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Ubuntu Desktop Edition und für Raspberry Pi

10.12.2019 | 15:44 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Desktop: Ubuntu ist nach wie vor eine der beliebtesten Linux-Distributionen für den Desktop-Einsatz und dürfte weltweit das bekannteste Linux-Betriebssystem sein. Der PC- und Notebook-Distributor Tuxedo installiert ein angepasstes Ubuntu sogar auf seinen Geräten vor: TUXEDO_OS. Es basiert auf Ubuntu mit Budgie Desktop.

Ubuntu hatte vor langer Zeit heftige Kritik - mit Ubuntu 12.10 - auf sich gezogen, beispielsweise mit den umstrittenen Dash-Such-Funktionen, die bei Suchanfragen auch Treffer von Amazon und anderen Internetdiensten einblendet. Diese Option kann man jedoch deaktivieren: Unter Systemeinstellungen, Sicherheit & Datenschutz, Suche deaktivieren Sie den Eintrag „Auch Online-Suchergebnisse verarbeiten“. Damit haben Sie dieses Problem gelöst .

Falls Sie sämtliche Online-Dienste aus der Dash-Suche mit einem Schlag dauerhaft entfernen wollen, hilft Ihnen unser Trick unter Punkt 4 Die Dash-Suche entschlacken in diesem Ratgeber weiter.

Ubuntu-Software-Zentrale: Hieraus installiert man neue Programme
Vergrößern Ubuntu-Software-Zentrale: Hieraus installiert man neue Programme

Download: Ubuntu

Gnome ersetzt Unity als Desktop

Ein weiterer Kritikpunkt war lange Zeit der Sonderweg mit Unity, der Desktop-Oberfläche von Ubuntu. Unity hatte nämlich das bekannte Gnome ersetzt. Doch Unity lief bald unbestritten schnell und war funktional, man konnte gut mit dieser Oberfläche arbeiten. Umso überraschender kam die Ankündigung von Mark Shuttleworth, dass Canonical Unity einstellt. Seit Ubuntu 17.10 ist wieder Gnome der Standarddesktop von Ubuntu . Allerdings passt Canonical Gnome soweit an, dass Unity-Benutzer sich leichter zurecht finden. Auch beim kommenden Ubuntu 20.04 ist Gnome also der Desktop.

Das Dashboard von Unity - hiermit suchen Sie schnell nach Programmen und Dateien.
Vergrößern Das Dashboard von Unity - hiermit suchen Sie schnell nach Programmen und Dateien.

Mint als Senkrechtstarter läuft Ubuntu den Rang ab

Insgesamt hat die Kritik an Ubuntu jedoch dazu geführt, dass andere Linux-Distributionen wie das eng mit Ubuntu verwandte Linux Mint Anhänger dazugewinnen konnten. Mittlerweile gilt Mint auf Desktop-Rechnern als weiter verbreitet als Ubuntu. Mint besitzt mit Cinnamon eine eigene Desktop-Oberfläche. Zudem verfügt Mint über eigene Systemtools wie das Backup-Programm MintBackup.

Neben der bekanntesten Mint-Version, die auf Ubuntu basiert, gibt es mit Linux Mint Debian Edition (LMDE) auch eine auf Debian basierende Mint-Variante.

Ubuntu weist den Benutzer auf neue Updates hin. Sowohl für das eigentliche Betriebssystem als auch für die darauf installierten Anwendungen. Ein klarer Vorteil gegenüber Windows.
Vergrößern Ubuntu weist den Benutzer auf neue Updates hin. Sowohl für das eigentliche Betriebssystem als auch für die darauf installierten Anwendungen. Ein klarer Vorteil gegenüber Windows.

Technische Besonderheiten von Ubuntu

Ubuntu basiert auf dem bewährten Debian, wird aber deutlich flotter weiterentwickelt und trumpft besonders bei der Hardwareerkennung und der Benutzerfreundlichkeit auf. Standardmäßig ist bei Ubuntu das Root-Konto deaktiviert (es lässt sich aber einschalten), stattdessen managt man das System mit sudo. Als Paketmanager kommen das von Debian bekannte dpkg und deb zum Einsatz, für die es bequeme Frontends gibt.

Eine weitere Ubuntu-Besonderheit von Ubuntu war eine Zeitlang Upstart als init-Startprozess. Davon hat sich Ubuntu aber bereits vor einiger Zeit verabschiedet und ist genauso wie Debian zu Systemd gewechselt.

Mit Ubuntu 19.10 hatte Canonical zwei in der Community durchaus umstrittene Neuerungen eingeführt: Der Chrome-Browser liegt für Ubuntu jetzt nur noch als Snap-Container vor. Und ZFS wird optional als Dateisystem angeboten. Auf ZFS sollten Sie bei der Installation besser verzichten, es empfiehlt sich nur als Server-Dateisystem für Profis.

Ubuntu 12.04 LTS auf einem Tuxedo-Notebook: Links die Startleiste, daneben das Browserfenster von Firefox mit geöffnetem Citrix. Weitere Fenster zeigen die Entwicklungsumgebung von Arduino, den FTP-Client Filezilla, die Ubuntu-Software-Zentrale, die Einstellungen und ein Terminalfenster mit ausgeführtem Top-Befehl.
Vergrößern Ubuntu 12.04 LTS auf einem Tuxedo-Notebook: Links die Startleiste, daneben das Browserfenster von Firefox mit geöffnetem Citrix. Weitere Fenster zeigen die Entwicklungsumgebung von Arduino, den FTP-Client Filezilla, die Ubuntu-Software-Zentrale, die Einstellungen und ein Terminalfenster mit ausgeführtem Top-Befehl.

Ubuntu wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Hinter der Distribution steht Canonical, das Unternehmen von Mark Shuttleworth. Jeweils im April und Oktober erscheint eine neue Version von Ubuntu, die Versionen heißen demnach immer x.04 und x.10. Außerdem trägt jede Ubuntu-Version einen Codenamen, der aus einem Tiernamen und einem vorangestellten Attribut besteht.

Neben der normalen STS -Desktop-Version, für die mindestens neun Monate lang Updates erscheinen, gibt es im Wechsel auch die sogenannten LTS -Versionen (Long Term Support), die fünf Jahre lang unterstützt werden.

Im April 2020 erscheint mit Ubuntu 20.04 LTS Focal Fossa wieder eine Version , für die Sie fünf Jahre lang Updates bekommen.

Das "U" links in der Starterleiste von Unity führt zum Online-Speicher Ubuntu One, den Canonical aber einstellt.
Vergrößern Das "U" links in der Starterleiste von Unity führt zum Online-Speicher Ubuntu One, den Canonical aber einstellt.

Kein kostenloser Online-Speicherplatz mehr, aber MyTuxedo als Alternative

Ubuntu One, der kostenlose Onlinespeicher, der Ubuntu-Nutzern eine Zeitlang zur Verfügung stand, wurde zum 31. Juli 2014 geschlossen. Doch mit Google Drive, Dropbox, Bitrix oder Strato Hidrive gibt es genügend kostenlose Alternativen. Nicht zu vergessen: Mit MyTuxedo gibt es vom deutschen Linux-Hardware-Hersteller Tuxedo sogar einen Cloud-Speicher mit Serverstandort in Deutschland.

Citrix kann auf einem Ubuntu-Rechner problemlos genutzt werden
Vergrößern Citrix kann auf einem Ubuntu-Rechner problemlos genutzt werden

Ubuntu Kylin

Für den chinesischen Markt stellt Canonical in Zusammenarbeit mit der Regierung der Volksrepublik China mit Ubuntu Kylin eine speziell angepasste Version zur Verfügung. Sie müssen Chinesisch beherrschen, um Kylin installieren und bedienen zu können.

Übrigens: Das von Nordkorea entwickelte Red Star Linux, das wie macOS aussieht, basiert nicht auf Ubuntu, sondern auf Fedora. Mit diesem Linux schützt sich Nordkoreas Diktator vor den USA.

Ubuntu Mate: Der heimliche Star

Mate ist ebenfalls eine Ubuntu-Variante für den Desktop. Mit der Desktopumgebung Mate als Ersatz für das Ubuntu-typische Unity sind auch gleich die wichtigsten Programme mit dabei. Vorhanden sind ein Dateimanager, ein Texteditor, ein Rechner, ein Archivmanager, ein Image- und Document-Viewer und ein Systemüberwachungsprogramm. Die Programme werden über ein Control Center verwaltet und sollen laut Hersteller größtenteils individualisierbar sein. Das System ist auf Stabilität ausgelegt und soll gleichermaßen auf Workstations und Netbooks funktionieren.

Ubuntu Mate eignet sich bestens für Linux-Einsteiger. Die Distribution erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Raspberry Pi: Für den Raspberry Pi

Für Raspberry Pi 2, 3 und 4 stehen ab sofort Ubuntu Images zum Download bereit. Canonical konnte die technischen Probleme, die bisher ein funktionierendes Ubuntu auf den beliebten Mini-Rechnern verhinderten, lösen, wie Betanews berichtet.

Canonical will künftig auch Ubuntu Server LTS und Ubuntu Core für den Raspberry Pi bereit stellen. Künftig soll es immer ein offizielles Image von Ubuntu für jedes neue Modell des Raspberry Pi geben.

Download Ubuntu 32 Bit für Raspberry Pi

Download Ubuntu 64 Bit für Raspberry Pi

 

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