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Trick Nr.4: Geiseln nehmen

27.10.2019 | 09:06 Uhr |

Sie stellen jemanden aus einem anderen Unternehmen ein, der Ihre maßgeschneiderte Software programmieren soll, Webseite entwickeln soll oder Ihre Infrastruktur verwalten soll. Monate später entscheiden Sie sich für ein anderes Unternehmen und stellen mit Entsetzen fest, dass Sie nicht den Quellcode, die Domain oder die Passwörter für das Netzwerk besitzen. All diese Sachen gehören der Service-Unternehmen. Manchmal gibt es nur einen einzigen Ausweg, nämlich das Lösegeld zu bezahlen, oder dem Unternehmen mit einer Klage zu drohen.

„Ich habe vor kurzen einen Kunden aus einem anderen Unternehmen befreit, das die essentiellen Server gehostet hat. Auf den Servern waren Finanzdaten, persönliche Daten, die Exchange Datenbank, einfach alles gespeichert", sagt Jeff Pagano, Inhaber einer Cloud-IT-Dienstleistungsunternehmen namens Iconic Consulting . „Das ausgebootete Unternehmen war nicht glücklich darüber, den Auftraggeber zu verlieren und hat die Kundendaten als Geisel genommen, bis seine Forderungen erfüllt wurden. Wir mussten die Rechtsanwälte des Kunden einschalten, damit das Beratungsunternehmen sich damit einverstanden erklärte, die Daten wieder freizugeben. Aber diese waren in einem proprietären Format gespeichert. Letztendlich mussten wir noch mehr Geld ausgeben, um die Daten wiederherzustellen und in unsere eigenen Datenzentren zu überführen."

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Howard Sherman ist der Gründer von RoyalGeeks.com, einem Unternehmen das sich auf technische Unterstützung und Webdesign spezialisiert hat. Er kommentiert das Verhalten, als die schlimmste Taktik, die von Beratungs-Schurken angewandt werden kann. Er schildert die Erfahrung, die ein RoyalGeek-Kunde, der zuvor von einem anderen Webdesign-Unternehmen im Stich gelassen wurde, gemacht hat, als „grausam und wirklich böse".

„Der Kunde musste eine ganz neue Domain registrieren und einen neuen Web-Hoster finden, weil der Zugriff zu seiner eigenen Webseite und Domain verweigert wurde", sagt er. „Noch schlimmer war jedoch, dass vertraglich festgelegt war, dass das gesamte Seiten-Design, mit den Datenbanken, als geistiges Eigentum dem Entwickler zugeschrieben wurde. Das Unternehmen besaß rein rechtlich gesehen die eigene Webseite gar nicht. Wir mussten einen Schlussstrich ziehen und die gesamte Webseite wieder von vorn aufbauen."

Die Lösung: Als erstes sollten Sie Ihr Beratungsunternehmen genau unter die Lupe nehmen, um sicherzustellen, dass Sie keine Halunken engagieren, sagt Sherman. Dann sollten Sie sicherstellen, dass das geistige Eigentum, die Domain und andere Dinge, die das Beratungsunternehmen für Sie erstellt, bei Ihnen verbleibt. Achten Sie darauf, dass der Vertrag in dieser Hinsicht keine Missverständnisse zulässt. Desweiteren sollten Sie Kopien zu allen Unterlagen einfordern, unter anderem auch zu den Log-Ins und den Lizensinformationen.

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