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Verschlüsselung als Wissenschaft

Dabei wurden schon in den 70ern einige Grundsätze aufgestellt, die bis heute gültig sind. So arbeiten moderne Verschlüsselungsverfahren nicht mehr mit Geheimsymbolen. Statt dessen werden Bit-Folgen mit Computerunterstützung auf komplexe, genau definierte Weise durcheinandergemischt. Ein wichtiges Prinzip hierbei: In eine Verschlüsselung geht stets ein Paßwort (Schlüssel) mit ein, ohne das eine Entschlüsselung nicht möglich ist. Während der Schlüssel nur denjenigen bekannt sein darf, die die Befugnis zur Entschlüsselung haben, ist eine Geheimhaltung des Verschlüsselungsverfahrens an sich bei einer solchen Praxis nicht notwendig.

Eine der ersten Methoden, die diesen Grundsätzen entsprach, war in den 70er Jahren der Data Encryption Standard (DES). Der unter Mitwirkung der einflußreichen von IBM entwickelte DES setzte Maßstäbe: Kryptoanalytiker bissen sich auf der Suche nach Schwachstellen regelmäßig die Zähne aus. Nachdem IBM zwar das Verfahren, nicht aber die dahinterstehenden Ideen veröffentlicht hatte, dauerte es etwa zehn Jahre, bis die an den Universitäten aktiven Kryptografen alle Details des DES verstanden hatten. Um so unverständlicher war es, daß IBM eine genauso offensichtliche wie unnötige Schwachstelle eingebaut hatte: Die Schlüssellänge des DES war ohne technische Notwendigkeit auf 56 Bit festgelegt worden, was bereits vor 20 Jahren als knapp bemessen galt.

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