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USB-Stick und SD-Karte bootfähig machen

09.07.2019 | 09:11 Uhr | David Wolski

CD und DVD verlieren zunehmend an Bedeutung, seit Netbooks und Ultrabooks kein optisches Laufwerk mehr mitbringen. Kein Problem: Livesysteme und Linux-Distributionen booten auch schnell und zuverlässig von USB-Sticks und SD-Karten.

An die Stelle von CDs und DVDs sind bunte Sammlungen von USB-Sticks in allen Formen und Größen getreten. Ein DVD-Laufwerk füllt zwar oft noch im Desktop-PC einen Einschub, aber superflache Notebooks haben schon keines mehr. Der Start von Linux-Livesystemen beziehungsweise die Linux-Installation können daher oft nur per USB-Stick oder über eine SD-Speicherkarte erfolgen. Ein USB-Stick ist außerdem erforderlich, wenn Sie das System im Uefi-Modus installieren wollen.

USB-Bootstick mit Unetbootin erstellen

Den Inhalt von ISO-Dateien befördern Sie am einfachsten mit dem Tool Unetbootin  auf einen USB-Stick oder eine Speicherkarte. Sowohl die Linux- als auch die Windows-Version von Unetbootin lassen sich ohne Installation ausführen. Unter Linux muss der Packer 7-Zip installiert sein, den Sie in Ubuntu und Varianten beispielsweise mit dem Kommando 

sudo apt-get install p7zip-full 

nachinstallieren können. Unetbootin fragt beim Start nach Root-Rechten, unter Windows müssen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung bestätigen. Das Tool unterstützt eine Reihe von Distributionen aus dem Ubuntu-Umkreis und auch ältere Versionen anderer Linux-Systeme, die im Menü „Distributionen“ als Download zur Auswahl stehen. Wenn Sie das ISO-Image bereits vorliegen haben, können Sie den oberen Teil des Fensters jedoch ignorieren. Unetbootin kann über „Abbild“ auch auf eine schon vorliegende ISO-Datei zugreifen und sie auf das ausgewählte Laufwerk packen, um dieses dann bootfähig zu machen. Der USB-Stick muss mit dem Dateisystem FAT32 formatiert sein.

Ganz am Anfang eines Dateisystems nach ISO-9660 steht die ungenutzte „System Area“.
Vergrößern Ganz am Anfang eines Dateisystems nach ISO-9660 steht die ungenutzte „System Area“.

Der so erzeugte Datenträger hat ein anderes Bootmenü als die originale ISO-Datei und es gibt aus diesem Grund deutliche Unterschiede im Aussehen und bei den Namen der Booteinträge.

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Ein Image manuell übertragen 

Fortgeschrittene Anwender können ISO-Dateien von Linux-Distributionen und Livesystemen unter Linux mit dem Kommandozeilentool dd auf einen USB-Stick oder eine Speicherkarte transferieren. Dies funktioniert mit hybriden ISO-Dateien, die sich sowohl für eine DVD als auch für einen USB-Stick eignen. Die Download-Seiten der Linux-Distributionen weisen normalerweise darauf hin, wenn ein Image hybrid ist. Es funktioniert mit den meisten verbreiteten Distributionen wie Debian, Ubuntu, Linux Mint, Fedora, Open Suse, Arch und deren Abkömmlingen. Bei der manuellen Methode müssen Sie nur penibel aufpassen, dass Sie bei Ihren Kommandos das richtige Medium zum Beschreiben angeben und nicht versehentlich eine Partition auf der Festplatte überschreiben. 

1. Stecken Sie Ihren USB-Stick an den Rechner an und öffnen Sie im Anschluss daran ein Terminal-Fenster. USB-Laufwerke und SD-Karten bekommen nach dem Einhängen im Linux-System zwar einen wiederkehrenden gleichlautenden Mount-Punkt, der sich nach der Datenträgerbezeichnung richtet, jedoch keine feste Gerätekennung. Für den Fall, dass „/dev/sdb“ bereits vergeben sein sollte, bekommt ein USB-Stick beispielsweise „/dev/sdc“ zugewiesen. Ist dieses schon belegt, „/dev/sdd“ und so fort.

2. Den schnellsten Weg, die Kennung eines Laufwerks zu ermitteln, bietet Ihnen der Kommandozeilenbefehl lsblk . Rufen Sie den Befehl am besten mithilfe des Parameters „-p“ auf: 

lsblk -p 

3. Vor dem Schreiben mit dd hängen Sie vorher dessen Partitionen aus: 

sudo umount /dev/sd[X]?

wobei „[X]“ der Platzhalter für die Gerätebezeichnung ist, beispielsweise „/dev/sdf“.  Das angehängte Fragezeichen bewirkt, dass sämtliche Partitionen dieses Geräts ausgehängt werden.

4. Um das Image auf den Stick zu übertragen, geben Sie in einem Terminal-Fenster folgenden dd-Befehl mit angepassten Pfaden ein. Setzen Sie hierbei nach „if=“ den Pfad und Namen der ISO-Datei ein (Input File) und nach „of=“ den Gerätenamen des USB-Sticks beziehungsweise der Speicherkarte (Output File): 

sudo dd bs=1M if=/pfad/datei.iso of=/dev/sd[x] 

Es handelt sich um einen Low-Level-Zugriff auf das Ziellaufwerk, der Root-Rechte oder vorangestelltes „sudo“ verlangt. Der Ablauf des Befehls dauert eine Weile und die Konsole gibt in dieser Zeit keine Rückmeldung. Warten Sie einfach ab, bis die Eingabeaufforderung wieder erscheint, dann können Sie den USB-Stick abziehen und verwenden.

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Die Werkzeuge der Distributionen 

Neben dem Klassiker dd gibt es auch grafische Programme für die zuverlässige Übertragung von Images.

Ubuntu: In allen Ubuntu-Varianten findet sich der „Startmedienersteller“. Das Tool ist vorinstalliert, steht jedoch auch als Paket „usb-creator-gtk“ und für Kubuntu als „usbcreator- kde“ in den Paketquellen bereit. Es funktioniert nur mit Ubuntu-Images und nicht mit anderen Distributionen. Im gestarteten Tool wählen Sie oben entweder eine ISO-Datei von Ubuntu aus oder auch eine eingelegte Ubuntu-DVD. Unter dem zu verwendenden Datenträger, der mit FAT32 vorformatiert sein muss, können Sie festlegen, ob es neben dem Livesystem noch permanenten Speicherplatz geben soll.

Linux Mint: Hier ist das Programm mit dem Namen „USB-Abbilderstellung“ mit von der Partie. Es benutzt unter der (deutschsprachigen) Oberfläche das nackte dd und erstellt eine Byte-für-Byte-Kopie eines ISO-Images auf dem Ziellaufwerk. Aus diesem Grund eignet es sich nicht nur für die Images von Linux Mint, sondern generell für alle hybriden ISO-Dateien.

Open Suse: Für die Übertragung von ISOs benutzen Sie in Open Suse am besten den Imagewriter, der sich über den Paketmanager nachinstallieren lässt – entweder grafisch über die Paketverwaltung von Yast oder mit dem Paketmanager Zypper 

sudo zypper in imagewriter 

im Terminal. Auch der Imagewriter arbeitet im Inneren wie dd und beherrscht deshalb auch alle hybriden Images. Die englischsprachige Oberfläche ist extrem einfach: Ziehen Sie mit der Maus die gewünschte ISO-Datei auf das Programmfenster und wählen Sie danach das Ziellaufwerk im Feld „Insert a USB device“.

Fedora: In den Paketquellen findet sich das Tool Liveusb-Creator, das Sie in Fedora mit 

sudo yum install liveusb-creator 

installieren. Sie müssen das Programm manuell im Terminal-Fenster mit sudo starten:

sudo -H liveusb-creator

Das englischsprachige Tool übernimmt Elemente von Unetbootin und bietet rechts oben über „Download Fedora“ die Möglichkeit, ein Image herunterzuladen und dann auf das Ziel („Target Device“) zu übertragen. Davon abgesehen kann das Programm allerdings auch ein vorhandenes ISO-Image verarbeiten.

Für die Übertragung gibt es die Optionen „Overwrite Device (dd)“ oder einen Kopierbefehl „Non-Destructive (cp)“, der das Ziellaufwerk nicht komplett überschreibt – es muss aber dann schon formatiert sein.

Windows: Images direkt schreiben

Ist (noch) kein Linux-Rechner für die Übertragung einer ISO-Datei verfügbar, dann verwenden Sie unter Windows für die gleiche Aufgabe den Win32 Disk Imager . Dessen Bedienung ist weitgehend selbsterklärend. Sie wählen nur die Quelldatei („Image File“) und geben das Ziellaufwerk („Device“) an. Voreingestellt ist zwar im Datei-Browser die Dateierweiterung IMG, aber nach einer Umstellung auf „*.*“ funktionieren genauso auch ISO-Dateien. Die Schaltfläche „Write“ startet den Schreibvorgang.

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