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Tops und Flops

06.03.2007 | 15:28 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Atari stellte auf der CeBIT 1993 seinen Rechner Falcon030 vor, der erstmals über eine Farb-Grafikkarte verfügte. Commodore lockte die Fans mit dem Amiga an seinen Stand. Aber für einige renommierte Unternehmen hieß es auch Abschied nehmen: Die Türkheimer Schneider AG kündigte auf der CeBIT 93 den Rückzug aus dem PC-Geschäft an.

Der heutige Apple-Boss Steve Jobs, damals Chef von NeXT, hatte vor Messebeginn erklärt, dass sein Unternehmen künftig keine eigene Hardware mehr produzieren werde, um sich ganz auf die Software-Entwicklung zu konzentrieren. Das NeXT-System hat schließlich die vergangenen zehn Jahre überlebt und bildet heute den Kern des viel gelobten Apple-Betriebssystems Mac OS X.

Viele Neuheiten prägen das Bild der CeBIT. Und viele der mit immensen Werbeaufwand angekündigten Sensationen erweisen sich im Nachhinein nur für die beauftragten Marketing-Agenturen als Erfolg. Denn technische Flops gehören eben auch zur CeBIT. Dazu gehören der 1993 vorgestellte mit Sonnenenergie betriebene Laptop von Zenith Data Systems oder Entwürfe von "Stift"-Minicomputern von Casio und anderen Herstellern, die ohne Tastatur auskommen.

Auch die revolutionäre Idee von Designer Luigi Colani, die eckigen Tasten auf den Computer-Keyboards und ihre rechtwinklige Anordnung abzuschaffen, fand nur wenige Anhänger. "Gebt mir vier Jahre Zeit", forderte Colani auf der CeBIT 1993 - doch das reichte nicht aus. Heute sind die meisten Tastaturen eckig wie damals - und Colani entwirft neue Polizei-Uniformen in Hamburg.

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