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Top 10: Die reichsten eSports-Teams der Welt

17.12.2020 | 08:01 Uhr |

Es war ein großes Jahr für den eSports: Als nichts mehr ging, keine NBA, kein Fußball, keine Formel 1, retteten eSports-Shows den TV-Konzernen auf der ganzen Welt den Hintern und das zeigt sich in Evaluierungen und Firmenwerten, die mittlerweile die 400 Millionen US-Dollar sprengen. Der Run auf das erste Team, das eine Milliarde wert ist – er hat begonnen.

Was für ein Jahr für den eSports: Es ging hoch, es ging runter, alle mussten umdenken und doch ist Gaming der ganz große Gewinner der Corona-Krise. Publisher wie Activision vermelden Rekordgewinne – drei Milliarden US-Dollar hat man alleine mit Call of Duty in den letzten 12 Monaten verdient. Und 45 Millionen Menschen schauten die Worlds, die Weltmeisterschaft in League of Legends. Im eSports brachen zwar die Ticketverkäufe ein, dafür explodierte der Umsatz mit Fashion & Merchandise. Die Clubs investieren gerade im großen Stil, 100 Thieves hat gerade erst sein 1.400 Quadratmeter großes neues Headquarter, gesponsert von CashApp, eröffnet. FaZe investiert 30 Millionen in eine Mega-Villa und Enthusiast Gaming mit Pokimane (8 Mio. Fans auf Twitch, 6 Mio. auf Youtube) und Mr. Beast (47 Mio. Youtube-Fans) die größten Content Creator der Erde eingekauft.

Investiert haben auch wieder die Stars: Fußball-Ikone David Beckham, NBA-Legenden Shaquille O’Neal und Kevin Durant, Beiß-mir-ein-Ohr-ab-Boxer Mike Tyson und Hollywood-Granate Will Smith. Und der eSports rettete den größten TV-Konzernen der Welt den Hintern, denn plötzlich ging nichts mehr: keine Formel 1, kein NBA, keine NHL, keine NFL. Corona bedeutete kompletter Stillstand im traditionellen Sport und Traum-Quoten für den digitalen.

US-Sender mussten reagieren, die anders als in Deutschland größtenteils auf Abo-Modelle setzen, entsprechend liefern müssen fürs Geld, sonst wird das Abonnement gekündigt. Und weil auch die großen Sport-Teams das meiste Geld mit Medienrechten verdienen, spielten plötzlich große NBA-Stars NBA2K21 auf kompetitivem Level und sogar die Königsdisziplin des Motorsports – die Formel 1, verlagerte sich auf virtuelle Welten. Insbesondere McLarens Lando Norris und Ferraris neuer Superstar Charles Leclerc brachen Rekorde auf Twitch, zeitweise wurden gar offizielle Rennen virtuell ausgetragen. Auch wurden Shows und Turniere von Call of Duty, Fortnite, Rocket League, League of Legends und anderen Titeln von TV-Sport-Sendern eingekauft:

eSports ist bereit für die Prime Time. Wir produzieren die Shows auf dem gleichen Niveau wie die NBA und die Zuschauerzahlen sind dieses Jahr massiv gestiegen, um bis zu 60 Prozent“, erklärt Craig Barry, Executive Vice President von Turner Sports, die mit der NBA, PGA und NCAA die größten TV-Übertragungen für Basketball, Golf und Nascar in den USA produzieren.

eSports hat ein ganz anderes Skalierungspotential als der traditionelle Sport. Gerade die Gen-Z liebt League of Legends, überall auf der Welt. Aber nicht in jedem Land ist der Basketball so groß wie in den USA. Es ist viel leichter mit einer eSports-Organisation international zu gehen und riesige Märkte wie China zu besetzen, als mit einem NBA-Team.
- Daniel Gilbert, Besitzer Cleveland Cavaliers und Investor 100 Thieves 

Die Kollegen von Forbes erstellen jedes Jahr eine Liste der wertvollsten eSports-Organisationen der Welt und sprechen dafür mit hunderten Analysten, VCs und untersuchen große Stacks an Daten. Besonders spannend hierbei: Die größten Umsatzsprünge kommen bei vielen Vereinen nicht aus dem traditionellen eSports-Geschäft, welches zu 90 Prozent aus Sponsorships und Marketing-Partnerschaften besteht, sondern in der Regel aus Fashion/Merchandise und dem Social-Media-Business (Youtube, Twitch, Instagram, Twitter und Facebook). Die meisten eSports-Organisationen haben längst erkannt, dass sie regelmäßige Umsatzströme aufbauen müssen, die sie selbst kontrollieren können – sie also nicht davon abhängig sind, die großen Turniere zu gewinnen, die zwar wichtig sind für die Markenbekanntheit und Stärke der Kernmarke. Aber nicht die hohen Gehälter bezahlen, die bei einigen Clubs mittlerweile bei 135.000 US-Dollar pro Monat für ein CS:GO-Squad liegen. 

FORBES-Top-10 - Die Top-10 der wertvollsten eSports-Teams der Welt

Platz 1: TSM (Team SoloMid) 

Team

TSM (Team SoloMid)

Wert:

410 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

45 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

50 Prozent

Franchise Teams:

League of Legends

Non-Franchise Teams:

Apex Legends, Apex Legends, Fortnite, Icon Influencers, Magic the Gathering, PUBG, PUBG Mobile, Rainbow 6, Super Smash Bros, Team Fight Tactics, Valorant

Management:

Any Dinh (CEO) & Leena Xu (President)

Hauptsitz:

San Jose, USA

TSMs President Leena Xu ist die mächtigste Frau im eSports: „Wichtig ist die richtige Balance zwischen regelmäßigen Umsatzströmen, aus Marketing, aus Fashion, aus Streaming in Kombination mit Skalierungseffekten der Marke, indem wir in eSports-Teams investieren, die Titel holen.“
Vergrößern TSMs President Leena Xu ist die mächtigste Frau im eSports: „Wichtig ist die richtige Balance zwischen regelmäßigen Umsatzströmen, aus Marketing, aus Fashion, aus Streaming in Kombination mit Skalierungseffekten der Marke, indem wir in eSports-Teams investieren, die Titel holen.“
© TSM

Da CEO und Gründer Andy Dinh früher Journalist war, ist TSM stark im Content-Game auf Social Media: 2,3 Millionen Fans auf Youtube sorgen für einen sehr hohen Media Value für Marketing-Partner. Laut President Leena Xu, die das operative Geschäft leitet, setzt TSM anders als andere eSports-Organisationen auch nicht nur auf ein bis drei Spiele, sondern hat ein sehr großes Roster. So kann man Marketing-Budgets von Partnern erhalten, die neben LoL auch in Fortnite, Rainbow Six Siege oder auch einen Konsolentitel wie Super Smash Bros wollen. TSM hat zudem wie 100 Thieves in den letzten Jahren deutlich mehr Geld in Twitch und Youtube-Stars investiert, statt nur in Athleten, die häufig 500.000 Euro pro Jahr kosten, ihren Wert aber erst auf Zeit wieder reinspielen. Laut Leena geht es im eSports um die richtige Balance: Fashion, Twitch und Youtube bringen direkten Umsatz, während Investments in Spieler und das Gewinnen von Turnieren die Kernmarke stärken und größere Sponsoren an Bord holen, sich also eher auf das Langzeit-Business auswirken. TSMs Marketing-Partner sind Logitech, Legion by Lenovo, der Versicherungsriese Geico, der Food-Delivery-Service Grubhub und die Energy-Drink-Marke Game Fuel. 

Platz 2: Cloud 9 

Team:

Cloud 9  

Wert:

350 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

30 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

70 Prozent

Franchise Teams:

League of Legends, Overwatch

Non-Franchise Teams:

CS:GO, Fortnite, Halo, Hearthstone, Rainbow 6, Super Smash Bros, Teamfight Tactics, Valorant, World of Warcraft

Management:

Jack Etienne (CEO), Dan Fiden (President)

Hauptsitz:

Chicago, USA

Cloud 9 hat ein starkes Jahr hinter sich, allerdings auch mächtig investiert – u.a. 20 Millionen US-Dollar, um in der Franchise-Liga von Overwatch mitspielen zu dürfen. Außergewöhnlich an dieser Organisation ist der enorm hohe Umsatz aus dem Kerngeschäft eSports – 70 Prozent ist sehr viel in einer Zeit, in der die meisten Clubs mit Fashion Millionen-Gewinne einfahren, schließlich gibt es kaum einen anderen Markt mit höheren Margen. Umsatzgaranten sind enorm starke Partnerschaften mit Mega-Konzernen wie BMW, PUMA und AT&AT sowie Gaming-Partnern wie HyperX und SecretLab, für die man Hardware vermarktet. Auch Cloud 9 setzt auf ein sehr breites Portfolio, weil man erkannt hat das sich nicht nur mit den größten eSports-Titeln Geld verdienen lässt, sondern auch der zweiten Reihe. Laut Cloud 9s President hat der Club mit Rainbow Six Siege 2019 mehr Gewinn erzielt als mit CS:GO. Der Hauptgrund liegt in den signifikant geringeren Gehältern. Cloud 9 hat die Gehälter seiner CS:GO-Profis offen gelegt und diese verdienen zwischen 15 und 35.000 US-Dollar pro Monat. Das CS:GO-Team alleine kostet also 136.000 US-Dollar pro Monat. 

Platz 3: Team Liquid

Team:

Team Liquid

Wert:

310 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

28 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

89 Prozent

Franchise Teams:

League of Legends

Non-Franchise Teams:

CS:GO, Dota 2, Fortnite, Hearthstone, PUBG, Rainbow 6, Super

Smash Bros,

StarCraft II, Valorant

Management:

Steve Arhancet (Co-CEO), Victor Goosens (Co-CEO)

Hauptsitz:

Utrecht, Niederlande und Los Angeles (USA)

Die Comeback-Story: Team Liquid musste in den letzten Jahren den Horror erleben, den man keinem Management wünscht: Das komplette Dota-2-Roster um Superstar KuroKy verließ den Club und man musste ausgerechnet in der Disziplin, in der Team Liquid traditionell die Favoritenrolle spielte, komplett neu anfangen. Besonders hart, weil die Dota-Weltmeisterschaft, Valves The International, das höchstdotierteste Turnier der Welt ist. 2019 hat hier Team Liquid satte 4,5 Millionen US-Dollar gewonnen, was in diesem Jahr einen guten Anteil am Firmenumsatz machte. CS:GO und LoL sind jetzt weitere große Umsatztreiber, investiert wird aber auch massiv in Twitch. Team Liquid ist das drittgrößte Network auf der Plattform. Auch sind sie sehr breit aufgestellt mit 60 Vollzeit-Athleten, die in zehn unterschiedlichen Ligen aktiv sind, an denen Liquid jeweils ihre Anteile am Medienrechte-Pool erhalten. Auch hat man in den letzten Jahren seine Zusammenarbeit mit NBA-Teams intensiviert, speziell mit den Golden State Warriors, um die Marke im amerikanischen Markt zu stärken – schließlich winken in den USA die meisten Marketing-Dollar. Einer der Major-Partner ist etwa Trikot-Sponsor Marvel Entertainment. 

Platz 4: FaZe Clan 

Team:

FaZe Clan  

Wert:

305 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

40 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

20 Prozent

Franchise Teams:

Call of Duty

Non-Franchise Teams:

CS:GO, FIFA, Fortnite, PUBG, Rainbow 6, Valorant

Management:

Lee Trink (CEO), Greg Selkoe (President)

Hauptsitz:

Los Angeles, USA

Die Forbes-Liste ist nicht ganz unumstritten, weil nicht ersichtlich ist, warum FaZe trotz 12 Millionen US-Dollar mehr Umsatz als Team Liquid und 10 Millionen mehr als Cloud 9 erst auf Platz Vier landet. Es könnte mit den astronomischen Gehältern des Clubs zu tun haben: rain verdient 700.000 US-Dollar im Jahr, NiKo 666.000 und auch viele andere liegen über der magischen 500K-Marke, aber so richtig ersichtlich ist das aus der Forbes-Analyse nicht. Wir können also nur mutmaßen, dass aus dem mächtigen Umsatz weniger Gewinn bleibt als bei den anderen. Was wir uns allerdings auch nur schwer vorstellen können, denn FaZe hat dieses Jahr Millionen mit Fashion verdient, die dank 7,5 Millionen Instagram-Fans schneller verkauft ist, als man gucken kann. 

Leben wie Superstars: Was Justin Bieber und Taylor Swift können, kann auch FaZe: Sie haben einfach mal eine 30 Mio. Dollar teure Villa gekauft, in der sie arbeiten und logieren.
Vergrößern Leben wie Superstars: Was Justin Bieber und Taylor Swift können, kann auch FaZe: Sie haben einfach mal eine 30 Mio. Dollar teure Villa gekauft, in der sie arbeiten und logieren.
© FaZe Clan

Man bietet mittlerweile von der Boxershorts über den Hoodie bis zum Designer-Anzug und Uhren alles an, was das Fan-Herz begehren könnte. Wer auf fazeclan.com surft, der findet nicht die Website eines eSports-Teams, sondern einem reinen Shop, zudem ist FaZe keine klassische eSports-Organisation, sondern sieht sich eher als Lifestyle-Unternehmen - schließlich sind die Gründer Youtube-Stars. Entsprechend arbeitet das Team in einer 30 Millionen US-Dollar teuren Villa in den Hollywoods Hills. FaZe-Fans müssen sich also keine Sorgen um die Finanzen der Jungs machen. 

Platz 5: 100 Thieves 

Team:

100 Thieves

Wert:

190 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

16 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

35 Prozent

Franchise Teams:

Call of Duty, League of Legends

Non-Franchise Teams:

Fortnite, Valorant

Management:

Matt Haag (CEO), John Robinson (President & COO)

Hauptsitz:

Los Angeles, USA

Heute ist Matthew „NadeShot“ Haag eine lebende Legende: Er hat mit Scooter Braun, Manager von Justin Bieber und Ariana Grande sowie Drake mit 100 Thieves ein 190 Millionen US-Dollar schweres eSports-Team gebaut. 100 Thieves ist im Grunde aus NadeShot eigenem Erfolg auf Youtube geboren, entsprechend investierte man stark in Talents wie CouRage, die Millionen von Fans in das Geschäft brachten, die sich natürlich in Marketing-Dollar verwandeln lassen. Auch hat man seine eigenen Fashion-Designer engagiert und verdient schnell mal 500.000 US-Dollar in zehn Minuten, mit ihren Supreme-Style-Drops. Scooter Braun kann dem Team als Investor zudem sehr viele Türen öffnen in Richtung Musik-Industrie, Hollywood, aber auch Großinvestoren wie Salesforce-CEO Marc Benioff. Menschen, die mehr Interesse daran haben, die erste Eine-Milliarde-Dollar-Company des eSports zu bauen, als schnell ein bisschen Geld zu verdienen. Mit einem Plus von 19 Prozent laut Forbes entwickelt sich 100 Thieves aber generell sehr gut .

Lesetipp: Wir haben NadeShot erst kürzlich getroffen

Platz 6: Gen G 

Team:

Gen G  

Wert:

185 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

14 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

75 Prozent

Franchise Teams:

League of Legends, NBA 2K21, Overwatch

Non-Franchise Teams:

Fortnite, PUBG, Valorant

Management:

Chris Park (CEO), Arnhold Hur (President)

Hauptsitz:

Seoul, Südkorea und Los Angeles, USA

Was fällt an der neuen Website von Gen G auf? Sie erinnert vom Layout mehr an ein Fashion-Label, das nebenbei auch noch große Partnerschaften mit Mercedes-Benz feiert.
Vergrößern Was fällt an der neuen Website von Gen G auf? Sie erinnert vom Layout mehr an ein Fashion-Label, das nebenbei auch noch große Partnerschaften mit Mercedes-Benz feiert.
© https://geng.gg

Auch Gen G investiert stark in Fashion: Die generalüberholte Website erinnert mehr an einen Hochglanz-Designer-Shop für Streetwear im Supreme-Style, als eine eSports-Website. Gen G plant eine der ersten eSports-Organisationen zu werden, die sowohl den asiatischen, als auch amerikanischen Markt dominieren wollen – gerade erst hat man den Bau seines 1.200 Quadratmeter großes US-Headquarter in Los Angeles eröffnet und sein Konto mit 45 Millionen US-Dollar von VCs für die internationale Expansion gefüllt. Dazu konnte man u.a. Hollywood-Star Will Smith (Aladin, Bad Boys) gewinnen, der gerade selbst Youtube für sich entdeckt hat und als Gesicht der Marke fungieren wird. 

Platz 7: Enthusiast Gaming 

Team:

Enthusiast Gaming  

Wert:

180 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

95 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

6 Prozent

Franchise Teams:

Call of Duty, Overwatch

Non-Franchise Teams:

Apex, Fortnite, Madden, Valorant

Management:

Adrian Montgomery (CEO), Menashe Kestenbaum (President)

Hauptsitz:

Toronto, Kanada

Alle eSports-Organisationen investieren gerade mächtig in große Influencer. Enthusiast Gaming hat gleich die komplette Firma hinter Twitch Mega-Star Pokimane gekauft.
Vergrößern Alle eSports-Organisationen investieren gerade mächtig in große Influencer. Enthusiast Gaming hat gleich die komplette Firma hinter Twitch Mega-Star Pokimane gekauft.
© Pokimane

Auch hier gibt es in der Szene Diskussionen, warum Enthusiast Gaming trotz eines enormen Umsatzes von 95 Millionen US-Dollar erst auf Platz 7 landet. Schließlich ist das der doppelte Umsatz von TSM, der Platz 1. Adrian Montgomery und Menashe Kestenbaum haben ein Gaming-Imperium geschaffen, welches aus Toronto heraus mittlerweile 300 Millionen Gamer pro Monat erreicht. Diese extreme Reichweite generiert man, weil man Omnia Media gekauft hat – und damit mit Pokimane eine der erfolgreichsten Twitch-Streamerinnen (6 Millionen Fans auf Twitch) und dem größten YouTuber der Erde Mr. Beast (47,3 Millionen Fans) die größten Content Creator überhaupt in sein Portfolio eingespannt hat. Es ist durchaus spannend, wie einstige rein auf eSports fokussierte Organisationen gerade zu Medien-Imperien wachsen, die rein von der Reichweite eine Konkurrenz zu den größten TV-Konzernen darstellen. 

Platz 8: G2 Esports 

Team:

G2 Esports  

Wert:

175 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

19 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

80 Prozent

Franchise Teams:

League of Legends

Non-Franchise Teams:

CS:GO, CS:GO, Fortnite, Hearthstone, Rainbow 6, Rocket League, Valorant und ein neues Sim-Racing-Squad mit Logitech

Management:

Carlos Rodriguez (CEO), Jens Hilgers (Chairman)

Hauptsitz:

Berlin, Deutschland

G2 hat ein weiteres starkes Jahr hinter sich: Man ist die Nummer 3 in League of Legends in der Welt und konnte als einziges westliches Team der asiatischen Dominanz in den Worlds die Stirn bieten. Ex-LoL-Pro Carlos Rodriguez und ESL-Gründer Jens Hilgers haben ein Imperium geschaffen, welches sein Geld mit Fashion und großen Marketingpartnerschaften, u.a. mit BMW, Mastercard, Philips, AOC und anderen. Man wirbt etwa auch kreativ für Pringles. 

Kreativität ist generell G2 Esports absolutes Steckenpferd: CEO Carlos inszeniert sich auch gerne mal als US-Präsident, der den eSports-Westen retten will auf den Worlds. Auch sind sie eines der wenigen Teams, die pro Land ein unterschiedliches Trikot im Angebot haben – Deutsche Fans tragen also anderes Merchandise als spanische Anhänger, wo Carlos seine Wurzeln hat. G2 esports ist zudem die erfolgreichste eSports-Organisation, die ihr Headquarter in Deutschland hat. 

Platz 9: NRG Esports

Team:

NRG Esports

Wert:

155 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

20 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

25 Prozent

Franchise Teams:

Call of Duty, Overwatch

Non-Franchise Teams:

Apex Legends, Fortnite, Rocket League, Valorant

Management:

Andy Miller (CEO), Brett Lautenbach (President)

Hauptsitz:

San Francisco, USA

Ein spannendes Team, was von NBA-Legende Shaquille O’Neil mit Mark Mastrov und Andy Miller, den Besitzern der Sacramento Kings gegründet wurde. Also von drei echten Schwergewichten aus dem traditionellen Sport, die aber interessanterweise noch nicht aktiv sind im professionellen NBA-eSports – der NBA 2K League. Dafür hat man jeweils 20 Millionen auf den Tisch gelegt, um in die Franchise-Ligen Call of Duty und Overwatch eintreten zu dürfen und ist sehr erfolgreich in Rocket League und Fortnite. Auch in Overwatch sind die Gehälter durch die Franchise-Liga gestiegen, liegen aber deutlich unter Call of Duty, CS:GO und League of Legends: Superstar Jay “Sinatraa“ Won verdient etwa 150.000 US-Dollar im Jahr, ist allerdings auch erst 17 Jahre jung. In Call of Duty sind die Gehälter für Stars wie Scump eher im Bereich eher um die eine Million, Marketing-Partner wie die US Army, Game Fuel, T-Mobile, Turtle Beach, Luxus-Möbel-Marke Herman Miller und die Bank Zippo zücken aber auch die großen Budgets. Wie alle großen Teams, hat man sich auch gerade ein Content-Haus der Extraklasse gegönnt - ein Schloss für 10 Millionen US-Dollar. 

Platz 10: T1 (früher SK Telecom T1)

Team:  

T1

Wert:

150 Millionen US-Dollar

Geschätzter Umsatz 2020:

15 Millionen US-Dollar

Umsatz aus eSports:

60 Prozent

Franchise Teams:

League of Legends

Non-Franchise Teams:

Apex Legends, Dota 2, Fortnite, Hearthstone, Overwatch

Management:

Joe Marsh (CEO)

Hauptsitz:

Seoul

Die Welt fragt sich: Wann kann Faker wieder zaubern? T1 hat das desaströseste Jahr der Vereinsgeschichte hinter sich und muss sich jetzt neu organisieren.
Vergrößern Die Welt fragt sich: Wann kann Faker wieder zaubern? T1 hat das desaströseste Jahr der Vereinsgeschichte hinter sich und muss sich jetzt neu organisieren.
© Razer

T1 verliert an Wert nach dem schlechtesten Jahr der Vereinsgeschichte. Mit Faker in einer brutalen Formkrise erlitt T1 sicherlich die peinlichste Niederlage in den LCK Regional Qualifiers, woraufhin Coach Kim 'Kkoma' Jeong-gyun die Kündigung erhielt. Der einstige König von LoL, der drei Mal die Worlds gewann, konnte sich dieses Jahr nicht einmal qualifizieren. T1 ist dennoch eines von nur zwei Teams aus dem asiatischen Raum, welches es auf die Liste geschafft hat, wohl auch weil man mit BMW einen lukrativen Fünf-Jahres-Vertrag geschlossen hat. Auch mit Nike, Logitech und dem chinesischen Hardware-Konzern Klevv wurden große Partner gewonnen. Auch Millionen von Fans glauben an den Aufstieg des Phoenix aus der Asche, der Rückkehr des Königs. 2021 können sie zeigen, aus welchem Stahl sie geschmiedet sind. Wir freuen uns drauf. 

Hinweis: Die FORBES-Liste ist nicht unumstritten, u.A. weil ein Fnatic als extrem umsatzstarker Club mit 38 Millionen US-Dollar Umsatz in 2019 und eigener Hardware-Linie nicht in der Liste auftaucht und unklar ist, wie intensiv die Finanzdaten aller Teams geprüft wurden, nicht nur der Top-10.

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