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Überblick: Das ist neu im Windows-November-Update

10.12.2019 | 10:01 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Das „November-Update“ von Windows 10 steht in den Startlöchern. Die neuen Funktionen halten sich in Grenzen, dafür ändert Microsoft seine Update-Politik grundlegend.

Mit Erscheinen dieser Ausgabe ist das November-Update für Windows 10 nun da. Endlich, könnte man ergänzen. Denn wieder einmal verzögerte sich die Auslieferung der neuen Betriebssystemversion erheblich. Das zeigt schon die interne Bezeichnung „1909“, die für das Jahr und den Monat der Fertigstellung steht – also für den September 2019. Damit reiht sich die jüngste Aktualisierung in die Tradition der beiden letzten Vorversionen 1903 und 1809, die Microsoft ebenfalls erst mit erheblicher Verspätung auslieferte.

Windows 10: Zukünftig jährlich nur noch ein Funktions-Upgrade 

In anderer Hinsicht aber unterscheidet sich das November-Update grundlegend von allen bisherigen für Windows 10. Veröffentlichte Microsoft seit dem Start seines aktuellen Betriebssystems im Jahr 2016 jährlich bislang zwei sogenannte Funktions-Updates, will sich der Konzern zukünftig auf nur noch eines beschränken. Das soll jeweils im Frühjahr erscheinen, das nächste, intern „20H1“ (für die erste Hälfte 2020) genannte steht also erst im neuen Jahr an. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass das jetzt veröffentlichte November-Update erstmals eben kein Funktions-Update darstellt. Microsoft selbst bezeichnet es als „kumulatives Update“. Zudem wird es ähnlich ausgeliefert und installiert wie die normalen monatlichen Updates jeweils am Patchday, also immer am zweiten Dienstag eines Monats. Dieser neue Updateprozess ist deutlich einfacher als bei den bisherigen Funktions-Updates, weil nun nicht mehr erst ein ganz neues Betriebssystem installiert wird, in das anschließend Daten, Einstellungen und Programme übernommen werden müssen.

Denn dieser Prozess ist fehleranfällig, wie mancher Anwender in der Vergangenheit leidvoll erfahren musste. Die beim Versions-Upgrade aufgetretenen Probleme reichten bis zum Verlust wichtiger persönlicher Daten! Das sollte beim November-Update deutlich störungsfreier laufen.

Relevant:  Windows 10 - Weitere Funktionen werden gestrichen

Nur wenig echte neue Funktionen im November-Update 

Ab nächstem Frühjahr bietet Windows 10 die Möglichkeit, den Computer auch über die Cloud zurückzusetzen. Das soll schneller und mit weniger Problemen als bisher funktionieren.
Vergrößern Ab nächstem Frühjahr bietet Windows 10 die Möglichkeit, den Computer auch über die Cloud zurückzusetzen. Das soll schneller und mit weniger Problemen als bisher funktionieren.

Verwirrend aber bleibt, dass Microsoft Windows 10 mit dem November-Update trotzdem als neue Version 1909 bezeichnet, obwohl es formal ja gerade keine neue Version darstellt. Passender wären eher die Begriffe „Wartungs-Update oder „Service Pack“ – so hießen die größeren Aktualisierungen bei Windows XP und Windows 7 früher ja ohnehin.

Die funktionellen Neuerungen jedenfalls halten sich in engen Grenzen, gleichwohl sind sie durchaus praktisch. So müssen Sie nun nicht mehr erst die Kalender-App starten, um einen neuen Termin anzulegen. Das ist direkt möglich, wenn Sie die Kalenderübersicht über die Taskleiste rechts unten öffnen. Überarbeitet wurden zudem die Benachrichtigungen und deren Einstellungen: mit Vorschaubildern, einer chronologischen Anzeige der zuletzt verwendeten Apps und mehr Optionen zum Abspielen von Ton.

Beim Startmenü spart man sich einen Mausklick, weil sich die Seitenleiste automatisch öffnet, sobald man den Mauszeiger über die drei Striche oben links führt. Neben solchen optischen Anpassungen hat Microsoft auch unter der Haube angesetzt, beispielsweise bei der Nutzung der sogenannten Container und mit einer verbesserten Stifteingabe.

So bekommen Sie die neue Windows-Version sofort

Angesichts des vereinfachten Installationsprozesses dürfte mancher Anwender gar nicht mitbekommen haben, dass das November-Update bereits auf seinem PC läuft. Falls Sie also unsicher sind, öffnen Sie die Einstellungen-App, klicken darin auf „System –› Info“ und scrollen zu den „Windows- Spezifikationen“ herunter. Ist dort bei „Version“ schon „1909“ vermerkt, ist das November-Update installiert.

Falls das noch nicht der Fall ist, können Sie entweder abwarten, bis Microsoft es auch bei Ihnen automatisch aufspielt. Alternativ laden und installieren Sie die neue Version sofort über das Microsoft Creation Tool .

Quo vadis, Windows? Ein Ausblick auf die Zukunft

Das bringt das Funktions-Update „20H1“ im nächsten Frühjahr

Deutlich mehr Neuerungen kommen erst mit dem 20H1-Update im nächsten Frühjahr hinzu. Dazu zählt Möglichkeit, den Rechner künftig über ein Image aus der Cloud zurückzusetzen. Anders als derzeit wird Windows 10 dabei nicht mehr (fehleranfällig) aus den Systemdateien der Festplatte rekonstruiert. Vielmehr lädt und installiert man die Version aus dem Internet, die der auf dem eigenen PC entspricht, jedoch eine auf dem neuesten Stand.

Darüber hinaus versteht die Sprachassistentin Cortana künftig natürliche Sprachabfragen: also solche, wie man sie auch im Gespräch mit Personen stellt. Derzeit ist die neue Funktion allerdings noch aufs Englische beschränkt. Verbesserungen sind zudem beim Windows-Explorer sichtbar, dessen Suchfunktion nun auch die Inhalte des Cloudspeichers Onedrive indiziert und somit bei Bedarf schneller auflistet. Praktisch ist ferner der automatische Neustart von Apps: Wenn Sie Ihren Rechner hochfahren oder sich mit einem anderen Konto neu anmelden, sind die UWP-Apps (Universal Windows Platform Apps) selbstständig und im zuletzt benutzten Zustand wieder da. Diese Beispiele sind nur ein Bruchteil dessen, was Microsoft plant. Einen ausführlichen Überblick finden Sie in der offiziellen, deutschsprachigen Dokumentation

Tipps-App zeigt, welche neuen Windowsfunktionen hinzugekommen sind

Mancher PC-Anwender fragte sich in der Vergangenheit nach einem Versions-Upgrade von Windows 10, was denn eigentlich an neuen Funktionen hinzugekommen ist. Denn Microsoft blendet die Neuerungen nach der Aktualisierung nirgends ein, vielmehr stehen diese Informationen im Betriebssystem nur versteckt unter der Option „Neue Features erkunden“ – teilweise erscheinen sie sogar gar nicht, deshalb kennt sie eben kaum jemand.

Microsofts Betriebssystem zeigt in seiner Tipps-App unter „Neue Features erkunden“, welche zusätzlichen Funktionen hinzugekommen sind.
Vergrößern Microsofts Betriebssystem zeigt in seiner Tipps-App unter „Neue Features erkunden“, welche zusätzlichen Funktionen hinzugekommen sind.

Um die neuen Funktionen anzuzeigen, klicken Sie in der Einstellungen-App auf „Update und Sicherheit“ und im folgenden Fenster nach dem Herunterscrollen rechts auf den gleichnamigen Link unten. Windows 10 öffnet daraufhin die Tipps-App und erklärt darin die Änderungen nach der Aktualisierung. Dazu gehört eine kurze Erläuterung, wozu das jeweilige Feature dient. Darunter wird genau erläutert, welche Schaltflächen Sie anklicken beziehungsweise was Sie tun müssen, um die neue Funktion anzuwenden. Mit den Pfeiltasten blättern Sie weiter zur nächsten. Falls Sie die Infotipps wieder geschlossen haben, genügt ein Mausklick auf „Neuigkeiten“ im Fenster dahinter, um sie wieder anzuzeigen.

Hinweis: Windows 10 blendet die Funktion „Neue Features erkunden“ nicht auf allen Rechnern ein. Der Grund dafür ist unklar und betrifft die Home- sowie die Pro-Variante gleichermaßen.

Die Themen in Tech-up Weekly #171:

► Google Stadia startet als Flop - Google muss dringend nachbessern:
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► Bund will Funklöcher mit 1,1 Milliarden stopfen:
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Quick-News:

► Erste Bank fordert Strafzinsen ab 1. Cent auf dem Konto:
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► Intel entschuldigt sich für CPU-Engpässe in einem offenen Brief:
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► Bill Gates ist wieder der reichste Mensch der Welt:
www.pcwelt.de/news/Bill-Gates-wieder-reichste-Mensch-der-Welt-10703816.html

► Telekom verbessert die LTE-Versorgung für 760.000 Haushalte:
www.pcwelt.de/news/Telekom-verbessert-LTE-Versorgung-fuer-760.000-Haushalte-10705320.html

► Minecraft Earth ist in Deutschland gestartet:
www.pcwelt.de/news/Minecraft-Earth-jetzt-auch-in-Deutschland-gestartet-10705099.html

Fail der Woche:

► Intel löscht ältere Treiber und BIOS-Updates:
www.pcwelt.de/news/Intel-loescht-aeltere-Treiber-und-BIOS-Updates-10704344.html

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