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Virtualbox Portable - virtueller PC für den USB-Stick in 5 Schritten

26.06.2019 | 08:02 Uhr |

Mit Portable-Virtualbox erstellen Sie einen virtuellen PC zum Mitnehmen. So haben Sie ein sicheres Surfsystem oder Ihr persönliches Windows auf dem USB-Stick immer griffbereit. Mit unserem Workshop benötigen Sie dazu nur sieben Schritte.

Um sich einen virtuellen PC zusammenzustellen, auf den Sie auch dann zurückgreifen können, wenn Sie keinen eigenen Rechner zur Hand haben, eignet sich die portable Version des Gratis-Virtualisieres Virtualbox . Wie bei der Variante für den Desktop liegen die Vorteile von Portable-Virtualbox in der freien Nutzung, den vielen Funktionen und der Möglichkeit, über Snapshots Zustände des virtuellen PCs festzuhalten. Portable-Virtualbox ist eine vollständige Virtualisierungsumgebung für Windows, die mit einem eigenen Starter versehen ist. Der Workshop beschreibt, wie Sie vorgehen, um sich einen virtuellen PC für unterwegs zu erstellen.

1. Passender USB-Datenträger: Speichertyp und Größe

Ein zu kleiner USB-Stick führt zu Fehlermeldungen beim Laden von Gastsystemen.
Vergrößern Ein zu kleiner USB-Stick führt zu Fehlermeldungen beim Laden von Gastsystemen.

Im ersten Schritt gilt es, das richtige externe Speichermedium zu wählen. Am besten sind Sie mit einem USB-Stick beraten. Da selbst Linux-Gastsysteme bereits einen Umfang von mehreren GB mitbringen, sollten Sie nicht an der Kapazität des Sticks sparen. In unseren Versuchen klappt das Einspielen von unterschiedlichen VMs – etwa Linux Mint 18.03 oder Windows 10 – erst reibungslos mit einem 64 GB großen externen Speicher. Bei Sticks mit geringerer Kapazität bricht der Vorgang mit der Meldung „Die Appliance xxx konnte nicht importiert werden“ und „VERR_DISK_FULL“ ab. Achten Sie auch auf die Schnittstelle und entscheiden Sie sich für einen Stick mit USB-3.0-Anschluss (Superspeed). Ein derartiger Flashspeicher ist keine große Investition mehr. Sie erhalten ihn ab 15 Euro.

Möglicherweise wollen Sie für das portable Virtualisieren eine externe Festplatte einsetzen. Die Datenträger bieten oft eine hohe Kapazität und bringen in der Regel einen USB-3.0-Anschluss mit. Beides spricht eigentlich für einen erfolgreichen Einsatz als portable Umgebung. Allerdings steckt im Gehäuse meist eine Magnetfestplatte mit deutlich weniger Geschwindigkeit als bei einem Flashspeicher. Da es gerade beim Laden von VMs auf möglichst schnelle Zugriffe ankommt, bekommen Sie mit externen HDDs oft Probleme. Der Vorgang bricht gerne mit einer Fehlermeldung wie „Für die virtuelle Maschine xxx konnte keine neue Sitzung eröffnet werden“ ab. Unter den Details finden Sie dann das Stichwort „MachineWrap“, das auf Probleme beim Entpacken hindeutet und damit auf das fehlende Tempo des Datenträgers.

Tipp: Diese Portable-Tools gehören auf jeden USB-Stick

2. Portable Version des Virtualisierers Virtualbox erstellen

Zum Erstellen der portablen Version benötigen Sie die Installationsdateien der Desktop-Variante.
Vergrößern Zum Erstellen der portablen Version benötigen Sie die Installationsdateien der Desktop-Variante.

Damit das Virtualisieren unterwegs reibungslos klappt, bereiten Sie den virtuellen PC am besten am heimischen Rechner vor. Wenn Sie bereits Virtualbox verwenden, deinstallieren Sie das Programm vollständig oder nutzen Sie zur Ersteinrichtung der portablen Version einen Rechner, auf dem die Virtualisierungsumgebung nicht aufgespielt ist. Der Grund: Ist Virtualbox auf dem System vorhanden, fungiert die portable Variante nur noch als Starter der installierten Programmfassung.

Sie entpacken das Dateiarchiv von Virtualbox Portable in einen leeren Ordner auf Ihre Festplatte, dem Sie einen beliebigen Namen geben – etwa „Portable VB extrahiert“. Wenn Sie das Verzeichnis öffnen, finden Sie darin den Ordner „Portable-VirtualBox“, der die ausführbare Datei „Portable- VirtualBox.exe“ enthält. Um die aktuelle portable Fassung zu erstellen, laden Sie Virtualbox in der Desktop-Version herunter und legen die Exe-Datei in dieses Verzeichnis ab. Verfahren Sie genauso mit dem Extension-Pack, das dieselbe Versionsnummer tragen muss.

Per Doppelklick starten Sie die Starter-Exe-Datei des portablen Virtualisierers. Im ersten Fenster wählen Sie unter „Search“ als Konfigurationsdatei „german.ini“ aus und bestätigen mit „OK“. Im folgenden Fenster klicken Sie nicht auf „Installationsdateien von VirtualBox herunterladen“ klicken, sondern navigieren unter „suche“ zur Virtualbox-Exe-Datei auf Ihrem Rechner.

Auch für die portable Version von Virtualbox lohnt es sich, die Zusatzpakete zu ergänzen.
Vergrößern Auch für die portable Version von Virtualbox lohnt es sich, die Zusatzpakete zu ergänzen.

Im unteren Fensterbereich wählen Sie aus, ob Sie die portable Fassung für ein 32- oder 64-Bit-System erstellen wollen. Am besten aktivieren Sie beide Optionen. So sind Sie auf der sicheren Seite und haben den Vorteil, dass die Gasterweiterungen automatisch eingebunden werden, die Ihnen zusätzliche Funktionen wie erweiterte Grafikkarten-Treiber oder eine gemeinsame Zwischenablage ermöglichen. Wenn Sie danach auf „OK“ klicken, beginnt der Download. Die benötigten Dateien werden nun aus dem Setup-Archiv von Virtualbox extrahiert und in die portable Version eingebunden.

Starten Sie Portable-Virtualbox und binden Sie die Extensions ein, über die das portable Programm mit USB-Schnittstellen und Netzwerkeinstellungen umgehen kann. Dazu klicken Sie in der Virtualisierungskonsole auf „Datei –› Einstellungen“ und wählen links „Zusatzpakete“ aus. Im folgenden Fenster klicken Sie links auf das Pluszeichen und navigieren zum Speicherort des Extension-Packs auf Ihrem Rechner. Haben Sie es ergänzt, sehen Sie es im Fenster angezeigt. Beenden Sie den Vorgang mit „OK“ und schließen Sie Portable-Virtualbox.

3. Virtualbox auf USB-Speicherstick übertragen

Beim Start von Portable-Virtualbox sehen Sie einen Hinweis auf Pfadanpassungen.
Vergrößern Beim Start von Portable-Virtualbox sehen Sie einen Hinweis auf Pfadanpassungen.

Ist alles fertig konfiguriert, schließen Sie das externe Speichermedium an den Rechner an. Kehren Sie auf Ihre interne Festplatte in das Verzeichnis „Portable-VirtualBox“ zurück und markieren Sie alle Dateien und Ordner. Kopieren Sie sie in das Hauptverzeichnis Ihres USB-Sticks. Auf dem externen Datenträger starten Sie den Virtualisierer mit einem Doppelklick auf „Portable- VirtualBox.exe“. Es erscheint der Hinweis „Bitte starte VirtualBox neu, damit alle Pfade angepasst werden können!“, den Sie mit „OK“ bestätigen.

Siehe auch: Tutorial - So funktionieren virtuelle PCs mit Virtualbox

4. Grundlegende Einstellungen vornehmen

Sollen USB-Schnittstellen unterstützt werden, müssen Sie über die „Einstellungen“ eingreifen.
Vergrößern Sollen USB-Schnittstellen unterstützt werden, müssen Sie über die „Einstellungen“ eingreifen.

Nach dem Öffnen der portablen Virtualisierungsumgebung hat sich der Starter in der Windows-Taskleiste mit einem Symbol eingetragen. Sie sehen es entweder direkt in der Leiste oder finden es, wenn Sie auf den Pfeil für weitere Programmsymbole klicken. Per Rechtsklick auf den blauen Würfel gelangen Sie ins Kontextmenü. Hier lassen sich Grundeinstellungen für Portable-Virtualbox vornehmen, die dann bei jedem Start aktiviert sind. Wählen Sie dazu „Einstellungen“ aus.

Wollen Sie beispielsweise Portable-Virtualbox stets zusammen mit einem bestimmten Gastsystem starten, legen Sie das im Reiter „VB-Manager“ fest. Wählen Sie zuerst „VirtualBox mit“ aus und geben Sie bei „VM eintragen…“ den Pfad zur virtuellen Maschine an. Beachten Sie, dass sich das Gastsystem auf dem externen Datenträger befinden muss. Am besten legen Sie darauf einen Ordner „VMs“ an. So behalten Sie die Übersicht über Ihre virtuellen Maschinen. Die Einstellung in Portable-Virtualbox bestätigen Sie mit einem Klick auf „Speichern“.

Soll der portable Virtualisierer stets USB-Schnittstellen erkennen, müssen Sie die Option unter „USB“ aktivieren. Wählen Sie dazu „VirtualBox mit USB-Unterstützung starten“ und speichern Sie die Einstellung. Ebenso verfahren Sie, wenn der Virtualisierer Zugriff auf das Netzwerk haben soll. Die Funktion ist in den Grundeinstellungen deaktiviert. Wählen Sie dazu den Reiter „Netzwerk“ und „VirtualBox mit Netzwerkunterstützung starten“ aus.

Ist Portable-Virtualbox gestartet, finden Sie ein Symbol in der Windows-Taskleiste.
Vergrößern Ist Portable-Virtualbox gestartet, finden Sie ein Symbol in der Windows-Taskleiste.

Außerdem ist in den Grundeinstellungen die Verwendung von Tastenkürzeln aktiviert. Sechs Hotkeys sind vordefiniert: So beenden Sie das Programm mit Strg-6, holen eine gestartete virtuelle Maschine mit Strg-1 in den Vordergrund oder verstecken den portablen Starter mit Strg-2. Die Tastenkombinationen lassen sich nach Ihren Wünschen anpassen. Dazu wählen Sie den Reiter „Hotkey-Einstellungen“ und passen die Tastenkombinationen an. Mit einem Klick auf „Speichern“ sind Ihre neuen Hotkeys angelegt.

Achtung: Alle Änderungen werden erst aktiv, wenn Sie Portable-Virtualbox neu gestartet haben. Eventuell müssen für Ihre Einstellungen Treiber nachgeladen werden. Ist das der Fall, macht Sie der Virtualisierer bei jedem Start darauf aufmerksam.

5. Fertigen virtuellen PC in Portable-Virtualbox laden

Fertige virtuelle PCs lassen sich auch per Stick importieren.
Vergrößern Fertige virtuelle PCs lassen sich auch per Stick importieren.

Um sich mit Portable-Virtualbox vertraut zu machen, ist eine fertige virtuelle Maschine ein empfehlenswerter Weg. Sie finden eine Auswahl von einsatzbereiten VMs auf der Webseite www.osboxes.org/virtualbox-images . Viele Downloads sind kostenlos, für andere müssen Sie ein paar Euro investieren. Insgesamt haben Sie hier jedoch den Vorteil, dass Sie die Images als VDI-Datei direkt in Portable-Virtualbox importieren können. Wählen Sie dazu auf der Webseite unter „VM Images“ die „VirtualBox Images“ aus. Bei der Wunsch-VM können Sie sich meist zwischen 32- und 64-Bit-Varianten entscheiden. Laden Sie die passende Version erst auf Ihren externen Speicher, wenn Sie sie entpackt haben. In der Virtualbox-Konsole importieren Sie die fertige VM, indem Sie „Maschine –› Hinzufügen“ auswählen und zur Datei navigieren.

Portable-Virtualbox unterstützt auch die Open-Virtualization-Formate OVF und OVA. Um eine solche VM zu importieren, speichern Sie sie zunächst auf Ihrem Flashspeicher ab. Danach laden Sie die Datei über „Datei –› Appliance importieren“. Sind Sie zur entsprechenden Datei über das Ordnersymbol navigiert, sehen Sie die Appliance-Einstellungen. Sie lassen sich bereits vor dem eigentlichen Import anpassen. Allerdings sollten Sie für die portable Fassung nicht zu leistungsintensive Einstellungen vornehmen, da Sie die VM in der Regel von unterschiedlich stark konfigurierten Rechnern aus starten wollen. Der Ladevorgang dauert über den USB-Stick auch deutlich länger als über eine interne Festplatte. Ladezeiten von mehreren Minuten sind in unseren Versuchen keine Seltenheit.

Siehe auch: Die besten Tipps & Tricks für Virtualbox

6. Einen eigenen virtuellen Rechner anlegen

Hat der Test mit einem fertigen Gastsystem in Portable-Virtualbox geklappt, erstellen Sie sich einen eigenen virtuellen Rechner. Sie gehen dabei genauso vor wie bei der Desktop-Version des Virtualisierers. Als Zielverzeichnis für den virtuellen PC und die zugehörige virtuelle Festplatte müssen Sie allerdings den USB-Flashspeicher angeben. Alternativ verwenden Sie als Speicherziel zunächst die interne Festplatte Ihres Rechners und kopieren anschließend den fertigen virtuellen Rechner auf den externen Speicher.

7. Einstellungen des virtuellen Gast-PCs anpassen

Einstellungen lassen sich in Portable-Virtualbox an den jeweiligen Host-Rechner anpassen.
Vergrößern Einstellungen lassen sich in Portable-Virtualbox an den jeweiligen Host-Rechner anpassen.

In der Konsole von Portable-Virtualbox lassen sich die Einstellungen der virtuellen Maschine leicht an die jeweilige Host-PC-Konfiguration anpassen. Dazu markieren Sie links im Fenster die VM Ihrer Wahl und öffnen über „Ändern“ das Konfigurationsfenster. Beispielsweise lässt sich unter „System“ der Hauptspeicher des virtuellen PCs ändern. Mit Portable-Virtualbox lassen sich allerdings keine eigenen Netzwerkadapter erstellen, da hierfür mehrere Registry-Einträge angelegt werden müssten. Da die Werte vom jeweiligen Host-PC abhängen, lassen sie sich nicht auf eine portable Version übertragen.

Dafür weist Sie Portable-Virtualbox genauso wie die Desktop-Version des Programms darauf hin, wenn Einstellungen nicht passen oder mit anderen in Konflikt stehen. In diesem Fall finden Sie unten im Fenster den Hinweis „Ungültige Einstellungen erkannt“. Wenn Sie mit der Maus auf das daneben eingeblendete Symbol zeigen, sehen Sie eine Beschreibung des Problems. So können Sie es leicht beheben.

Apple wollte auf seiner Entwicklerkonferenz mal wieder allen zeigen, wer die dicksten Äpfel hat: Der neue Mac Pro, der natürlich im ultra-stylischen Tower-Gehäuse kommt, kostet schon in der mittelmäßigen Grundausstattung 5999 Dollar. Wenn man alles an Erweiterungskarten dazukauft, was ins Gehäuse reinpasst und den Mac Pro damit zum absoluten Rechenmonster und Traum jedes Video- und 3D-Profis macht, muss man sogar rund 50.000 Euro auf den Tisch legen. Wahnsinn!
Übertrieben teuer ist aber nicht nur der Mac Pro, sondern auch der passende Profi-Monitor "Pro Display XDR" für 5000 Euro und der erst recht der dazugehörige Ständer für unfassbare 1000 Euro! Aber seht selbst...

► Ausführlicher Artikel zum Mac Pro (2019): www.macwelt.de/news/Mac-Pro-wird-wieder-modular-10603853.html

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