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Wie gefährlich sind Viren wirklich?

05.06.2001 | 23:06 Uhr |

Scherzvirus: Sieht das für Sie harmlos aus?

Frage: Ich habe gehört, dass die meisten Viren harmlos sind und beispielsweise nur eine Meldung auf dem Bildschirm anzeigen. Stimmt das?

Antwort: Im Prinzip ja. Es sind nur wenige Viren, die für die meisten Schäden verantwortlich sind. Allerdings gibt es ein ganz großes "Aber". Denn es kommt nicht nur darauf an, was der Virus anstellt. Entscheidend ist auch, wie der Anwender reagiert.

Zwei Beispiele: Der so genannte Scherzvirus Freibier zeigt zunächst ein Bild mit Bierflaschen und einen Text mit dem Versprechen, Freibier zu spendieren - selbstverständlich ist das ein Scherz. Beendet der Anwender das Programm, erscheint jedoch diese Meldung: "Es wurde festgestellt, dass auf Ihrem Rechner in hohem Maße außerdienstliche Mails bearbeitet werden. Personalabteilung und Netzwerkadministration wurden automatisch informiert." Der Scherzvirus tut dies freilich nicht, aber viele der betroffenen Angestellten gerieten in Panik: Aus Angst, ihre privaten Mails könnten vom Chef entdeckt werden, formatierten sie ihre Festplatte.

Ein anderes Beispiel sind Hoaxes. Das sind per Mail verschickte Warnungen, etwa vor vermeintlich kursierenden Viren. Viele Anwender nehmen eine solche Warnung ernst und verschicken sie an alle ihre Bekannten. Tatsächlich sind die Warnungen vor dem Virus der eigentliche "Virus": Benötigt in einer Firma mit 100 Mitarbeitern jeder nur fünf Minuten fürs Lesen und Weitersenden des Hoax, ist zusammengenommen ein ganzer Arbeitstag Zeit vernichtet worden. So gesehen gibt es keine harmlosen Viren.

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