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Webfai: Defektes Linuxsystem auf Tuxedo-Rechner ruck,zuck wie neu

30.09.2020 | 14:27 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Mit Webfai stellen Sie ein defektes Linuxsystem auf einem Tuxedo-Rechner wieder auf den Auslieferungszustand zurück und können mit einem frischen Linux weiterarbeiten. Ein Test.

Zu den Vorteilen von Tuxedo-Notebooks gehört das an die Hardware angepasste Linux-Betriebssystem. Lässt sich der Linux-Rechner von Tuxedo aufgrund eines defekten Linux-Betriebssystems aber nicht mehr starten, so stellt der Augsburger Linux-PC-Spezialist mit Webfai eine bequeme und einfache Möglichkeit zur Verfügung, um den außer Gefecht gesetzten Rechner neu aufzusetzen. Wir mussten Webfai ausprobieren.  

Unser erst knapp ein Dreivierteljahr altes Tuxedo-Notebook ließ sich plötzlich nicht mehr starten: Eines Tages schalteten wir unser Tuxedo Book XP1710 mit vorinstalliertem Ubuntu 18.04 LTS 64 Bit ein und es blieb nach wenigen Sekunden mit einer kryptischen Meldung von drei Zeilen Länge vor schwarzem Hintergrund hängen. Neustarts blieben wirkungslos. Ein Blick ins BIOS zeigte, dass Hardware-seitig alles normal aussah. Offensichtlich war nicht die Hardware, sondern das Ubuntu-System beschädigt. Möglicherweise hatten die vor dem letzten Runterfahren im Hintergrund installierten Updates/Patches (wir hatten aber kein Upgrade auf eine neue Ubuntu-Version durchgeführt!) das Linuxsystem geschrottet. Damit bekam Webfai seinen großen Auftritt.

Via LAN-Kabel (rechts unten zu sehen) holt sich das Notebook via Webfai die benötigten Daten.
Vergrößern Via LAN-Kabel (rechts unten zu sehen) holt sich das Notebook via Webfai die benötigten Daten.

Als Alternative zu Webfai können Sie sich natürlich von jedem Linux-System ein Image auf einen USB-Stick herunterladen und dieses auf dem Rechner installieren. Doch über die Webfai-Installation kommt das Linux auf dem Tuxedo in genau den Auslieferungszustand, mit dem es Tuxedo ausgeliefert hat. Also inklusive Treiberanpassungen etc. Der Nachteil der Webfai-Installation: Die Installationsroutine formatiert gnadenlos sämtliche verbauten Datenträger. Also nicht nur die SSD oder HDD, auf der das Linuxsystem installiert wird, sondern zum Beispiel auch eine weitere HDD, die nur als Datenspeicher dient. Wenn Sie dagegen ein Ubuntu oder eine andere Linux-Distribution mit dem Image des jeweiligen Linux-Distributors installieren, dann können Sie den Installationsvorgang genauer festlegen und zusätzliche Festplatten von der Formatierung aussparen. Sie sollten also Webfai nur verwenden, wenn Sie wirklich alle Daten auf allen im PC oder Notebook verbauten Datenträgern überschreiben wollen.

Links der USB-Stick mit der aktuellen Webfai-Version, rechts auf dem Notebook der originale, mitgelieferte USB-Stick, dessen Webfai-Version sich nicht installieren ließ.
Vergrößern Links der USB-Stick mit der aktuellen Webfai-Version, rechts auf dem Notebook der originale, mitgelieferte USB-Stick, dessen Webfai-Version sich nicht installieren ließ.

Haben Sie sich dafür entschieden Ihr Tuxedo-Notebook oder Ihren Tuxedo-PC wieder auf den Auslieferungszustand zu setzen, dann können Sie den von Tuxedo mitgelieferten USB-Stick verwenden. Eigentlich. Denn Tuxedo weist selbst daraufhin, dass Sie Webfai bereits kurz nach Beginn der Installation dazu auffordern kann, seine Daten aus dem Internet zu aktualisieren. Die Installation des neuen Linuxsystems direkt vom mitgelieferten Webfai-USB-Stick scheitert also. Exakt das war bei unserem Notebook der Fall. Somit mussten wir uns hier die neueste Webfai-Version herunterladen und auf einem USB-Stick installieren. Der eigentliche Vorgang zur Vorbereitung des Webfai-Sticks ist simpel: ZIP-Archiv auf einen anderen Rechner herunterladen, entpacken und den entpackten Inhalt dann komplett auf einen leeren USB-Stick kopieren.

Diese Betriebssysteme stehen via Webfai zur Installation bereit.
Vergrößern Diese Betriebssysteme stehen via Webfai zur Installation bereit.

Diesen Stick stecken Sie nun in das defekte Tuxedo-Gerät. Verbinden Sie das Tuxedogerät via LAN-Kabel mit Ihrem Router und bei einem Tuxedo-Notebook sollten Sie das Laptop auch noch an eine Steckdose anschließen. Starten Sie dann den Rechner.

Nun drücken Sie mehrmals die entsprechende Taste zum Öffnen des BIOS - bei unserem Notebook ist das "F7" - und stellen dort die Bootreihenfolge so um, dass das Notebook beziehungsweise der PC vom USB-Stick startet. Danach läuft die Installation tatsächlich fast vollautomatisch aus, Sie müssen sich nur noch für die gewünschte Linuxversion entscheiden - in unserem Fall wählten wir Ubuntu 20.04 LTS. Nach wenigen Minuten ist der Linux-Rechner wieder einsatzfähig.

Fast geschafft.
Vergrößern Fast geschafft.

Fazit: Eine defektes Linuxsystem ersetzen Sie mit Webfai binnen kurzer Zeit und ohne Fachwissen durch eine voll funktionsfähige neue Linux-Installation. Das klappte in unserem unfreiwilligen Test beeindruckend unkompliziert, wenn man davon absieht, dass der mitgelieferte Webfai-USB-Stick nach rund neun Monaten bereits so veraltet war, dass er nicht mehr benutzt werden konnte.

Dieses Video zeigt den Installationsvorgang mit Webfai. Allerdings anders als bei uns ohne das Problem, dass die mitgelieferte Webfai-Version bereits veraltet ist.

Besser wäre es natürlich, wenn das Tuxedo-Notebook gar nicht erst ausfallen würde…

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