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Die beste Distribution für den Linux-Umstieg

03.04.2017 | 09:10 Uhr |

Seitdem Microsoft seine Software mehr und mehr zur Cloud hin ausrichtet, suchen viele Nutzer für Windows & Co. einen Ersatz. Ihnen erscheint Linux zurecht als eine gute Alternative.

Für manche Linux-Einsteiger ist es eine Überraschung: Es gibt nicht ein Linux-System, sondern mehrere hundert. Wer sich einen Eindruck von der Vielfalt an Linux-Distributionen verschaffen möchte, der hat die Möglichkeit, unter http://distrowatch.com ausgiebig zu recherchieren.

Linux-Kenner schätzen diese Vielfalt, doch für Windows-Umsteiger ist der artenreiche Linux-Zoo zumeist undurchsichtig und unverständlich. Für diesen Dossier-Teil haben wir deshalb einige der beliebtesten und einfachsten Systeme für Sie herausgesucht. Als besonders einfach gilt Ubuntu . Allerdings lässt sich Ubuntu in einigen Bereichen nicht gut an die persönlichen Vorlieben anpassen. Deutlich flexibler ist da schon Linux Mint . Es lässt sich immer noch sehr einfach bedienen und ist in der Variante mit dem Cinnamon-Desktop einem Windows in der Handhabung sehr ähnlich. Damit ist Linux Mint Cinnamon für Umsteiger der beste Kandidat. Die Beschreibungen zu Linux in diesem Dossier-Teil beziehen sich entsprechend alle auf diese Distribution. Für User, die auch gleich etwas mehr über die verschiedenen Linux-Systeme erfahren möchten, liefern wir in diesem Beitrag einen kleinen Überblick mit.

Schritt für Schritt: So klappt der Umstieg zu Linux

Das sollten Sie über Linux-Systeme wissen

Wer sich unter Linux auf Exoten und oft hochinteressante Neuerscheinungen einlässt, muss Erfahrung mitbringen: Die Nachhaltigkeit solcher Open-Source-Projekte ist ungewiss, und eine heute hochgelobte Neuerscheinung kann zwei Jahre später komplett eingestellt sein.

Debian-basierte Distributionen zielen auf Linux-Einsteiger und Windows-Umsteiger, die ein stabiles und pflegeleichtes Linux suchen, das auch mittel-und langfristig unterstützt wird. Hierzu gehören der Quasi-Standard Ubuntu mit seinen Varianten, aber auch das für Desktop-PCs und Notebooks derzeit beliebteste Linux Mint.

Auch jenseits des Desktops, das heißt auf Servern und Platinenrechnern, sind Debian selbst oder eine angepasste Debian-Variante wie etwa Raspbian für den Raspberry Pi immer eine gute Wahl: Debian-Systeme verfügen über eine grundsolide und nachhaltige Basis, sie bieten ein Paketmanagement für die Installation von Software, das auch Einsteiger verstehen, sie sind weit verbreitet und haben damit eine breite Community mit guten Informationsquellen.

Neben Debian-basierten Systemen gibt es die Slackware-und Red-Hat-sowie die kleineren Arch-und Gentoo-Zweige. Viele Varianten sind eng spezialisiert und scheiden am PC-Desktop und als Windows-Ersatz von vornherein aus, viele weitere sind zwar Desktop-tauglich, aber eher ungeeignet für Windows-Umsteiger. Vor allem Gentoo-und Arch-basierte Systeme sind Inseln für Linux-Kenner – und für Windows-Umsteiger unter dem Strich ungeeignet.

Bei den Red-Hat-Systemen darf eine Distribution nicht ungenannt bleiben, die für versiertere Umsteiger in Betracht kommt:

Fedora Linux ist in beinahe jeder neuen Version ein Hingucker mit innovativen Funktionen, allerdings weder auf Sparsamkeit getrimmt (falls Sie ein älteres Windows durch ein neues Linux ersetzen möchten) noch auf Einsteigerfreundlichkeit. Es ist das von Red Hat gesponserte Vorzeigeprojekt für Linux am PC-Desktop mit Fokus auf Aktualität.

Bei den Slackware-Abkömmlingen ist eine Distribution zu nennen:

Open Suse – aktuell in der Version 42.1 – war mehr als ein Jahrzehnt unangefochten das einzige Linux, das mit komfortabler grafischer Bedienung (KDE-Oberfläche) und Konfigurierbarkeit (Yast-Tool) auf den PC-Desktop zielte. Die grundsolide Distribution hat in den letzten Jahren in Konkurrenz zur Ubuntu-Familie an Bedeutung eingebüßt, ist aber nach wie vor eine Empfehlung für Fortgeschrittene.

Ubuntu & Co . (inklusive Linux Mint) sind Debian-Abkömmlinge und mit gutem Grund die erste Wahl bei Einsteigern sowie Umsteigern. Wer einfach und schnell ein stabiles Betriebssystem braucht, ohne sich in der Tiefe mit der Administrierung befassen zu wollen, liegt hier richtig. Darüber hinaus bietet die Ubuntu-Familie bei identischer Systembasis und einem allen gemeinsamen Installer fertig konfektionierte Varianten mit unterschiedlicher Ausstattung für jeden Einsatzzweck und Geschmack.

Die populärsten Varianten eignen sich dabei für durchschnittliche bis moderne Hardware, es gibt allerdings des Weiteren leichtgewich-tige Varianten für ältere Hardware. Was sich genau für welche Hardware eignet, entscheidet insbesondere der Desktop.

Fünf Gründe gegen den Linux-Umstieg

„Ubu...“, „Xubu...“, „Kubu...“: Die zusätzliche Desktop-Vielfalt

Die Linux-Distribution Ubuntu stammt aus Südafrika und lässt sich einfach installieren.
Vergrößern Die Linux-Distribution Ubuntu stammt aus Südafrika und lässt sich einfach installieren.

Zu der Vielzahl von unterschiedlichen Linux-Distributionen kommt noch eine weitere für Einsteiger verwirrende Diversifizierung: Populäre Systeme wie beispielsweise Ubuntu und Linux Mint bieten nämlich für denselben Systemunterbau mehrere Desktop-Umgebungen an (Bedienoberflächen). Die Wahl des Desktops ist damit nicht nur eine Geschmacksfrage: Sie bestimmt auch die Konfigurierbarkeit und Anpassungsfähigkeit des Systems, den Umfang der mitgelieferten Standardsoftware und fernerhin zu einem guten Teil den Ressourcenverbrauch eines Linux-Systems.

Die allerwichtigsten Linux-Desktops sind die Schwergewichte KDE und Gnome sowie die Leichtgewichte XFCE und LXDE. Der Gnome-Desktop bietet mit Cinnamon (der angestammten Oberfläche von Linux Mint), Unity (der angestammten Oberfläche von Ubuntu) und Mate gleich drei wichtige Abspaltungen, welche auf Gnome-Basis dann jeweils eine eigene Richtung einschlagen.

Der Name „Kubuntu“ ist aus diesem Grund zu lesen als „Ubuntu mit KDE“, während zum Beispiel „Lubuntu“ als „Ubuntu mit LXDE“ aufzulösen ist. „Ubuntu“ ohne Zusatz meint hingegen die Hauptvariante mit dem selbst entwickelten Unity. Linux Mint ist da ein wenig klarer, indem es von der „Linux Mint KDE Edition“ oder auch von der „Mate Edition“ spricht.

Sie wollen mehr wissen? Dann besuchen Sie doch noch unseren detaillierten Beitrag zum Thema " Die richtige Linux-Distribution für Einsteiger ", in dem wir noch genauer auf die Vor- und Nachteile der einzelnen Distributionen eingehen.

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