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VPN auf Android-Geräten einsetzen

09.09.2019 | 12:39 Uhr | Frank Ziemann

Es gibt gute Gründe, um nicht nur auf dem PC, sondern auch auf Ihrem Android-Smartphone oder -Tablet ein VPN einzusetzen. Wir zeigen Ihnen, was es dabei zu beachten gilt.

Viele nutzen auf dem PC ein VPN (Virtual Private Network), um ihre Privatsphäre zu schützen. Ein VPN verbirgt Ihre IP-Adresse hinter der eines VPN-Knotens. Steht dieser in einem anderen Land, wird einer Website, die Sie nun aufrufen, der Eindruck vermittelt, Sie befänden sich in diesem Drittland. Dies schützt einen Teil Ihre Privatsphäre und kann auch Zugriff auf Inhalte ermöglichen, die Sie etwa aus Deutschland nicht erreichen können (Geo-Blocking). Andersherum können Sie auf Reisen mit einem VPN auf Inhalte zugreifen, die zwar aus Deutschland, nicht aber aus Ihren derzeitigen Reiseland zugänglich sind. Außerdem wird der gesamte Netzwerkverkehr zwischen Ihrem Mobilgerät und dem VPN-Knoten verschlüsselt und ist damit vor neugierigen Dritten geschützt. Auf Ihrem Smartphone können Sie z.B. NordVPN nutzen. Weiter unten erklären wir, wie die Installation von NordVPN auf einem Android Smartphone gelingt.

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Gerade auf Reisen kann der Einsatz eines VPN auf dem Smartphone oder Tablet also sinnvoll sein. Das beginnt bei öffentlichen WLAN-Hotspots, deren Betreiber (und ihre Vertrauenswürdigkeit) Sie nicht einschätzen können. Dies gilt auch für das WLAN im Hotel. Zudem kann sich in Ihrer Nähe ein Täter aufhalten, der mit seinem Notebook einen WLAN-Hotspot betreibt und mit einem passend gewählten Namen vortäuscht, es handele sich um das Netzwerk des Hotels, Flughafens oder des Cafés, in dem Sie gerade sitzen. Wenn Sie Ihr Gerät nichtsahnend mit diesem zweifelhaften WLAN verbinden, könnte der Täter vertrauliche Informationen wie Anmeldedaten abgreifen, Sie auf betrügerische Websites umleiten oder Ihnen schädliche Downloads unterschieben. Wenn Sie ein VPN nutzen, sieht er nur das Rauschen eines verschlüsselten Datenstroms, mit dem er nichts anfangen kann.

Mit einem VPN können Sie sich unterwegs auch mit Ihrem Heimnetzwerk oder dem LAN Ihres Arbeitgebers oder Kunden verbinden, ohne vertrauliche Daten dem Zugriff Dritter auszusetzen. Die Nutzung eines WLAN-Hotspots erspart Ihnen unter Umständen hohe Roaming-Gebühren, die bei datenintensiven Anwendungen über das Mobilfunknetz im Reiseland anfallen können. Ein VPN bietet dabei zusätzlichen Schutz für Ihre Privatsphäre.

Wollen Sie die aktuelle Folge Ihrer Lieblingsserie auch im Urlaub nicht verpassen, wählen Sie in der VPN-App einen Server-Standort in Deutschland, um auf die Mediatheken deutscher TV-Sender zugreifen zu können. Die Mediatheken sind meist nur aus Deutschland, allenfalls noch aus Österreich und der Schweiz frei zugänglich. Und Sie können via VPN auch zu Hause mit dem Tablet auf Streaming-Dienste wie Netflix USA oder BBC iPlayer zugreifen.

Beim Online-Banking auf Mobilgeräten wird regelmäßig empfohlen, lieber das Mobilfunknetz zu nutzen. Mit einem VPN können Sie auch das WLAN im Hotel nutzen. Zudem können Sie einen Server-Standort in Deutschland einstellen, damit Ihre Bank gar nicht erst auf die Idee kommt, Unbefugte würden aus dem Ausland auf Ihr Konto zugreifen und den Zugriff deshalb verweigert.

Damit die Tarnung Ihres tatsächlichen Aufenthaltsorts auch funktioniert, sollten Sie zumindest während der VPN-Nutzung die Ortungsdienste (GPS & Co) Ihres Android-Geräts ausschalten. Apps, die Zugriff auf die Ortungsfunktionen haben, können sonst trotz VPN feststellen, wo Sie sind und dies an die Server melden, mit denen sich die Apps verbinden.

VPN-Konfiguration auf Android Geräten
Im Vergleich zu den VPN-Clients für Windows bieten viele VPN-Apps für Android weit weniger Einstellmöglichkeiten. Das macht die Einrichtung übersichtlicher und einfacher, beschränkt jedoch andererseits Ihre Optionen. Dennoch ist es wichtig, sich ein wenig mit den Einstellungen zu beschäftigen, insbesondere mit Blick auf den Einsatz auf Reisen.

NordVPN: Konfiguration
Vergrößern NordVPN: Konfiguration

Machen Sie sich bereits vor der Abreise mit der Bedienung und Konfiguration Ihrer VPN-App vertraut. Achten Sie bei der Einrichtung der VPN-App darauf, was passiert, wenn Sie unbemerkt außer Reichweite des WLAN-Hotspots geraten. Andernfalls kann es passieren, dass die verschlüsselte VPN-Verbindung abbricht und Sie ungeschützt über das Mobilfunknetz surfen. Um dies zu verhindern, gibt es in vielen VPN-Apps einen so genannten „Internet Kill Switch“, der oft, aber nicht in jedem Fall, standardmäßig aktiviert ist. Der Kill Switch unterbindet jedweden Internet-Datenverkehr, falls die VPN-Verbindung abbricht.

NordVPN auf Android konfigurieren
Bei NordVPN aktivieren Sie stattdessen beide Optionen unter „Automatische Verbindung“, also „Bei Nutzung von WLAN“ und „Bei Nutzung von Mobilfunknetzen“. Im Ergebnis wird beim Wechsel zwischen beiden Netzwerken die VPN-Verbindung automatisch wieder aufgebaut. Zusätzlich legen Sie bei Bedarf einen Server-Standort fest, zu dem Verbindung aufgebaut werden soll. Das kann etwa ein Standort in Deutschland sein. Sie können diese Einstellung jederzeit anpassen oder zwischendurch eine Verbindung zu einem anderen Standort herstellen. Sie können Ihr WLAN zu Hause und/oder das an Ihrem Arbeitsplatz auf die Ausnahmeliste setzen. Dann wird beim Internet-Zugang über diese Access-Points keine VPN-Verbindung aufgebaut.

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Blokada
Wenn Sie auf Ihrem Android-Gerät den Werbe-Blocker Blokada einsetzen, können Sie keinen VPN-Anbieter Ihrer Wahl nutzen. Blokada vereinnahmt die einzige VPN-Schnittstelle in Android für sich, um so alle Verbindungen zu Werbenetzwerken zu unterbinden. Als Ausweg bietet Blokada inzwischen einen eigenen VPN-Dienst an, der jedoch noch im Aufbau ist. Wenn Sie NordVPN oder einen anderen VPN-Anbieter nutzen wollen, müssen Sie Blokada zunächst temporär deaktivieren, damit es die VPN-Schnittstelle freigibt.

Ein VPN kann also auch auf dem Smartphone oder Tablet nützlich und sinnvoll sein. In unserer VPN-Marktübersicht haben wir für Sie viele Infos zu etlichen Anbietern zusammengetragen, damit Sie den VPN-Dienst finden, der zu Ihnen passt.

zum Artikel: NordVPN im Kurztest

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