168166

Was Thin Clients mit SaaS zu tun haben

16.06.2008 | 10:01 Uhr |

Auch für Unternehmen, die statt eines IT-"Zoos" überhaupt keine eigenen IT-Ressourcen wie Fachabteilung oder Rechenzentrum haben, kann sich der Schritt zu Outsourcing und Thin Client lohnen. Der Polyethylen-Schaumstoffhersteller Trocellen nutzte nach dem Verkauf an zwei japanische Konzerne und dem Auslaufen der IT-Infrastruktur-Verträge mit dem bisherigen Mutterkonzern die Gelegenheit, künftig IT-Ressourcen im SaaS-Modell über Thin Clients zu beziehen.

Nach dem Übergang zum Mietsystem greifen die Mitarbeiter nun auf die im Rechenzentrum des ITK-Dienstleisters Pironet NDH vorgehaltenen Anwendungen zu. Die als Thin Clients ausgelegten Endgeräte sind mit einer SAP-Benutzerschnittstelle ausgestattet. Ein spezielles Softwarewerkzeug des ITK-Dienstleisters sorgt für ein vereinfachtes User-Management. Oliver Cordt, Leiter Corporate Finance & IT bei Trocellen, erklärt die Funktion: "Mit diesem Tool lassen sich Nutzer leicht hinzufügen, den notwendigen Applikationen wie SAP oder Office per Mausklick zuordnen oder wieder abmelden. Dadurch gewinnen wir deutlich an Flexibilität." Neben dem ERP-System und gängigen Microsoft-Anwendungen steht den 260 Mitarbeitern über die Terminalsoftware Citrix auch das Manufacturing Execution System (MES) zur Verfügung, mit dem Trocellen seine Produktionsanlagen an acht Standorten steuert.

Unter dem Strich bleibt festzuhalten: Je stärker standardisiert eine Software ist und je einheitlicher Arbeitsplätze in einem Unternehmen ausgestattet sind, desto besser sind die Voraussetzungen für Thin Clients und Outsourcing. T-Systems-Mann Zenker sieht im Thin-Client-Konzept einen branchenübergreifenden Lösungsansatz, der sich prinzipiell für Unternehmen jeder Größenordnung eigne. Betriebe oder wissenschaftliche Einrichtungen, die mit stark spezialisierter und sehr voluminöser Software arbeiten, kommen hingegen als Anwender weniger in Frage.

Letztendlich wird der Erfolg davon abhängen, ob es den Anbietern gelingt, in der Kostenfrage die Vorteile von Thin Clients schlüssig darzulegen. Denn ein Blick in Diskussionsforen zeigt, dass dort manche Teilnehmer angesichts der aktuellen PC-Tiefpreise noch nicht so recht vom Nutzen des Thin Client überzeugt sind. Köhler empfiehlt Anwendern immer, die Gesamtkosten (TCO) im Auge zu behalten, und rät den Anbietern zu einem ebenso transparenten wie flexiblen, "atmenden" Preismodell: "Mit dynamischen Abrechnungsverfahren, etwa per Port oder per Seat, dürften die Anbieter am besten fahren." (jm)

COMPUTERWOCHE

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

168166