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Tipp: Testversionen im virtuellen PC unlimitiert nutzen

01.09.2020 | 09:02 Uhr |

Ein einfacher Trick, um zeitlich limitierte Testversionen und Demoprogramme länger benutzen zu können, ist die Installation der Software in einer virtuellen Maschine. Der Zustand der Maschine lässt sich nämlich einfrieren und immer wieder zurücksetzen.

Für Softwareentwickler stellen virtuelle Maschinen unerlässliche Hilfsmittel dar, um die Lauffähigkeit und Stabilität ihrer Programme unter verschiedenen Betriebssystemvarianten und -versionen zu überprüfen. Aber auch Anwender können VMs ohne Weiteres als Testumgebungen einsetzen, etwa um neue Programme vor der Installation auf dem Produktiv-PC ausgiebig zu testen, nur einmal genutzte Software zu installieren oder um den Testzeitraum von Demoversionen auszudehnen.

Insbesondere der erstgenannte Anwendungsfall spielt in der Praxis eine immer größere Rolle, da bei der Installation kostenloser Software oftmals versucht wird, dem Nutzer auch unerwünschte Komponenten unterzujubeln. Besonders häufig sind davon Programme zum Herunterladen von Youtube-Videos sowie Konverter, die Multimediadateien in andere Formate umwandeln, betroffen. Die Spanne der überflüssigen Extras reicht von Toolbars für den Browser über sinnlose Zusatzprogramme bis hin zu gefährlicher Malware. 

Nutzern, die auf Nummer sicher gehen wollen, empfehlen wir, aus dem Internet geladene Gratis-Programme zunächst einmal in einer virtuellen Maschine zu installieren. Das kostet Sie zwar ein paar Minuten, dafür müssen Sie im Extremfall aber nicht mehrere Stunden investieren, um Ihren Produktiv- PC wieder zu entmüllen.

Vorgestellt: Die 20 besten fertigen VMs

Testversionen in VM installieren 

Wenn Sie eine Datei bekommen, für die Sie das passende Kaufprogramm zum Öffnen nicht besitzen, dann können Sie sich leicht mit einer kostenlosen Testversion behelfen.
Vergrößern Wenn Sie eine Datei bekommen, für die Sie das passende Kaufprogramm zum Öffnen nicht besitzen, dann können Sie sich leicht mit einer kostenlosen Testversion behelfen.

Es gibt aber auch Situationen, in denen man die Testversion einer Kaufsoftware installieren will, um sie ein einziges Mal zu verwenden. Beispielsweise erhalten Sie von einem Kollegen eine INDD-Datei, die Sie mit den Programmen, die auf Ihrem Rechner installiert sind, nicht öffnen können. Sie recherchieren im Web und finden heraus, dass es von Adobe Indesign , also der Software, mit der die Datei erstellt wurde, eine kostenlose 30-Tage-Testversion gibt. Anstatt aber nun die von der Hersteller-Homepage heruntergeladene Testversion der Software auf Ihrem Produktivsystem einzuspielen, installieren Sie das Programm in einer virtuellen Maschine. Vorteil: Sie verändern Ihr eigenes Windows-System nicht.

Denn auch wenn nahezu alle Programme inzwischen über eine integrierte Deinstallationsfunktion verfügen – es bleiben häufig Reste auf dem Rechner zurück, zum Beispiel verwaiste Dateien oder überflüssige Einträge in der Registry. Bei einer VM spielen diese Überbleibsel keine Rolle. Zum einen können Sie mit Snapshots arbeiten und den virtuellen Rechner nach der Nutzung des Programms in einen früheren Zustand zurückversetzen. Zum anderen lassen sich virtuelle Maschinen – im Unterschied zu einem fest installierten Betriebssystem – im Handumdrehen löschen und ganz einfach neu aufsetzen.

Haben Sie die Software in der VM installiert, müssen Sie nur noch die Datei, die ja auf dem Host-System gespeichert ist, in das Gast-Betriebssystem übertragen. Das geht mit Virtualbox ganz einfach: Starten Sie die gewünschte VM, klicken Sie rechts unten in der Leiste mit der rechten Maustaste auf das Ordner-Symbol und wählen den Befehl „Gemeinsame Ordner“. Im folgenden Dialog klicken Sie ganz rechts auf das Plussymbol, öffnen das Ausklappmenü bei „Ordner- Pfad“, klicken auf „Ändern“ und wählen den Ordner aus, in dem die zu öffnende Datei gespeichert ist. Bestätigen Sie mit einem Klick auf „OK“ und schließen Sie den Dialog. Nun steht Ihnen das Verzeichnis im Windows-Explorer unter „Netzwerk“ zur Verfügung, sodass Sie die Datei mit der Testversion öffnen können.

Wird die Testversion einer Software nur installiert, um auf die Schnelle eine mit dem Programm erstellte Datei zu öffnen, ist es normalerweise nicht nötig, die betreffende Software auf dem Produktiv-PC einzurichten.
Vergrößern Wird die Testversion einer Software nur installiert, um auf die Schnelle eine mit dem Programm erstellte Datei zu öffnen, ist es normalerweise nicht nötig, die betreffende Software auf dem Produktiv-PC einzurichten.

Planen Sie einen regelmäßigen Dateiaustausch zwischen Host- und Gastbetriebssystem, ist es ratsam, einen speziellen Austauschordner anzulegen und ihn dauerhaft zu verbinden. Dazu gehen Sie so vor, wie zuvor beschrieben und markieren nach der Auswahl des Ordners die Option „Automatisch einbinden“. Zukünftig wird der Ordner nicht nur nach jedem Start der VM ohne weiteres Zutun verbunden – dem Verzeichnis wird sogar ein eigener Laufwerksbuchstaben zu gewiesen.

Testzeitraum verlängern

Virtuelle Maschinen leisten gute Dienste, um den Testzeitraum von Software ein wenig zu verlängern. Es gibt immer wieder Situationen, in denen etwa eine Probezeit von 14 Tagen nicht ganz ausreichend ist, um sich mit allen Feinheiten einer Software vertraut zu machen. Die Hersteller sehen diese eigenmächtige Verlängerung nicht gerne, sodass es nicht mehr ausreicht, einfach das Windows-Systemdatum anzupassen. Wer die Testversion eines Programms länger nutzen möchte, kann mit Snapshots arbeiten. Das Verlängern des Probezeitraums stellt in der Regel einen Verstoß gegen die Lizenzbedingungen des jeweiligen Programms dar.

Reicht der vom Hersteller vorgegebene Testzeitraum nicht aus, um sich mit allen Feinheiten einer Software vertraut zu machen, lässt sich die kostenlose Nutzungsphase per virtueller Maschine oft ausweiten.
Vergrößern Reicht der vom Hersteller vorgegebene Testzeitraum nicht aus, um sich mit allen Feinheiten einer Software vertraut zu machen, lässt sich die kostenlose Nutzungsphase per virtueller Maschine oft ausweiten.

Der Nutzer stellt das Systemdatum des virtuellen Windows-Rechners per Rechtsklick auf die Windows-Uhr und „Datum/Uhrzeit ändern“ auf ein festes Datum ein. Dazu muss die standardmäßig aktivierte Option „Uhrzeit automatisch festlegen“ deaktivieren werden. Danach lädt er von der Hersteller-Website die gewünschte Test-Software herunter, spielt diese in der VM ein und legt einen neuen Snapshot an.

Anschließend testet er das Programm bis zum Ende der regulären Probezeit. Nach Ablauf der offiziellen Testphase stellt er die Original-VM aus dem Snapshot wieder her, legt einen neuen Snapshot an und das Spiel beginnt wieder von vorne.

Nachteil dieser Verlängerungsvariante ist, dass alle innerhalb der virtuellen Maschine durchgeführten Änderungen – und dazu gehören auch die mit dem Programm neu erstellten Dateien, verloren gehen. Es kann also nicht schaden, die mit der Software erzeugten und bearbeiteten Dateien – so wie im vorigen Abschnitt beschrieben – in einem gemeinsamen Ordner zu speichern, damit diese Inhalte auch nach dem Löschen des Snapshots zur Verfügung stehen. An funktionalen Beschränkungen von Testversion, etwa fehlende Funktionen oder Wasserzeichen auf Ausdrucken, ändert der Snapshot-Trick naturgemäß nichts.

Die Themen in Tech-up Weekly #198:

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► TikTok hat unter Android unerlaubt Gerätedaten gesammelt: www.pcwelt.de/news/TikTok-hat-unter-Android-unerlaubt-Geraetedaten-gesammelt-10864088.html

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