1988620

Tutorial: So funktionieren virtuelle PCs mit Virtualbox

01.10.2017 | 16:01 Uhr |

Mit Virtualbox lassen sich mehrere virtuelle Test-PCs parallel aufsetzen. Das für Privatnutzer kostenlose Programm arbeitet schnell und besitzt eine übersichtliche Steuerzentrale.

1. Die Installation

Installieren Sie Virtualbox , indem Sie die Setup-Datei herunterladen und auführen. Die Installation des Programms erfolgt auf Englisch. Beim späteren Einsatz erscheint die Oberfläche dann aber automatisch in deutscher Sprache. Klicken Sie im Willkommenfenster auf „Next“.

Die Einstellungen im Fenster „Custom Setup“ belassen Sie unverändert. Ändern Sie bei Bedarf mit einem Klick auf „Browse“ den vorgeschlagenen Zielpfad für Virtualbox auf der Festplatte. Klicken Sie danach zwei Mal auf „Next“ und entscheiden Sie, ob Virtualbox Desktop-und Schnellstartverknüpfungen für Sie anlegen soll. Die darauf folgende Frage „Proceed with installation now?“ beantworten Sie mit einem Klick auf „Yes“. Beachten Sie, dass der Installationsassistent Ihre Netzwerkverbindung kurz unterbricht, um die eigenen Virtualbox-Netzwerktreiber einzurichten. Fahren Sie per Klick auf „Install“ fort und beenden Sie das Setup mit einem Klick auf „Finish“. Bleibt das Häkchen vor „Start Oracle VM VirtualBox after Installation“ gesetzt, wird Virtualbox direkt im Anschluss an das Setup ausgeführt und Sie können den ersten virtuellen Rechner anlegen.

Wählen Sie im Setup- Assistenten aus, welches neue Betriebssystem Sie im virtuellen Computer einrichten möchten.
Vergrößern Wählen Sie im Setup- Assistenten aus, welches neue Betriebssystem Sie im virtuellen Computer einrichten möchten.

Virtualbox: Tipps für den Einsatz

Möchten Sie herausfinden, wo auf der Festplatte Virtualbox einen virtuellen Rechner abgespeichert hat, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den virtuellen PC und wählen Sie „Im Explorer anzeigen“. Nun erscheint ein Ordnerfenster und Sie können beispielsweise überprüfen, wie viel Speicherplatz der Gastrechner auf dem Laufwerk beansprucht.

Um virtuelle PCs in einen anderen Ordner zu verschieben, gehen Sie so vor: Klicken Sie im Hauptfenster von Virtualbox auf „Datei -> Globale Einstellungen“ und danach bei „Allgemein“ rechts hinter „Voreingestellter Pfad für VMs“ auf den kleinen Pfeil nach unten. Klicken Sie auf „Ändern“, wählen Sie den neuen Ablageordner aus und bestätigen Sie mit „OK“. Zum einfachen Kopieren von Text zwischen Ihrem Windows-PC und dem Testrechner schalten Sie die gemeinsame Zwischenablage von Virtualbox ein. Dazu müssen die Gasterweiterungen von Virtualbox installiert sein. Markieren Sie dann links im Hauptfenster von Virtualbox Ihren Test-PC und gehen Sie auf „Ändern“. Unter „Allgemein“ bringen Sie rechts das Register „Erweitert“ nach vorne. Stellen Sie bei „Gemeinsame Zwischenablage“ die Option „bidirektional“ ein, damit das Kopieren in beide Richtungen klappt, und bestätigen Sie mit „OK“. Beachten Sie, dass sich über die gemeinsame Zwischenablage keine Dateien austauschen lassen. Dafür sind in Virtualbox gemeinsame Ordner vorgesehen.

2. Virtuellen PC erstellen

Im Hauptfenster von Virtualbox erstellen Sie nun einen virtuellen Rechner. Legen Sie dabei fest, wie viel Arbeitsspeicher dieser haben und wie groß die virtuelle Festplatte sein soll. Klicken Sie daraufhin auf „Neu“. Es öffnet sich ein Assistent, der Sie durch die Erstellung führt. Gehen Sie auf „Weiter“ und geben Sie im nächsten Fenster einen Namen für Ihren neuen virtuellen Rechner ein. Wählen Sie im nächsten Schritt in den beiden Ausklappfeldern darunter das gewünschte Betriebssystem aus. Nach einem Klick auf „Weiter“ legen Sie fest, über wie viel Arbeitsspeicher der virtuelle PC verfügen soll. Für Windows XP, Vista und manche Linux-Distributionen genügt 1 GB RAM, für Windows 7, 8 und 10 sind mindestens 2 GB empfehlenswert. Falls Sie dem Gastsystem im Verhältnis zum Hauptrechner zu viel Speicher zuweisen, beginnt Ihr echter Rechner, Daten aus dem zu knappen verbliebenen RAM auszulagern, und die PC-Leistung sinkt.

Die virtuelle Maschine benötigt noch eine Festplatte. Die Option „Festplatte erzeugen“ ist voreingestellt. Klicken Sie auf „Erzeugen“ und übernehmen Sie dann den Festplattentyp „VDI (VirtualBox Disk Image)“ sowie im Folgedialog „dynamisch alloziert“. Bestätigen Sie mit „Weiter“. Im nächsten Schritt übernehmen Sie den vorgeschlagenen Namen für die virtuelle Festplatte. Die Größe ist für Windows 10 auf 32 GB voreingestellt. Schieben Sie den Regler nach links oder rechts, um die Größe der Festplatte bei Bedarf zu reduzieren oder zu erweitern – oder tippen Sie den gewünschten Wert in das Feld rechts ein. Klicken Sie nun auf „Erzeugen“. Der Assistent wird geschlossen und der neue virtuelle Rechner ist angelegt.

Die besten Tipps und Tricks für VirtualBox

Binden Sie auf Festplatte abgelegte ISO-Images von CDs oder DVDs unter „Massenspeicher“ als Installationsquellen ein.
Vergrößern Binden Sie auf Festplatte abgelegte ISO-Images von CDs oder DVDs unter „Massenspeicher“ als Installationsquellen ein.

3. Laufwerke einrichten

Bevor Sie das gewünschte Betriebssystem installieren, sollten Sie noch die Konfiguration des neu angelegten Rechners anpassen. Richten Sie als Erstes ein virtuelles CD/DVD-Laufwerk ein. Markieren Sie hierzu links im Hauptfenster Ihren virtuellen PC und klicken Sie rechts unter „Details“ auf „Massenspeicher“. Soll das Betriebssystem von einer DVD oder CD installiert werden, markieren Sie in der Liste unter „Massenspeicher“ das CD-Symbol und geben im rechten Fensterbereich per Klick auf das CD-Icon den Host-Laufwerksbuchstaben Ihres echten DVD/CD-Laufwerks an, in dem sich die Windows-Installations-DVD befindet. Wenn Sie das Betriebssystem für den virtuellen PC über eine ISO-Datei installieren wollen, gehen Sie auf diese Webseite . Hier erfahren Sie, wie Microsoft die aktuellen ISO-Dateien für ein 32-und 64-Bit-System von Windows 10 bereit stellt und wie Sie sie auf Ihrem PC herunterladen. Ist das erledigt, klicken Sie in Virtualbox ganz rechts auf das CD-Symbol und anschließend dann auf „Datei für optisches Medium auswählen“. Wechseln Sie jetzt in das Verzeichnis mit der zuvor geladenen ISO-Datei von Windows 10 und wählen Sie das Abbild aus. Es wird nun als Laufwerk geladen.

Virtualbox-Einstellungen: Vorgaben anpassen

In den Einstellungen von Virtualbox können Sie beispielsweise den Zielpfad für neue virtuelle PCs ändern oder eine andere Host-Taste als die vorgegebene auswählen. Gehen Sie zu „Datei -> Globale Einstellungen“. Unter „Allgemein“ können Sie die beiden Standardordner für virtuelle Festplatten und die Konfigurationsdateien Ihrer virtuellen PCs anpassen. Zum Auswählen eines anderen Ordners klicken Sie rechts am Ende des jeweiligen Eingabefelds auf den Pfeil und danach auf „Ändern“. Im folgenden Fenster wählen Sie das neue Verzeichnis aus. In der Kategorie „Eingabe“ ist die rechte Strg-Taste zum Verlassen des Gast-PC-Fensters voreingestellt. Um eine andere Taste auszuwählen, klicken Sie in das Feld neben „Host-Tastenkombination“ und wählen das Wunschtastenkürzel aus.

Wichtig: Das Häkchen vor „Auto-Fangmodus für Tastatur“ sollte gesetzt bleiben, damit alle Tastatureingaben in den virtuellen PC umgeleitet werden, wenn ein Virtualbox-Fenster aktiv ist.

Standardmäßig nutzt Virtualbox für Gäste den Modus NAT. Der PC ist somit über das Internet nicht direkt erreichbar.
Vergrößern Standardmäßig nutzt Virtualbox für Gäste den Modus NAT. Der PC ist somit über das Internet nicht direkt erreichbar.

4. Netzwerkeinstellungen

Unter „Netzwerk“ stellen Sie ein, wie Ihr virtueller Rechner ins Internet kommt und auf interne Netzwerkressourcen zugreift. Sie können einen virtuellen Rechner mit bis zu fünf virtuellen Netzwerkkarten ausstatten. Es gibt unterschiedliche Betriebsmodi, voreingestellt ist „NAT“: Im Network-Address-Translation-Modus verwendet der virtuelle Computer die IP-Adresse Ihres Windows-PCs. Der Gastrechner hat über eine interne IP-Adresse Zugriff auf das Netzwerk sowie auf den Internetanschluss. Von außen ist die virtuelle Maschine aber nicht erreichbar. Beim „NAT-Netzwerk“ gleicht die Funktionsweise einem Router. Ein direkter Zugriff von außerhalb des Netzwerks auf die Client-Systeme wird verhindert, virtuelle Rechner können jedoch untereinander und nach außen kommunizieren. Der NAT-Dienst ist hierbei an ein internes Netzwerk angebunden. Es wird von Virtualbox bei Be-darf automatisch erstellt. Im Betriebsmodus „Netzwerkbrücke“ ist der virtuelle Rechner wie auch Ihr Windows-PC über eine eigene IP-Adresse verbunden. Für andere Geräte im Netzwerk ist das Gastsystem somit als eigenständiger Rechner sichtbar. Der Gast bezieht eine IP-Adresse vom DHCP-Server im Netz. Im Modus „Host-only Adapter“ kann der virtuelle PC zwar auf den Hauptrechner zugreifen, der Gast hat allerdings keinen Zugriff auf das restliche Netzwerk.

Die Installation von Windows 8 im virtuellen Gast-System läuft wie gewohnt ab.
Vergrößern Die Installation von Windows 8 im virtuellen Gast-System läuft wie gewohnt ab.

5. Windows installieren

Um mit dem Windows-10-Setup loszulegen, genügt es, den virtuellen Rechner mit einem Klick auf das grüne Symbol in der Virtualbox-Konsole zu starten – die ISO-Datei von Windows 10 haben Sie ja bereits in Punkt 3 eingebunden. Wenn nicht, können Sie die ISO-Datei von Windows 10 auch nach dem Start der virtuellen Maschine noch integrieren. Klicken Sie dazu in der Menüleiste oberhalb des noch schwarzen PC-Fensters auf „Geräte -> Optische Laufwerke -> Abbild auswählen“ und wählen Sie die ISO-Datei von Windows 10 aus. Daraufhin starten Sie den virtuellen Rechner mit Klicks auf „Maschine -> Zurücksetzen -> Zurücksetzen“ neu.

Nun erscheint das Windows-10-Logo und die Installation des Betriebssystems beginnt. Sie unterscheidet sich nicht von der gewohnten Vorgehensweise auf einem echten PC. Wählen Sie das benutzerdefinierte Setup und installieren Sie Windows auf der virtuellen Festplatte. Das Kopieren der Daten auf das virtuelle Laufwerk und die Einrichtung von Windows 10 benötigt abhängig von der Geschwindigkeit Ihres Rechners bis zu 30 Minuten. Während dieser Zeit können Sie auf Ihrem Windows-PC mit anderen Programmen arbeiten.

Ist Windows erstmalig gestartet, installieren Sie die Virtualbox- Gasterweiterungen für eine höhere Bildschirmauflösung.
Vergrößern Ist Windows erstmalig gestartet, installieren Sie die Virtualbox- Gasterweiterungen für eine höhere Bildschirmauflösung.

6. Gasterweiterungen einrichten

Damit ein unter Virtualbox installiertes Betriebssystem optimal mit der Virtualisierung zurechtkommt, braucht es ein paar Treiber und Add-ons: die Gasterweiterungen. Sie installieren im Gastsystem einen speziellen Grafik-sowie Maustreiber. Die Grafikauflösung und Reaktionszeit des virtuellen PCs verbessern sich damit spürbar. Zur Installation der Gasterweiterungen muss der virtuelle PC gestartet sein. Im Fenster Ihres Windows-10-Testrechners gehen Sie zum Menü „Geräte“ und wählen „Gasterweiterungen einlegen...“. Falls das Setup nicht automatisch startet, führen Sie es im Windows-Explorer manuell aus. Folgen Sie nun den Anweisungen mit Klicks auf „Weiter“ und schließen Sie die Einrichtung ab. Nach einem Windows-Neustart passen Sie die Bildschirmauflösung nach Ihren Wünschen an.

Mithilfe gemeinsamer Ordner greifen Sie in der virtuellen Maschine auf Verzeichnisse der Host- PC-Festplatte zu.
Vergrößern Mithilfe gemeinsamer Ordner greifen Sie in der virtuellen Maschine auf Verzeichnisse der Host- PC-Festplatte zu.

7. Gemeinsame Ordner für den Gast hinzufügen

Virtualbox bietet gemeinsame Ordner für den Datenaustausch zwischen Ihrem Windows-PC und dem Testrechner. Schalten Sie den virtuellen PC zunächst aus, markieren Sie ihn in der Virtualbox-Konsole und klicken Sie auf „Ändern“. Im Einstellungsfenster klicken Sie links auf „Gemeinsame Ordner“ und dann ganz rechts auf das blaue Ordnersymbol mit dem Pluszeichen. Im folgenden Fenster klicken Sie hinter „Ordner-Pfad“ auf den Pfeil nach unten, dann auf „Ändern“ und wählen ein Verzeichnis auf der Festplatte oder SSD Ihres Windows-PCs aus, über das der Datenaustausch mit der virtuellen Maschine laufen soll. Den vorgeschlagenen Namen für den gemeinsamen Ordner können Sie nun noch anpassen.

Für den Fall, dass Sie für den gemeinsamen Ordner einen Schreibschutz einschalten möchten, setzen Sie einfach ein Häkchen vor die Option „Nur lesbar“ – der virtuelle Rechner kann dann keine Daten verändern. Aktivieren Sie noch „Automatisch einbinden“. Schließen Sie das Fenster mit „OK“ und „OK“. Starten Sie den Test-PC mithilfe eines Doppelklicks. Öffnen Sie daraufhin in Windows 10 den Explorer, klicken Sie links auf „Netzwerk“ und anschließend im rechten Fensterbereich unter „Computer“ doppelt auf „VBOXSVR“. Der neu eingerichtete Datenaustauschordner erscheint – ein Doppelklick öffnet ihn, per Rechtsklick lässt er sich als „Netzlaufwerk einbinden“.

Die besten Nischen-Virtualisierungs-Tools

Geben Sie dem neuen Sicherungspunkt einen aussagekräftigen Namen und beschreiben Sie seinen Zustand.
Vergrößern Geben Sie dem neuen Sicherungspunkt einen aussagekräftigen Namen und beschreiben Sie seinen Zustand.

8. Sicherungspunkte

Ein Vorteil eines virtuellen PCs besteht darin, den aktuellen Systemzustand als Abbild einzufrieren und in Form eines Sicherungspunkts zu speichern. Mit Virtualbox legen Sie beliebig viele Sicherungspunkte an, zu denen Sie später leicht zurückkehren können.

Im Hauptfenster von Virtualbox markieren Sie links den virtuellen Test-PC, für den Sie einen Sicherungspunkt erstellen möchten. Bringen Sie danach im rechten Fensterbereich die Registerkarte „Sicherungspunkte“ nach vorne. In der Symbolleiste am oberen Rand klicken Sie auf das Kamerasymbol „Sicherungspunkt erstellen“. Geben Sie einen aussagekräftigen Namen für den Sicherungspunkt ein. Um die Snapshots später besser unterscheiden zu können, empfiehlt sich eine längere Notiz im Feld „Beschreibung“. Bestätigen Sie mit „OK“.

Das Wiederherstellen eines Speicherpunkts ist ganz einfach: Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Eintrag, etwa „Sicherungspunkt 1“. Im Kontextmenü wählen Sie dann „Sicherungspunkt wiederherstellen“. Jeder Speicherpunkt verschlingt einiges an Speicherplatz auf der Festplatte oder SSD des Haupt-PCs. Sinnvoll ist deshalb das gelegentliche Löschen aller nicht mehr benötigten Sicherungspunkte. Markieren Sie den gewünschten Eintrag in der Liste und klicken Sie auf das Symbol „Sicherungspunkt löschen“.

Jetzt wird der ausgewählte Snapshot entfernt und der belegte Speicherplatz auf der Festplatte wieder freigegeben.

Gasterweiterungen: Wichtige Extras für virtuelle Maschinen

Die Gasterweiterungen (Englisch: Guest Additions) von Virtualbox verbessern die Integration zwischen Host-und Gastsystem. Mit dem enthaltenen Grafikkartentreiber ist es möglich, das Fenster des virtuellen PCs mit der Maus zu verlassen, ohne die voreingestellte Host-Taste benutzen zu müssen. Die Bildschirmauflösung für den virtuellen PC wird auf maximal 64 000 × 64 000 Pixel in 32 Bit Farbtiefe erweitert; dadurch wird auch Mehrschirmbetrieb ermöglicht. Zudem gibt es den „nahtlosen Fenstermodus“, die gemeinsamen Ordner für den Datenaustausch zwischen Ihrem Hauptrechner und dem Gastsystem sowie Unterstützung für Open-GL.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

1988620