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Windows 10: Spracheingabe mit Cortana - so geht's

15.09.2017 | 09:10 Uhr |

Sie erinnert an Termine, sucht nach Restaurants, erzählt Witze und erkennt Musik – Cortana, die sprachgesteuerte Assistentin wird immer besser. Wir zeigen, wie Cortana Ihren Alltag erleichtern kann.

Jeder Windows 10-Nutzer, der bereits das eine oder andere Wort mit Cortana gewechselt hat, dürfte von der hohen Qualität der Spracherkennung begeistert sein. Man muss weder übertrieben langsam, noch bewusst deutlich sprechen, um von der digitalen Assistentin verstanden zu werden. Cortana unterstützt Sie unter anderem bei der Terminplanung, der Websuche und der Wiedergabe von Musik. Zudem ist die Funktion in der Lage, Apps und Desktop-Programme zu öffnen, einfache Berechnungen durchzuführen, Aktienkurse abzufragen und jede Menge mehr. In der Praxis funktioniert das nahezu reibungslos.

Kann Cortana eine Frage nicht selbst beantworten, gibt sie sie direkt an Bing weiter. Das Ergebnis der Websuche wird Ihnen im Edge-Browser präsentiert. Auf Tablets und 2-in-1-Geräten ist dies ein wenig unkomfortabel, da jede Bing-Anfrage in einem eigenen Tab geöffnet wird und Sie die Assistentin anschließend wieder aktivieren müssen. Auf Smartphones wird die Ergebnisseite hingegen direkt im Cortana-Dialog geöffnet, sodass Sie eine neue Frage stellen können, ohne mit mehreren Apps hantieren zu müssen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was Cortana in der Praxis bietet.

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Die Grundeinstellungen von Cortana gezielt anpassen

Indem Sie die Einstellungen von Cortana anpassen ...
Vergrößern Indem Sie die Einstellungen von Cortana anpassen ...

Um den maximalen Nutzen zu erzielen, ist es ratsam, zunächst einmal die wichtigsten Cortana-Einstellungen an Ihre Wünsche anzupassen. Klicken Sie dazu mit der Maus in das Eingabefeld „Zur Suche Text hier eingeben“ und klicken Sie auf das Zahnradsymbol, um den Dialog „Einstellungen“ zu öffnen. Überprüfen Sie zunächst, ob die Option „Cortana soll auf „Hey Cortana“ reagieren“ aktiviert ist, damit Sie die Assistentin jederzeit mittels Sprachbefehl starten können.

Um die Erkennungsrate deutlich zu verbessern, ist es empfehlenswert, auf den blau unterlegten Befehl „Lerne, wie ich „Hey Cortana“ sage“ zu klicken. Cortana fordert Sie daraufhin auf, sechs vorgegebene Sätze nachzusprechen. Wählen Sie „Start“ und sprechen Sie die sechs Sätze nach. Soll Cortana nur auf Ihre Stimme hören, kehren Sie zu den „Einstellungen“ zurück und überprüfen, ob die Option „Versuche, nur auf mich zu reagieren“ ausgewählt ist. Kommt es bei der Spracherkennung zu Problemen, können Sie das verwendete Mikrofon erneut einrichten. Dazu klicken Sie in den „Einstellungen“ unter „Mikrofon“ auf den Link „Erste Schritte“ und folgen anschließend den Bildschirmanweisungen.

... und die Spracherkennung optimieren erleichtern Sie sich den Umgang mit der pfiffigen Assistentin.
Vergrößern ... und die Spracherkennung optimieren erleichtern Sie sich den Umgang mit der pfiffigen Assistentin.

Im Dialog „Einstellungen“ können Sie unter anderem auch festlegen, ob Cortana Tipps in der Taskleiste anzeigen soll, sich die Assistentin mittels Tastenkombination aktivieren lässt und ob sie auch bei gesperrtem Gerät zuhören darf. Auf die letztgenannte Funktion gehen wir im Abschnitt „Cortana auf dem Sperrbildschirm“ gesondert ein.

Interessant ist, dass Microsoft diese Einstellungen spätestens mit Veröffentlichung des nächsten großen Updates nicht nur in den Dialog „Windows-Einstellungen“ verschieben wird, sondern dass Cortana einen eigenen Menüpunkt erhält, in dem Ihnen alle im Zusammenhang mit der Assistentin stehenden Optionen zur Auswahl stehen.

Ausprobieren: Zehn Fragen, die Sie Cortana unbedingt stellen sollten

Cortana kümmert sich nicht nur um die Terminplanung, Erinnerungen und die Navigation. Sie kann auch als eloquente Gesprächspartnerin genutzt werden. Sie stellt Ihnen Rätselaufgaben („Stelle mir ein Rätsel“), erzählt Witze („Erzähle mir einen Witz“) und beantwortet persönliche Fragen („Wo bist du geboren“) – mit teils schlagfertigen Antworten. Neben den Standardfragen „Wie alt bist du?“, „Wo wohnst du?“ und „Bist du verheiratet?“, beantwortet Cortana aber auch Philosophisches („Was ist der Sinn des Lebens?“), Sportliches („Sag mir einen Fußballspruch“) sowie Insiderfragen („Wie geht es dem Master Chief?“). Zur Information: Master Chief ist der Name des Hauptdarstellers der PC-und Xbox-Spielereihe Halo, der von einer Künstlichen Intelligenz namens Cortana unterstützt wird ...

Dass die Entwickler eine Menge Humor haben, zeigt aber auch die Antwort auf die Frage „Kennst du Siri?“. Sie lautet: „Ich wollte sie gerne kennlernen, aber man gab mir lediglich ein iPhone 3G“. Prima: Auf Smartphones beantwortet Cortana nicht nur die gestellten Fragen, sondern zeigt auch Vorschläge für zusätzliche Fragen an. Weitere witzige Antworten von Cortana finden Sie auf unserer Webseite .

Cortana unterstützt Sie als clevere Assistentin bei vielen Tätigkeiten

Ungemein hilfreich ist, dass Cortana beim Erstellen von Erinnerungen auf die dialogbasierte Einrichtung vertraut
Vergrößern Ungemein hilfreich ist, dass Cortana beim Erstellen von Erinnerungen auf die dialogbasierte Einrichtung vertraut

Besonders komfortabel ist es, Cortana als allzeit bereite Gedächtnisstütze einzusetzen. Sehr gut: Solche Erinnerungen lassen sich dialogbasiert anlegen. Sagen Sie „Hey Cortana“, um den Zuhörmodus zu aktivieren, und sprechen Sie anschließend „Erinnere mich“ oder „Denke daran“ in Richtung des Mikrofons. Cortana meldet sich dann zu Wort: „Was möchtest du dir merken?“. Sagen Sie, woran Sie erinnert werden wollen, etwa „Reifenwechsel“ oder „Friseurtermin“, geben Sie das Datum an, legen Sie die Uhrzeit fest und bestätigen Sie die Erinnerung, die dann automatisch in Ihren Kalender und die Erinnerungsliste übernommen wird.

Interessant ist aber auch, dass Cortana auch ortsabhängige Informationen bereitstellt. Möchten Sie etwa wissen, wo Sie in der näheren Umgebung etwas essen können, fragen Sie Cortana nach „Restaurants in der Nähe“.

Aber auch in Sachen Navigation kennt sich Cortana aus. Die Frage „Wie ist der Verkehr zur Arbeit?“ beantwortet sie mit einem Kartenausschnitt, in dem die aktuelle Verkehrslage eingezeichnet ist. Möchten Sie hingegen eine Wegbeschreibung erhalten, fragen Sie „Wie komme ich nach München?“. Nach einer kurzen Wartezeit wird die App „Karten“ geöffnet, die Ihnen mehrere Routenvorschläge präsentiert und die Sie auf Mobilgeräten auch als Navi nutzen können. Tippen Sie auf „Los“, um die Navigation zu starten.

Darüber hinaus können Sie auf Smartphones und Geräten, die das Mobilfunknetz unterstützen, aber auch spezifische Befehle geben. Unter anderem können Sie Cortana anweisen, einen bestimmten auf dem Smartphone gespeicherten Kontakt anzurufen, eine SMS zu senden oder E-Mails zu verschicken.

Und Musik erkennt die Assistentin auch.
Vergrößern Und Musik erkennt die Assistentin auch.

Auf allen unterstützten Geräten beherrscht Cortana die Musikerkennung. Wollen Sie Titel und Interpreten eines gerade laufenden Songs in der Wohnung, im Büro, auf Veranstaltungen oder im Auto in Erfahrung bringen, wählen Sie das oben rechts platzierte Musiknotensymbol. Nach einigen Sekunden präsentiert Ihnen Cortana die gesuchten Informationen. Alternativ dazu sagen Sie „Wie heißt das Lied?“.

Die Spracherkennungstechnologie, in die übrigens die Erfahrungen eingeflossen sind, die Microsoft mit der für die Videospielkonsole Xbox entwickelten Bewegungs-und Sprachsteuerung Kinect gewonnen hat, wird durch eine Kombination von Prime-Sense-Tiefensensor, 3D-Mikrofon, Farbkamera und Software ermöglicht. Durch Bewegungen sowie Sprache wird ein Spiel gesteuert.

Kinect reagiert aber auch auf ganz gewöhnliche Fragen. Fragen Sie Cortana etwa „Wer ist dein Boss?“, antwortet sie pflichtgemäß „Das bist du.“ Das ist zwar nur eine Spielerei, zeigt aber recht gut, wie weit diese Technologie bereits fortgeschritten ist. Mehr dazu erfahren Sie im Kasten „Zehn Fragen, die Sie Cortana unbedingt stellen sollten“.

Windows 10: Cortana per Trick abschalten

Cortana wird von vielen Windows-Apps unterstützt

Auf Wunsch startet Cortana jede beliebige App für Sie. Sie müssen dazu lediglich „Öffne Karten“ oder „Öffne Word 2016“ sagen, um die gleichnamige App respektive Desktop-Anwendung zu starten. Darüber hinaus ist Cortana auch in der Lage, App-spezifische Befehle auszuführen. Sie können unter anderem mit Groove verwaltete Wiedergabelisten per Sprachbefehl starten, die laufende Wiedergabe pausieren und sich mit der App Fotos verwaltete Bilder anzeigen lassen.

Einige Windows-Apps, darunter Netflix, unterstützen Cortana mit den angebotenen Funktionen ebenfalls, sodass sie sich ebenfalls mit bestmöglichem Komfort per Sprachsteuerung bedienen lassen.
Vergrößern Einige Windows-Apps, darunter Netflix, unterstützen Cortana mit den angebotenen Funktionen ebenfalls, sodass sie sich ebenfalls mit bestmöglichem Komfort per Sprachsteuerung bedienen lassen.

Doch Cortana ist nicht nur auf Windows sowie die Apps und Anwendungen von Microsoft fixiert. Auch externe App-Entwickler können die digitale Assistentin in ihre Produkte integrieren, um die Bedienung zu vereinfachen. Während aber im US-Windows-Store die Auswahl bereits recht groß, sind hierzulande lediglich eine Handvoll Apps, die mit Cortana zusammenarbeiten, zu haben. Dazu gehören neben Spotify Music und der Fitness-Tracking-App Fitbit auch Netflix . Ist die Netflix-App geöffnet, hilft Ihnen Cortana bei der Suche nach Filmen und TV-Serien. Sie müssen lediglich „Hey Cortana, Netflix suche House of Cards“ sagen, um in der Netflix-App direkt zu dieser TV-Serie zu gelangen.

Bereits im Februar hat Microsoft die US-Version von Cortana um eine als „Suggested Reminders“ bezeichnete Funktion erweitert. Gestattet ein Nutzer Cortana den Zugriff auf seine E-Mails, kann die Assistentin ihn an Zusagen, die er schriftlich gemacht hat, hinweisen. Wer also beispielsweise auf eine Mail seines Vorgesetzten mit den Worten „Klar, wird bis Ende der Woche erledigt“ reagiert, wird einige Tage vorher von Cortana an diese Zusage erinnert. Alternativ weist Cortana einen Nutzer auch darauf hin, einen Tisch für ein geplantes Essen zu reservieren, wenn er in einer Mail angekündigt hatte, sich um eine Reservierung kümmern zu wollen. Einzige Voraussetzungen: Der Nutzer verfügt über ein Office-365 -Abonnement, meldet sich mit einem Schul-oder Arbeitskonto bei Windows 10 an und verknüpft dieses Konto in den Cortana-Einstellungen über „Verbundene Dienste“ mit der Assistentin. Interessant ist die Neuerung insbesondere deshalb, weil es sich um eine Funktion handelt, bei der Cortana ihre künstliche Intelligenz einsetzen muss, um sinnvolle automatische Erinnerungen zu erstellen.

Cortana jederzeit abrufbereit auf dem Sperrbildschirm

Hilfreich ist, dass sich Cortana auch bei gesperrtem Gerät nutzen lässt. Sie müssen sich also nicht erst einloggen, um einen Blick auf das Wetter der nächsten Tage werfen zu können.
Vergrößern Hilfreich ist, dass sich Cortana auch bei gesperrtem Gerät nutzen lässt. Sie müssen sich also nicht erst einloggen, um einen Blick auf das Wetter der nächsten Tage werfen zu können.

Cortana lässt sich selbst dann nutzen, wenn das Gerät gesperrt ist. Sie müssen im Sperrbildschirm lediglich „Hey Cortana“ sagen, um die Funktion zu aktivieren. Anschließend stellen Sie eine Frage, etwa nach dem Wetter. Die Antwort wird direkt auf dem Sperrbildschirm ausgegeben.

Noch einen Schritt weiter geht diese Funktion auf Smartphones, die mit Windows 10 Mobile ausgestattet sind: Auf diesen Geräten ist Cortana sogar dann aktiv, wenn das Gerät im Standby-Modus ist. Sobald Sie „Hey Cortana“ sagen, wird das Display eingeschaltet und Sie können Ihre Frage stellen. So etwas ist etwa beim Autofahren wichtig, da Sie weder eine Hand vom Lenkrad nehmen, noch auf das Display Ihres Geräts sehen müssen, um sich eine Route berechnen zu lassen oder einen Kontakt anzurufen. Und Besitzer eines Surface-Geräts können sogar dann mit Cortana kommunizieren, wenn das Tastaturcover zugeklappt ist. Dazu müssen Sie die Assistentin lediglich durch den Sprachbefehl „Hey Cortana“ aktivieren.

Cortana lässt sich nicht vollständig deaktivieren

Das Cortana-Eingabefeld lässt sich sowohl über die Registry als auch eine Gruppenrichtlinie deaktivieren ? die entsprechenden Dienste laufen aber weiterhin im Hintergrund.
Vergrößern Das Cortana-Eingabefeld lässt sich sowohl über die Registry als auch eine Gruppenrichtlinie deaktivieren ? die entsprechenden Dienste laufen aber weiterhin im Hintergrund.

Wie tief Cortana inzwischen im System integriert ist, zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass es nahezu unmöglich ist, die Sprachassistentin komplett zu deaktivieren. Genügte es vor der Veröffentlichung des Anniversary-Updates, in den Einstellungen einen Schalter auf Aus zu setzen, um Cortana auf Altenteil zu schicken, müssen Anwender nun in die Registry eingreifen oder – sofern sie Windows 10 Pro nutzen – eine Gruppenrichtlinie anpassen.

Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, tippen Sie den Befehl regedit ein, klicken Sie auf „OK“ und bestätigen Sie den Warnhinweis der „Benutzerkontensteuerung“ mit „Ja“. Im „Registrierungs-Editor“ wechseln Sie in der linken Spalte zum Schlüssel „HKEY_LOCAL_MACHINE\ SOFTWARE\Policies\Microsoft\Windows\Windows Search“. Sollte „Windows Search“ nicht vorhanden sein, müssen Sie den Schlüssel neu anlegen. Dazu wählen Sie „Bearbeiten“, klicken erst auf „Neu“, dann auf „Schlüssel“ und tippen „Windows Search“ ein. Klicken Sie dann mit der rechten Maustaste in den rechten Fensterbereich und wählen Sie im Kontextmenü „Neu“ und „DWORD-Wert (32-Bit)“. Der Name lautet „AllowCortana“, der „Wert“ ist 0 und die „Basis“ ist „Hexadezimal“. Nach einem Neustart genügt ein Blick auf die Taskleiste, um zu erkennen, dass der Eingriff erfolgreich war: Das Cortana-Eingabefeld ist verschwunden. Klicken Sie auf das Lupesymbol, öffnet sich der Suchdialog, in dem nun anstatt „Zur Suche Text hier eingeben“ der Eintrag „Windows durchsuchen“ zu sehen ist.

Unter Windows 10 Pro müssen Sie nicht zwangsläufig die Registry manipulieren. Denn da diese Version im Gegensatz zu Windows 10 Home die Konfiguration mittels Gruppenrichtlinien unterstützt, können Sie diesen Weg gehen. Öffnen Sie mit Win-R den Dialog „Ausführen“, tippen Sie „gpedit.msc“ ein und drücken Sie „OK“, um den „Editor für lokale Gruppenrichtlinien“ zu öffnen. In der linken Spalte klicken Sie unter „Richtlinien für Lokaler Computer“ auf „Computerkonfiguration -> Administrative Vorlagen -> Windows-Komponenten -> Suche“. Im rechten Bereich sehen Sie den Eintrag „Cortana zulassen“. Klicken Sie ihn doppelt an, markieren Sie im folgenden Dialog die Option „Deaktiviert“ und bestätigen Sie mit „OK“. Nach einem Neustart ist die Änderung aktiv und das Cortana-Eingabefeld ist weg.

Wir haben Eingangs bewusst geschrieben, dass es nahezu unmöglich ist, die Sprachassistentin komplett zu deaktivieren. Denn auch wenn der Cortana-Dialog aus der Taskleiste verschwunden ist, laufen die entsprechenden Dienste weiterhin im Hintergrund. Dies können Sie selbst überprüfen: Öffnen Sie mit der Tastenkombination Strg–Umschalt–Esc den „Task-Manager“, sind im Register „Prozesse“ die Einträge „Cortana“ und „Cortana Background Task Host“ nach wie vor aufgeführt.

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