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Tempo-Tricks, Channel Bonding und mehr

07.03.2009 | 12:15 Uhr |

Tempo-Tricks für 11n: : Zu den wichtigsten technischen Neuheiten bei 11n-WLAN gehört Mimo (Multiple Input Multiple Output). Die WLAN-Komponenten besitzen mehrere Antennen zum Senden und Empfangen – statt nur einer. Maximal sieht der 11n-Standard vier Antennen vor: So lassen sich zum Beispiel vier Datenströme gleichzeitig auf derselben Frequenz übertragen (Spatial Multiplexing), was die Transferrate deutlich erhöht. Mit Mimo kann man aber auch die Reichweite steigern, indem jeweils die Antenne mit den besten Signalbedingungen den Datentransfer übernimmt (Diversity) oder man Antennen zusammenschaltet, die ihre Sendeleistung in Richtung des Empfängers verstärken (Transmit Beamforming). Besitzt nur der Sender, aber nicht der Empfänger mehrere Antennen, kann er die Daten über mehrere Antennen gleichzeitig senden – dadurch ist der Transfer weniger störanfällig (Space Time Block Coding). Im umgekehrten Fall schaltet der Empfänger seine Antennen für eine höhere Empfangsleistung zusammen (Receive Combining).

Channel Bonding: Bei 11n-WLAN umfasst ein Übertragungskanal 40 MHz – und ist damit doppelt so breit wie bei den Vorgängerstandards. Damit verdoppelt sich theoretisch natürlich die Datenmenge, die sich übertragen lässt. Der Nachteil bei Channel Bonding: Da die einzelnen Kanäle breiter werden, aber insgesamt nicht mehr Kanäle als bisher verfügbar sind, erhöht sich die Gefahr, dass sich WLANs gegenseitig stören, wenn sie auf angrenzenden Kanälen funken. Viele 11n-Geräte schalten daher je nach Umgebungsbedingungen zwischen 40- und 20-MHz-Kanälen hin und her oder lassen 40-MHz-Känale nur im 5-GHz-Band zu, auf dem weniger Funkverkehr herrscht.

Effizientere Übertragung: Weitere Tricks erhöhen die Transferrate, sodass die Daten effizienter auf die Funkstrecke geschickt werden können. Zum Beispiel nutzt 11n eine verbesserte Modulation – dabei werden die Datenzeichen enger auf den Funkträger gepackt. Außerdem lassen sich mehrere LAN-Pakete beim Übertragen zusammenfassen (Packet Aggregation) und beim Senden der Zeitabstand zwischen den einzelnen Paketen verringern (Short Guard Intervenal) – beides verbessert das Verhältnis zwischen Nutz- und Verwaltungsdaten. Schließlich können 11n-Geräte den Kompatibilitätsmodus zu anderen WLAN-Standards abschalten (Greenfield): Sie funken natürlich schneller, wenn sie nicht auf langsamere Gegenstellen Rücksicht nehmen müssen.

Die Zukunft: Momentan ist 802.11n noch kein verabschiedeter, herstellerübergreifender Standard. Die Hersteller gehen aber davon aus, dass der finale Standard, der für Sommer 2008 erwartet wird, sich nur minimal vom derzeit aktuellen Entwurfsstatus 2.0 (Draft 2.0) unterscheidet. Geräte unterschiedlicher Hersteller, die Draft 2.0 entsprechen, sollten sich also gut miteinander verstehen. Es gibt auch bereits ein Kompatibilitätslogo der Wi-Fi-Allianz für Draft-2.0-Geräte. Dennoch gilt wohl auch für 11n-Geräte, was bisher immer auf WLAN-Komponenten zutraf: Geräte mit dem gleichen WLAN-Chipsatz verstehen sich besser am besten kommen aber aktuelle Geräte vom gleichen Hersteller miteinander aus, da viele Tempotricks nur über die herstellereigene Software funktionieren.

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