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Win-2000-Upgrade: Das müssen Sie wissen

Bedeutet der Wechsel auf Win 2000 eine große Umstellung?

Ja - wer nicht zumindest NT 4 oder Windows 98 kennt, muss sich erst mal auf eine ziemliche Sucherei und Rätselei einstellen. Besonders der Active Desktop wird zunächst wahrscheinlich eher irritieren. Die Konfiguration der Hardware und Netzwerkverbindungen unterscheidet sich ebenfalls deutlich.

Das Konzept von Server-Betriebssystemen birgt ein paar Fallen für den Aufsteiger von Win 9x. Die Faustregel unter NT lautet: "Wenn du irgendetwas nicht siehst oder nicht verändern kannst, frage dich zuerst, ob du über ausreichende Rechte verfügst." Selbst wer sich als Administrator anmeldet, besitzt unter Win 2000 ebenso wie unter NT 4 nicht automatisch alle Rechte. Besonders bei Eingriffen ins System ist zu prüfen, wer die entsprechenden Rechte besitzt, etwa zum Starten eines Dienstes oder zur Installation eines Treibers.

Dienste sind ein Konzept, das Umsteigern von Windows 9x neu sein wird. Darunter versteht man Programme und Treiber, die unabhängig davon aktiv sind, ob und gegebenenfalls welche Benutzer an einem System angemeldet sind. Alle Treiber und viele im Hintergrund tätige Programme, etwa der Taskplaner oder Netzwerkprotokolle, sind unter Windows NT/2000 als Dienste implementiert.

Solche Dienste lassen sich über die Computerverwaltung manuell starten und stoppen. Solche Eingriffe sind aber nur erfahrenen Benutzern zu raten. Die Win-2000-Dienste stellen ein komplexes Geflecht dar - oft hängt ein Dienst davon ab, dass einer oder mehrere andere bereits gestartet sind. Allein am Namen ist ihre Bedeutung häufig nicht zu erkennen, und so kann das Abschalten eines scheinbar unwichtigen Dienstes dazu führen, dass Windows 2000 nicht mehr startet.

Lässt sich vorhandene Hardware weiterverwenden?

In den meisten Fällen ja. Windows 2000 unterstützt erstaunlich viele Geräte. Allerdings sind Sie nur mit Hardware auf der sicheren Seite, die höchstens zwei Jahre alt ist. Standardgeräte wie Festplatten oder SCSI-Host-Adapter können natürlich auch älter sein. Exotischere Peripherie-Geräte von vor 1998 könnten bereits nicht mehr unterstützt werden. Hier müssen Sie darauf gefasst sein, dass die Einbindung ein bisschen schwieriger wird und Sie vielleicht ein wenig herumprobieren müssen.

Die Chancen auf Erfolg stehen aber recht gut. Es gibt eine Menge alter NT-4-Treiber, die sich unter Windows 2000 einsetzen lassen. Auch neue WDM-Treiber für Windows 98 funktionieren eventuell unter Windows 2000. Die Windows-Driver-Model-Spezifikation sieht das zumindest vor. Erfahrungen gibt es damit mangels WDM-Treibern nur wenige.

Haben Sie noch ISA-Karten in Ihrem Rechner, die kein ISA-PlugundPlay beherrschen, dann werden Sie zu einigen Tricks greifen müssen. Da hilft oft nur, die Bios-Option "Plug'n'Play OS" auf "No" zu setzen und Interrupts für PCI-Karten explizit zu sperren.

Wie viel Festplatten-Speicherplatz brauche ich?

Auf der Systempartition müssen mindestens 500 MB frei sein, auf derselben oder einer anderen Partition müssen noch einmal knapp 300 MB zur Verfügung stehen. Das ist allerdings nur das Minimum: Wenn Sie nicht mehr freien Speicherplatz haben, werden Sie bei der Installation immer noch halbe Ewigkeiten warten müssen. Damit die Installation von Windows 2000 zügig abläuft, empfehlen wir Ihnen 1 GB freien und unfragmentierten Speicherplatz in der Systempartition.

Wie viel Arbeitsspeicher verlangt Win 2000?

Wenn Sie schon 128 MB oder mehr Speicher in Ihrem Rechner haben, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. 64 MB Speicher reichen für Windows 2000 gerade so: Ein ordentliches Office-Paket wird Windows 2000 dann allerdings im Handumdrehen in die Knie zwingen - hier sollten Sie wenigstens am (Active) Desktop abschalten, was abzuschalten geht. 32 MB RAM sind für Windows 2000 indiskutabel.

Lässt sich vorher abklären, ob das Upgrade funktionieren wird?

Von Microsoft gibt es das kostenlose Hilfsprogramm Readiness Analyzer, das die bisherige Installation prüft und Infos über eventuelle Upgrade-Schwierigkeiten liefern soll ( www.microsoft.com , 2,53 MB). Es sagt etwa, wo Windows 2000 problemlos eigene Treiber verwenden kann. Insbesondere installierte Software wird fast pedantisch auf ihre Lauffähigkeit unter Windows 2000 geprüft. Die wichtigsten Empfehlungen und Fakten liefert das Tool allerdings nicht: Es warnt weder davor, dass 32 MB RAM zu wenig sind, noch macht es eine Voraussage darüber, mit welchem Modus - ACPI oder APM - sich Windows 2000 auf dem PC installieren wird.

Der Readiness Analyzer warnt, wenn es keine Windows-2000-Treiber für eine Hardware gibt, die den bereits installierten Herstellertreibern entsprechen. Die Warnung erfolgt auch, wenn es statt der Windows-Treiber herstellereigene vorfindet. Das Tool kündigt an, dass sich solche Hardware möglicherweise unter Windows 2000 nicht mehr einsetzen lässt. Das sorgt für Verunsicherung - doch die ist in den allermeisten Fällen unbegründet. Das Upgrade mit solchen Treibern geht normalerweise glatt. Beim Test mit mehreren PCs haben wir aber festgestellt, dass ein aktualisiertes System langsamer startet und zäher reagiert als ein frisch installiertes Windows 2000.

Tipp: Wenn Sie die Zeit haben, Software wieder neu einzurichten, wählen Sie besser die Neuinstallation.

Gibt es schon ein Tweak UI für Windows 2000?

Eine speziell an Win 2000 angepasste Betaversion hat am 15. März die Arbeit eingestellt. Bis es Tweak UI offiziell herunterzuladen gibt, lässt sich aber die Version für Windows 98 verwenden - die Einstellungen für den Desktop oder die Systempfade funktionieren ohne Einschränkungen. Zudem gab es bei Redaktionschluss noch einige offenbar gepatchte, weiter lauffähige Versionen für Risikofreudige, etwa unter ftp://ftp.nsysu.edu.tw/Hardware/NT_Stuff/Win2K/TweakUI/w2ktweakui.zip (68 KB).

Lässt sich von Windows 3.x oder DOS auf Windows 2000 upgraden?

Nein - hier bleibt nur die Neuinstallation. Ein Upgrade ist erst ab Windows 95, Windows NT 3.51 oder Windows NT 4 möglich. Ebenso vom Upgrade ausgeschlossen sind übrigens Microsoft-fremde Betriebssysteme, beispielsweise OS/2 oder Linux.

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