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Wenn Google Sie verpfeift...

30.12.2010 | 09:42 Uhr | Benjamin Schischka

Wie viel weiß Google wirklich über Sie? Das kommt ganz darauf an, wie sehr und wie oft Sie sich auf die Fülle an Googles Dienstleistungen verlassen. Die über Sie gespeicherten Informationen sind vielfältig: Webseiten, die Sie besucht haben; Suchbegriffe, die Sie eingegeben haben; Karten, die Sie sich angesehen haben; Ihr Kontakte und Kalendereinträge; Ihre E-Mail-Nachrichten; Ihre Chat-Sitzungen; aufgezeichnete Telefongespräche mit Google Voice; YouTube-Videos und Picasa-Fotos; Dokumente, die Sie online verwalten; Ihre Blogs; Ihre Status-Updates bei Google Buzz; Ihr Aufenthaltsort bei Google Latitude; und - sofern Sie ein Android-Mobilgerät benutzen - sogar Ihre gesamten Handy-Daten. Wenn der Staat jetzt mit einer Zwangsmaßnahme oder einer Vorladung an Googles Tür klopft, ist der Konzern verpflichtet, all diese Daten herauszugeben.

Google Dashboard
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Selbst, wenn Sie vor der Obrigkeit nichts zu verbergen haben: alles was zwischen Ihnen und einem Sechser im Lotto für einen Datendieb steht, ist Ihr Googlemail-Nutzername und -Passwort. Denn das ist der Universalschlüssel, der auch den Zugang zu jedem anderen Ihrer Google-Dienste gewährt. Im letzten Oktober berichtete Google, dass tausende von Googlemail-Konten von einem einzigen Phishing-Programm infiltriert wurden, das auch Angriffe auf Hotmail, AOL, MSN und Yahoo gestartet hatte. Selbst erfahrene Nutzer mit angeblich unknackbaren Passwörtern waren betroffen. Kein Wunder also, dass chinesische Hacker es im Dezember 2009 ausgerechnet auf Googlemail-Konten abgesehen hatten.

Die Lösung: Nutzen Sie das Google Dashboard um zu kontrollieren, welche Informationen Sie gerade mit anderen teilen und passen Sie diese Einstellungen entsprechend Ihren Wünschen an. Machen Sie Ihr Googlemail-Passwort komplizierter und verändern Sie es alle paar Monate. Wenn Sie denken, Ihr Googlemail-Account wurde gehackt, können Sie eventuell Googles Account-Wiederherstellungs-Dienst nutzen, um ihn zurückzubekommen. Und wenn Sie an Googles neueste Stolperschritte in puncto Benutzer-Privatsphäre bei Buzz denken, sollten Sie sich überlegen, Ihre Online-Dienste an verschiedene Anbieter aufzuteilen.

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