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Wiederherstellungskünste

Anforderung

Zeitaufwand

Wer mit dem Windows-Utility Undelete (MWUNDEL.EXE) umzugehen weiß, kann praktisch alle seine fehlerhaften Löschaktionen rückgängig machen, selbst wenn keine Löschüberwachung oder kein Löschprotokoll eingestellt ist. Der einfachste Fall ist das Wiederherstellen einer oder mehrerer Dateien, deren logischer Ort im Pfad bekannt ist. Hier genügt es, mit dem Button "Lauf/Verz" den Pfad aufzusuchen, die Datei(en) mit <Leertaste> oder mit <Strg> und Mausklick zu markieren und dann auf "Wiederherst" zu drücken.Etwas schwieriger wird es bereits, wenn Sie Orte und Namen der gelöschten Dateien nicht mehr wissen. Für solche Fälle bietet Undelete unter "Suchen" weit mehr als das entsprechende DOS-Utility UNDELETE.EXE, das mit dem Parameter /list lediglich gelöschte Dateien innerhalb eines Verzeichnisses anzeigen kann. MWUNDEL.EXE sucht den gesamten Datenträger ab, hat aber einen ärgerlichen Fehler: Wenn Sie als Suchmaske etwa "*.txt" eingeben, findet das Hilfsprogramm gar nichts - es erwartet gegen alle sonstigen Konventionen stets Großbuchstaben, also "*.TXT".Die Windows-Version kann auch gelöschte Verzeichnisse wiederherstellen. Dabei gibt es aber diverse Einschränkungen, über die Sie unbedingt Bescheid wissen sollten:

1. Ein gelöschtes Verzeichnis einschließlich seiner Unterverzeichnisse ist für MWUNDEL.EXE unwiederruflich verloren, wenn Sie inzwischen auch nur ein einziges (!) Byte auf der unmittelbar darüberliegenden Verzeichnisebene geschrieben haben. Die besten Chancen haben Sie folglich direkt nach der ungewollten Löschaktion.2. Dateien sind für Undelete immer erst dann zugänglich, wenn vorher das Verzeichnis restauriert wurde. Sie müssen schrittweise vorgehen - erst das Verzeichnis, anschließend die enthaltenen Dateien. Wenn das Verzeichnis in weitere Unterverzeichnisse untergliedert war, gehen Sie in gleicher Weise Schritt für Schritt nach unten.3. Anders als Verzeichnisse (FAT-Eintrag) werden Cluster gelöschter Dateien durch neu gespeicherte Dateien immer überschrieben - unabhängig vom logischen Ort (Pfad), an dem sich die Dateien befinden. Die Chance, sämtliche Dateien eines Verzeichnisses wiederherzustellen, sinkt daher mit jeder neuen Schreibaktion.Das Windows-Utility verlangt für jeden Dateinamen einen neuen Anfangsbuchstaben, was bei umfangreichen Rettungsaktionen schnell zur Qual wird. Hier ist Arbeitsteilung angesagt: Das Windows-Programm kann Verzeichnisse wiederherstellen, das DOS-Programm revidiert mit dem Schalter /all die Löschmarkierung sämtlicher Dateien im Verzeichnis. Daß die so geretteten Dateien alle mit dem Zeichen "#" beginnen, läßt sich später korrigieren.

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