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Wie sich Online-Kriminelle mit Proxys tarnen

02.10.2009 | 12:15 Uhr | Benjamin Schischka

Proxy-Server verbergen Hacker.
Vergrößern Proxy-Server verbergen Hacker.
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Auf dem Internet-Schwarzmarkt sind die meisten Beteiligten sehr daran interessiert, alle Daten zu verschleiern, die Rückschlüsse auf ihre wahre Identität liefern könnten. Daher ist es unumgänglich, Proxy-Dienste zu nutzen, wenn man sich auf den Boards oder Webseiten der Szene bewegt. So kann der Cyber-Kriminelle laut der G-Data-Studie verhindern, dass die eigene IP-Adresse in den Protokollen landet. Schließlich könnte diese schon morgen durch einen Einbruch gestohlen werden und – was nicht selten ist – dessen Userdaten anschließend an anderer Stelle veröffentlicht werden. Indem der Nutzer seine Anfragen an den Proxy schickt und dieser in seinem Auftrag eine Anfrage beispielsweise an das Forum stellt, erscheint in den Protokollen des Forums lediglich die IP des Proxy-Servers und nicht die des Nutzers. Auf diese Weise ist es nicht möglich festzustellen, welche IP-Adresse dieser Nutzer hatte. Ohne diesen Hinweis bleibt dann nicht mehr die Möglichkeit, beispielsweise im Fall einer vorliegenden Straftat, zum entsprechenden Provider zu gehen und dort mit einem richterlichen Beschluss den Namen und die Adresse des Nutzers zu erfragen.

Von osteuropäischen Nutzern werden bevorzugt Proxy-Server aus Ländern wie Deutschland, den Niederlanden oder auch der Schweiz genutzt. Deutsche hingegen wählen für ihre kriminellen Machenschaften unter anderem Proxy-Server aus Polen, Russland oder der Ukraine aus. Innerhalb der Szene dokumentieren Listen auf diversen Seiten freie Proxy-Server. Jedoch haben diese meist den entscheidenden Nachteil, dass sie sehr langsam sind. Daher wird sehr oft auf kommerzielle Proxy-Anbieter zurückgegriffen. Diese sind in vielen Fällen ebenfalls ein Teil der Szene und bewerben ihre Produkte dort auch direkt. Besonders heben diese Anbieter dabei hervor, dass sie keine Protokolle anfertigen.

Die Proxy-Angebote reichen von einfachen Proxys, mit denen man anonym surfen kann, über SSH-Sockets oder auch OpenVPN-Accounts. OpenVPN- und SSH-Sockets bieten im Vergleich zu normalen Proxys den Vorteil, dass sich damit alle Programme, wie zum Beispiel Instant Messenger, IRC oder auch Skype, nutzen lassen. Typisch für die Szene ist, dass die Bezahlung über Online-Payment-Dienste abgewickelt wird. Üblicherweise findet der Kontakt dazu über Instant Messaging statt.

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