzen Win-Alt-K.

Das sind weitere Neuerungen in Windows 11 22H2

Unter den zahlreichen kleineren Verbesserungen stechen diese hervor:

Vorschaubilder für Ordner: Der Datei-Explorer in Windows 11 22H2 bringt Vorschaubilder für Dateien in Ordern zurück. Damit bekommen zum Beispiel bei Fotoordnern einen visuellen Hinweis darauf, welche Bilder gespeichert sind. 

Schneller Zugriff aufs Kontextmenü: Windows 11 blendet das klassische Kontextmenü nur per Klick auf „Weitere Optionen anzeigen“ ein. Mit dem bisherigen Tastenkürzel Umschalt-F10 sind Sie kaum flinker. Mit dem H2202-Update reicht es aus, die Umschalt-Taste beim Rechtsklick zu drücken, schon erscheint das Kontextmenü.  

Verschlankter Taskwechsler: Mit dem Tastenkürzel Alt-Tab wechseln Sie zwischen den offenen Anwendungsfenstern hin und her. Dabei verdeckt der Taskwechsler nicht mehr den gesamten Desktop, sondern nur noch so viel Fläche, wie nötig.

Wechselnde Hintergrundbilder: Zur Auffrischung der Windows-Oberfläche in 22H2 gehört auch ein täglich wechselndes Desktop-Hintergrundmotiv. Dafür stellen Sie in den Einstellungen unter „Personalisieren“ als Hintergrund „Windows Spotlight“ ein. Das Bild des Tages stammt von Bing und wurde von Windows 11 bislang nur für den Sperrbildschirm benutzt. Ein neues Desktop-Icon liefert Informationen zum Hintergrundfoto nebst Möglichkeit, das Bild herunterzuladen.

Neue Druckerwarteschlange: Die bisherige Druckerwarteschlage in Windows 11 zeigt noch die Handschrift von Windows 7. Mit 22H2 hält eine neu gestaltete Warteschlange Einzug. Sie zeigt den Status von Druckvorgängen über Symbole und Fortschrittsbalken an.

Android-Engine an Bord: Lange versprochen, dürfte Microsoft mit der Windows-Version 22H2 die Unterstützung für Android-Apps nachliefern. Ganz sicher ist die Integration des Android-Unterbaus in das finale Release des Updates allerdings nicht.

Mehr Widgets: Widgets auf dem Desktop waren bereits in Windows Vista kein großer Erfolg und sind auch in Windows 11 nicht beliebt. Durch das Zusammenführen der installierten Widget-Module und des News-Feeds auf dem Widget-Board will Microsoft die Akzeptanz erhöhen. Außerdem öffnet sich der Software-Konzern für Widgets von Drittanbietern.

Fazit: Lohnt sich Windows 11 22H2?

Gelingt Microsoft mit Windows 11 22H2 ein Meisterstück? Ein klares nein. Lohnt sich das Update trotzdem? Kommt darauf an, wie intensiv Sie Windows 11 nutzen. Hier und da kleine Verbesserungen und optische Korrekturen machen in Summe zwar keinen großen Wurf aus. Doch das Sammelsurium von Anpassungen macht die Arbeit mit Windows 11 insgesamt geschmeidiger. Vor allem die Rückkehr von Drag & Drop auf der Taskleiste und die bequemere Anordnung von Fenstern über den oberen Bildschirmrand verbessern die Produktivität. Haben Sie diese Features nicht vermisst, bleibt 22H2 immerhin ein empfehlenswertes Update, das Sie bei Verfügbarkeit mitnehmen sollten.

Sie nutzen Windows 10 und hatten bislang keinen Grund für einen Wechsel zu Windows 11? Dann liefert Ihnen auch Windows 11 22H2 keinen zwingenden Anlass zum Umstieg.

Lesetipp: 6 Monate Windows 11 - warum sich der Umstieg weiterhin nicht lohnt

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