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Razer Opus im Test: Preiswerter Kopfhörer mit THX-Zertifizierung und ANC

30.04.2022 | 09:00 Uhr |

Das Modell Opus ist Razers erster Vorstoß in die Welt der Nicht-Gaming-Kopfhörer. Soviel können wir nach dem Test schon verraten: Razer hat gute Arbeit geleistet.

Das Razer Opus ist kein Gaming-Headset, sondern ein Headset für alles Mögliche, sei es zum Hören von Musik auf dem täglichen Weg zum Arbeitsplatz oder zum Chillen bei einem netten Podcast am Abend. Es ist Razers erster Vorstoß in die Welt der Nicht-Gaming-Kopfhörer. Zu den Highlights gehören die THX-Zertifizierung und die gut funktionierende aktive Geräuschuntertdrückung ANC.

Auf Wiedersehen Headset, hallo Kopfhörer

Die manchmal grelle Gamer-Ästhetik der Gaming-Headset-Reihe von Razer ist verschwunden - nicht einmal das Razer-Logo ist in seinem üblichen Limonengrün vorhanden. Das Opus besticht durch ein elegantes, einfarbiges Design mit silbernen Metallic-Akzenten. Es sieht auf jeden Fall viel besser aus als einige der Mitbewerber, aber es geht nicht nur um das Aussehen - es ist auch bequem zu tragen.

Das ist vor allem den weichen Kunstleder-Ohrpolstern zu verdanken, die sich angenehm anfühlen. Dasselbe Material wurde auch auf den Kopfbügel aufgetragen, um den Druck zu mindern, den man bei Over-Ear-Kopfhörern normalerweise verspürt. Das Material wird aber nicht nur verwendet, weil es sich angenehm anfühlt, sondern auch, weil es eine gute Abdichtung um das Ohr herum schafft, um Umgebungsgeräusche abzuschirmen.

Keine lindgrünen Beleuchtungselemente, sondern nur ein dezenter Razer-Schriftzug ziert das Opus-Modell
Vergrößern Keine lindgrünen Beleuchtungselemente, sondern nur ein dezenter Razer-Schriftzug ziert das Opus-Modell
© Lewis Painter

Razer gibt an, viel Arbeit in die Klemmkraft gesteckt zu haben, und nachdem wir die Kopfhörer einige Wochen lang benutzt habe, müssen wir dem weitgehend zustimmen: Der Kopfhörer bietet einen fester Sitz, aber man bekommt nie diesen Druck auf den Kopf zu spüren, den man bei anderen Kopfhörern findet. Sie haben auch die Möglichkeit, die Größe des Kopfbügels und den Winkel der Ohrmuscheln selbst einzustellen, um die ideale Passform zu finden.

Bedienelemente des Razer Opus
Vergrößern Bedienelemente des Razer Opus
© Lewis Painter

Die Steuerung erfolgt über Bluetooth und ist in die Ohrmuscheln integriert. Auf der rechten Seite befinden sich Tasten zum Ein- und Ausschalten, für die aktive Geräuschunterdrückung sowie die Mediensteuerung. Wenn wir die Mediensteuerung benutzen, um die Lautstärke zu ändern, pausieren wir die Musik nur selten selbst. Das liegt an der automatischen Pausenfunktion, die die Wiedergabe automatisch stoppt, wenn der Kopfhörer um den Hals liegt und die Wiedergabe fortsetzt, sobald er wieder auf dem Kopf sitzt. Obwohl diese Funktion bei kabellosen High-End-Kopfhörern sehr beliebt ist, sieht man sie nur selten bei einem Paar Over-Ear-Kopfhörer.

Die automatischen Pausenfunktion trägt auch zur Verbesserung der Akkulaufzeit bei, die bei rund 25 Stunden liegt. Außerdem gibt es einen USB-C-Anschluss, der ausschließlich zum Aufladen verwendet wird, und einen 3,5-mm-Anschluss für Situationen, bei denen keine drahtlose Verbindung verfügbar ist. In der mitgelieferten Tragetasche finden Sie sowohl ein 3,5-mm-Kopfhörerkabel als auch einen Kopfhörersplitter für den Einsatz im Flugzeug. Das ist praktisch, wenn Sie häufig fliegen oder beim Spielen auf der Nintendo Switch hochwertige Kopfhörer verwenden möchten.

Im Lieferumfang des Razer Opus enthalten: die Aufbewahrungstasche
Vergrößern Im Lieferumfang des Razer Opus enthalten: die Aufbewahrungstasche
© Lewis Painter

ANC und THX sorgen für ein großartiges Klangerlebnis 

Die beiden wichtigsten Highlights des Razer Opus sind zweifellos die aktive Geräuschunterdrückung, auch bekannt als ANC, und die THX-Zertifizierung, wobei erstere mit Kopfhörern konkurrieren kann, die fast doppelt so teuer sind. Wir konnten ANC aus offensichtlichen Gründen nicht in der U-Bahn oder im Flugzeug testen, aber die Funktion leistet fantastische Arbeit bei der Unterdrückung des Lärms von vorbeifahrenden Autos und schreienden Kindern auf täglichen Spaziergängen.

Vier über den Kopfhörer verteilte Mikrofonen unterstützen die ANC-Funktion, die Außengeräusche intelligent analysieren und dann elektronisch unterdrückt. Sie ist besonders gut bei leisen Tönen, wie dem Rumpeln eines Automotors. Die Geräuschunterdrückung kann aber auch das gedämpfte, hohe Rauschen eines vorbeifahrenden Busses wahrnehmen, obwohl man es bei Musikwiedergabe nicht allzu oft bemerkt. Dass die Geräuschunterdrückung nur ein- oder ausgeschaltet werden kann, während die Konkurrenten unterschiedliche Stufen dafür anbieten, ist ein kleiner Minuspunkt. 

Wie soll man bei einer so effektiven Geräuschunterdrückung seine Umgebung noch hören? Razer bietet eine Lösung für dieses Problem mit dem Quick Attention-Modus. Er nutzt die externen Mikrofone, um Umgebungsgeräusche zu verstärken und es Ihnen zu ermöglichen, schnell dem nervigen Passanten zu antworten, der versucht, mit Ihnen zu sprechen, während Sie Musik hören. Unsere einzige Kritik ist, dass man den Quick Attention-Modus nicht einfach ein- und ausschalten kann - man muss die Taste während der Benutzung gedrückt halten. Wir würden es vorziehen, wenn es eine Umschaltfunktion gäbe, die es ermöglicht, auf dem Weg zur Arbeit die Umgebung und gleichzeitig Musik zu hören.

Der Tragekomfort des Razer Opus ist sehr gut
Vergrößern Der Tragekomfort des Razer Opus ist sehr gut
© Lewis Painter

Wie bereits erwähnt, sind die Opus-Kopfhörer THX-zertifiziert, und hier liegt ein echter Unterschied zwischen diesen Kopfhörern und den Gaming-Headsets von Razer. Während die Gaming-Headsets mehr auf wuchtige Bässe zugeschnitten sind besitzt das Razer-Modell ein viel ausgewogenes Klangbild. Das sorgt dafür, dass Musik, unabhängig vom Genre, großartig klingt. Egal, was Sie hören, die Kopfhörer sind unglaublich gut. Die Stimmen sind klar und bleiben von den kräftigen Bässen unbeeinflusst, und die Klarheit übertrifft alles, was wir von einem Kopfhörer für 200 Euro erwarten würden.

Sie können die Opus-App für iOS und Android verwenden, um den Equalizer zu optimieren und die THX-Einstellung für Voreinstellungen zu verwenden, die Stimmen, Bässe und andere Elemente verbessern. Aber ehrlich gesagt finden wir, dass die THX-Voreinstellung für Musik, Filme und Fernsehsendungen am besten ist. Und da sowohl Apples AAC als auch das von Android bevorzugte ATPX unterstützt werden, gibt es keinen wirklichen Unterschied in der Audioqualität bei der Verwendung auf iPhones und Android-Smartphones.

Viel Kopfhörer fürs Geld: Razer Opus
Vergrößern Viel Kopfhörer fürs Geld: Razer Opus
© Lewis Painter

Preis

Angesichts der hervorragenden ANC-Leistung und Audioqualität ist der Straßenpreis des Razer Opus ab 100 Euro sehr günstig überraschend. Wir würden behaupten, dass die ANC-Qualität mit der des Bose QC 35 II vergleichbar ist, einem Paar Kopfhörer, das mehr als das doppelte kostet. Außerdem ist der Opus mit der automatischen Pausenfunktion intelligenter als die meisten Over-Ear-Konkurrenten in dieser Preisklasse.

Fazit

Während einige ANC-Kopfhörer wahrlich den Geldbeutel sprengen, bietet der Razer Opus beeindruckende ANC-Technik zu einem erschwinglichen Preis - und das ist noch nicht alles. Das monochrome Finish mit silbernen Details sieht hochwertig aus, und die Soft-Touch-Kunstleder-Ohrmuscheln und die Kopfbügelpolsterung sind unglaublich bequem und unterstützen gleichzeitig die passive Geräuschunterdrückung. 

Das Highlight ist die Klangqualität: Mit der THX-Zertifizierung sind die Opus-Kopfhörer unglaublich ausgewogen und liefern knackige Höhen und druckvolle Bässe, die so gut wie alles aushalten, was man ihnen zumutet, sei es Musik, Filme oder Fernsehsendungen. Außerdem bietet das Opus-Modell praktische Funktionen wie die automatische Pausenfunktion und eine Begleit-App für iOS und Android, mit der Sie den Equalizer anpassen können.

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