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Das Betriebssystem als direkter AngriffspunktVorsicht bei der Server-Migration

22.07.2010 | 08:54 Uhr |

Techniken wie das beschriebene ASLR sollen auch vor unbekannten Schwachstellen schützen. Deren Anzahl lässt sich in Relation zur Angriffsfläche eines Systems betrachten, die sich im Wesentlichen aus laufenden Prozessen und Diensten, offenen Ports, aber auch der Menge an installierter Software zusammensetzt.

Um dem Angreifer möglichst wenig Ansatzpunkte zu liefern, sollte die Angriffsfläche im Idealfall so minimal sein, dass Techniken wie ASLR und DEP gar nicht erst zum Tragen kommen.

Eine gute Systemhärtung etwa kann viele Angriffe abwehren, da sie die Grundlage für den Angriff entzieht. Aber sie erfordert auch viel Know-how und Zeit. Ein Beispiel hierfür ist die Core-Installation des Windows Server 2008 , die ohne Benutzeroberfläche und sonstige Spielereien auskommen muss und damit eine neue Richtung in Microsofts Politik bedeutet.

Microsoft hat seit den ersten Gehversuchen mit Windows NT viel Detailarbeit bei den Einstellungen der neuen Betriebssysteme geleistet. So wurde das Sicherheitsniveau neuer Installationen von Server NT bis Server 2008 stark angehoben. Die Betonung liegt hier auf "neue Installation", denn im Gegensatz dazu ist eine Migration, so vorteilhaft sie für ein Unternehmen auch scheinen mag, aus Sicherheitssicht bedenklich. Durch die Migration von Systemen werden unsichere Einstellungen und mögliche Sicherheitslücken auf das neue System übertragen. Einstellungen wie der berüchtigte LM-Hash (LAN Manager) können durchaus gewünscht sein. Im Gros der Fälle handelt es sich jedoch um Erblasten, die den potenziell sichereren neuen Systemen und Infrastrukturen die Chance nehmen, ihr Potenzial auszuspielen. Ein Server, der seit Jahren immer wieder auf neuere Betriebssysteme migriert wurde, wird nie das Maß an Sicherheit bieten wie ein neues System, dessen Einstellungen bekannt sind.

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