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Tipp: Fertige VMs tauschen, umwandeln & klonen

07.09.2020 | 13:01 Uhr |

Beim Einrichten neuer virtueller Rechner lässt sich unter bestimmten Bedingungen viel Zeit sparen: Denn Sie können ein betriebsbereites Gast-System austauschen, umwandeln oder klonen, um es mit verschiedenen Virtualisierungsprogrammen zu nutzen.

Für den Austausch virtueller Maschinen wurde bereits im Jahr 2007 das Open Virtualization Format (OVF) von der Distributed Management Task Force (DMTF) entwickelt. Der Standard beschreibt ein „offenes, sicheres, portables, effizientes und erweiterbares Format für die Verpackung und Verteilung von Software, die in virtuellen Maschinen läuft“ – unabhängig von Software-Plattformen und Prozessorarchitekturen. Sowohl Vmware Workstation Pro als auch Virtualbox unterstützen den Import und den Export von OVA-Dateien. Dieses Dateiarchiv auf TAR-Basis enthält die virtuelle Festplatte im VMDK- oder VDI-Format sowie eine OVF-Deskriptordatei.

OVA-Dateien exportieren

Der Export einer virtuellen Maschine als OVA ist schnell erledigt. Die OVA kann dann wieder importiert werden. Alle notwendigen Einstellungen für die virtuelle Maschine sind bereits vorhanden. Der Import/Export unterscheidet sich vom Kopieren einer virtuellen Festplatte, da hier erst eine neue VM angelegt und die vorhandene Festplatte eingebunden werden muss.

Virtualbox: Den Export einer virtuellen Maschine leiten Sie unter „Datei –› Appliance exportieren“ beziehungsweise über die Tastenkombination Strg-E ein. Es öffnet sich ein Assistent. Im ersten Schritt wählen Sie die gewünschte VM aus und klicken auf „Weiter“. Anschließend übernehmen Sie „Open Virtualization Format 1.0“ als Format und geben hinter Datei nach einem Klick auf das gelbe Ordner-Symbol den Ausgabepfad an. Der Dateiname wird übernommen, kann aber geändert werden. Belassen Sie die Einstellung „Nur Mac-Adressen der NAT-Netzwerk-Adapter mit einbeziehen“ und klicken Sie auf „Weiter“. Im nächsten Fenster lassen Sie alles außer „Name“ frei und klicken auf „Exportieren“. Der Vorgang startet und dauert 15 bis 30 Minuten – je nach Größe der virtuellen Maschine.

Vmware Workstation Pro: Auch mit dieser Virtualisierungssoftware exportieren Sie vorhandene VMs. Wählen Sie im Vmware-Programm links die gewünschte virtuelle Maschine aus und wählen Sie „File –› Export to OVF“. Im folgenden Dialog geben Sie das Zielverzeichnis und den Dateinamen an. Bestätigen Sie mit einem Klick auf die „Speichern“- Schaltfläche. Der Export beginnt – haben Sie Geduld.

Siehe auch: Dateien zwischen VM und Host-PC tauschen

Appliances importieren

In Virtualbox klicken Sie auf „Datei“ und wählen „Appliance importieren“. Geben Sie den Pfad zum Ordner an, in dem die VM mit der Endung OVA gespeichert ist, und klicken Sie auf „Öffnen“ und „Weiter“. Im Dialog „Appliance-Einstellung“ werden Ihnen die wichtigsten Parameter der virtuellen Maschine angezeigt, darunter auch das „Gast-Betriebssystem“, die Anzahl der verwendeten CPUs und der reservierte Arbeitsspeicher. Hier können Sie Einstellungen direkt anpassen. Klicken Sie auf „Importieren“. Danach erscheint die VM in der linken Spalte von Virtualbox. Beim ersten Hochfahren werden die spezifischen Treiber von Virtualbox installiert. Für eine verbesserte Windows-Integration richten Sie die Gasterweiterungen ein.

Ähnlich einfach läuft der Import in Vmware Workstation Player/Pro: Hier klicken Sie auf „Open a Virtual Machine“ und folgen den Anweisungen. Sie legen den Speicherpfad fest und fahren fort. Wie bei Virtualbox werden im importierten Gast-Rechner einige Treiber installiert und Sie sollten die Gasterweiterungen einrichten.

Virtuelle Festplatten konvertieren

Virtualbox, Vmware Workstation Pro und Workstation Player (im Bild) unterstützen den Import von Appliances.
Vergrößern Virtualbox, Vmware Workstation Pro und Workstation Player (im Bild) unterstützen den Import von Appliances.

Virtuelle PCs, die mit Vmware Workstation Player oder Pro erstellt wurden, liegen als VMDK-Dateien vor. Diese virtuellen Festplatten lassen nicht unter Windows Hyper-V nutzen, da das Programm nur VHD(X)-Dateien unterstützt. In Virtualbox lassen sich die VMDK-Dateien hingegen einbinden.

Das kostenlose Programm Starwind V2V Converter  wandelt VMDK-Images in VHD(X)-Dateien um, damit sie in Windows Hyper-V verwendet werden können. Übrigens lassen sich umgekehrt auch VHDs in VMDK-Dateien für Vmware umwandeln. Von der Software nicht unterstützt wird Virtualbox.

Installieren Sie Starwind V2V Converter und starten Sie das Tool im Anschluss. In der englischsprachigen Bedienoberfläche wählen Sie „Local file“ und klicken auf „Next“. Im Fenster „Source image“ (Quelldatei) öffnen Sie mit einem Klick auf die drei Punkte hinter „File name“ den Auswahldialog. Im Aufklappfeld hinter „Dateityp“ ist „All supported image files“ für alle unterstützten Formate voreingestellt. Sie sehen diese nach einem Klick in das Aufklappfeld. Unterstützt werden VMDK (Vmware) sowie VHD und VHDX (Microsoft). IMG- und QCOW2-Dateien von Qemu spielen für uns keine Rolle. In unserem Beispiel wählen wir eine VMDK-Datei mit Windows 10 und bestätigen mit „Next“. Im Fenster „Select location of destination image“ übernehmen Sie „Local file“ mit einem Klick auf „Next“. Wählen Sie danach „VHD/VHDX“ als Dateiformat und fahren mit „Next“ fort. Für die Übernahme in Hyper-V unter Windows 10 wählen Sie dann „VHDX growable image“ und setzen ein Häkchen vor „Activate Windows Repair Mode“. Klicks auf „Next“ und „Convert“ starten die Konvertierung. Achten Sie auf ausreichend freien Festplattenplatz. Die Umwandlung beginnt, das kann einige Zeit dauern. Danach liegt im Verzeichnis der VMDK-Datei auch die VHD-Datei – der Dateiname wird übernommen.

Binden Sie die VHDX-Datei dann in einen neuen virtuellen Rechner von Hyper-V ein, indem Sie im Fenster „Virtuelle Festplatte verbinden“ die Option „Vorhandene virtuelle Festplatte verwenden“ wählen und den Dateipfad angeben. Fahren Sie mit der Einrichtung fort.

Eventuell werden beim ersten Start der VM in Hyper-V einige Hardware-Treiber im Gast-System installiert. Danach ist die virtuelle Maschine startklar. 

Lizenzfrage: Software in der VM verwenden

Virtuelle Maschinen klonen

Um virtualisierte Rechner zu sichern, müssen Sie nicht in mühsamer Handarbeit die einzelnen Dateien zusammensuchen und auf einen Datenträger kopieren. Viel einfacher funktioniert das über die Klon-Funktion der Virtualisierungs-Software.

Virtualbox : Beenden Sie als Erstes den virtuellen PC, den Sie vervielfältigen wollen. Danach klicken Sie mit der rechten Maustaste auf diese Maschine und rufen aus dem Kontextmenü den Eintrag „Klonen“ auf. In der Dialogbox, die sich danach öffnet, können Sie einen eigenen Namen für die Kopie eingeben oder den Vorschlag des Programms übernehmen. Falls Sie vorhaben, Original und Klon gleichzeitig zu verwenden, ist es wichtig, die Checkbox „Zuweisen neuer MAC-Adressen für alle Netzwerkkarten“ zu aktivieren – sonst kommt es eventuell zu Netzwerkproblemen. Anschließend wählen Sie noch den Klon-Typ, wobei ein vollständiger Klon mehr Unabhängigkeit bedeutet, und geben an, ob vorhandene Sicherungspunkte einbezogen werden sollen. Ein Klick auf „Klonen“ startet dann den Vorgang, der je nach Größe der virtuellen Festplatte auch einmal länger dauern kann. Die vervielfältigten Rechner erhalten im Verzeichnis, in dem Virtualbox die virtuellen Maschinen speichert, jeweils eigene Unterordner. Der Dateityp des Originals bleibt beim Klonen über die grafische Benutzeroberfläche immer erhalten. Aus einer von Vmware übernommenen VMDK-Datei wird auf diesem Weg also kein VDI-File.

Vmware Workstation Pro : Klicken Sie mit der rechten Maustaste im Vmware-Hauptfenster auf den ausgeschalteten virtuellen Rechner, den Sie vervielfältigen möchten. Rufen Sie im Kontextmenü den Eintrag „Manage“ und „Clone“ auf. Es öffnet sich ein Assistent, in dem Sie zunächst angeben, ob der aktuelle Stand oder ein vorhandener Schnappschuss als Ausgangsbasis des Klonvorgangs dienen soll. Wählen Sie dann als Klon-Typ „Create a full clone“ aus. Ein verlinkter Klon („Create a linked clone“) spart Speicherplatz, ist jedoch nur in Verbindung mit der zugrunde liegenden virtuellen Maschine zu gebrauchen. Verlinkte Klons sind zum Beispiel zum Einrichten unterschiedlich konfigurierter Test-PCs geeignet, nicht aber als vollständige Sicherungskopie. Geben Sie noch einen Namen für die Kopie ein oder übernehmen Sie den Vorschlag des Programms. Unter „Location“ legen Sie fest, in welchem Ordner die vervielfältigte Maschine gespeichert wird. Ein Klick auf „Fertig stellen“ startet den Vorgang, der abhängig von der Größe des virtuellen PCs einige Zeit dauern kann.

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