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Technologische Neuerung: On-Processor-Grafik

06.10.2008 | 08:37 Uhr |

2008 und 2009 steht eine beachtenswerte Veränderung im Bereich der integrierten Grafikprozessoren ins Haus. Denn die beiden Chip-Giganten AMD und Intel haben jeweils eine neue Klasse von CPUs in der Mache, die einen Grafikkern nicht mehr wie bisher üblich in der Mainboard-Logik sondern direkt im Prozessor integrieren.

Je kleiner die IGPs oder künftig die On-Processor-Grafiklösungen werden, desto mehr können auch die Notebooks schrumpfen.
Vergrößern Je kleiner die IGPs oder künftig die On-Processor-Grafiklösungen werden, desto mehr können auch die Notebooks schrumpfen.
© 2014

Eine in der CPU-Package integrierte GPU könnte enorme Vorteile bieten, die sie vor allem für Notebooks interessant macht. Zum einen dürften solche Kombi-Prozessoren recht energiesparend sein, aber im Grafikbereich gleichzeitig vermutlich deutlich schwächer als "reguläre", im Mainboard verbaute IGPs sein. Für das typische, mit klassischen Office-Aufgaben beschäftigte Notebook reicht das aber voll aus. Zum anderen dürften diese Mini-Packungen dem Bestreben vieler Hersteller entgegenkommen, immer kleinere und kompaktere Geräte zu bauen.

AMD Fusion
Das AMD-Projekt hört auf den klangvollen (und passenden) Namen "Fusion". Der auf dem AMD-Phenom-Design basierende, aber in Hinblick auf Energieeffizienz deutlich verbesserte Mobil-Prozessor soll noch Ende diesen Jahres, spätestens aber Anfang 2009 in einer Dual-Core-Konfiguration für Notebooks auf den Markt kommen und eben eine noch nicht näher spezifizierte GPU (Graphics Processing Unit) integrieren. Die integrierte GPU wird vermutlich mehrkernig sein und auf die mittlerweile zum Standard gewordene Unified-Shader-Architektur zurückgreifen.

Eine Quad-Core-Version des Fusion soll ebenfalls folgen. Für den Einsatz im Desktop-PC-Bereich ist der Fusion derzeit allerdings erst ab 2010 geplant. Die für den Einsatz in Notebooks benötigte Energieeffizienz soll durch einen deutlich verringerten Strombedarf und verbesserte Stromsparmechanismen erreicht werden.

Intels Nehalem soll wie AMDs Fusion eine GPU im Prozessor enthalten. Das senkt den Stromverbrauch und verringert die Abmessungen weiter.
Vergrößern Intels Nehalem soll wie AMDs Fusion eine GPU im Prozessor enthalten. Das senkt den Stromverbrauch und verringert die Abmessungen weiter.
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Intel Nehalem
Intels in die gleiche Richtung zielendes Projekt hört auf den klangvollen Namen "Nehalem". Diese in 45-Nanometer-Prozesstechnologie gefertigte und auf dem Intel-Bloomfeld-Design basierende CPU soll die bisherige Core-Architektur bis Ende 2009 ablösen und noch 2008 Marktreife erlangen. Ab 2009 soll dann eine 32-Nanometer-Prozesstechnik zum Einsatz kommen, was kleinere Strukturen und damit leistungsfähigere und gleichzeitig energiesparendere Designs ermöglicht. Es wird angenommen, dass der Nehalem im Gegensatz zum AMD Fusion zuerst im Desktop- und dann im Notebook-Bereich Verwendung finden wird.

Die aus bis zu 8 Kernen bestehenden Nehalem-Prozessoren werden die ersten Intel-Prozessoren sein, die einen integrierten Speicher-Controller aufweisen - eine Technologie, die AMD bereits seit Jahren einsetzt. Solche Controller beseitigen einen Flaschenhals in der Systemleistung, da so der Arbeitsspeicher deutlich performanter angebunden werden kann. Bei High-End-Modellen des Nehalem soll es zudem wieder das noch vom Pentium 4 her bekannte Hyper-Threading geben. Für die Mobilversionen des Intel Nehalem sind außerdem Modelle mit integrierter GPU geplant. Genaue Spezifikationen liegen dazu aber noch nicht vor. (jp)

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