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Verschlüsselung und elektronisches Geld

Ein in doppelter Hinsicht interessantes Betätigungsfeld fanden Kryptografen in der Absicherung von Geldtransfers im Internet und in anderen Datennetzen. Zum einen fordert kaum eine andere Kryptoanwendung einen so ausgeklügelten Umgang mit den unterschiedlichen Verfahren. Zum anderen winkt angesichts des beginnenden Electronic-Commerce-Booms das große Geld. Mit den Neuentwicklungen E-Cash, Cybercash, SET (Secure Electronic Transaction) und anderen gibt es daher längst eine ganze Reihe von Produkten und Kommunikationsprotokollen, die mittels digitaler Signaturen und Verschlüsselungsverfahren Manipulationen beim Geldtransfer in den Netzen verhindern sollen.

Trotz aller Quantensprünge, die die Kryptografie seit den Tagen des mesopotamischen Töpfers gemacht hat, ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen. Statt der Erfindung neuer Methoden steht derzeit jedoch eindeutig deren Integration in bestehende Systeme im Vordergrund. "Die Herausforderung besteht vor allem darin, die Kryptografie so benutzerfreundlich wie möglich zu machen", urteilt der amerikanische Security-Vordenker Carl Ellison.

"Das Verschlüsseln von Daten sollte vom Anwender unbemerkt ablaufen, keine nennenswerten Verzögerungen verursachen und allenfalls einen Knopfdruck erfordern." Die Devise "Stell dir vor, alle verschlüsseln, und keiner merkt es" will Ellison dennoch nicht verbreiten. "Trotz allem sollten die Anwender natürlich wissen, daß und wie kryptografische Verfahren für Sicherheit sorgen", so der engagierte Security-Experte. Nach seiner Überzeugung gilt folgende Perspektive: "Daß dieses Bewußtsein auch bei zunehmender Einfachheit gewahrt bleibt, ist eine weitere bedeutende Herausforderung der Kryptografie."

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