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10 Fragen zu Sicherheit und Malware bei Windows 10

24.10.2018 | 08:06 Uhr | Arne Arnold

Cyberkriminelle nutzen stets neue Angriffsmethoden und legen ihre Opfer mit immer wieder anderem Schadcode herein. Entsprechend ergeben sich bei den Computernutzern auch fortwährend neue und andere Fragen zur Sicherheit. Hier finden Sie die aktuellen Antworten darauf.

1. Wie schütze ich mich vor Krypto-Minern?

Krypto-Miner sind Schädlinge, die Ihren PC dazu nutzen, um digitales Geld zu errechnen. Krypto-Miner bedrohen Ihren PC meist auf zwei Wegen: Erstens als klassischer Virus. Diese Schädlinge blocken Sie mit einer guten Antivirensoftware, etwa Kaspersky Free Antivirus . Zweitens verstecken sich Krypto-Miner auf Websites. Sobald Sie eine derart verseuchte Website aufrufen, startet der Schädling mit seiner Arbeit. Wenn Sie die Website schließen, stoppt der Mining-Schädling seine Arbeit. Damit er erst gar nicht anfangen kann, nutzen Sie für unbekannte und damit vielleicht verseuchte Websites den Browser Opera . Er blockiert Mining-Code automatisch.

2. Wie rette ich von Ransomware verschlüsselte Dateien?

Gegen viele Erpresserviren gibt es passende Entschlüsselungstools. Das richtige zu finden, ist meist nicht einfach, da der Erpresservirus natürlich seinen verwendeten Code nicht offenlegt. Hilfe finden Sie auf der Website www.nomoreransom.org . Ein Assistent führt Sie durch einen Prozess, an dessen Ende Ihnen, wenn‘s gut geht, ein Entschlüsselungstool für Ihre Dateien angeboten wird.

3. Wie schütze ich mich vor Ransomware?

Natürlich sollte eine gute Antivirensoftware einen Erpresservirus stoppen, bevor dieser aktiv werden und Ihre privaten Dateien verschlüsseln kann. Da das aber nicht immer klappt, gilt als bester Schutz vor Ransomware ein stets aktuelles Backup der eigenen Daten, das getrennt vom PC vorliegt. Einen ausführlichen Backup-Ratgeber finden Sie hier . Ein noch wenig bekanntes Backup- und Schutztool ist Acronis Ransomware Protection . Es erkennt Ransomware und speichert bis zu 5 GB Daten kostenlos in die Acronis-Cloud.

Siehe auch: Der große Sicherheits-Check für Ihren PC

4. Wie schütze ich mich vor Keyloggern?

Sollte Ihr PC von einem Keylogger befallen sein, wird dieser unbemerkt alle Tastatureingaben protokollieren. Das Tool Keyscrambler platziert sich nach seiner Installation im Infobereich von Windows und fängt selbst alle Tastatureingaben am Tastaturtreiber ab. Die verschlüsselt der Keyscrambler und sendet sie geschützt in die Eingabefenster von gängigen Internetbrowsern. Was ein Keylogger jetzt nur noch abfangen kann, das sind unverständliche Zeichenfolgen. Dass der Keyscrambler aktiv ist, erkennen Sie an einem kleinen Infobereich oberhalb Ihres Internetbrowsers. Der erscheint allerdings nur, wenn Sie Texte eingeben.

Alternative: Sie können für die Eingabe von Passwörtern auch die virtuelle Tastatur von Windows nutzen. Drücken Sie die Tastenkombination Windows + R, und geben Sie dort osk.exe ein. Es startet die Bildschirmtastatur von Windows.

5. Wie surfe ich sicher und geschützt in fremden WLANs?

Wenn Sie mit Ihren Geräten in fremden WLANs surfen, besteht Spionagegefahr am WLAN-Router und auch von anderen WLAN-Teilnehmern. Sie schützen sich gegen mögliche Angriffe mit einem VPN-Tunnel. Den stellen VPN-Tools bereit; empfehlenswert ist etwa Avira Phantom VPN . Das Tool für Windows und Android verschlüsselt den Datenverkehr von Ihrem Gerät zu einem sicheren VPN-Server von Avira im Internet. Von da ab surfen Sie wie gewohnt. Avira Phantom VPN bietet 500 MB pro Tag.

6. Wie knacke ich mein eigenes Windows-Passwort?

Wenn Sie Windows 8 oder 10 nutzen, dann verwenden Sie zur Anmeldung in Windows möglicherweise ein Microsoft-Konto, bei dem das eingegebene Kennwort online über den Microsoft-Server verifiziert wird. In diesem Fall können Sie ein vergessenes Windows-Passwort über jeden anderen Rechner online zurücksetzen lassen. Über die Website https://account.live.com/resetpassword.aspx hilft Ihnen ein Assistent weiter.

Nutzen Sie ein lokales Benutzerkonto für Ihre Windows-Anmeldung, hilft das kostenpflichtige Tool Kon-Boot weiter. Erstellen Sie damit einen bootfähigen USB-Stick, und starten Sie davon Ihren PC. Kon-Boot startet so Ihr Windows und patcht im Arbeitsspeicher den Windows-Code, der für den Anmeldevorgang zuständig ist. So können Sie Windows mit einem Konto mit Administrator-Rechten ohne Passworteingabe booten. Dann ändern Sie Ihr Kennwort über „Windows-Logo –› Windows-System –› Systemsteuerung –› Benutzerkonten –› Andere Konten verwalten“ und können Ihr Konto auswählen und ein neues Kennwort vergeben. Eine kostenlose Methode, ein vergessenes Passwort zurückzusetzen, finden Sie hier .

Achtung: Wenn Sie Ihre Dateien mit der eingebauten Windows-Verschlüsselung geschützt haben, sind diese anschließend nicht mehr zugänglich. Infos gibt’s hier .

Windows 10: Die besten Tipps zu Sicherheit & Datenschutz

7. Warum erscheint auf einmal Werbung im Infobereich?

Werbung im Infobereich, also rechts unten bei der Windows-Uhr stammt meist von werbefinanzierter Software. Das kann ganz harmlos sein. So zeigte etwa einige Jahre lang die kostenlose Antivirensoftware Avira Werbung im Infobreich an. Das kann aber auch an Adware liegen, die mehr oder weniger heimlich auf Ihren PC gelangte. Solche unerwünschten Programme finden und beseitigen Sie mit dem Tool Adwcleaner .

8. Wo finde ich einen Online-Virenscanner?

Virenscanner, die komplett von einer Website aus starten, gibt es heute aus technischen Gründen nicht mehr. Dennoch bieten viele Hersteller reine Scanner an, die sie als Online-Virenscanner bezeichnen. Diese kommen als ausführbare EXE-Datei daher. Der Unterschied zu einem normalen Antivirenprogramm: Es kommt ohne Wächtermodul, sondern scannt nur Dateien. Oft bietet es auch keine Updatefunktion, sondern muss stets neue heruntergeladen werden. Empfehlenswert ist etwa der „Online“-Scanner von Kaspersky namens Security Scan.

9. Sind meine privaten Dateien in der Cloud sicher?

Wenn Sie sensible Daten in der Cloud speichern möchten, sollten Sie sie stets zuvor verschlüsseln und erst dann ins Internet laden. Möchten Sie diese Daten zudem auf möglichst allen Geräten verwenden können, dann brauchen Sie ein Tool, das die Daten auch unter Android oder iOS entschlüsseln kann. Empfehlenswert ist dafür etwa das Tool Cryptomator der deutschen Firma Setolabs. Apps für Android und iOS stehen ebenso bereit wie Tools für Windows, Linux und Mac OS. Das Tool funktioniert wie das bekannte, ebenfalls aus Deutschland stammende Tool Boxcryptor , ist aber deutlich günstiger. Die Windows-Software von Cryptomator ist Donationware. Die Android-App und die iOS-App kosten je 5 Euro.

10. Warum meldet mein Virenschutz eine harmlose Datei?

Solche Fehlalarme kommen zwar selten, aber doch immer wieder mal vor. Der Grund liegt in der Scanmethode von Antivirentools. Sie erkennen einen Virus zum Beispiel anhand typischer Codezeilen. Nutzt aber auch ein harmloses Programm genau diese Codezeilen, dann meldet die Antivirensoftware auch dieses Programm als Schädling. Eine weitere Erkennungsmethode basiert auf der Reputation einer Datei. Diese prüft die Quelle, aus der eine Datei stammt und wie neu eine Datei ist. Ergänzt wird diese Prüfung meist mit einer Verhaltensanalyse. Sie überwacht, was ein Programm nach seinem Start anstellt. Auch hierbei kann es zu Fehlalarmen kommen. Vermuten Sie einen solchen Fall, dann laden Sie die fragliche Datei auf die Website www.virustotal.com hoch. Dort wird sie von mehr als 60 weiteren Scannern geprüft.

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