31934

Warum kein 'echtes' Windows?

BEHAUPTUNG: Der Hersteller könnte auch ein herkömmliches Win beilegen

Natürlich könnte er das. Aber die so genannte DSP-Version von Windows 95/98/ME kostet ihn unterm Strich 30 bis 100 Mark mehr als eine Recovery-CD - trotz der Kosten für Programmierung und Produktion der Recovery-CD. Im harten Konkurrenzkampf, der unter PC-Herstellern herrscht, sind das Kosten, die man sonst an anderer Stelle einsparen müsste - sprich: bei der Ausstattung. Deshalb haben sich Recovery-CDs schnell durchgesetzt. Und wie erkennen Sie, welche Betriebssystem-Variante der Hersteller Ihrem PC beigelegt hat?

DSP-Version:

Die DSP-Version (Delivery Service Partner) entspricht den früher vertriebenen Retail-Versionen. Sie bekommen Sie im Plastikbeutel mit CD und Handbuch. Die CD wird von Microsoft produziert und besitzt auf der Seite, auf der sonst die Beschriftung aufgedruckt ist, eine Hologrammstruktur. Da ein Hologramm aufwendig zu produzieren ist, hofft Microsoft, so professionellen Kopierern das Handwerk zu legen. Der COA-Aufkleber liegt bei. Die DSP-Versionen dürfen die Händler auch ohne zugehörigen PC verkaufen. Sie müssen dabei den Support für das Betriebssystem übernehmen.

Recovery-CD:

Diese Betriebssystem-Variante erhalten Sie nur im Bundle mit einem PC. Die Recovery-CD wird vom jeweiligen PC-Hersteller produziert, der diese deshalb auch mit seinem Logo schmückt. Ferner steht auf der CD stets ein Hinweis á la: "Lieferung nur mit einem neuen undlt;Herstellernameundgt;-PC zulässig". Das COA-Etikett klebt am PC-Gehäuse. Für die Bedienanleitung respektive das Handbuch muss gleichfalls der PC-Hersteller sorgen, der auch für den Support geradezustehen hat. Wer Recovery-CDs produzieren will, muss einen speziellen Vertrag mit Microsoft abschließen.

Update-Version:

Diese Windows-Variante können Sie einzeln erwerben. Auf der Software-Packung finden Sie den Hinweis, dass die Vorgängerversion des jeweiligen Betriebssystems installiert sein muss, damit Sie das Update auf Ihrem PC einrichten können - also beispielsweise NT 4 für Windows 2000 oder Win 98 für Win ME. Die von Microsoft produzierten CDs kommen samt Handbuch in einer Pappschachtel, den Support übernimmt Microsoft.

Retail-Version:

Bis Ende 1999 konnten Sie in Computerfachgeschäften die Vollversionen von Windows 95/98 und NT 3.51 sowie 4 solo kaufen. In der Pappschachtel fanden sich die von Microsoft produzierte CD und das Handbuch. Den Support bietet Microsoft (für Win95 und NT 3.51 allerdings eingestellt). Windows in der Retail-Version lässt sich ohne jede Einschränkung auf jedem PC installieren.

OEM-Version:

Betriebssysteme dieser Variante, die Microsoft Ende 1999 ebenfalls eingestellt hat, wurden entweder im Paket mit einem PC ausgeliefert - oder wanderten im Plastikbeutel mit CD und Handbuch über den Ladentisch. OEM (Original Equipment Manufacturer) heißt, dass der Händler das Betriebssystem - gemäß Vertrag mit Microsoft - nur mit einem PC verkaufen darf. An diese Bestimmung hielten sich aber nicht alle Händler. Denn OEM-Versionen kamen sie im Einkauf billiger als die Retail-Versionen. Technische Einschränkungen wie beim heutigen Kopierschutz wiesen die von Microsoft produzierten OEM-CDs nicht auf. Den Support muss der PC-Hersteller beziehungsweise -Händler leisten.

PC-WELT-Report: Recovery-CD - Die Hersteller sparen

PC-WELT Marktplatz

31934