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Ubuntu optimieren: Nützliche Tweaks und Tuning-Tools

25.08.2022 | 14:03 Uhr | Hermann Apfelböck

Ubuntus Systemeinstellungen haben eine klare Aussage: Der Anwender soll sich um Wichtigeres kümmern und nicht am System schrauben. Etwas mehr darf’s dann aber doch sein: Bewährte Tools füllen die Lücke.

Obwohl sich an Gnome und etlichen Sonderlichkeiten von Ubuntu 22.04 die Geister scheiden, ist Canonicals Hauptedition ohne Zweifel ein elegantes und schnelles System. Dieser Artikel geht von einem installierten und prinzipiell eingerichteten Ubuntu aus (Aktualisierung, Spiegelserver, Sprache, Anzeige, Netzwerk, Energieeinstellungen). Wir machen einen Rundgang, rüsten nach, was fehlt, und optimieren die Oberfläche. Denn es bleibt unverständlich, warum manches unentbehrliche Zubehör nicht mitgeliefert wird, das die Akzeptanz der Ubuntu-Hauptedition entscheidend fördern könnte.

1. Vorab: Empfohlene Ergänzungen

Die folgenden kleinen Helfer sind klassisch über apt install [Name] aus den Paketquellen zu beziehen. Die zuerst genannten Tools dürfen als unentbehrlich gelten, danach folgen optionale, aber empfehlenswerte Ergänzungen:

libfuse2 ist eine unscheinbare Bibliothek, die unter Ubuntu 22.04 schlicht vergessen wurde. Sie ist notwendig, um Software im Appimage-Format starten zu können.

gnome-tweaks erscheint auf deutschem System als „Optimierungen“. Die Bedeutung des Tools ist gesunken, seit es keine Gnome-Erweiterungen mehr verwaltet. Die Angebote unter „Fenster“ und „Schriften“ sind aber weiterhin unentbehrlich.

gnome-shell-extension-manager ist auf deutschem Ubuntu als „Erweiterungs Manager“ anzutreffen. Er ist alternativlos, um Gnome-Erweiterungen zu beziehen, zu (de-)aktivieren und zu konfigurieren, nachdem die frühere Möglichkeit über Firefox neuerdings ausfällt.

dconf-editor ist eine grafische Hilfe, um die Einstellungen von Gnome- und Gnome-Software zu steuern. Wer das standardmäßige gnome-control-center („Einstellungen“) sowie das Tool gnome-tweaks genau analysiert, wird feststellen, dass dort die allermeisten relevanten Optionen bequemer zugänglich sind. Dennoch bleiben Ausnahmen, und hier kann der „dconf-Editor“ aushelfen.

nautilus-admin ist eine winzige, aber nützliche Erweiterung für den Dateimanager, um per einfacher Kontextoption root-Zugriff zu erhalten.

p7zip-full , also der Packer 7-Zip, ist nicht nur für den Austausch von Packerarchiven sinnvoll, sondern vor allem wegen seiner Verschlüsselungsoption attraktiv. Dazu folgt ein Komfort-Tipp an späterer Stelle (Punkt 8).

Optionale Ergänzungen sind preload (Programmbeschleuniger), plocate (Suchindexer für das Terminal) und der classicmenuindicator , der ein sehr einfaches klassisches Menü in der Systemleiste anbietet. Dies alles sind kleine klassische Pakete. Gnome-Erweiterungen sind auf andere Weise zu beziehen, wie im späteren Punkt 6 (Gnome-Shell-Extension-Manager) näher erläutert wird.

2. Die Bedienungsgrundlagen

Als Umschalter und Programmstarter dient die Übersichtsseite „Aktivitäten“, die über die Windows-Taste (Super) oder durch Klick auf „Aktivitäten“ in der Systemleiste erreichbar ist.

Das Resultat ist multifunktional, denn es erscheint ganz oben das Suchfeld zur Programmsuche, darunter eine Übersicht der virtuellen Desktops und in der Bildschirmmitte eine Taskübersicht aller Fenster des aktuellen Desktops.

Der Hotkey Super-A startet eine alternative Gesamtübersicht, ebenfalls mit Suchfeld und Desktops, aber hier mit der Gesamtübersicht aller Programme (quasi das Startmenü von Gnome). Aufräumen dieser Übersicht durch Zusammenfassen passender Programme ist per Drag & Drop elegant zu erledigen. Die entstehenden Sammelordner lassen sich sprechend benennen.

Trotz der „Aktivitäten“ gibt es Alternativen, die sich nicht von anderen Desktops unterscheiden: Hotkey Alt-Tab wechselt zwischen Programmen, Hotkey Strg-Alt-Rechts/Links wechselt zum nächsten virtuellen Desktop. Anders als originales Gnome liefert Ubuntu standardmäßig das Favoritendock mit. Dort enthaltene Starter können Sie nach Rechtsklick mit der Option „Aus Favoriten entfernen“ beseitigen. Umgekehrt fügen Sie neue Programme am einfachsten über die Anwendungsübersicht hinzu (Super-A), indem Sie dort ein Programm nach Rechtsklick im Dock anheften („Zu Favoriten hinzufügen“).

3. Das Gnome-Control-Center

Der Dialog „Darstellung“ im Gnome-Control-Center: Hier ist viel Optik komprimiert – Dunkel- Hell-Thema, Akzentfarben, Dockgröße, Dockposition und Schreibtischsymbole.
Vergrößern Der Dialog „Darstellung“ im Gnome-Control-Center: Hier ist viel Optik komprimiert – Dunkel- Hell-Thema, Akzentfarben, Dockgröße, Dockposition und Schreibtischsymbole.

Die zentralen „Einstellungen“ sind etwas chaotisch, aber ergiebig.

Die wesentliche Optik bestimmen die Punkte „Hintergrund“ und „Darstellung“. Letztere bietet neuerdings einen dunklen Modus sowie Akzentfarben, die sich auf Icons, Markierungen und Menüs auswirken. Das Favoritendock kann hinsichtlich Symbolgröße und Position (rechts, links …) angepasst werden.

Virtuelle Desktops: Eine oft unterschätzte Kategorie ist „Multitasking“. Dass man mit der linken oberen Bildschirmecke die Aktivitäten-Ansicht auslösen kann („Funktionale Ecke“), ist eher marginal. Der Punkt „Arbeitsflächen“ ist hingegen produktiv: Wer statt den dynamischen Desktops eine feste Anzahl bevorzugt (nach unserer Ansicht genügen zwei bis vier), kann das hier einstellen. Für den Desktopwechsel sind standardmäßig die Hotkeys Strg-Alt-Rechts/ Links vorgesehen, nimmt man die Umschalt-Taste hinzu, wird das aktive Fenster mit transportiert.

Interessant für den Multimonitorbetrieb ist die zusätzliche Option, virtuelle Desktops nur auf dem primären Bildschirm zu wechseln: Damit erhält man sich auf dem zweiten Bildschirm ein konstantes Bild (Programm), während der Hauptbildschirm die Desktops wechseln kann.

Hotkeys anpassen und erstellen: Einfache Tastaturstarter sind unter „ Einstellungen –› Tastatur –› Tastaturkürzel“ schnell erstellt und sorgen für Schnellstarts ohne Pixelsuche.
Vergrößern Hotkeys anpassen und erstellen: Einfache Tastaturstarter sind unter „ Einstellungen –› Tastatur –› Tastaturkürzel“ schnell erstellt und sorgen für Schnellstarts ohne Pixelsuche.

Tastenkombinationen: Unter „Einstellungen –› Tastatur –› Tastaturkürzel“ werden Sie viele aktivierte Standard-Hotkeys antreffen, die Sie nie nutzen. Hotkeys, die Sie definitiv nicht brauchen, können Sie abschalten. Um einen Standard-Hotkey zu deaktivieren, gehen Sie auf die Eingabetaste und nutzen im Folgedialog „Tastenkombination festlegen“ die Rücktaste. Die Aktion ist dann noch mit „Festlegen“ zu bestätigen. Auf die beschriebene Weise können Sie auch jeden Standard-Hotkey neu belegen, indem Sie statt der Rücktaste die gewünschte neue Tastenkombination drücken. An unterster Stelle des Fensters „Tastaturkürzel“ finden Sie die Rubrik „Eigene Tastaturkürzel“. Sie eröffnet die Möglichkeit, Programmen oder Dateiobjekten einen individuellen Hotkey zuzuweisen (die Rubrik „Starter“ zeigt nur eine kleine Anzahl von Programmprominenz wie Terminal, „Einstellungen“ oder Standardbrowser). Unter „Eigene Tastaturkürzel“ ist jedes beliebige Programm erreichbar. Sie wählen „Tastenkombination hinzufügen“, geben einen „Namen“ ein (unwichtig) sowie den „Befehl“ (wichtig). Der Befehl kann schlicht „vlc“ lauten, aber auch komplexer „nautilus smb://192.168.178.8/archiv“. Mit „Tastenkombination festlegen“ drücken Sie dann den Hotkey Ihrer Wahl.

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4. Die „Optimierungen“ (gnome-tweaks) 

Gnome-Tweaks („Optimierungen“): Das Tool ist allein schon wegen der Schriftenskalierung eine Empfehlung. Die Optionen zur Tastenbelegung sind in einem Untermenü versteckt.
Vergrößern Gnome-Tweaks („Optimierungen“): Das Tool ist allein schon wegen der Schriftenskalierung eine Empfehlung. Die Optionen zur Tastenbelegung sind in einem Untermenü versteckt.

Der Funktionsumfang von gnome-tweaks („Optimierungen“) ist nicht groß, aber relevant:

Der Punkt „Schriften“ erlaubt eine stufenlose exakte Schriftenskalierung. Die standardmäßigen „Einstellungen“ bieten unter „Barrierefreiheit“ dagegen nur die, nicht genauer skalierbare Option „Große Schrift“.

Der Punkt „Fenster“ kann modale Unterdialoge vom Hauptfenster abkoppeln. Außerdem gibt es hier die Option, den „Fensterfokus“ bereits beim „Überfahren“ mit der Maus zu ändern (also ohne Klick). Ein oft nicht geläufiges Feature: Fenster lassen sich nicht nur mit der Titelleiste, sondern an jeder Position verschieben, wenn man die Super-Taste drückt. Diese „Fenster-Aktionstaste“ können Sie hier abschalten oder auf Alt-Taste verlegen.

Der Punkt „Erscheinungsbild“ kann die Fensteroptik, Titelleisten und Icons wesentlich verändern. Ergiebig ist das aber nur, wenn die schmale Auswahl der vorinstallierten Themes und Iconsets durch Gnome-Themen aus dem Web erweitert wird.

Unter „Tastatur und Maus“ finden Sie Angebote, Tasten stillzulegen, neu zu belegen oder zu vertauschen. Die interessantesten Optionen verstecken sich im Unterpunkt „Zusätzliche Belegungsoptionen“. So ist etwa die „Tastenkombination zum erzwungenen Beenden des X-Servers“ inaktiv und kann hier scharf geschaltet werden. Allerdings ist „Strg+Alt+Löschtaste“ nicht etwa Strg-Alt-Entf, sondern Strg-Alt-Rücktaste.

5. Der Dconf-Editor

Dconf-Editor: Die meisten Dconf-Einstellungen sind über reguläre Einstellungsmenüs erreichbar. Der Dconf-Editor geht aber, wie hier bei Nautilus, über offizielle Optionen hinaus.
Vergrößern Dconf-Editor: Die meisten Dconf-Einstellungen sind über reguläre Einstellungsmenüs erreichbar. Der Dconf-Editor geht aber, wie hier bei Nautilus, über offizielle Optionen hinaus.

Was immer in den generellen „Einstellungen“, in den „Optimierungen“ oder in Programmeinstellungen zu finden ist, ist dort bequemer zu nutzen. Der relativ unübersichtliche Dconf-Editor hilft aus, wo die Reichweite der anderen Werkzeuge endet. Ein Beispiel ist etwa die Einstellung im Dateimanager Nautilus, statt des „Krümel“- Pfades immer den editierbaren Pfad in der Adresszeile anzuzeigen. Die findet sich beim Dconf-Editor unter „org –› gnome –› nautilus –› preferences –› always-use-location-entry“. Ein zweites Beispiel: Beim Abmelden über das Sitzungsmenü erscheint noch einmal ein Rückfrage. Die lässt sich unter „org –› gnome –› gnome-session –› logout-prompt“ deaktivieren. Noch ein Beispiel? Der klassische Taskwechsel mit Alt-Tab berücksichtigt standardmäßig nur die Fenster des aktuellen, virtuellen Desktops. Der Schalter unter „org –› gnome –› shell –› window-switcher“ stellt dies um, sodass alle Programme aller Desktops erreichbar sind.

6. Der Gnome-Shell-Extension-Manager 

Gnome-Shell-Extension-Manager: Wer die Ubuntu-Oberfläche aufpeppen oder zähmen will, kommt an diesem Tool nicht vorbei (hier mit „Floating Dock“ und „ Places Status Indicator“).
Vergrößern Gnome-Shell-Extension-Manager: Wer die Ubuntu-Oberfläche aufpeppen oder zähmen will, kommt an diesem Tool nicht vorbei (hier mit „Floating Dock“ und „ Places Status Indicator“).

Dieses Tool ist für Ubuntu-Nutzer mehr oder weniger Pflicht. Damit lassen sich die installierten Gnome-Erweiterungen („Installed“) ein- und ausschalten, komplexere über das Zahnradsymbol genauer konfigurieren. Ferner kann das Register „Browse“ weitere Gnome-Extensions nachinstallieren.

Das Tool erscheint als „Erweiterungs Manager“ in der Gnome-Übersicht. Bei der Websuche nach neuen Erweiterungen mit „Browse“ nutzen Sie am besten parallel einen Browser und die Adresse https://ex tensions.gnome.org. Hier ist nämlich Blättern und Stöbern möglich, während das lokale Tool nur einen kleinen Ausschnitt anzeigt. Interessante Erweiterungen können dann aber mit dem Tool im „Browse“- Fenster gesucht werden, wonach kompatible Extensions die Schaltfläche „Installieren“ anbieten. Installiertes landet in der Übersicht „Installed“ und kann dort aktiviert, deaktiviert und konfiguriert werden. Eine Übersicht über die zahlreichen Extensionen ist hier nicht möglich, allenfalls die eine oder andere Empfehlung: „Applications Menu“ bietet ein klassisches Kategorienmenü in der Systemleiste – das Menü ist schlicht, aber hübscher als der spartanische Classicmenu-Indicator.

„Places Status Indicator“ erscheint in der Systemleiste als „Orte“ und repräsentiert genau das, was der Nautilus-Dateimanager in der Navigationsleiste anbietet – die Standardverzeichnisse und die Lesezeichen.

„Floating Dock“ ist ein verspieltes, frei platzierbares Dock auf dem Desktop. Es zeigt sich nach der Installation als Icon mit drei weißen Punkten. Ein Klick blendet die Dock-Favoriten ein – standardmäßig identisch mit jenen, die das Ubuntu-Standarddock präsentiert. Mit anderen Worten: „Floating Dock“ ist als platzsparender, beweglicherer Ersatz für das Ubuntu-Dock gedacht, das man daher deaktivieren sollte. Das Dock bietet neben den Favoriten nach Rechtsklick auch noch Beenden-Optionen.

7. Icons auf dem Desktop

Gnome verbietet eigentlich Icons auf dem Desktop. Bei Ubuntu sorgt die vorinstallierte Gnome-Erweiterung „Desktop Icons NG“ (DING) für einige Desktopsymbole und Datenablage am Desktop. Das Wesentliche erreicht man über Rechtsklick am Desktop und „Arbeitsfläche-Einstellungen“ oder – identisch– mit dem Gang in die „Einstellungen“ und „Darstellung –› Schreibtischsymbole“. Beides bleibt aber marginal – eine detaillierte Auswahl der Desktopsymbole bietet nur der Gnome-Shell-Extension-Manager (Punkt 6). In der Zahnrad-Konfiguration der „Desktop Icons NG“ können Home-Ordner, Papierkorb, externe Laufwerke und Netzwerklaufwerke am Desktop aktiviert werden. Außerdem gibt es Positions- und Größeneinstellungen.

Eigene Desktopverknüpfungen? So wirklich dringend sind diese nicht, wenn das Dock für Programmfavoriten sorgt und die Erweiterung „Desktop Icons NG“ für wichtige Orte. Nichtsdestotrotz: Programmstarter erreichen Sie ganz einfach so (Beispiel): 

cp /usr/share/applications/vlc.desktop ~/Schreibtisch/ 

Der so kopierte VLC-Starter muss dann am Desktop per Rechtsklick und „Start erlauben“ noch genehmigt werden. Desktopverknüpfungen zu Ordnern erstellen Sie hingegen am einfachsten per Softlink: 

ln -s ~/Downloads/ ~/Schreibtisch/ 

Das Ziel der Verknüpfung (hier „~/downloads“) muss dauerhaft verfügbar sein. Nicht gemountete Laufwerke oder Netzpfade führen zu Fehlern. Der Softlink ist also nicht geeignet, einen Automount auszulösen.

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8. Nautilus-Erweiterungen

Nautilus-Erweiterungen: Viele Kontextoptionen basieren auf externen Tools, so auch der Wechsel zum root- Recht über die Erweiterung „nautilus-admin“.
Vergrößern Nautilus-Erweiterungen: Viele Kontextoptionen basieren auf externen Tools, so auch der Wechsel zum root- Recht über die Erweiterung „nautilus-admin“.

Der Dateimanager präsentiert sehr karge „Einstellungen“. Stets zu empfehlen ist die Option „Dauerhaft löschen“, die einen gleichnamigen Kontexteintrag aktiviert, um Dateiobjekte sofort zu löschen (ohne Papierkorb). Weitere Optionen sind zuschaltbar oder abstellbar, aber nur mit der Kenntnis der betreffenden Nautilus-Erweiterungen: So basieren etwa die Freigabeoption oder der Terminalstart im Nautilus-Kontext auf den Erweiterungen nautilusshare und nautilus-extension-gnometerminal. Wer sie nicht braucht, kann sie per sudo apt purge […] vom System entfernen. Eine fehlende Erweiterung, die wir andererseits für wichtig erachten, nennt sich „nautilus-admin“. Ist diese installiert, zeigt der Dateimanager das zusätzliche Kontextmenü „Als Systemverwalter öffnen“. Geänderte Erweiterungen gelten immer erst nach der nächsten Anmeldung und eine Übersicht über alle Nautilus-Erweiterungen erhalten Sie so: 

apt-cache search nautilus* 

Noch individueller wird Nautilus durch selbst gebaute Erweiterungen. Da Ubuntu 22.04 das Tool nautilus-actions zum Ausbau des Nautilus-Menüs aktuell nicht mehr unterstützt, lassen wir diese Möglichkeit außen vor. Es gibt aber noch eine Option: Nautilus stellt unter „~/.local/share/nautilus/ scripts“ ein spezielles Verzeichnis bereit: Hier enthaltene Shells-Scripts erscheinen im Kontextmenü unter „Skripte“, wenn mindestens ein Script vorliegt. Darunter zeigen sich die Scripts mit ihren Dateinamen (Endung „.sh“ ist nicht erforderlich). Ein nützliches Beispiel ist ein Script namens „Verund Entschlüsseln“ für schnelle Verschlüsselung von Ordnern und Dateien mit 7-Zip:

echo "$1" | grep ".7zEnc" 
if [ $? -eq 0 ] 
then 
  7z x -p"Das.G3heime.PASSW0RT" $1 
else 
  7z a -p"Das.G3heime.PASSW0RT" -t7z -mhe=on $1.7zEnc $1 
fi 

Der entscheidende Vorteil gegenüber einer manuellen Nutzung mit dem Archivmanager dürfte klar sein: Das Passwort steht fest, wird beim Ein- und Auspacken per Script übergeben und muss nicht eingegeben werden. Da das Kennwort offen im Dateisystem liegt, eignet sich die Methode zwar nicht zum lokalen Datenschutz, aber sehr gut zum Versand von Daten in die Cloud.

Noch ein Hinweis: Verwenden Sie solche Scripts nur im Dateimanager, nicht am Desktop. Das Verhalten am Desktop ist – wie oft unter Gnome – nicht konsistent. In unserem Beispiel funktioniert das Verschlüsseln, aber nicht das Auspacken. Im Dateimanager unter „Schreibtisch“ gibt es kein Problem.

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