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Hier wurden selbst Hunde geopfert

26.12.2019 | 08:16 Uhr | Hans-Christian Dirscherl,

8) Myspace

Zwischen 2004 und 2007 war Myspace eines der dominantesten Sozialen Netzwerke für Privatnutzer, Firmen, Musiker und mehr. Und noch dazu eine der am häufigsten besuchten Webseiten überhaupt. Anfang 2008 übernahm Facebook das Social-Media-Ruder und konnte sich mit schnelleren Innovationen und besseren Ideen durchsetzen.

Seit der Übernahme durch Rupert Murdochs News Corp. im Jahr 2005 galt Myspace allgemein nur noch als „noch ein Besitztum von Rupert Murdoch". Der Traffic der Webseite ging massiv zurück, Nutzer wanderten nach und nach zu Facebook ab. Im Jahr 2011 wurde die Firma verkauft und gehört nun sowohl Specific Media als auch Justin Timberlake. Unter dem Namen „ New Myspace " richtet sich die Seite nun stärker an der Musikbranche aus. Doch im März 2019 verlor Myspace 50 Millionen MP3s.

9) Nokia

Falls Sie es bereits vergessen haben sollten: Nokia war der weltgrößte Verkäufer von Mobiltelefonen in den Jahren 1998 bis 2012. Danach musste Nokia aber herbe Verluste durch iPhone und Android-Smartphones einstecken. Ein Deal mit Microsoft im Jahr 2011, durch den auf nahezu allen Nokia-Geräten das Windows Phone-OS implementiert wurde, konnte das Handygeschäft von Nokia auch nicht mehr retten. Microsoft übernahm 2014 die Mobilfunksparte von Nokia  - das sich bis heute auf den Bereich Netzwerk- und Telekommunkationstechnik konzentriert - und brachte eine Zeit lang unter dem Markennamen Nokia Handys heraus, doch auch dieses Geschäft scheiterte.

HMD Global wagte mit dem Markennamen Nokia einen Neustart und verkauft darunter Android-Smartphones für verschiedene Preissegmente sowie Retro-Handys. Dabei versucht HMD Global vor allem durch die Qualität seiner Smartphone-Kameras zu glänzen.

10) Gateway

Noch ein gefallener Held der 90er Jahre ist Gateway, ein Unternehmen aus Iowa. Einst stellte es hochwertige aber bezahlbare Windows-PCs für die breite Masse her und hatte eine Zeit lang sogar diverse Läden in den USA. Doch die Dot-com-Wirtschaftskrise traf Gateway hart. Lange Zeit versuchte das Unternehmen erfolglos, sein Angebot auf günstige Fernseher, Kameras und Router auszuweiten, schaufelte sich aber mit schlechtem Kundenservice sein eigenes Grab.

Das angeschlagene Gateway ging 2007 zum Preis von 546 Millionen Euro in die Hände von Acer über. Zum Vergleich: 1997 hatte Compaq für Gateway noch knapp 5,3 Milliarden Euro geboten.

Rückblick: Diese Technik nutzten wir in den 90ern

11) Lycos

Lycos wird wohl auf ewig als die Suchmaschine mit dem Labrador im Gedächtnis bleiben, die gnadenlos von Google verdrängt wurde. Im Jahr 1999 war Lycos jedenfalls die weltweit am häufigsten besuchte Webseite im Netz. Dann wurde sie an den spanischen Provider Terra Networks verkauft und es ging bergab.

Nach der Niederlage gegen Google wandte sich Lycos vom Suchmaschinen-Dasein ab, verkaufte eine Menge seines Bestands und erfand sich als Portal für Games, E-Mails, News und Web-Publishing-Tools neu. Doch dieser Neustart scheiterte. Lycos existiert zwar noch, führt aber ein absolutes Schattendasein.

12) Hewlett-Packard

HP hat in den 1940ern als Garagen-Start-up begonnen und sich zum strahlenden Helden des Silicon Valley hochgekämpft. HP war und ist ein wichtiger Hersteller von PCs und vor allem von Druckern. Doch das Unternehmen hat mehrere Strategiewechsel, Umstrukturierungen und Aufspaltungen und unzählige Entlassungswellen hinter sich. Die Firma hat den Wechsel auf Mobile verpasst und versucht deshalb immer wieder, ihr Geschäftsmodell neu zu arrangieren.

Die ehemalige CEO Meg Whitman scheint HP wieder auf die richtige Bahn gebracht zu haben . Mit seinem breiten Portfolio an Produkten und kürzlichen Neuerwerbungen dürfte der Konzern für die Zukunft gut aufgestellt sein. Doch der einstige strahlende Held des Silicon Valley wird HP nie wieder werden.

Siehe auch:

Hewlett-Packard streicht bis zu 4000 Arbeitsplätze

Hewlett-Packard wird in zwei Bereiche aufgespaltet

Hewlett-Packard trennt erneut Drucker- von PC-Sparte

Hewlett-Packard entlässt 30.000 Mitarbeiter

Hewlett-Packard entlässt 27.000 Mitarbeiter

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Hewlett-Packard entlässt 9000 Mitarbeiter

Hewlett-Packard feuert 1500 Mitarbeiter in Deutschland

13) Netscape

In den frühen Tagen des Internets war der Netscape Navigator der einzige Browser von Bedeutung. Seine Nutzeranteile lagen bei 90 Prozent. Doch im ersten Browserkrieg der späten 1990er Jahre wurde Netscape von Microsofts Internet Explorer geradezu plattgewalzt. Vor allem wohl, weil Microsoft seinen IE in jede Version von Windows integrierte. Netscape hatte dagegen keine Chance und wurde 2007 als Browser eingestellt.

Doch das untergehende Netscape übte süße Rache: Bevor das Unternehmen Netscape Communications 1998 von AOL übernommen wurde, übergab es seinen Open-Source-Code an die gemeinnützige Mozilla Foundation. Die wiederum nutzte den Code, um Firefox zu erschaffen – den beliebten Browser, der heute von Millionen genutzt wird und dem Internet Explorer große Marktanteile abgenommen hat.

14) Palm

Lange vor Smartphone und Tablet gab es den PDA – und unter ihnen war Palmpilot der König. All-in-one-Smartphones, angeführt von RIMs Blackberry, führten Anfang 2000 zum Aussterben der PDAs. Doch Palm passte sich an und veröffentlichte im Lauf der Jahre durchaus hochwertige Smartphones wie das Palm Treo, das Centro und das Pre. Das Unternehmen entwickelte 2009 sogar ein eigenes Mobil-System mit dem Namen Web-OS, das erstmals auf dem Palm Pre zum Einsatz kam. Doch die Verkäufe des Pre waren schlechter als gedacht, so dass sich das Pre zu Palms letztem Produkt entwickelte. Die Firma wurde im Jahr 2010 von HP aufgekauft, das die Marken Palm und Web-OS komplett einstampfte.

Siehe auch: Die wichtigsten Palms der IT-Geschichte

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