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Von Antrieb und Demotivation

08.05.2010 | 11:01 Uhr | Benjamin Schischka

Karl Klammer
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© 2014

Im November 1996 bringt Microsoft Office 97 heraus – mit einer neuen Funktion: dem Office-Assistenten. Eine animierte Figur in Form einer Büroklammer mit dem klangvollen Namen “Karl Klammer”. Eigentlich ist Karl dafür gedacht, den Nutzern ihre Arbeit zu erleichtern, indem er auf dem Bildschirm auftaucht und Hilfe und Tipps zu eben den Aufgaben gibt, die der User gerade erledigt. Anstatt zu motivieren wird Karl jedoch als aufdringlich und nervtötend empfunden und von vielen Nutzern regelrecht gehasst. Sogar einige Microsoft-Mitarbeiter hassen die animierte Klammer. Steven Sinofsky, derzeit Präsident der Windows- und Windows-Live-Division, schreibt in sein Blog: “Der Office-Assistent wurde während seiner Entwicklung liebevoll TFC genannt. Das C steht für Clown. Sie dürfen raten, wofür die anderen zwei Buchstaben stehen.”
Microsoft hingegen nutzt den Hass gegen Karl Klammer zu seinen Gunsten aus und ruft eine Anti-Klammer-Webseite ins Leben, um Werbung für den Nachfolger von Office 97 zu machen, nämlich für Office XP. Denn Office XP hat den Office-Assistenten standardmäßig ausgeschaltet. Die Webseite sammelt rund 22 Millionen Klicks und erlaubt Besuchern unter anderem gemeine Aktionen, wie das Schießen mit einem Gummiband auf Karl Klammer.

Ribbon von Microsoft Office 2007
Vergrößern Ribbon von Microsoft Office 2007
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Aber nicht immer wird ein Motivationsfaktor so schlecht aufgenommen. Im März 2006 veröffentlicht Microsoft Office 2007 mit brandneuer Benutzeroberfläche. Vorbei die altbekannten Menüs und Toolbars. Sie werden durch die sogenannte “Ribbon” ersetzt, die die meist benutzten Kommandos in einem speziellen Bedienfeld platziert. Nach kurzer Eingewöhnung finden die meisten Nutzer die Ribbon sehr nützlich und komfortabler als die alte Benutzeroberfläche. Laut einer Studie von Microsoft sollen die Ribbons sogar ein echter Produktivitäts-Anheizer sein. Und zwar in solchem Maße, dass sich der Konzern entschieden hat, Elemente daraus in seine gesamte Produktlinie einzubauen – inklusive in Windows selbst.

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