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Big Brother?

05.03.2013 | 10:55 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Wird Quantified Self zukünftig zur Pflicht?
Bei privaten Krankenversicherungen sind Zuschläge für sogenannte Risikogruppen längst Realität. Dazu zählen allerdings nicht nur bestimmte Berufe oder Krankheitsbilder, sondern auch bestimmte Verhaltensweisen. Wer mit dem Fallschirm abspringt oder mit dem Drachen fliegt, der zahlt Zuschläge.

Wenn ein risikoreiches Verhalten bestraft wird, ist der Schritt zu „falschem“ Verhalten nicht weit. So sind längst Raucher und Übergewichtige ins Visier der Diskussion über Zuschläge bei der Krankenversicherung geraten: Sie sollen durch Anreize auf den rechten Weg gebracht werden, anderenfalls müssen sie mit höheren Prämien rechnen.

Richtig schlafen will gelernt sein. Der Schlafphasenwecker von Axbo weiß nach der Analyse der Nachtruhe: Die optimale Weckzeit wäre 6:51 Uhr, eingestellt ist der Wecker im Beispiel aktuell aber auf sieben Uhr.
Vergrößern Richtig schlafen will gelernt sein. Der Schlafphasenwecker von Axbo weiß nach der Analyse der Nachtruhe: Die optimale Weckzeit wäre 6:51 Uhr, eingestellt ist der Wecker im Beispiel aktuell aber auf sieben Uhr.
© Axbo

Vermutlich wird nicht jeder starke Raucher wahrheitsgemäß angeben, wie viele Zigaretten er täglich konsumiert – genauso wenig, wie mancher Übergewichtige sein „falsches“ Essverhalten offenlegen möchte. Da liegt es doch nahe, das Tracken der Körperdaten zur Pflicht zu machen! Wer richtig lebt, wird belohnt. Wer falsch lebt, wird bestraft – jede Abweichung von der Norm wird dabei natürlich objektiv gemessen. Der implantierte elektronische Chip misst nicht nur zuverlässig die Nikotinkonzentration, sondern erfasst über den Blutzuckerspiegel auch jedes Stück Schokolade.

Die größten Datenschutz-Skandale der IT-Geschichte

Kombiniert mit Googles fertig entwickelter Datenbrille sind solche Szenarien denkbar: Bei den ersten Zigaretten am Morgen wird dem Raucher die höhere Versicherungsprämie im wahrsten Sinne vor Augen geführt, ab Glimmstengel 15 gibt es eine Meldung an die Krankenkasse und ab Nummer 20 wird ein behördliches Bußgeld fällig. Google Glasses erfasst selbstverständlich nicht nur den Lichtschein des Feuerzeugs, sondern auch schnelles Autofahren, den Einkauf ungesunder Lebensmittel und das dritte Bier in der Kneipe und, und, und. Die Allgemeinheit weiß und entscheidet, was richtig und was falsch ist! Die persönliche Freiheit ist damit endgültig passé. Mit Apps die Welt verbessern, lautet die missionarische Devise. Das alles klingt nach ferner Zukunft, doch die Datenbrille mit Internetanschluss kommt in diesem Jahr auf den Markt. Das Geldverdienen mit Daten ist übrigens das Geschäftsmodell von Google.

Google Glasses kommt in diesem Jahr auf den Markt: Die Datenbrille von Google lässt sich – theoretisch – auch zur Kontrolle ihres Trägers einsetzen.
Vergrößern Google Glasses kommt in diesem Jahr auf den Markt: Die Datenbrille von Google lässt sich – theoretisch – auch zur Kontrolle ihres Trägers einsetzen.
© Google

Der Blick in die Zukunft: Risiken und viele Chancen
(Fast) alles landet heute in der Cloud! Mehr Daten bedeuten aber keineswegs nur mehr Risiken, sondern auch mehr Chancen. War es bis vor kurzem schlicht nicht möglich, die verteilten Daten zu korrelieren, lassen sie sich nun – da sie ja nun einmal „da“ sind – vergleichsweise einfach miteinander in Verbindung bringen und auswerten. Der Einfluss des Wetters auf das Wohlbefinden der Menschen beispielsweise, jahrhundertelang nur gefühlt, lässt sich nun plötzlich genau auswerten – und damit auch individuell vorhersagen. Genau darin liegt auch das Potenzial. Die Cloud kennt einen kranken Menschen unter Umständen allein aufgrund seiner individuellen Daten und der statistischen Korrelation besser als sein eigener Hausarzt, zu dem er schon seit Jahren geht.

Das aktuelle Stimmprofil der Diktier-App, die Bewegungen des elektronischen Stiftes zur Verarbeitung handschriftlicher Notizen, die langfristige Schlafanalyse ebenso wie die aktuelle Körpertemperatur weisen unter Umständen schon Tage, bevor es dazu kommt, auf eine nahende Erkältung hin. Ruft man dann seine Sport-App auf dem Smartphone auf, um das Sporttraining aufzuzeichnen, könnte die App warnen: „Sie werden krank, unterlassen Sie starke körperliche Aktivität!“.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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