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Top-Flops der IT: Die 13 kurzlebigsten Produkte

18.12.2019 | 09:15 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wir zeigen 13 Produkte aus der IT, die ruck, zuck gescheitert sind. Das Note 7 von Samsung kennen Sie vermutlich. Aber erinnern Sie sich noch an das WeTab, das dem iPad Konkurrenz machen sollte? Und wussten Sie, dass es Wikipedia auch einmal auf Papier gab? Als Taschenbuchreihe!

Wikipress: Online-Enzyklopädie Wikipedia als Taschenbuchreihe

Es klang von Anfang an wie ein Widerspruch: Die Online-Enzyklopädie Wikipedia erscheint als gedrucktes Buch auf Papier. Genauer gesagt: Ein verantwortlicher Autor fasst thematisch passende Artikel zu jeweils einem Taschenbuch zusammen. Beispielsweise zu Robben. Oder zu unserem Sonnensystem sowie zur Computersicherheit. Das Taschenbuch Wikipedia. Das Buch informierte wiederum ausführlich über die kostenlose Online-Enzyklopädie. Wer Wikipedia zuvor nicht kannte, konnte nach der Lektüre des Taschenbuchs eigene Artikel erstellen oder bestehende verbessern. Alle diese Bücher erschienen im Zenodot-Verlag, der zu Directmedia gehörte. Im Jahr 2008 folgte noch das Wikipedia-Lexikon in einem Band mit den 50.000 im Zeitraum 2007/2008 am häufigsten aufgerufenen Wikipediaartikel. Dieser dicke Schmöcker erschien allerdings im Wissen Media Verlag, der zu Bertelsmann gehörte.

Im Jahr 2005 startete dieses Taschenbuch-Projekt. Wir hatten von Anfang an unsere Zweifel, die bei den Projektverantwortlichen Unmut hervorriefen. Doch wir behielten Recht: Nach rund einem Jahr und einigen erschienenen Ausgaben trug der verantwortliche Verlag Zenodot das Projekt zu Grabe.

Übrigens war die Taschenbuchreihe bereits der zweite Anlauf für eine gedruckte Wikipedia. Denn zuvor hatte der Zendot-Verlag bereits eine 100 Bände umfassende Lexikonausgabe der vollständigen Wikipedia geplant. Auch das scheiterte jedoch, wie eigentlich zu erwarten war .

Falls Sie sich intenstiver mit der gedruckten Wikipedia beschäftigen wollen, finden Sie hier Lesestoff dazu:

Wikipedia erscheint als gedrucktes Lexikon

Wikipedia.de erscheint als 100-bändige Printausgabe

Wikipedia kommt vorerst nicht als 100-bändiges-Lexikon

Wikipedia goes offline - und ins Regal

Wikipedia Lexikon in einem Band

Erneut scheitert Buch-Projekt mit Wikipedia

Neuer Wikipress-Band: Computersicherheit

Wikipedia startet im Buchformat

Spektakulärer Fehlschlag

Das 5,7 Zoll große Smartphone/Phablet Galaxy Note 7 war der große Hoffnungsträger von Samsung. Damit wollten die Südkoreaner ab August 2016 ein hochpreisiges und leistungsstarkes Smartphone auf dem Markt durchsetzen, das nicht nur der Konkurrenz von Apple - dem iPhone 7 Plus - Paroli bietet, sondern auch eine richtig gute Gewinnmarge verspricht, wie sie sonst nur Apple einfährt. Doch das Note 7 scheiterte kläglich: Die Akkus der ersten Charge konnten Feuer fangen, die Austauschgeräte der zweiten Charge ebenso. Am 11. Oktober 2016 stellte Samsung die Produktion offiziell ein. Alle bereits ausgelieferten Smartphones der ersten und zweiten Charge nimmt Samsung zurück. Das Note-7-Desaster ereignete sich ausgerechnet zeitgleich zur Vorstellung des iPhone 7 (Plus) - eine bessere Werbung konnten sich die Kalifornier gar nicht wünschen. Doch Samsung hat sich von diesem Rückschlag längst erholt und verkauft seine Smartphones wieder mit großem Erfolg.

In der Galerie zeigen wir Ihnen 13 Produkte, deren Lebensspanne auf dem Markt die 1-Jahres-Grenze niemals geknackt hat, oder die es erst gar nicht zur Marktreife gebracht wurden. Die meisten dieser Produkte wurde von großen Firmen hergestellt, die es eigentlich hätten besser wissen müssen.

Konzerne in Silicon Valley sagen gerne über sich selbst: "Wir verlieren lieber schnell". Was sie meinen ist: Sie probieren liebend gerne neue Ideen und Technologien aus; aber wenn etwas auf dem Markt nicht funktioniert, geben sie es relativ schnell wieder auf. Da investieren Firmen Hunderte Millionen Dollars in ein neues Produkt und machen mächtig Wind darum - und nur Monate später ist es schon wieder von der Bildfläche verschwunden. Sofern es überhaupt jemals Marktluft geschnuppert hat.

Hewlett-Packards TouchPad war so ein fragwürdiges Aushängeschild für unglaublich kurzlebige Technik-Produkte. Das Touchpad befindet sch aber in namhafter Gesellschaft: Berühmt berüchtigte Flops wie Audrey, der G4 Cube und Foleo zum Beispiel.

Pleite-Produkte aus Deutschland

Doch es gibt auch Beispiel aus Deutschland für besonders spektakulär gescheiterte IT-Produkte. Das berühmt-berüchtigte WeTab (ursprünglicher Name: Wepad) der Berliner Firma Neofonie sollte 2010 dem iPad Konkurrenz machen. Doch die erste Vorstellung des WeTabs missglückte völlig, weil auf dem angeblich mit Linux laufendem Tablet während der Pressekonferenz eine Windows-Fehlermeldung erschien. Produktbewertungen auf Amazon stellten sich als fingiert heraus. In unserem Test fiel das WeTab ebenfalls durch. Im November 2010 gab Neofonie schließlich auf.

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