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Weitere Einsatzbereiche von Robotern & Drohnen

20.03.2013 | 10:29 Uhr | Thorsten Eggeling

Roboter im Krankenhaus

Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen, das demnächst ein Roboter und nicht der Chefarzt Ihr Krankenzimmer betritt. Soweit ist es noch nicht. Aber wenn in einer entlegenen Gegend gerade kein passender Spezialist verfügbar ist, kann ein Roboter wertvolle Dienste leisten. Das Medizintechnik-Unternehmen In Touch Health und der Robotikspezialist iRobot haben mit dem RP-VITA einen Telepräsenz-Roboter entwickelt, der sich von einem Arzt fernsteuern lässt und bei der Diagnose helfen soll. Der Roboter fährt anhand einer Karte vom Krankenhaus selbstständig in ein bestimmtes Krankenzimmer. Der Arzt nimmt dann per Videokonferenz Kontakt zum Patienten oder zum medizinischen Personal auf.

Im Vordergrund steht das menschliche Vorbild, im Hintergrund der Roboter. Beide können den Gesichtsausdruck ändern und damit die sprachliche Kommunikation unterstützen.
Vergrößern Im Vordergrund steht das menschliche Vorbild, im Hintergrund der Roboter. Beide können den Gesichtsausdruck ändern und damit die sprachliche Kommunikation unterstützen.
© Hiroshi Ishiguro Laboratory, ATR

Roboter als Stellvertreter

Wenn man nicht da ist, wo man eigentlich sein müsste, kann ein Roboter weiterhelfen. Telepräsenz-Systeme eignen sich als eine Art Avatar nicht nur für Ärzte, sondern auch für Mitarbeiter, die nicht direkt am Bürogeschehen teilnehmen können. Eine Telefon- oder Videokonferenz reicht dafür nicht aus, denn es fällt den meisten Menschen schwer, das Gegenüber am Telefon oder am Bildschirm in eine Diskussion miteinzubeziehen. Schickt man dagegen sein Ebenbild, das auch Mimik und Gestik beherrscht, zu einem Meeting, wird die Kommunikation effektiver.

Menschlich aussehende Roboter entwickelt beispielsweise der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro. Die Roboter können ihren Gesichtsausdruck ändern und etwa Freude oder Unmut ausdrücken. Verstehen können die Roboter jedoch nichts. Die Bewegungen werden per Fernsteuerung vom Besitzer vorgenommen.

Roboter mit Smartphone

Um einen Roboter zu steuern, bedarf es keines Großrechners. Dafür genügt auch ein Android-Smartphone. Was man damit machen kann, zeigen Cube Stormer II oder Multi Cuber 777 . Bei diesen Projekten geht es darum, einen Rubik’s Cube mit drei beziehungsweise sieben Ebenen in Rekordzeit zu lösen. Dazu benötigt man eine Mechanik, um den Würfel zu drehen. Die Entwickler haben zu diesem Zweck mehrere Lego-Mindstorms-NXT-Bausätze verwendet. Dabei nimmt das Smartphone mit der Kamera den Rubik’s Cube auf und die Software berechnet anschließend den schnellsten Lösungsweg. Die App steuert dann über Bluetooth die Motoren des Lego NXT, über die der Würfel in die richtige Position gedreht wird.

Drohnen: Roboter in der Luft

Bei Drohnen handelt es sich um unbemannte Fluggeräte, die in der Regel ferngesteuert ihr Ziel finden. Per Kamera und GPS bewegt der Pilot vom Steuerpult aus die Drohnen an ihren Bestimmungsort. Insbesondere das Militär treibt hier die Entwicklung voran. Schon jetzt werden ferngesteuerte Angriffssysteme in großer Zahl und auf völkerrechtlich fragwürdige Weise eingesetzt. Allerdings ist der Einsatz personalaufwendig und kompliziert. Bei schlechter Sicht, unerwarteten Hindernissen oder einem Ausfall der Funkverbindung muss die Drohne auch automatisch reagieren können. Sie muss dann entweder einen Ausweichkurs steuern oder selbstständig landen können. Das setzt einiges an Intelligenz voraus, die der Flugcomputer bieten muss.

Drohnen lassen sich natürlich auch für friedliche Zwecke einsetzen, etwa für Luftaufnahmen oder einfach nur für den Spaß am Fliegen und Steuern. Ein interessantes und ungewöhnliches Projekt ist Robot Dragonfly . Die 15 Zentimeter lange und 25 Gramm schwere Drohne hat vier Flügel und fliegt damit wie eine Libelle. Die Steuerung erfolgt per Smartphone-App. Damit Dragonfly in Serie gehen kann, haben die Entwickler eine Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung gestartet.

Disney Research hat einen menschenähnlichen Roboter vorgestellt, der dank der Bewegungserkennung der Microsoft Kinect-Sensoren, Bälle fangen und sogar mit einer Person jonglieren kann. Ziel ist es, Roboter zu entwickeln, mit denen Besucher in Freizeitparks direkt interagieren können. Einen ersten Eindruck des Roboters bekommen Sie in diesem Video.

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