693774

Wie viel CPU-Leistung braucht ein Antiviren-Programm?

05.06.2001 | 23:06 Uhr | Arne Arnold

Frage: Ich arbeite mit einem älteren Rechner (Pentium 200) und frage mich, ob der PC für einen Virenscanner nicht zu langsam ist. Wie viel Prozessorleistung benötigt ein Antiviren-Programm?

Antwort: Generell gilt - für den Virenscanner ist die Rechen-Power nicht entscheidend. Angenommen, Sie scannen einmal pro Woche Ihren PC auf Viren. Ob dieser Vorgang 5, 10 oder 15 Minuten dauert, sollte keine große Rolle spielen - es ist eine Rechenaufgabe für den PC, während Sie beispielsweise beim Mittagessen sind.

Anders sieht es beim Virenwächter aus: Dieser ist ständig aktiv und überwacht - je nach Einstellung - jeden Zugriff auf eine Datei. Wenn Sie mehrere Dateien gleichzeitig kopieren, kann sich die Kopierzeit mit aktiviertem Virenwächter verdoppeln. Beim Bearbeiten von Dateien wirkt sich der Virenwächter nicht so drastisch aus.

Lediglich wenn Sie die Programme starten oder Dokumente öffnen, beansprucht der Wächter zusätzlich Rechenleistung. Während Sie an den Dokumenten arbeiten, macht sich das Antiviren-Programm nicht bemerkbar. Wie häufig Ihr Rechner durch einen Virenjäger langsamer wird, hängt auch von der Liste zu scannender Dateitypen ab. Enthält die Liste nur wenige Dateiendungen, tritt der Virenwächter seltener in Aktion, und der PC wird nicht so oft langsamer. Das bietet aber auch weniger Sicherheit.

Optimalen Schutz erhalten Sie nur, wenn Sie den Wächter so konfigurieren, dass er alle Dateitypen scannt. Dafür müssen Sie aber längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Das kann sich allerdings lohnen. Schließlich funktioniert ein Trojaner, der über die Registry aufgerufen wird, auch, wenn er etwa nur eine Datei mit dem Namen README.TXT öffnet und diese bestimmte Makros enthält.

Datei-Endungen: Je länger diese Liste ist, desto höher der Schutz.

In der Praxis wird hier aber immer ein Kompromiss gewählt: So viele Dateitypen wie nötig, so wenige wie möglich. Deshalb sollten Sie Ihr gesamtes System regelmäßig mit dem Scanner durchsuchen und sich nicht allein auf den Wächter verlassen.

Übrigens: Aus Rücksicht auf die Systemleistung scannt kein Virenwächter den Inhalt des Arbeitsspeichers. Das kann schwerwiegende Folgen haben: Schafft es ein Virus, bis in den Arbeitsspeicher zu gelangen, kann er dort nach Gutdünken schalten und walten.

PC-WELT Marktplatz

693774