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Tschüss Plug-Ins und willkommen interaktive Grafiken

HTML5 wird Plug-Ins wohl komplett verdrängen.
Einst wurden Browser-Plug-Ins und Add-Ons begeistert willkommen geheißen, weil damit Nutzer ermutigt wurden, kreativ zu experimentieren. Neue Sounds, bewegte Bilder und viele weitere nette Tricks sind erst über Plug-Ins von Sun, Adobe, RealAudio, Microsoft und andere Unternehmen ins Web gelangt. Die Plug-In-Schnittstelle stehen jedem offen und können kreativ genutzt werden. Jeder kann neue Funktionen in die triste, text-basierte Webwelt einbauen.

Die Schlacht gegen Flash wurde zwar am intensivsten diskutiert, aber auch andere Coding-Größen sind bedroht. JavaFX ist beispielsweise eine tolle Programmiersprache, aber wer möchte gerne eine weitere lernen, wenn JavaScript in Kombination mit den Canvas-Objekten die Aufgabe genauso gut erledigt? Wer benötigt die Real-Umgebung, wenn der Video-Tag automatisch Audio und Video synchronisiert? Plug-Ins dieser Art sind dazu verdammt demnächst in Vergessenheit zu geraten.

Wird die Idee der Plug-Ins verschwinden? Vielleicht. Aber es kommt sehr darauf an was Sie tun möchten. Wenn Sie Bilder zeichnen möchten, dann ist das Canvas-Objekt mächtig genug dafür. Möchten Sie aber sehr detaillierte dreidimensionale Welten erstellen, wie jene, die in professionellen Flash- und Shockwave-Spielen erscheinen, dann müssen Sie sich weiterhin auf Plug-Ins verlassen. Diese können dann direkt auf die Grafikhardware des Computers zugreifen und eine rechenintensive dreidimensionale Welt erstellen.

HTML5 wird eine Vielzahl interaktiver Grafiken ermöglichen:
Das alte Internet lädt Bilder, indem eine GIF- oder JPG-Datei heruntergeladen wird. Das neue Web stellt Bilder einfach direkt in einem Canvas-Objekt dar. Eine Vielzahl guter Grafik-Bibliotheken ist entstanden und alle helfen dabei die Webseiten-Grafik deutlich interaktiver zu gestalten.

Ein JavaScript-Programmteil kann Werte errechnen und Bilder aus diesen Daten zeichnen. So können die Bilder quasi zum Leben erweckt werden und sind weniger starr. Allerdingt hängt das Endergebnis sehr von der Geduld und den Fähigkeiten des Entwicklers ab. Adobe fängt gerade damit an die Entwicklung fortgeschrittener Grafiken für HTML5 zu vereinfachen. Werden weitere Werkzeuge dieser Art entwickelt, dann können weitere Funktionen genutzt und professionellere Grafiken erzeugt werden, sobald die Software weiter ausgereift ist.

Bei all dem Lob sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die CPU für die Grafikeffekte stärker belastet wird. Befürchtungen, dass leistungsschwächere Systeme dieser Belastung nicht standhalten können, sind nicht unbegründet. Früher wurden auch Flash-Inhalte von vielen Entwicklern blockiert, da sonst die Kundencomputer mit den Flash-Animationen überlastet gewesen wären. In Zukunft wird dies keine Alternative mehr sein. Jeder, der sich in der Vergangenheit über Flash beschwerte, wird wohl lernen, dass rechenintensive Webinhalte technologieunabhängig sind. Es geht eher darum, welcher Designer den Websurfer am meisten Aufmerksamkeit abringen möchte und entsprechend werden dann die Ressourcen ausgereizt.

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