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Was Sie dürfen – und was nicht

25.07.2011 | 11:33 Uhr | Christian Löbering

Rechtsanwalt Michael Rohrlich, Aachen
Vergrößern Rechtsanwalt Michael Rohrlich, Aachen

Wer sich beispielsweise den aktuellen Til-Schweiger-Film oder eine „GratisVersion“ von Microsoft Office aus dem Internet lädt, begeht eine Urheberrechtsverletzung. So weit, so klar. Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang viele Fragen, die nicht so eindeutig zu beantworten sind. Rechtsanwalt Michael Rohrlich schildert für PC-WELT die Grenzen der Legalität:

Suchen ja, nutzen nein! Die Nutzung von Peer-to-Peer-Tauschbörsen, etwa Bit-Torrent-Netzwerken, zum so genannten Filesharing ist nicht grundsätzlich illegal. Es kommt vielmehr ganz darauf an, welche Dateien getauscht werden. Problematisch sind die auf diesem Weg zum Hoch-/Herunterladen bereitgestellten Inhalte, nicht die Tauschbörsen-Software an sich.

Wie kann man legal einen Kopierschutz umgehen?

Ebenso wenig ist es verboten, Spezialsuchdienste wie Craagle, Cracks.am oder Astalavista.com zu benutzen.Die dort gefundenen Inhalte dürfen jedoch nicht einfach zum Einsatz kommen. Wird zum Beispiel die so aufgestöberte Seriennummer für Adobe Photoshop eingesetzt, um dieses Programm nutzen zu können, ohne es rechtmäßig erworben zu haben, ist dies natürlich verboten. Anders, aber leider nicht wirklich eindeutig ist die Sachlage zu bewerten, wenn Photoshop zwar gekauft, aber die Seriennummer verloren wurde. Dann würde man die Seriennummer aus dem Internet letztlich dazu verwenden, „seine“ Software auch zulässigerweise nutzen zu können.

Voraussetzung ist aber auf jeden Fall, dass nur die Variante der Software freigeschaltet wird, die man auch erworben hat. Sie dürfen also nicht etwa Windows 7 Ultimate nutzen, obwohl Sie nur die Home-Premium-Version gekauft haben.

Ersatz-Seriennummer: Der bessere Weg, als im Internet nach einer Ersatz-Seriennummer zu suchen, ist die Vorbeugung. Sprich: Notieren Sie alle Seriennummern gekaufter Software, und verwahren Sie sie sicher! Wenn alle Stricke reißen, ist auch der Kontakt zum Hersteller das bessere Mittel der Wahl – so er noch existiert. Kann man den Erwerb der Software nachweisen oder ist man gar beim Hersteller registriert, kann einem sicherlich weitergeholfen werden.

Die juristische Lage ist jedoch bisweilen kompliziert, weil hier deutsches Vertragsrecht den (oft) ausländischen Lizenzbestimmungen gegenübersteht. Zwar verlangen einige Software-Hersteller ein Entgelt für eine „Ersatz-Seriennummer“. In vielen Fällen kann aber aus Kulanzgründen eine für beide Seiten gute Lösung gefunden werden. Da hierzulande grundsätzlich Vertragsfreiheit herrscht, kann zwischen Hersteller und Kunde alles vereinbart werden, was nicht gegen geltende Gesetze verstößt oder sittenwidrig ist. Insofern gibt es kaum griffige Anhaltspunkte dafür, wann eine Bearbeitungsgebühr für die Bereitstellung einer weiteren Seriennummer noch angemessen oder schon sittenwidrig ist.

Nützlich & illegal: Geheime Profi-Tools

Vorsicht vor Cracks: Wenn man schon auf Daten aus dem Internet zurückgreift, um seine Software wieder nutzen zu können, sollte man tunlichst keine Cracks einsetzen. Abgesehen von der Virengefahr wird durch sie, im Unterschied zu Seriennummern oder Key-Generatoren, in aller Regel in den Programmcode eingegriffen. Und das ist nicht zulässig.

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