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Strom sparen bei PC, NAS, TV & Co.

08.06.2020 | 14:09 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Die IT-Technik inklusive Kommunikation, Netzwerk und Unterhaltungselektronik macht zu Hause 20 bis 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus. Doch welche Geräte benötigen wie viel – und wo lässt sich am meisten sparen? Antworten auf alle wichtigen Fragen.

Rund 31,5 Cent kostet eine Kilowattstunde Strom derzeit. Bei einem Jahresverbrauch von gut 4800 Kilowattstunden, wie ihn das Statistische Bundesamt für 3- und Mehr-Personenhaushalte ermittelt, summieren sich die Kosten so auf über 1500 Euro pro Jahr. Das ist nicht nur viel Geld, sondern erzeugt nach dem bundesweiten Strommix auch rund zwei Tonnen CO2 – so viel, wie ein normales Auto mit Benzinmotor über eine Fahrstrecke von 11.000 Kilometern ausstößt. Lässt sich der Stromverbrauch im Familienhaushalt schon um zehn Prozent senken, werden jährlich rund 150 Euro gespart. Dazu aber muss man erst einmal wissen, welche der vielen Geräte zu Hause wie viel Strom benötigen und wie er sich reduzieren lässt.

Genau dabei hilft dieser Ratgeber beim Computer sowie bei IT, Netzwerk und Unterhaltungselektronik. Zu Hause ist dieser Bereich mittlerweile für fast ein Viertel des Strombedarfs verantwortlich. Zwar wurden viele Geräte im Laufe der Jahre sparsamer, doch die zunehmende Größe, die Anzahl und die gleichzeitige Nutzung überkompensieren diesen Effekt. Dazu ein Beispiel: Sah eine Familie noch vor wenigen Jahren gemeinsam auf einem 80-cm-Fernseher (32 Zoll) fern, werden aktuell 55-Zöller am stärksten nachgefragt – die zu beleuchtende Fläche steigt bei dieser Größe auf das Dreifache.

Im Folgenden erläutern wir, worauf Sie schon beim Kauf neuer IT- und Elektronikgeräte achten können und wie Sie den Energiebedarf und damit Ihre Kosten bei vorhandenen Geräten senken.

Siehe auch:   Tinte kaufen – Geld sparen! Tipps für Sparfüchse

Notebooks verbrauchen weniger Strom als Desktop-Computer 

Energieverbrauch auf einen Blick: Bei IT und Unterhaltungselektronik sind die aussagekräftigen Energielabel bisher nur für Fernseher und Computermonitore vorgeschrieben.
Vergrößern Energieverbrauch auf einen Blick: Bei IT und Unterhaltungselektronik sind die aussagekräftigen Energielabel bisher nur für Fernseher und Computermonitore vorgeschrieben.
© Acer

Bei Fernsehern und Monitoren ist die sogenannte Energieverbrauchskennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben. Diese „EU-Energielabel“ zeigen über Farben und Buchstaben (bis A+++), wieviel Strom ein bestimmtes Produkt benötigt und wie es sich im Vergleich zu anderen einordnet. 

Bei Computern existiert diese Kennzeichnung jedoch nicht. Klar ist aber, dass ein leistungsstarker Spiele-PC mehr Strom zieht als ein sparsamer Mini-Rechner fürs Büro. Was das jedoch konkret bedeutet, muss man jeweils individuell ermitteln oder abschätzen. Ein Anhaltspunkt bei großen Rechner ist die nominelle Leistung des Netzteils, die Sie über die technischen Daten des Computers oder über den Suchbegriff „Netzteil“ zusammen mit der PC-Bezeichnung finden. Leistet ein Netzteil beispielsweise 400 Watt, heißt das jedoch nicht, dass es immer die volle Leistung abruft. Im Leerlauf benötigt es nur einen Bruchteil davon.

Weniger Strom als Desktop-Rechner verbrauchen in aller Regel Notebooks und Mini-PCs. Während mobile Rechner schon wegen einer möglichst langen Akkulaufzeit auf Energieeffizienz getrimmt sind, dürfen die Kleinst-PC wegen ihrer kompakten Bauweise nicht unnötig Wärme entwickeln und dafür Strom ziehen.

PC-Leerlauf: Jede Stunde kostet fünf Euro pro Jahr 

Notebooks und Mini-PCs liefern meist nicht so viel Spielepower wie ein Desktop-Rechner mit dedizierter Grafikeinheit, verbrauchen dafür aber auch deutlich weniger Strom als ein Bürocomputer.
Vergrößern Notebooks und Mini-PCs liefern meist nicht so viel Spielepower wie ein Desktop-Rechner mit dedizierter Grafikeinheit, verbrauchen dafür aber auch deutlich weniger Strom als ein Bürocomputer.

Wir haben diverse Mittelklasse-PCs und Notebooks mit Core i5- und i7-CPUs nachgemessen. Im Leerlauf betrug die Leistungsaufnahme der meisten Rechner etwa 20 Watt, bei Büro- und Internetnutzung etwa 40 Watt und bei rechenintensiven Arbeiten wie dem Umcodieren von Videos 60 Watt und mehr. Leistungsstarke Rechner zum Spielen verbrauchen zum Teil deutlich mehr. Die Unterschiede zwischen Desktop- und Mobil-Computern im Netzbetrieb erscheinen mit weniger als 20 Prozent zunächst nicht allzu groß, allerdings enthält der geringe Notebook-Wert bereits den Monitorbetrieb.

Weil die Energielabel bei den Monitoren verpflichtend sind, lässt sich der Stromverbrauch hier schnell vergleichen. So kann ein in die Effizienzklasse C gestufter Bildschirm mit 24 Zoll Bildschirmdiagonale im Jahr 55 Kilowattstunden verbrauchen, ein größerer 27-Zöller mit A+ auf dem Label weniger als 25. Die Differenz von 30 Kilowattstunden summiert sich über eine Nutzungsdauer von fünf Jahren auf 150 Kilowattstunden, was knapp 50 Euro Ersparnis entspricht. Unter Umständen spart man mit einem größeren sparsamen also sogar Geld! Gute Dienste bei der Produktrecherche bietet die Preissuchmaschine Geizhals , weil sie über „weitere Filter anzeigen“ die Energieeffizienzklasse als Kriterium zur Verfügung stellt.

Strom sparen lässt sich zudem, indem Sie den bei vielen Bildschirmen vorhandenen Eco-Modus aktivieren oder die Helligkeit manuell herunterregeln. Bei unseren Praxismessungen haben wir den Fokus auf Monitore mit einer Bildschirmdiagonale von 24 Zoll gelegt, wie sie derzeit auf vielen Schreibtischen stehen. Solche Modelle verbrauchen in einer Stunde etwa 25 Watt. Legt man für einen Standard-PC einen Durchschnittswert von 30 Watt zugrunde, addieren sich Monitor- und Rechnerbetrieb auf 55 Watt pro Stunde. Unter der Annahme von vier Stunden Betrieb pro Tag an fünf Tagen pro Woche sind das knapp 60 kWh pro Jahr oder 20 Euro an Stromkosten. Das mag zunächst nicht allzu viel erscheinen, doch jede unnötige tägliche Leerlaufstunde, in der Monitor und Computer ohne aktivierter Energiespareinstellung zusammen etwa 45 Wh benötigen, schlägt übers Jahr hochgerechnet mit gut fünf Euro zu Buche. Auch deshalb ist es sinnvoll, beide Geräte nicht unnötig laufen zu lassen.

Wichtige Größen bei Stromversorgung und -Preis erklärt

Strompreis: Im Alltag spricht man zwar vom „Strompreis“, tatsächlich aber rechnet der Stromversorger pro Energiemenge ab, meist gemessen in Kilowattstunden (kWh). Aktuell kostet eine Kilowattstunde durchschnittlich etwa 31,5 Cent.

Energiemenge: Dieser Wert ergibt sich aus der jeweiligen Leistung eines Elektrogeräts (gemessen in Watt oder Kilowatt) multipliziert mit der Betriebsdauer. Beträgt die Leistung beispielsweise 100 Watt, werden in einer Stunde 100 Wattstunden (Wh) und in zehn Stunden 1000 Wattstunden oder eine Kilowattstunde verbraucht.

Stromverbrauch: siehe „Energiemenge“.

Spannung: Die Netzspannung beträgt in Mitteleuropa ca. 230 Volt (V).

Strom: Die Strommenge ist eine physikalische Größe, die den elektrischen Strom bemisst. Maßeinheit ist das Ampere (A).

Die entscheidenden Energieeinstellungen bei Windows 10

Windows 10 zeigt in der Einstellungen-App die beiden wichtigsten Energiesparoptionen. Per Mausklick auf die Schaltfläche „Zusätzliche Energieeinstellungen“ rechts stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung.
Vergrößern Windows 10 zeigt in der Einstellungen-App die beiden wichtigsten Energiesparoptionen. Per Mausklick auf die Schaltfläche „Zusätzliche Energieeinstellungen“ rechts stehen weitere Möglichkeiten zur Verfügung.

Nun möchten Sie Ihren Rechner sicher nicht jedes Mal wieder neu starten, nur um eine Kleinigkeit im Internet nachsehen. Mit ein paar Windows-Einstellungen müssen Sie das auch nicht. Dazu starten Sie unter Windows 10 die Einstellungen-App und klicken darin auf „System –› Netzbetrieb und Energiesparen“. Hier stellen Sie die Zeitspanne ein, nach der der Bildschirm oder der gesamte PC bei Nicht-Benutzung in den Ruhezustand schaltet.

Da der Bildschirm schon für gut die Hälfte des Stromverbrauchs im Leerlaufbetrieb verantwortlich ist, können Sie hier durchaus „5 Minuten“ einstellen. Schließlich ist er per Tastendruck schon nach einer Sekunde wieder betriebsbereit. Mit rund drei Sekunden Zeit fürs Aufwachen (ohne Eintippen des Passworts) dauert das Aufwachen des PCs aus dem Ruhezustand deutlich länger. Probieren Sie deshalb aus, welcher Wert für Sie hier passt.

Im gemeinsamen Standby-Betrieb verbrauchen Rechner und Monitor zusammen typischerweise vernachlässigbare ein bis eineinhalb Watt. Trotzdem gilt: Wenn Sie den PC definitiv gar nicht benötigen, schalten Sie ihn ganz aus.

Der Standby-Betrieb von Monitor und PC bei Nichtbenutzung spart mit Abstand am meisten Strom. Deutlich geringer sind die Effekte der Einstellungen, die Sie in über „Zusätzliche Energieeinstellungen –› Energiesparplaneinstellungen ändern –› Erweiterte Energieeinstellungen ändern“ finden: vom Ausschalten der Festplatte bis zum Reduzieren der WLAN- und CPU-Leistung. Übrigens: Bei Notebooks stehen alle diese Einstellungen getrennt für den Netz- und den Batteriebetrieb zur Verfügung.

Ob Ihr Computer im Bios/Uefi über zusätzliche Energieeinstellungen verfügt, hängt vom Hersteller, der Rechnerklasse und dem Modell ab. Hier hilft nur, selbst nachzusehen, indem Sie das Bios/Uefi über die Taste aufrufen, die der PC direkt nach dem Einschalten beim Hochfahren anzeigt.

Geräte komplett ausschalten

Steckdosenleisten mit Schalter sind praktisch, weil sich damit alle darin eingesteckten Geräte zusammen komplett vom Strom trennen. Sogenannte Master-/Slave-Leisten schalten alle übrigen Steckdosen aus, sobald man das Hauptgerät in der Master-Dose abschaltet. Die Bequemlichkeit benötigt jedoch ebenso wie per Funktaster oder App gesteuerte Modelle etwas Strom. Ein Eigenverbrauch der Leiste von einem Watt verursacht übers Jahr Stromkosten von 2,80 Euro.

Solche Master-/Slave-Steckdosenleisten schalten über ein Gerät auch alle weiteren eingesteckten Verbraucher aus. Dafür verbrauchen sie allerdings selbst ständig etwas Strom.
Vergrößern Solche Master-/Slave-Steckdosenleisten schalten über ein Gerät auch alle weiteren eingesteckten Verbraucher aus. Dafür verbrauchen sie allerdings selbst ständig etwas Strom.

Wichtig: Schalten Sie nicht alle Geräte „hart“ aus. Tintenstrahldrucker sind ebenso tabu wie PCs, Netzwerkfestplatten und Oled-Fernseher direkt nach dem Abschalten per Fernbedienung. Andere Geräte verlieren ihre Einstellungen, wenn sie längere Zeit stromlos sind.

Die IT-Peripherie: NAS, Drucker, Router und weitere Verbraucher 

Im Betriebssystem der Netzwerkfestplatten lässt sich einstellen, nach welcher Inaktivitätsdauer die Laufwerke in den Ruhemodus schalten. Im Bild das Synology-System.
Vergrößern Im Betriebssystem der Netzwerkfestplatten lässt sich einstellen, nach welcher Inaktivitätsdauer die Laufwerke in den Ruhemodus schalten. Im Bild das Synology-System.

Primär speichern Netzwerkfestplatten (NAS) Daten und ermöglichen Zugriff darauf – dazu müssen sie natürlich betriebsbereit sein. Damit die NAS-Systeme nicht stets auf voller Leistung laufen, bieten die meisten einen Ruhemodus. Im Betriebssystem des NAS lässt sich dabei ähnlich wie bei Windows die Dauer einstellen, nach der das Gerät bei Inaktivität in diesen Zustand schaltet. Bei Synology-Systemen finden Sie diese Einstellung auf der Benutzeroberfläche unter „Systemsteuerung –› Energie & Hardware –› Ruhezustand der Festplatte“.

Bei Qnap-Modellen ist die Option über „Systemsteuerung –› Hardware –› Datenträgerbereitschaftsmodus“ erreichbar. Zusätzlich erlauben beide Hersteller über den „Energiezeitplan“ feste Laufzeiten, also beispielsweise die Geräte abends komplett herunterzufahren.

Eine Größenordnung für den Stromverbrauch eines NAS-Systems liefern die Messwerte eines aktuellen 2-Platten-Modells: etwa 20 Watt im Betrieb, gut 15 Watt im Leerlauf und fünf Watt im Ruhezustand. Die Differenz zwischen Leerlauf und Ruhezustand beträgt hier zwar nur zehn Watt, bei zehn Betriebsstunden täglich an fünf Tagen pro Woche verursachen sie aber doch acht Euro Stromkosten pro Jahr. Zudem halten die Datenträger länger, wenn sie nicht ständig laufen. 

Wie es bei Druckern aussieht, konkretisieren wir mit den Messdaten eines aktuellen Schwarzweiß-Lasers. Obwohl das Gerät beim Drucken bis zu 700 Watt zieht, ist dieser Wert aufgrund der kurzen Druckphasen zu Hause kaum relevant. Wichtiger ist der Stromverbrauch für den Energiespar- beziehungsweise Standby-Modus, in dem der Drucker ständig druckbereit bleibt. Unser Exemplar verbraucht pro Stunde 1,6 Watt, die sich übers Jahr auf 14 kWh oder umgerechnet 4,40 Euro summieren. Je höher der Energieverbrauch Ihres Druckers im Standby ist, desto mehr lohnt es sich, am Gerät nach einigen Minuten Inaktivität das Komplett-Aus zu aktivieren.

Wichtig: Tintenstrahldrucker schalten Sie bitte nicht über eine Schalt- oder Master- Slave-Steckdosenleiste aus, weil dabei die Druckköpfe nicht in ihre Parkposition fahren können und dann beim Wiedereinschalten gereinigt werden. Das vergeudet unnötig Tinte. Mehr zum zentralen Ausschalten mehrerer Geräte lesen Sie im Kasten auf der Seite links.

Die Energiesparoptionen der Fritzbox bringen wenig, selbst das zeitgesteuerte Abschalten des WLAN über Nacht senkt die jährlichen Stromkosten gerade einmal um gut zwei Euro.
Vergrößern Die Energiesparoptionen der Fritzbox bringen wenig, selbst das zeitgesteuerte Abschalten des WLAN über Nacht senkt die jährlichen Stromkosten gerade einmal um gut zwei Euro.
© AVM

Wenig sparen lässt sich mit den Energieoptionen bei der Fritzbox: So senkt das Nacht-Abschalten des WLAN (2,4 und 5 GHz) den Stromverbrauch beim verbreiteten Modell 7490 gerade einmal um zwei Watt pro Stunde. Wer das Funknetz zeitgesteuert nachts zehn Stunden ausschaltet, spart so pro Jahr etwa 2,30 Euro. Mit 0,2 Watt noch viel geringer ist der Effekt beim Wechsel der GBit- LAN-Buchsen auf den „Green-Mode“ mit 100 MBit/s. Kaum messbar sind die Unterschiede von Power-Mode (USB 3.0) und Green-Mode (USB 2.0) im Leerlauf bei USB. Wie Sie diese Fritzbox-Einstellungen ändern, lesen Sie hier , bei Routern anderer Hersteller sehen Sie für die Energieeinstellungen bitte im Handbuch oder auf der Benutzeroberfläche nach. Als Energiebedarf eines von Vodafone bereitgestellten Kabelmodems haben wir 6,8 Watt ermittelt.

Dass Kleinvieh sprichwörtlich auch Mist macht, zeigt der Energieverbrauch weiterer Geräte, von denen hier der Raspberry 4 genannt werden soll: Er zieht im normalen Betrieb knapp fünf Watt.

Geldsparen durch Tarifwechsel: Wann lohnt der Umstieg?

Den Energieverbrauch selbst messen

Der Stromverbrauch vieler Elektrogeräte hängt meist vom jeweiligen Betriebszustand ab. So benötigt ein PC im Leerlauf nur ein Bruchteil dessen, was das gleiche Gerät beim Spielen zieht. Unterschiede existieren auch bei Smart-Home-Komponenten, Netzwerkfestplatten und anderen Geräten.

Um den individuellen Stromverbrauch einzelner Geräte zu erfassen, eignen sich bereits günstige Messgeräte unter 20 Euro: beispielsweise das TS 45-25111 von TS Electronic (ca. 14 Euro plus Versand). Weil es die Leistung in Zehntel Watt bis hinunter zu 0,1 Watt anzeigt, erfasst es sogar geringe Standby-Lasten.

Das Energiekostenmessgerät TS 45-25111 von TS Electronic kostet weniger als 15 Euro und ermittelt sogar geringe Stromverbräuche im Standby-Betrieb recht genau.
Vergrößern Das Energiekostenmessgerät TS 45-25111 von TS Electronic kostet weniger als 15 Euro und ermittelt sogar geringe Stromverbräuche im Standby-Betrieb recht genau.

Tipp: Wer eine Schaltsteckdose des Fritzbox-Herstellers AVM wie das Modell Fritzdect 200 besitzt, kann damit ebenfalls den Stromverbrauch messen.

Wichtig: Um den Stromverbrauch und damit auch die -kosten realistisch zu erfassen, sollten Sie Geräte mit unterschiedlichen Betriebszuständen über mindestens 24 Stunden verfolgen, manche besser sogar über mehrere   Tage hinweg.

Große Unterschiede und hohe Betriebskosten bei Fernsehern

Fernseher müssen auf dem EU-Energielabel ihren Stromverbrauch ausweisen. In aller Regel hat ein größeres Modell einen höheren Energiebedarf als ein kleineres, zum Teil sogar sehr viel höher. Dazu ein Beispiel: Während sich ein aktueller 32-Zöller der Effizienzklasse A+ mit rund 25 Watt begnügt, verbraucht mancher 55-Zoll-Fernseher sechsmal so viel. Die Differenz von 125 Watt pro Stunde multipliziert sich mit der durchschnittlichen täglichen Sehdauer von fast fünfeinhalb Stunden bei Über- 50-Jährigen innerhalb eines Jahres auf 240 kWh Mehrverbrauch. Damit kostet der Betrieb des großen TV-Gerätes fast 80 Euro mehr – und zwar jedes Jahr! 

Doch auch bei gleicher Bildschirmdiagonale differieren die Stromkosten erheblich, manches Modell benötigt doppelt so viel Energie wie ein anderes – in der gleichen Effizienzklasse! Bei den derzeit beliebten 55-Zoll-TVs liegt die Spanne in der Einstufung B zwischen 75 und 150 Watt. Die Differenz kostet in einem Jahr gut 45 Euro mehr, in fünf Jahren sind das fast 230 Euro. Energie einsparen lässt sich jedoch auch bei vorhandenen Fernsehern. Im konkreten Beispiel eines 40-Zoll-Modells mit 4K-Auflösung sank der Verbrauch im Eco-Modus um 20 bis 30 Prozent: Beim klassischen Fernsehen zeigte der Energiemesser statt zuvor gut 80 nur noch knapp 60 Watt, beim Streamen statt 60 noch 45 Watt. 

Was kostet der Standby-Betrieb?

Die Ökodesign-Richtlinie der EU legt schon seit vielen Jahren einen Maximalverbrauch für den Standby- beziehungsweise Aus-Zustand von Elektrogeräten fest. Eine Übersicht bietet das Umweltbundesamt unter www.pcwelt.de/Nl4zMm.

Wir haben bei diversen Kleingeräten nachgemessen: Digitalradios zwischen 0,1 und 1,2 Watt, Internetradio 2,0 Watt, mehrere Lautsprecher zwischen 0,1 und 0,8 Watt (Ausnahme: WLAN-Lautsprecher mit 6,1 Watt), 40-Zoll-Fernseher 0,5 Watt, Power- Delivery-Netzteil unter 0,1 Watt, ältere USB-Netzteile 0,2 Watt, Powerline-Adapter 1,4 Watt, Fritzfon-Ladeschale mit Telefon unter 0,1 Watt, Amazon Echo Dot 1,4 Watt, Apple TV (3. Generation) 1,0 Watt, Kabelmodem 6,8 Watt (im Normalbetrieb). Jedes Watt verursacht im Dauerbetrieb pro Jahr einen Energieverbrauch von 8,8 kWh beziehungsweise 2,80 Euro.

Intel hat mit dem Intel Core i9-10900K die zehnte Generation seiner Core-i-CPUs vorgestellt. Das Flaggschiff kommt mit 10 Kernen, 20 Threads und soll den Core i9-9900K als beste Gaming-CPU ablösen. Ein ziemlich ambitioniertes Vorhaben - vor allem wenn man die starke Konkurrenz von AMD betrachtet und sich vor Augen führt, dass der i9-10900K immer noch auf der Skylake-S-Architektur aus dem Jahr 2015 basiert. Hoher Stromverbrauch ist also quasi vorprogrammiert. Doch damit nicht genug: Ein kleiner aber wichtiger Eintrag in der Spezifikation sorgt dafür, dass man die CPU in gewisser Hinsicht sogar als Mogelpackung bezeichnen kann. Wir zeigen Euch, um was es geht und ob der i9-10900K tatsächlich die beste Gaming-CPU auf dem Markt ist.

► Alle Infos & weitere Testwerte gibt's hier:
www.pcwelt.de/2508421

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