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Online-Shopping: So bezahlen Sie richtig

15.03.2018 | 10:13 Uhr |

Kreditkarte, Rechnung, Paypal, Sofortüberweisung et cetera: Onlineeinkäufe lassen sich mit bis zu einem Dutzend verschiedener Methoden bezahlen. PC-WELT erläutert die einzelnen Bezahloptionen, benennt Risiken und erläutert deren Vor-und Nachteile.

Onlineeinkäufe lassen sich meist schnell und bequem bezahlen, doch welche der zahlreichen Methoden ist die beste? Denn neben dem Komfort sind auch die Dauer des Geldtransfers, die Sicherheit, Risiken, Phishing-Gefahr, der Datenschutz, Kosten und die Verfügbarkeit wichtig. Abgesehen von den reinen Onlinebezahlsystemen wie Paypal oder Amazon Payments kann man in vielen Shops auch „klassisch“ mit Kreditkarte, gegen Vorkasse, mittels Lastschrift sowie auf Rechnung bezahlen. Hinzu kommen anonyme Optionen, schließlich muss die Hausbank oder der Bezahldienstleister ja nicht wissen, dass man über ein Dating-Portal einen neuen Partner sucht.

Unser Ratgeber soll dabei helfen, Ordnung in die komplexe Materie zu bringen, Vor-und Nachteile der verschiedenen Bezahlarten und -dienste aufzeigen und die neuen, erst Mitte Januar in Kraft getretenen Kostenvorgaben fürs Onlinebezahlen erklären.

Siehe auch: Tipps für mehr Sicherheit beim Online-Banking

Bezahlsysteme im Überblick: klassisch, online oder anonym

Grundsätzlich lassen sich drei verschiedene Bezahloptionen für Interneteinkäufe unterscheiden: die klassischen, auch aus dem stationären und früheren Versandhandel bekannten Systeme, also über Kreditkarte, Lastschrift, Nachnahme, Rechnung, Vorab-überweisung (Vorkasse) sowie die Zahlung bei Abholung. Die Onlinebestellung mit Abholung und Bezahlung in einer Filiale sieht auf den ersten Blick aus wie ein gewöhnlicher Einkauf, wegen der Onlinebestellung gilt dies juristisch jedoch als „Online“-Einkauf mit zweiwöchigem Widerrufsrecht.

Die zweite Bezahloption bieten die reinen Onlinebezahldienste, mit „Sofortüberweisung“ und Paypal als bekanntestem Dienst. Und als dritte Kategorie existiert die Möglichkeit, völlig anonym Waren und Dienstleistungen zu begleichen: Mywirecard, Paysafecard sowie Barzahlen.de heißen die wichtigsten Anbieter, die sich hinsichtlich der Bezahlmöglichkeiten durchaus voneinander unterscheiden. Wenn man von besonderen Einsatzzwecken einmal absieht, bieten Ihnen diese Verfahren hinsichtlich (versteckter) Kosten, Gültigkeitsdauer und Vorkasse jedoch mehr Nach-als Vorteile, sodass wir nicht weiter darauf eingehen.

Rechnung bei Kunden besonders beliebt, Lastschrift auf Platz 2

Die beiden willkürlich herausgegriffenen Shops zeigen die große Vielfalt der Bezahlmöglichkeiten.
Vergrößern Die beiden willkürlich herausgegriffenen Shops zeigen die große Vielfalt der Bezahlmöglichkeiten.

Auch wenn die Händler ihr Geld am liebsten schon bei der Warenbestellung bekommen und Onlinebezahlsysteme sowie die Kreditkarte deshalb häufig an erster Stelle anbieten, müssen sie auch auf ihre Kunden eingehen. Und die bevorzugen nach wie vor die aus ihrer Sicht sichersten Varianten, also Rechnung oder Lastschrift. Beide Varianten zusammen machen laut der aktuellen Studie „Online-Payment 2017“ des EHI Retail Institutes gemessen am Umsatz des deutschen E-Commerce-Handels mehr als 50 Prozent aus. Bietet ein Shop diese Optionen nicht an, so wechseln die Verbraucher schnell zur Konkurrenz. Anzumerken ist hier, dass der hohe Lastschriftanteil von über 20 Prozent besonders durch Amazon verursacht wird. Wenn man den US-Konzern ausklammert, beträgt die Lastschriftquote in Deutschland nur gut vier Prozent.

Genau wie beim Rechnungskauf gehen Online-Shopper bei der Lastschrift praktisch ebenfalls kein Risiko ein. Denn jede Lastschrift im Einzugsermächtigungsverfahren lässt sich acht Wochen ohne Angabe von Gründen bei der Bank rückgängig machen, online dauert das keine Minute. Sollte der Shop fehlerhafte Ware liefern oder zahlt er das Geld nach einer Rücksendung nicht zurück, sind Sie damit auf der sicheren Seite. Bei Kreditkartenzahlungen und selbst getätigten Überweisungen, also bei Vorkasse, ist das anders: Hier können Sie Ihre Zahlung nicht so einfach rückgängig machen.

Die Händler wünschen sich natürlich ihrerseits Sicherheit und möchten nicht ständig ihrem Geld hinterherlaufen. Und sei es nur, weil ein Kunde den Rechnungstermin versäumt hat. In der Praxis bieten aus diesem Grund längst nicht alle Online-Shops durchgehend den Kauf mittels Rechnung an: Mal gar nicht, mal sind „Gastbestellungen“ ohne Kundenkonto ausgeschlossen, mal neue Kunden oder Lieferungen an eine Packstation. Solche Einschränkungen liegen im Ermessen des Händlers. Nicht zu empfehlen ist übrigens die Zahlung per Nachnahme, also die Geldübergabe an den Paketboten. Die ist unnötig teuer und bietet Ihnen kaum Vorteile: Wenn Sie nämlich Ihr Paket öffnen und dabei feststellen, dass irgendetwas nicht stimmt, ist der Bote schon längst wieder weg. Sparen können Sie jedoch mit der Abholung in einer Filiale, da die Händler hier meist keine Portokosten verlangen. Im Einzelfall aufpassen müssen Sie aber beim Preis. Manche Geschäfte berechnen bei der Abholung einen höheren Filialpreis.

3D-Secure bei der Kreditkarte

Betrug beim Bezahlen mit der Kreditkarte ist vergleichsweise verbreitet und wird meist durch elektronischen Datenklau verursacht. Denn so, wie Sie mit den Daten Ihrer Kreditkarte (Name, Nummer, Datum und Prüfziffer) einkaufen, können dies eben auch Betrüger.

Um diesen Missbrauch einzudämmen, setzen Mastercard und Visa mit „3D-Secure“ ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal ein. 3D-Secure ist durch Abfragen eines zusätzlichen Passworts oder dynamisch über die TAN-Abfrage möglich, allerdings verlangen noch nicht alle Onlinehändler 3D-Secure. Wenn ein Shop das Verfahren beim Bezahlen mit Kreditkarte fordert, können Sie sich im Laufe des Bezahlprozesses dafür registrieren. Alternativ erledigen Sie dies über Ihre Hausbank. Lassen Sie sich jedoch nicht durch die unterschiedlichen Begriffe bei Visa und Mastercard irritieren: einmal heißt 3D-Secure „Mastercard Securecode“, einmal „Verified by Visa“.

Online-Shopping: Günstig weltweit einkaufen

Das Bezahlen per Rechnung oder Lastschrift macht mehr als die Hälfte aller Onlineeinkäufe aus. (Quelle: EHI Retail Institute).
Vergrößern Das Bezahlen per Rechnung oder Lastschrift macht mehr als die Hälfte aller Onlineeinkäufe aus. (Quelle: EHI Retail Institute).

Reine Onlinebezahlverfahren: Paypal, Sofortüberweisung & Co.

Zusätzlich zu den klassischen Verfahren haben sich im E-Commerce spezielle Onlinebezahldienste etabliert. Paypal und ähnliche Anbieter bieten vor allem drei Vorteile: Sie sind schnell, bequem und gegenüber den Online-Shops „teilanonym“. Man teilt die sensiblen Konto-oder Kreditkartendaten also nicht jedem Online-Shop mit, sondern nur dem Zahlungsdienstleister. Dies reduziert vor allem bei der Kreditkarte das Missbrauchsrisiko. Der Bezahldienst meldet dem Shop sofort, dass der Kunde bezahlt hat, und transferiert das Geld. Noch bequemer wird das Bezahlen über Dienste wie Paypal Direct und Amazon Payments, die gleich zu Beginn des Bestellprozesses zur Verfügung stehen. Dann brauchen Sie nicht einmal mehr Name und Adresse einzugeben, denn beides ist nach dem Einloggen beim Bezahldienst bereits hinterlegt.

So bequem die Onlinebezahldienste sind, sie bergen auch Risiken. Denn anders als beim Online-Banking mit einer jeweils nur für eine Geldtransaktion gültigen TAN genügen hier die Account-Daten zum Einloggen und Bezahlen. Dies wiederum ruft unzählige Datendiebe auf den Plan, die über Phishing-Mails versuchen, Anwendern ihre Log-in-Daten zu entlocken. Dabei verschicken weder Banken noch Paypal per E-Mail die Aufforderung, persönliche Zugangsdaten zu „verifizieren“. Schützen können Sie sich des Weiteren durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, wie sie die meisten Bezahldienste erlauben. Paypal nennt diese Absicherung, die zu jedem Einkauf-und Bezahlvorgang einen mittels SMS auf das Smartphone geschickten Sicherheitscode verlangt, „Sicherheitsschlüssel“. Bei Amazon heißt sie „Zwei-Schritt-Verifizierung“.

Der Unterschied von 1,50 Euro zwischen Online-und Filialpreis im Beispiel reduziert die Ersparnis gegenüber den Portokosten bei der Paketzustellung.
Vergrößern Der Unterschied von 1,50 Euro zwischen Online-und Filialpreis im Beispiel reduziert die Ersparnis gegenüber den Portokosten bei der Paketzustellung.

Zusätzliche reine Onlinebezahldienste sind Paydirekt als „Paypal-Pendant“ der deutschen Geldinstitute, Postpay von der Deutschen Post sowie Masterpass von Mastercard. Alle drei Bezahlarten haben allerdings längst nicht die Bedeutung wie Paypal.

Etwas anders funktionieren die Direktüberweisungsverfahren „Giropay“ und „Sofort“, Letzteres ist noch besser bekannt als „Sofortüberweisung“. Beide Systeme agieren als technischer Dienstleister zwischen Online-Shop und Kreditinstitut des Kunden, der sich zum Bezahlen mit seiner Kontonummer beziehungsweise IBAN sowie der persönlichen Bank-PIN wie sonst bei einer Überweisung einloggt und dann per TAN den Zahlungsvorgang legitimiert.

Im Hintergrund aber unterscheiden sich beide Verfahren deutlich, denn bei Giropay wird der Kunde anhand seiner BIC (Bank Identifier Code) gleich zu dessen Hausbank weitergeleitet. Dort loggt er sich mit seinen Bankdaten ein und gibt dann die Überweisung per TAN frei. PIN und TAN werden also ausschließlich auf den Webseiten der Käuferbank eingegeben. Sofort dagegen schaltet sich zwischen Kunde und Bank und bekommt dabei Zugriff auf die Bankdaten des Kunden. Zudem bekommt der Händler bei Giropay anders als bei Sofort unmittelbar eine unwiderrufliche Zahlungsgarantie von der Bank des Käufers.

Die bei beiden Verfahren mit PIN und TAN eingesetzte Zwei-Faktor-Verifizierung erhöht gleichzeitig die Sicherheit, ist aber etwas umständlicher als Paypal. Giropay ist aktuell noch weniger verbreitet als Sofort, das mittlerweile zum schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna gehört.  Dieser wiederum bietet mit der ausdrücklich als „Klarna“ bezeichneten Bezahloption auch den Kauf auf Raten, mittels Rechnung, Kreditkarte oder Lastschrift.

Besonders sicher sind für Sie als Kunde, wie ausgeführt, Lastschrift und Rechnung. Klarna ist außerdem praktisch, weil man wie beim Rechnungskauf gar nichts bezahlt, sofern man einen Onlinekauf innerhalb von 14 Tagen widerruft und die Ware zurückschickt.

Auch interessant: Online-Shopping in der virtuellen Realität

Aufschläge für Kreditkartenzahlung verboten

Zusatzgebühren für bestimmte Zahlungsmethoden sorgten jahrelang für Streit vor Gerichten, sind seit dem 13. Januar jedoch überwiegend verboten. Der neue § 270a BGB verbietet jedes „Entgelt für die Nutzung einer SEPA-Basislastschrift, einer SEPA-Firmenlastschrift, einer SEPA-Überweisung oder einer Zahlungskarte“. Weder Banken noch Händler dürfen also Gebühren für Überweisungen und Zahlungen über die genannten Verfahren verlangen, das gilt auch für Kreditkarten von Mastercard und Visa. Ausgenommen von dem Verbot sind die sogenannten „Drei-Parteien-Kartenzahlverfahren“, worunter American Express fällt.

Nicht ausdrücklich genannt sind die reinen Onlinebezahldienste. Hier streiten die Juristen noch, ob die neue Vorschrift auch für Paypal, Amazon Payments & Co. gilt. Ungeachtet davon hat Paypal bereits reagiert und verbietet in seinen Händlerrichtlinien nun „das Erheben eines Zahlungsmittelentgelts für die Nutzung der Paypal-Services als Zahlungsmethode in einem Online-Shop“.

Tracking, Ausblick auf die Echtzeitüberweisung und Fazit

Rechnung oder Lastschrift – nicht zu verwechseln mit der selbst getätigten Überweisung (Vorkasse) – sind aus Verbrauchersicht die klaren Favoriten: ob direkt über den Online-Shop oder über den Dienstleister Klarna ist hierbei fast unerheblich. Nur sollte man beim Rechnungskauf den Zahlungstermin nicht vergessen. Wenn Sie mit Kreditkarte zahlen müssen, empfiehlt sich die Sicherheitsfunktion 3D-Secure (mehr dazu im Kasten). Hinsichtlich Giropay und Sofort gilt bisher, dass die beiden Direktüberweisungsverfahren ebenso sicher sind wie Online-Banking selbst.

Die reinen Onlinebezahldienste funktionieren in der Praxis schnell und ohne Probleme. Es gilt jedoch auch hier, nur singuläre und sichere Passwörter zu benutzen. Noch besser ist es, die Zwei-Faktor-Authentifizierung mit jeweils über SMS zugeschicktem Code zu aktivieren. Eine ganz andere Frage betrifft allerdings den Datenschutz: Denn was Paypal, Amazon und andere Bezahldienste mit den Daten Ihres Einkaufsverhaltens machen, entzieht sich weitgehend Ihrem Einfluss. In ihren AGBs räumen sich die Unternehmen eine weitreichende Datenweitergabe ein. Schließlich sollten Sie auch von „Käufer-schutz“-Programmen nicht zu viel erwarten, da diese nur unter bestimmten Voraussetzungen greifen: beispielsweise, wenn der Firmensitz des betreffenden Onlinehändlers in der EU liegt.

Schon in naher Zukunft könnten die Karten ohnehin neu gemischt werden: Nachdem einige europäische Länder schon seit Ende 2017 die ersten normalen SEPA-Überweisungen in Echtzeit durchführen, soll noch dieses Jahr Deutschland folgen. Wenn aber der Onlinehändler gleich erfährt, dass ein Kunde bezahlt hat, dann dürften Paypal & Co. gehörig unter Druck geraten.

Übersicht: Online-Bezahlsysteme im Vergleich
Vergrößern Übersicht: Online-Bezahlsysteme im Vergleich

Was erwartet uns im Jahr 2018 für neue Spiele-Hardware? Wir haben einen Blick auf Roadmaps, Leaks, Gerüchte und Neuvorstellungen geworfen und zeigen Euch, auf welche Hardware sich Gamer 2018 freuen können. Und los geht's auch schon im Februar mit den neuen Raven-Ridge-APUs von AMD, Nvidia hat seine neue Ampere-Grafikkarten-Generation im Köcher und Intel könnte Ende 2018 mit neuen Cascade-Lake-X-CPUs den Prozessor-Markt aufrollen. Außerdem werden 2018 neue Standards wie GDDR6-Speicher und PCI-Express-4.0 salonfähig. Und auch Gaming-Gear-Fans kommen nicht zu kurz: Wireless-Eingabegeräte kommen dank immer ausgefeilteren Übertragungs-Techniken wieder in Mode. Mechanische Tastaturen werden immer flacher und 4K-Displays gibt's immer öfters auch mit mehr als 60 Hz. 2018 wird also auf jeden Fall ein spannendes Jahr. Alle Neuheiten stellt Euch Fritz in diesem Video vor.

► Zum Gaming-Hardware 2018 Artikel auf pcwelt.de:
www.pcwelt.de/2325139


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