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USB-Stick abmelden, Hardware-Viren, Datenhaltbarkeit

02.09.2012 | 14:34 Uhr |

Das ordnungsgemäße Abmelden von USB-Speichermedien schützt vor Datenverlust.
Vergrößern Das ordnungsgemäße Abmelden von USB-Speichermedien schützt vor Datenverlust.

Mythos 8: USB-Laufwerke ohne Abmelden abstöpseln

Trotz Warnhinweisen kursiert der Irrglaube, externe USB-Speichermedien müsse man vor dem Abstöpseln nicht abmelden.

Bis einschließlich Windows ME griff das Betriebssystem selbst nach dem Kopiervorgang weiterhin auf das Speichermedium zu. Zog der Nutzer das USB-Speichermedium aus dem Port ohne es zuvor abgemeldet zu haben, gingen häufig Daten verloren. Obwohl Microsoft seit Windows XP den Schreib-Cache für USB-Speichermedien deaktiviert hat, empfiehlt es sich nach wie vor den USB-Stick oder die Festplatte über das Häkchen im Systray neben der Windows-Uhr abzumelden – nicht zuletzt, um sicher zu stellen, dass aktuell gepufferte Daten vollständig kopiert und somit unbeschädigt auf dem Speichermedium beziehungsweise der internen Festplatte landen. Dies gilt vor allem für Speichermedien unter Linux. Abhängig von Distribution und Dateisystem kann es durchaus passieren, dass Daten erst einige Sekunden nach der Kopierbestätigung tatsächlich vollständig auf dem Speichermedium landen. Entfernen Sie den USB-Stick oder USB-Festplatte, ohne diese vorher ordnungsgemäß abzumelden, müssen Sie nicht selten mit Datenverlust oder sogar einem defekten Dateisystem rechnen.

Gruselig: Die gefährlichsten Viren aller Zeiten

Digitale Speichermedien sind für langfristiges Archivieren ungeeignet
Vergrößern Digitale Speichermedien sind für langfristiges Archivieren ungeeignet

Mythos 9: Digitale Daten halten ewig

Digitale Fotos, Filme und Musik – entgegen dem Mythos sind derartige Dateien nicht unvergänglich; im Gegenteil, archivieren Sie diese auf einer herkömmlichen CD oder DVD, sind die Daten häufig nach wenigen Jahren nicht mehr lesbar.
 
Im Gegensatz zu VHS-Videokassetten können Sie Filme im Digitalformat nahezu unendlich oft abspielen, ohne dass dabei die Qualität maßgeblich verloren geht. Das würde allerdings ein Speichermedium voraussetzen, dass genau so lange hält. Und genau hier liegt das Problem. Während Nutzer häufig dem Mythos verfallen und handelübliche CDs oder DVDs verwenden, um Daten langfristig zu archivieren, wissen nur die wenigsten, dass gerade diese günstigeren und weit verbreiteten Speichermedien vergänglich sind. Und selbst wenn Sie diese ordnungsgemäß lagern, lassen sich CDs oder DVDs bereits nach 5-8 Jahren nicht mehr lesen und die darauf gespeicherten Daten folglich nicht mehr aufrufen – äußerst ärgerlich, sollten Sie Aufnahmen von einmaligen Ereignissen wie das Heranwachsen Ihres Sprösslings dokumentiert haben. Selbst Festplatten halten nicht ewig. Je nach Fabrikat und Qualität liegt die Lebensdauer zwischen 10 und 30 Jahren. Insofern empfiehlt es sich für eine langfristige Datenspeicherung von digital auf analog zurückzuwechseln. Bilder und wichtige Dokumente sollten Sie daher auf qualitativ hochwertiges und säurefreies Papier drucken – und selbst wenn die Farben der Fotos verblassen, ist der Schaden deutlich geringer als bei einem vollständigen Datenverlust.

So lange leben Ihre Daten

Scanner und andere Hardware sind vor Viren nicht gefeit
Vergrößern Scanner und andere Hardware sind vor Viren nicht gefeit
© Trust

Mythos 10: Viren verschonen Hardware

Da Viren und andere Malware Schadprogramme sind und somit in die Kategorie Software fallen, attackieren Sie nicht nur Windows und dazugehörige Anwendungen, sondern können auch die Steuerung von Hardware übernehmen – ähnlich wie authentifizierte Software.

Möchten Sie eine Hardware-Komponente wie etwa ein DVD-Laufwerk oder einen Scanner mit beispielsweise neuesten Funktionen versehen, müssen Sie ein Firmware-Update installieren. Schleicht sich jedoch anstatt des Updates ein Virus ein, kann dieser – je nach Fähigkeit – die Rolle der Firmware übernehmen und einen Schadcode anstelle neuer Funktionen einschleusen. Dieser Schadcode könnte die Hardware so manipulieren, dass beispielsweise beim Scanner die Lampe durchbrennt und Sie sich somit ein neues Gerät anschaffen müssen. Was nach einem schaurigen Theorie-Szenario anhört, wurde Ende der 90er-Jahr zum wahrhaften Albtraum. 1998 tauchte das erste Mal der CIH-Virus auf. Auch als Chernobyl oder Spacefiller bekannt verursachte dieser Virus Hardware-Defekte, indem er EXE-Dateien unter Windows 95, 98 und ME befiel und erwünschte Befehle ausführte – dazu gehörte das vollständige Überschreiben von Festplatten, was zu massiven Datenverlusten geführt hat, sowie das unerwünschte Überschreiben des BIOS, die Firmware eines x86-PCs und somit eines herkömmlichen Windows-Rechners.

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