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Löschen von Daten in der Cloud

10.06.2018 | 08:54 Uhr |

Marketing-Automation-Lösungen aus der Cloud wie z.B. die Oracle Marketing Cloud bieten die Möglichkeit, eine Datenbank hinsichtlich der Löschung von Kontakten mit relativ wenig Aufwand gut und effizient zu pflegen, erläutert Frau Neumann von Oracle. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sollte es ausreichen, entsprechende Segmente hinsichtlich der Kriterien (z.B. keine Aktivität in den letzten 12 Monaten) zu bilden und diese Kontakte dann zu löschen. Automatisierte Berichte helfen bei dieser Aufgabe, ohne dass eine zusätzliche Lösung eingeführt werden muss.

Für das Löschen in der Cloud wie beispielsweise in der Azure Cloud von Microsoft gelten andere Regelungen als beim "Shreddern" von Daten auf PC oder Smartphone, erklärt Hans Wieser, Business Lead Data Platform bei Microsoft. Denn da heutzutage in Cloud-Services unendliche Mengen an Daten gespeichert werden, würde ein herkömmliches Löschen zu lange dauern.

Erschwert wird das Löschen zudem dadurch, dass ganze Server-Cluster Daten speichern - das können bis zu 400.000 Server sein, die zusammengeschaltet sind. In der Cloud werden Daten daher über Parallelisierung gelöscht und im nächsten Schritt durch Neuzuteilung die gespeicherten Daten in alle Winde zerstreut und damit wertlos. Und so hat niemand mehr Zugriff auf die Daten - die Daten lösen sich quasi auf. Die Daten sind damit zwar nicht militärisch vernichtet, der Zugang ist jedoch gekappt. Die Infrastruktur auf der Access-Ebene wird zerstört. Zertifizierungen und Audits sichern das Löschen bei Cloud-Services ab.

In der Cloud findet man in der Regel Data Controller und Data Processor als Beteiligte: Der Controller (z.B. Firma) hat die Daten, der Processor ist der Service Provider. Beide haben verschiedene Rechte und Pflichten, erklärt Andreas Olah, Senior Research Analyst bei IDC. Neue EU-Regelungen sollen in Zukunft auch Cloud Provider mehr in die Pflicht nehmen.

Fazit: Löschen erfordert Strategie und Prozesse

Ein effektives Datenmanagement steht und fällt mit einer durchdachten Löschstrategie und sauber implementierten Löschprozessen. Voraussetzung dafür ist eine Datenkultur, die von allen Organisationsmitgliedern verstanden und getragen wird - nur so ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten möglich - auch und gerade bei der Vernichtung von Informationen. Das physische Vernichten ist dann nur noch Handwerk. (mb)

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