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Undervolting und sonstige Energiespar-Tricks

22.09.2008 | 08:21 Uhr |

Es gibt etliche Möglichkeiten, den Stromverbrauch eines Laptops mit Hilfe von Software zu analysieren und zu senken. Die Suche nach Stromsparmöglichkeiten ist wohl so alt wie die Geschichte der Laptops selbst. Die Firma Intel hat schon vor Jahren die Software Powertop entwickelt. Diese Software untersucht, wie lange sich der Prozessor in welchem Zustand befindet und mit welcher Taktfrequenz er dabei arbeitet. Das Programm zeigt auch diejenigen Programme an, die am häufigsten Prozessorleistungen in Anspruch nehmen. Außerdem zeigt es Möglichkeiten, wie der Stromverbrauch des System gesenkt werden kann.

Eine andere Möglichkeit ist das so genannte Undervolting, bei dem die Strom fressenden Komponenten CPU und Grafikkarte mit einer niedrigeren Versorgungsspannung betrieben werden. Dies ist aber nur bis zu einem bestimmten Punkt möglich, da die betreffende Komponente irgendwann schlichtweg zu wenig Spannung bekommt und einfriert, abstürzt oder Rechenfehler produziert. Daher tastet man sich in der Regel mit vielen Neustarts des Systems langsam an die letztmögliche Spannung heran, bei der das Gerät noch tadellos läuft. Das tadellose Funktionieren wird dabei in der Regel mit einem Programm wie Prime95 geprüft.

Der Effekt eines sauberen Undervoltings ist durchaus sehenswert, da eine erhebliche Steigerung der Akkulaufzeit bei unverminderter Performance des Geräts verzeichnet werden kann. Gleichzeitig sinkt auch das Betriebsgeräusch des Notebooks, da weniger Versorgungsspannung auch weniger thermische Verlustleistung bedeutet und die Lüfter so seltener anspringen und generell langsamer laufen können. Das spart nebenbei auch wieder ein paar Quäntchen Strom.

Undervolting – vor allem falsch ausgeführtes Unvervolting – birgt aber immer die Gefahr einer Beschädigung der Komponenten in sich, dessen sollten Sie sich immer bewusst sein! Wenn Sie mit übertriebenen Einstellungen Komponenten beschädigen, nützt Ihnen Ihre Garantie im Zweifel gar nichts. Bei sorgfältigem und vorsichtigem Undervolting ist die Gefahr eine Beschädigung dagegen recht gering. Und es kann jederzeit rückgängig gemacht werden, die Veränderung ist nicht permanent.

Viel Taktgefühl
Die Taktfrequenz von Prozessoren können Sie mit Software wie SpeedSwitchXP ändern, für Undervolting & Co. empfehlen sich Programme wie RMClock und CrystalCPUID . Diverse Grafikkartentreiber - wie beispielsweise der alternative Omega-Treiber für Nvidia- und ATI-Grafikkarten - bietet ähnliche Funktionen, nur eben für Grafikkarten.

Der USB-Stick ist auch ohne Kabel ein Stromverbraucher.
Vergrößern Der USB-Stick ist auch ohne Kabel ein Stromverbraucher.
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Zu beachten bei allen Stromsparmöglichkeiten und Optimierungen ist, dass auch das scheinbar harmlose Anstecken von mit Strom versorgten USB-Komponenten (beispielsweise mobile Festplatten, Drucker, Mäuse, ...) in Abhängigkeit von der betreffenden Komponente mit einer Leistungsaufnahme und damit Akkulaufzeitverringerung verbunden ist.

Green-Tech
Mittlerweile befassen sich die Notebookhersteller auch vor dem Hintergrund der mit dem Energieverbrauch einher gehenden CO2-Disskusion mit ganzheitlichen Stromsparlösungen zur Verbesserung der Energieeffizienz. So möchte beispielsweise Dell den durchschnittlichen Stromverbrauch seiner Notebooks bis 2010 um 25 Prozent senken. Der Hersteller setzt dabei auf die hauseigene Stromsparlösung Energy Smart, auf effizientere Designs, Lüfter und Power-Management-Funktionen. Eigenen Angaben zu Folge hat der Hersteller die Energieeffizienz seiner Latitude-Notebooks seit 2006 um fast 16 Prozent gesteigert. Dell hat zudem ein ehrgeiziges Ziel vor Augen: Die Firma möchte das umweltfreundlichste Technologieunternehmen der Welt werden und seinen Geschäftsbetrieb bis Ende 2008 komplett klimaneutral gestalten. (jp)

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