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Überblick: Die Datei BOOT.INIAufbau einer typischen BOOT.INI

Die NT-Systeme (NT/2000/XP) bringen einen Bootmanager mit, die Details bekommen Sie aber von Windows nicht auf dem Silbertablett serviert. Der Loader NTLDR im Rootverzeichnis der Startpartition werkelt im Hintergrund und bezieht zum Starten der installierten, erkannten Systeme alle Infos aus der Datei BOOT.INI. Diese liegt ebenfalls im Root-Verzeichnis der Startpartition. Dabei handelt es sich um eine textbasierende Konfigurations-Datei, die trotzdem nicht von jeder Hand editiert werden will. Denn als Datei hat sie standardmäßig das Attribut "Versteckt" und lässt sich so erst mal nur über "Systemsteuerung, System, Erweitert, Starten und Wiederherstellen" bearbeiten. Das muss aber nicht sein, denn besser ist der Texteditor Ihrer Wahl. Entfernen Sie das "Versteckt"-Attribut als Administrator über einen Rechtsklick auf die Datei unter "Allgemein, Dateiattribute".

[boot loader]

timeout=30

default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINNT

[operating systems]

multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINNT="Windows 2000 Professional" /fastdetect

Im Einzelnen:

[boot loader]: Markiert für den Bootloader, wie die jeweils folgenden Angaben bis zur nächsten Definition in eckigen Klammer zu interpretieren sind.

timeout=30: Gibt die Zeit in Sekunden an, nach dem der Bootmanager das von "default" bestimmte Betriebssystem startet.

[operating systems] Ab hier finden sich die Einträge, die der Bootmanager anzeigt. Der erste Beispiel-Eintrag beginnt hier mit "multi(0)", da es sich um einen Rechner mit normaler IDE-Ausstattung handelt - bei Rechnern mit SCSI-Controllern mit eigenem BIOS wäre es "scsi(0)". Als "disk(0)" wird die erste physikalische Festplatte am Controller angesprochen. Nur bei SCSI hat die Angabe von rdisk(0) eine Bedeutung, denn sie verweist dann auf die Logical Unit (LUN), wobei die üblichen SCSI-Konfigurationen nur eine LUN pro ID haben. Für Rechner, die nur über einen IDE-Bus verfügen, hat die Angabe stets Null als Wert. "partition(1)" spricht die erste Partition der Festplatte an. Anders als ein BIOS, oder mächtigere Bootloader, bezeichnet Windows hier die erste Platte mit "1" und nicht etwa mit "0". Eine Falle für fortgeschrittene User.

Hinter dem Backslash "\" folgt schließlich das Verzeichnis, in dem das zu ladendende System liegt. Verweist die BOOT.INI auf einen gespeicherten Bootsektor in Form einer Datei, genügen übliche Pfadangaben. Der Bootmanager von Windows NT/2000/XP überprüft übrigens nicht, ob es die angegebenen Systeme überhaupt gibt.

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